Direkt zum Hauptbereich

Posts

Es werden Posts vom 2013 angezeigt.

Eine frohe Botschaft von der Basis: Was dürfen wir heute noch glauben und hoffen? Warum der Seelsorger Michael Clemens die Zukunft seiner Kirche überhaupt nicht pessimistisch sieht und seinen Mitchristen an der Ruhr deshalb Mut machen will

Die Kirche ändert sich und das nicht unbedingt zum Schlechteren. Das meint zumindest Pastor Michael Clemens. Der 64-Jährige Theologe, der 1981 zum Priester geweiht wurde, leitet als Seelsorger mit St. Engelbert in Mülheim-Eppinghofen seit 20 Jahren eine im besten Sinne multikulturelle Gemeinde, in der 5600 Menschen aus fast 100 Nationen zu Hause sind. Er blickt trotz Säkularisierung und Kirchenaustritten keineswegs pessimistisch in die Zukunft der Kirche an der Ruhr. Denn er glaubt an die erneuernde Kraft der Gemeindebasis und sagt deshalb selbstbewusst: Wir haben keinen Grund uns als Christen bange zu machen und ängstlich zu sein

??? Viele Menschen empfinden die Advents- und Weihnachtszeit als stressig, obwohl sie doch besinnlich sein sollte. Können Sie das nachvollziehen?

!!! Ja, natürlich. Wir haben jede Woche spezielle Adventsgottesdienste und treffen uns donnerstags zur Komplet. Auch die Sonntagsgottesdienste müssen auf den Advent abgestimmt werden. Und jede Gruppe in der Gemeind…

Ein handfestes Geschenk: Warum Bücher auch im digitalen Zeitalter gefragt bleiben

Was schenken Sie Ihren Lieben zu Weihnachten? Ein Buch? Wenn ja, dann liegen Sie voll im Trend. Denn das gute alte Buch in seiner klassisch gedruckten Form, ist immer noch ein Bestseller, wenn es um Weihnachtsgeschenke geht. Das bestätigen örtliche Buchhändler.

„Das ist schon enorm, was in diesen Tagen an Bücherstapeln über den Tisch geht“, sagt Michael Fehst  von Buchhandlung am Löhberg. Seine Kollegin Gabriele Laucke von der Buchhandlung Röder an der Leineweberstraße schätzt, dass die Zahl der verkauften Bücher vor Weihnachten um bis zu 50 Prozent ansteigt. Und ihre Kollegin Birgitta Lange von der Saarner Buchhandlung Hiberath und Lange formuliert es so: „Obwohl der November und Dezember nur ein Sechstel des Jahres bildet, machen wir in diesen Monaten ein Viertel unseres Jahresumsatzes. Wo sonst vielleicht nur 100 Kunden am Tag kommen, sind es kurz vor Weihnachten auch schon mal 500 oder 600.“
Was fasziniert Menschen im digitalen Zeitalters am gedruckten Buch? „Es ist einfach schön …

Rückblick: Er war Amerikas unerfüllte Hoffung: Vor 50 Jahren wurde mit John F. Kennedy der erste katholische Präsident der USA ermordet

Er ist der erste und bisher einzige Katholik, der zum Präsidenten der USA gewählt worden ist. "Ich glaube an ein Amerika mit einer absoluten Trennung von Kirche und Staat. Ich glaube an ein Amerika, das offiziell weder katholisch, protestantisch noch jüdisch ist Schließlich glaube ich an ein Amerika, in der religiöse Intoleranz eines Tages beendet wird," sagt er vor seiner Wahl im Jahr 1960 bei einer Pastorenkonferenz im texanischen Houston. Drei Jahre später endet seine Präsidentschaft nach nur 1036 Tagen am 22. November 1963 mit den Schüssen des mutmaßlichen Attentäters Lee Harvey Oswald im texanischen Dallas.

Ob der 1939 in New Orleans geborene Marxist und Castro-Unterstützer Oswald, der zwischenzeitlich in der Sowjetunion gelebt hat, ein Einzeltäter war, wie es die von Kennedys Nachfolger Lyndon B. Johnson eingesetzte Untersuchungskommission in ihrem 1964 veröffentlichten Bericht festgestellt hat, ist bis heute umstritten. Auch spätere Untersuchungen des Staatsanwaltes J…

John F. Kennedy als Parlametarier auf dem Capitol Hill: Ein Beitrag zum 50. Jahrestag der Ermordung des 35. US-Präsidenten

Als Präsident, dessen 1036 Tage im Weißen Haus, mit seiner Ermordung am 22. November 1963 auf tragische Weise endeten, so ist John F. Kennedy in die Geschichte eingegangen. Der Streit darüber, ob sein mutmaßlicher Mörder Lee Harvey Oswald ein Einzeltäter oder Teil einer Verschwörung war, scheidet bis heute die Geister der Gelehrten und historischen Spekulanten. Seine Amtszeit, die am 20. Januar 1961 auf den Stufen des Capitols mit der ambitionierten Aufforderung begann: „Frag nicht, was dein Land für dich tun kann, frag, was du für dein Land tun kannst“, bildete mit den Krisen in Berlin und Kuba den Höhepunkt des Kalten Krieges und setzte mit dem erst nach Kennedys Tod vom Kongress verabschiedeten Bürgerrechtsgesetz einen Meilenstein der amerikanischen Geschichte.
Doch bevor der damals 43-jährige John F. Kennedy nach einem der knappsten Wahlsiege der amerikanischen Geschichte auf den Stufen des Capitols seinen Amtseid als 35. Präsident der USA ablegte, hatte er bereits 14 Jahre als Par…

Menschlichkeit schenken: Warum wir nicht nur zur Adventszeit private Hilfsbereitschaft brauchen, obwohl wir doch in einem vermeintlich reichen Sozialstaat leben: Ein Gespräch mit der Sozialmanagerin Monika Schick-Jöres von den Caritas Sozialdiensten

Im Vorfeld der jetzt abgeschlossenen Wunschbaumaktion von NRZ und Caritas sprach ich im Auftrag der NRZ-Redaktion mit der zuständigen Projektleiterin der Caritas, Monika Schick-Jöres warum wir auch in einem vermeintlich reichen Sozialstaat private Mildtätigkeit brauchen.

Frage: Warum sollte man einen Wunschzettel vom Wunschbaum pflücken und Päckchen packen?

Antwort: Weil das zu einer menschlicheren Stadt beiträgt. Und wenn man sich mit seiner Stadt verbunden fühlt, dann hat man hier die Möglichkeit, selbst für etwas mehr Mitmenschlichkeit zu sorgen, zumal, wenn man weiß, dass es im Leben nicht immer gerecht zugeht und viele Menschen auch unverschuldet in Not geraten.

Frage: Warum hat das auch in einem Sozialstaat Sinn, in dem es Sozialleistungen für Hilfsbedürftige gibt?

Antwort: Natürlich gibt es Sozialleistungen, die das Überleben der Bedürftigen sichern. Und wir spüren bei den Menschen und Familien, die wir als Caritas mit unserer Hilfe und Beratung begleiten, auch eine große Dankb…

Auch auf dem Mülheimer Arbeitsmarkt geht die Konjunktur an den Langzeitarbeitslosen vorbei: Nicht jeder, der sucht, findet auch einen Arbeitsplatz

Ein Land, zwei Welten. Das Statistische Bundesamt meldet einen Rekordstand von über 42 Millionen Beschäftigten (+ 0,6 Prozent) und Rekordsteuereinnahmen von 39 Milliarden Euro (+ 3,7 Prozent). Gleichzeitig weisen die Wohlfahrtsverbände in ihrem ersten Arbeitslosenreport für NRW darauf hin, dass die Zahl der Langzeitarbeitslosen an Rhein und Ruhr seit 2009 um 25 Prozent auf jetzt 323?000 angestiegen ist.

Auch in Mülheim (siehe Kasten) ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen angestiegen. Doch den Vorwurf der Wohlfahrtsverbände, die Agenturen und Jobcenter hätten die Langzeitarbeitslosen nicht ausreichend im Blick und kümmerten sich vor allem um leichter zu vermittelnde Arbeitssuchende, lässt die stellvertretende Leiterin der Sozialagentur, Jennifer Neubauer, für Mülheim nicht gelten und verweist in diesem Zusammenhang auf aktuelle Vermittlungsquoten von über 20 Prozent.

Mit Hilfe der allerdings in den vergangenen Jahren reduzierten Fördermittel des Bundes und der Europäischen Union finanz…

Kalenderblatt. Vor 50 Jahren erhält der Direktor des Mülheimer Max-Planck-Institutes für Kohlenforschung, Karl Ziegler, den Nobelpreis für Chemie

„In Professor Zieglers Arbeiten liegt etwas Revolutionäres", titelt die Mülheimer NRZ in ihrer Ausgabe vom 11. Dezember 1963. Am Tag zuvor hat der schwedische König Gustaf VI. Adolf dem Leiter des Mülheimer Max-Planck-Institutes für Kohlenforschung, Karl Ziegler, im Stockholmer Konzerthaus den Chemie-Nobelpreis überreicht, den sich Zielgler mit seinem italienischen Kollegen Giulio Natta teilt.

Tatsächlich hat die Forschungsarbeit des Chemie-Professors, der das heutige Max-Planck-Institut für Kohlenforschung von 1943 bis 1969 leitete, unsere moderne Welt revolutioniert. Der nach Ziegler und Natta benannte Katalysator ermöglicht die Massenproduktion von Polyethylenen und Polypropylenen. Er schafft damit die Grundlage für eine industrielle Kunststoffproduktion, die bis zur scheinbar banalen Plastiktüte unseren gesamten Alltag durchzieht. Bis heute leisten die finanziellen Erträge der Zieglerschen Forschungsarbeit einen wesentlichen Beitrag zur Finanzierung des Max-Planck-Institutes …

Bürger wollen von politischen Zuschauern zu politischen Akteuren werden: Deshalb wird aus dem Bündnis für Bildung eine Bündnis für Bürger, das im Mai 2014 bei der Kommunalwahl antritt: Eindrücke von der Gründungsversammlung

Mittwochabend im Vereinslokal von Rot Weiß Mülheim am Winkhauser Weg. „Schade, dass nicht noch mehr Leute gekommen sind“, findet der Clubvorsitzende Günter Porscha. Er sitzt zusammen mit 19 anderen Bürgern im kleinen Saal, obwohl es heute nicht um seinen Verein, sondern um die Gründung eines neuen Wählerbündnisses geht.

Wie die meisten im Saal hat sich auch Porscha im Bündnis für Bildung und damit für den Bürgerentscheid zum Erhalt des weiterführenden Schulstandortes an der Bruchstraße engagiert. „Dass das Wählervotum von 17?000 Ja-Stimmen für den Erhalt des Schulstandortes von den etablierten Parteien gar nicht wahrgenommen worden ist“, macht für ihn die Gründung eines neuen Wähler- und Bürgerbündnisses „zu einer absoluten Notwendigkeit, um sich als Bürger Respekt zu verschaffen, den Lobbyismus zu beenden und Kommunalpolitik selbst positiv zu beeinflussen.“ Porscha, der sich „nur im Hintergrund und nicht in der ersten Reihe engagieren möchte“, hat Angst, dass nach der Hauptschule auc…

Ein Ort für die Ewigkeit: Die Jüdische Gemeinde hofft auf Spenden, weil sie ihr Gemeindezentrum und ihren Friedhof restaurieren muss

Er ist älter als der 1812 eröffnete Altstadtfriedhof und der 1916 eröffnete Hauptfriedhof. Schon um 1700 beerdigte die Jüdische Gemeinde ihre Toten auf dem Friedhof an der Gracht. Beerdigung und Ewige Ruhe nimmt man im Judentum wörtlich. „Bei uns gibt es keine Feuerbestattungen, sondern nur Beerdigungen und die Gräber sind immer für die Ewigkeit. Und die Toten werden bei uns mit den Füssen nach Osten, also in Richtung Jerusalem, begraben, damit sie aufstehen und gleich in die richtige Richtung gehen können, wenn der Messias kommt“, erklärt Patrick Marx vom Vorstand der Jüdischen Gemeinde die Unterschiede zur christlichen Begräbniskultur. Was beim Blick auf den Jüdischen Friedhof auch auffällt, ist das fast gänzliche Fehlen von Blumenschmuck. „Einige Gemeindemitglieder haben den Blumenschmuck zwar von der christlichen Begräbniskultur übernommen. Aber Juden legen eigentlich nur kleine Steine auf die Gräber ihrer Toten. Denn als das jüdische Volk einst durch die Wüste zog, legte man auf …

Der Sozialarbeiter Erhard Klamet hat in seinem 45-jährigen Berufsleben Mülheimer Sozialgeschichte erlebt und als ein Anwalt der Menschenwürde auch mitgestaltet

„Ich bin glücklich, dass ich 45 Jahre lang arbeiten konnte und dabei auch gestalterische Freiheit hatte“, sagt Erhard Klamet am Tag vor seiner Verabschiedung durch die Caritas. 40 seiner 45 Berufsjahre hat der Sozialarbeiter im Dienst der katholischen Kirche und ihres Sozialverbandes erlebt.

„Ich habe nach der Mittleren Reife als Industriekaufmann bei Wissoll gelernt und gearbeitet und mir eigentlich keine großen Gedanken über meinen Beruf gemacht“, erinnert sich Klamet. Doch dann brachte ihn sein ehrenamtliches Engagement beim Bund der deutschen katholischen Jugend (BdKJ) dazu, seinen Beruf zu wechseln und Sozialarbeit zu studieren. „Ich habe erlebt, wie viel Freude es machen kann, gemeinsam etwas für andere zu machen“, sagt der 65-Jährige.

Seine erste Anstellung nach dem Studium fand er 1972 als Stadtjugendreferent beim Katholischen Jugendamt im Stadthaus an der Althofstraße. „Die katholische Jugendarbeit wurde vom damaligen Stadtdechanten Dieter Schümmelfeder sehr geför…

Aus zwei mach eins: Ein Schulbeispiel aus Styrum zeigt, wie man durch einen guten Dialog auch schwierige Herausforderungen meistern kann

Die Schilder Evangelische und Katholische Grundschule stehen noch. Doch die Zukunft an der Zastrowstraße ist nicht mehr konfessionell. „Wir werden im kommenden Schuljahr zur mehrkonfessionellen Gemeinschaftsgrundschule“, erklärt Maria Reimann Noch leitet sie die Katholische Grundschule. Zukünftig wird sie mit ihrer Konrektorin Vera Glunz eine Schule leiten, „die“, wie sie sagt „der erste Mosaikstein einer neuen Schullandschaft in Styrum sein wird.“

Doch Styrum könnte überall sein. Denn der demografische Wandel sorgt dafür, dass auch anderen Schulstandorten die Frage beantwortet werden muss: Wie macht man aus zwei Schulen eine Schule, in der das Gemeinschaftsgefühl und der gute Geist der Bildung nicht auf der Strecke bleiben?

„Wir haben den Mangel sinkender Schülerzahlen in etwas Positives verwandelt“, sagt Maria Reimann heute im Rückblick auf den Dialog- und Konzeptionsprozess, der bereits vor zwei Jahren mit einer Zukunftswerkstatt begann, in der Lehrer, Eltern, Politiker und Verwalt…

Warum auch Mülheimer Stiftungen vom Aktienkurs und den Ausschüttungen des Stromversorgers RWE abhängig sind

Wenn der Energieversorger RWE wirklich, wie jetzt angekündigt, 2014 seine Dividende an die Aktionäre von zwei auf einen Euro pro Aktie reduziert, wird das nicht nur die Stadt mit ihren 9,5 Millionen RWE-Aktien, sondern auch die Leonhard-Stinnes-Stiftung mit ihren 4,3 Millionen RWE Aktien und die August- und Josef-Thyssen-Stiftung mit ihren 300?000 RWE-Aktien betreffen.

Beide Stiftungen werden von der Stadt treuhänderisch verwaltet und in einem Sonderhaushalt geführt. Nach Angaben der Stadtkanzlei besteht ihr Stiftungskapital zu mehr als 90 Prozent aus RWE-Aktien. Die Leonhard-Stinnes-Stiftung hatte erst im vergangenen Jahr 200.000 zusätzliche RWE-Aktien erworben. Folglich wird die RWE-Dividende für die Leonhard-Stinnes-Stiftung 2014 von 8,6 auf 4,3 Millionen Euro und die RWE-Dividende der August- und Josef-Thyssen-Stiftung von 600.000 auf 300.000 Euro sinken.

Die Leonhard-Stinnes-Stiftung fördert zum Beispiel die Augenklinik, die Konzeption und Umsetzung des Jugendsportparks, die Came…

So gesehen: Wunsch und Wirklichkeit

Unsere Politiker sollen Ecken und Kanten haben, aber uns auch nicht vor den Kopf stoßen. Denn dann werden sie erst gar nicht gewählt und sind am Ende gar keine Politiker mehr.

Der Mülheimer Satiriker Rene Steinberg, dessen Ansichten zur Kabarettreife und Profilierung unserer Politiker, Sie am Samstag in der Mülheimer NRZ nachlesen konnten, weist nicht ganz zu Unrecht darauf hin, dass das mit der Klage über profillose Politiker so ist, wie mit der Klage über die darbende Innenstadt. „Viele Leute wünschen sich eine florierende Innenstadt, kaufen aber trotzdem im Internet ein“, hält er uns den Spiegel vor und zieht einen interessanten Vergleich zwischen Kauf- und Wahlverhalten.

Sind wir Wähler und Konsumenten am Ende also selber schuld, wenn in unserer Innenstadt die Ladenlokale leerstehen oder Politiker mit Mut zum Profil bei der Wahl leer ausgehen? Was passieren kann, wenn man sich zum Beispiel mit der Forderung nach Steuererhöhungen und einem fleischlosen Tag in der Woche…

Politiker im Spiegelbild der Satire: Warum der Kabarettist Rene Steinberg von den Ecken und Kanten der Politiker lebt, aber immer weniger davon findet

Die von der Leyens, Schloss Koalitionsstein und Sarko de Funes haben ihn bei den Hörern des Westdeutschen Rundfunks bekannt und beliebt gemacht. Seit mehr als zehn Jahren nimmt der Mülheimer Radio-Comedian, Kabarettist und Satiriker Rene Steinberg Politiker aufs Korn und hat dafür gerade erst von den Mülheimer Karnevalisten die Spitze Feder für seine Verdienste um das freie Wort zuerkannt bekommen.

Doch bevor Steinberg die Feder spitzen und in seinem Saarner Heimstudio Sketche und Glossen produzieren kann, muss er erst mal Politiker finden, die satirefähig sind.

Das wird immer schwieriger, weil die meisten Politiker heute glatt gebügelt sind und schon sehr früh ihre ersten Medientrainings hinter sich gebracht haben, gibt Steinberg zu. Eine Ausnahmeerscheinung, aber auch ein Beweis dafür, wie unsere schnelllebige Mediendemokratie heute funktioniert, war für ihn da der gescheiterte SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück. Der hat es ja mit Ecken und Kanten und Klartext versucht…

Um Antwort wird gebeten: Mit einer Umfragte unter Senioren will die Stadt herausfinden, wo und wie sie für ihren Alltag Hilfestellung brauchen:

Wie vertraut ist Menschen über 60 ihr Stadtteil? Welchen Hilfebedarf haben sie und wen fragen sie, wenn sie Hilfe brauchen? Das möchte das Sozialamt von den 1070 Senioren in der Stadtmitte erfahren. Doch bisher liegen nach Angaben des Sozialamtes aber nur 100 ausgefüllte Fragebögen vor.

„Wir brauchen mindestens 250 ausgefüllte Fragebögen, um zu einem signifikanten Ergebnis zu kommen“, weiß der federführende Sozialplaner des Sozialamtes Jörg Marx vom Institut für angewandtes Management und Organisation in der sozialen Arbeit. Das Institut der Fachhochschule Köln wird die Ergebnisse der Befragung wissenschaftlich auswerten. Mit konkreten Ergebnissen rechnet Marx im ersten Quartal 2014. Bisher haben zwölf ehrenamtliche Interviewer 500 Senioren aufgesucht. In rund 50 Prozent wurde aber eine Teilnahme an der Befragung abgelehnt.

„Die Reaktionen, die ich erlebt habe, waren sehr unterschiedlich. Sie reichten von Freude und Begeisterung für das Projekt bis hin zu purer Ablehnun…

Warum die stellvertretende Vorsitzende des Blinden- und Sehbehindertenvereins, Maria St Mont eine Mutmacherin ist

Es gibt Menschen, die sehen schwarz und klagen über ihr Schicksal. Maria St. Mont gehört nicht zu ihnen. Sie wirkt fröhlich und aufgeschlossen, wenn man sich mit ihr über ihre Sicht auf das Leben unterhält. Dabei hätte sie Grund zu klagen. Denn die heute 50-Jährige ist aufgrund einer Erbkrankheit erblindet. Sie wurde mit derselben Augenkrankheit wie ihre Mutter geboren.

Ich hatte es leichter, weil das ein schleichender Prozess war und ich mich langsam an der Verlust meiner Sehkraft gewöhnen konnte, sagt St. Mont. Aus ihrer ehrenamtlichen Arbeit als stellvertretende Vorsitzende des Blinden- und Sehbehindertenvereins (BSV) weiß sie: Andere, die erst später und plötzlich durch eine Krankheit oder einen Unfall erblinden, fallen oft in ein tiefes Loch.

Menschen, denen sie mit Rat, Hilfe und ihrem eigenen Lebensbeispiel Mut machen will, trifft sie etwa bei Veranstaltungen des BSV oder bei einer monatlichen Sprechstunde für Blinde und Sehbehinderte, die sie mit der BSV-Vorsitzen…