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Es werden Posts vom Januar, 2014 angezeigt.

Der Funke ist übergesprungen: Seit 55 Jahren sorgt die Prinzengarde Rote Funken für Spaß an der Freude - Eine närrische Erfolgsgeschichte

„Lustig sein und Gemeinschaft erleben.“ Das begeistert Bernhard und Alfred Nakelski bis heute an ihren Roten Funken. „Da müssen wir dabei sein,“ war der den Nakelski-Brüdern klar, als sie Anfang der 60er die ersten Veranstaltungen der Funken erlebten. Damals waren die beiden Mitte und Ende 20 und wurden von den Funken mit offenen Armen empfangen. Bernhard chauffierte mit seinem Auto die Tanzgardistinnen zum Training. Und der gelernte Schreiner Alfred war mit seinem handwerklichen Geschick wie geschaffen für den Wagen- und Bühnenbau der Funken. Bald schon tanzten auch die drei Nakelski-Schwestern Christel, Irma und Gisela in der Funkengarde mit.

„Die Funken hatten immer ein tolles Programm. Ich erinnere mich zum Beispiel an die Mainzer Hofsänger oder an die Gonsbach Lerchen“, schaut Bernhard Nakelski auf den Sitzungskarneval der 60er Jahre zurück. Damals gaben sich die 1958 von Hans Wolfgarten, Kurt Iwan, Günter Schaider, Heinz Knappert, Wolfgang Heinemann und Reinhold Erben aus der Tau…

Auf einen Cognac bei Adenauer: Der Mülheimer Christdemokrat Paul Heidrich erinnert sich an eine Begegnung mit dem ersten Bundeskanzler

Vor 50 Jahren, im Oktober 1963, trat der erste BundeskanzlerKonrad Adenauer von seinem Amt zurück. Wie mit seinem Koalitionspartner von der FDP vereinbart, übergab der 87-jährige Regierungschef sein Amt an seinen Wirtschaftsminister Ludwig Erhard, blieb aber Bundesvorsitzender der CDU.

„Jetzt müsste er doch mehr Zeit haben, um uns einmal zu empfangen“, erinnert sich der ehemalige CDU-Ratsherr und Fraktionschef Paul Heidrich an die Idee seiner damaligen Vorstandskollegen bei der Jungen Union, die mit diesem Ansinnen im Oktober 1963 an Adenauer schrieben. „Wir waren überrascht, als wir schon relativ bald einen Brief von Adenauers Privatsekretär bekamen, der uns einen Besuch in Adenauers Privathaus in Rhöndorf in Aussicht stellte“, erzählt Heidrich.

Die Gelegenheit dazu ergab sich dann am 7. Dezember 1963. Heidrich hat noch die NRZ-Ausgabe, die am 10. Dezember 1963 davon berichtete: „Eine interessante Zwischenstation machten die Mitglieder der Jungen Union auf ihrer Fahrt nach Winningen…

Ein vergessenes Datum oder: Warum wir uns auch heute an den Ersten Weltkrieg erinnern sollren

11.11. Bei diesem Datum denken viele Deutsche an denBeginn des Karnevals Karneval oder an Sankt Martin, aber nicht an den Tag des Waffenstillstandes, der am 11. November 1918 den Ersten Weltkrieg beendete, in dem 1,8 Millionen deutsche und insgesamt 9 Millionen Soldaten ihr Leben verloren. Der Tag ist bei uns, anders als in Großbritannien oder Frankreich aus dem kollektiven Gedächtnis verschwunden. Das liegt natürlich auch daran, dass der 11. November 1918 in Frankreich und Großbritannien als Tag eines Sieges gefeiert werden kann, während man sich in Deutschland an eine verheerende und folgenschwere Niederlage erinnern muss. Und wer tut das schon gerne. Der Gefallenen des Ersten Weltkrieges wird heute, wenn überhaupt, nur noch am Volkstrauertag gedacht, und dann auch nur am Rande.
Unsere Erinnerungskultur wird heute immer noch von der Katastrophe der Nazizeit und des Zweiten Weltkrieges beherrscht. Das hat gute Gründe. Denn mit dem Gedenken an diese dunkelsten Jahre der deutschen Gesc…

Wie groß ist die Macht der Lobbyisten und wie unabhängig ist die Politik? Ein Gespräch mit den ehemaligen Bundestagsabgeordneten Ulrike Flach und Anton Schaaf

Wie unabhängig sind unsere Politiker? Eine Frage, die die Bürger umtreibt, wie die aktuelle Debatte um den Fall Pofalla (Deutsche Bahn) oder die Diskussion über frühere Fälle, wie die Gerhard Schroeders (Gazprom) oder Eckart von Klaeddens  (Daimler) zeigen. Können Politiker bruchlos in die Wirtschaft wechseln - oder sollte es eine Karenzzeit geben? Gibt es im deutschen Lobbyismus tatsächlich besorgniserregende Tendenzen? Transparency International behauptet es in seinem jüngsten Korruptionsindex. Auch die ehemaligen Mülheimer Bundestagsabgeordneten Ulrike Flach (FDP) und Anton Schaaf (SPD) sehen bedenkliche Tendenzen, obwohl sie den Lobbyismus nicht grundsätzlich verurteilen wollen und auch keine massive Zunahme sehen können

.„Die Lobbyisten sind vielleicht lauter und professioneller geworden, weil ihnen heute mehr Kommunikationsmöglichkeiten zur Verfügung stehen“, glaubt Schaaf. Auch er ließ sich als Rentenpolitiker von der privaten Versicherungswirtschaft zu einem Fachkongress einla…

Coaching kannte man früher nur in der Welt des Sportes: Heute wird es immer öfter auch im Spiel des Lebens eingesetzt: Denn wer sich helfen lässt, kommt schneller an sein Ziel

Das neue Jahr hat für viele Menschen mit guten Vorsätzen begonnen. Abnehmen, mehr Sport, gesünder leben, mehr Erfolg im Beruf? Heino Passmann gehört nicht zu den Menschen, die mit guten Vorsätzen ins neue Jahr gehen. Er hält es mit seiner Mutter. Die hat ihm mit auf den Lebensweg gegeben: „Es macht keinen Sinn, Pläne zu machen, weil es immer anders kommt, als man denkt. Die Zeit ist es, die uns zeigt, was zu tun ist.“

Vor einem halben Jahr hatte der Kommunalpolitiker, Karnevalist, Familienvater und Sozialpädagoge, der in leitender Funktion bei der Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung arbeitet, das Gefühl, es sei Zeit, etwas zu ändern. „Ich fühlte mich gehetzt und überlastet“, erinnert sich der 41-Jährige. Er suchte Hilfe und fand sie bei einem Coach. Einen Coach (Trainer) kannte man früher nur aus dem Sport. Doch heute suchen immer mehr Menschen und Unternehmen die Hilfe eines Coaches, der oder die ihnen hilft, ihre Ziele im Leben zu definieren und zu erreichen. Auch Sta…

Eine spirituelle, kulturelle und soziale Tankstelle: Was Mülheimer an ihrem Kloster in Saarn haben: Eine Umfrage zum Jubiläumsjahr

Wenn Mülheimer ins Kloster gehen, müssen sie nicht dem weltlichen Leben entsagen. Wo früher Zisterzienserinnen arbeiteten und beteten, begegnen sich heute Bürger im Café, in der Bücherei, im Kräutergarten oder in der Klosterkirche. Im ehemalige Kloster finden heute Ausstellungen, Lesungen, Konzerte, Feste, Versammlungen, Theateraufführungen und natürlich auch Gottesdienste statt.

Im Vorfeld des 800. Klostergeburtstages, der umfangreich gefeiert wird fragte ich für die NRZ „Klosterfreunde“ danach, was das Kloster Saarn ihnen bedeutet?

Für mich ist das Kloster in erster Linie ein wunderbarer Veranstaltungsort, an dem man auf hochkooperative Menschen trifft“, sagt die Buchhändlerin Brigitta Lange, die das Kloster mit ihrer Kollegin Ursula Hilberath gerne für Lesungen nutzt. „Doch das Kloster ist noch mehr als ein Veranstaltungsort“, ergänzt sie. „Für mich ist es eine friedliche Oase und ein altes Gebäude mit einer unglaublichen Atmosphäre.“

„Für mich ist es vor allem ein schöner Arbeitsp…

Eine Oase in der Stadt: Kloster Saarn feiert in diesem Jahr seinen 800. Geburtstag: Wo früher Zisterzienserinnen beteten und arbeiteten, begegnen sich heute die Bürger

„Die Saat ist aufgegangen“, sagt Hans-Theo Horn, der gerade eine Stiftung zugunsten von Kloster Saarn gegründet hat. Zusammen mit seinen Saarner Klosterfreunden hat der ehemalige Kulturdezernent der Ruhrstadt in den letzten 30 Jahren dafür gesorgt, dass in alte Klostermauern neues Leben einzog. „In seiner Rechtsform existiert das Kloster Mariensaal nicht mehr, aber es ist weiterhin lebendig, weil es an das alte Klosterleben anknüpft und so zu einem Ort der Begegnung, der Kommunikation, aber auch der Glaubensvermittlung geworden ist“, freut sich Horn, der den Spitznamen „Klosterbruder“ in seiner Heimatstadt durchaus als Ehrentitel genießt.

Wo zwischen 1214 und 1808 Zisterzienserinnen arbeiteten und beteten, begegnen sich heute Bürger in einem Klostercafe, in einer Klosterbücherei, bei Führungen und Workshops in einem Kräutergarten oder auch im Kellergewölbe unter dem Kreuzgang. Dort wurde 2008 ein ehrenamtlich betreutes Klostermuseum eröffnet, in dem bisher 15.000 Menschen die wechselv…

Wie könnte Kommunalpolitik nicht nur für Frauen attraktiver werden? Eine Umfrage.

„Frauen heben im Ortsverein nicht unbedingt den Finger und sagen: Ich will für dieses oder jenes Amt kandidieren. Sie wollen angesprochen werden. Und sie sind auch öfter als Männer von Selbstzweifeln geplagt“, glaubt Bürgermeisterin Renate aus der Beek, die seit 1998 für die SPD im Rat der Stadt sitzt. Den Sprung in die Kommunalpolitik wagte sie aber erst, als ihre beiden Kinder größer waren. Deshalb hat sie auch Verständnis dafür, dass viele junge Frauen zwischen Beruf und Familie stundenlange Sitzungen scheuen, die mit der Kommunalpolitik verbunden sind. „Junge Frauen sind bereit, sich in einem Projekt zu engagieren“, sagt aus der Beek, die 2014 nicht noch einmal antritt. Aber sie nennt auch die Schattenseiten der Gremiendemokratie. „Sie wollen nicht auf lange Sicht Stunde um Stunde in einem Ausschuss sitzen, um sich dann irgendwann zu Wort zu melden.“

„Frauen gehen pragmatischer an Probleme heran und wollen nicht so lange drumherum reden. Und in der Kommunalpolitik braucht man scho…

Helfen macht Freude und hilft zu leben: Warum sich Menschen ehrenamtlich engagieren: Eine Spurensuche

„Willst du froh und glücklich leben, lass kein Ehrenamt dir geben. Willst du nicht zu früh ins Grab, lehne jedes Amt gleich ab.“ Gott sei Dank denken nicht alle so, wie einst Wilhelm Busch. Denn jedes Jahr vermittelt das an der Wallstraße 7 ansässige Centrum für bürgerschaftliches Engagement (CBE) 300 bis 500 Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren wollen. Besonders stolz ist CBE-Geschäftsführer Michael Schüring auf die 62 Mülheimer, die mit Hilfe des CBEs in denen letzten sieben Jahren eigene ehrenamtliche Projekte auf den Weg gebracht haben, die bis heute positiv in die Stadtgesellschaft hineinwirken. Ihr Spektrum reicht vom Reparaturservice Heinzelwerker über Caféhauskonzerte (Kultur in Mülheim) bis hin zur unentgeltlichen Kinderbetreuung durch die Lila Feen.
Doch warum engagieren sich Menschen ehrenamtlich und unentgeltlich? Warum ist das Ehrenamt für sie Lust statt Last? Für die NRZ fragte ich sechs Mülheimer, die sich jetzt im CBE-Kurs „Erfahrungswissen für Inititiativen“ von…