Mittwoch, 29. Januar 2014

Der Funke ist übergesprungen: Seit 55 Jahren sorgt die Prinzengarde Rote Funken für Spaß an der Freude - Eine närrische Erfolgsgeschichte

„Lustig sein und Gemeinschaft erleben.“ Das begeistert Bernhard und Alfred Nakelski bis heute an ihren Roten Funken. „Da müssen wir dabei sein,“ war der den Nakelski-Brüdern klar, als sie Anfang der 60er die ersten Veranstaltungen der Funken erlebten. Damals waren die beiden Mitte und Ende 20 und wurden von den Funken mit offenen Armen empfangen. Bernhard chauffierte mit seinem Auto die Tanzgardistinnen zum Training. Und der gelernte Schreiner Alfred war mit seinem handwerklichen Geschick wie geschaffen für den Wagen- und Bühnenbau der Funken. Bald schon tanzten auch die drei Nakelski-Schwestern Christel, Irma und Gisela in der Funkengarde mit.

„Die Funken hatten immer ein tolles Programm. Ich erinnere mich zum Beispiel an die Mainzer Hofsänger oder an die Gonsbach Lerchen“, schaut Bernhard Nakelski auf den Sitzungskarneval der 60er Jahre zurück. Damals gaben sich die 1958 von Hans Wolfgarten, Kurt Iwan, Günter Schaider, Heinz Knappert, Wolfgang Heinemann und Reinhold Erben aus der Taufe gehobenen Funken den Beinamen Prinzengarde. Der Namenzusatz war damals Voraussetzung, um in den Bund Deutscher Karneval aufgenommen zu werden, ohne Gefahr zu laufen mit den Roten Funken aus der Karnevalshochburg Köln verwechselt zu werden.
Die Prinzengarde, die mit Gilbrecht Menninger auch in dieser Session den Stadtprinzen stellt, hat mit bisher elf großen und fünf kleinen Tollitäten ihrem Namen alle Ehre gemacht. Einen Namen hat sich die Gesellschaft, die heute von Heino Passmann und Marc Waldschmidt geführt wird, nicht nur mit ihrer großen Funkensitzung gemacht. Auch die Seniorensitzung oder der närrische Hausfrauennachmittag, die inzwischen vom Hauptauscchuss Groß-Mülheimer Karneval und von der MüKaGe veranstaltet werden, hatten ihren Ursprung bei den Funken, die sich mit Karnevalsveranstaltungen in Altentagestätten und Altenheimen im Luisental, an der Bahnstraße und an der Folkenbornstraße weiterhin auch sozial engagieren.

Zum sozialen Engagement der heute rund 140 Mitglieder starken Gesellschaft gehört auch die Jungendarbeit und die nicht nur in der fünften Jahreszeit gepflegte Geselligkeit. Vom Tagesausflug mit der Weißen Flotte bis zum Zeltlager im Bayerischen Wald reicht hier die Bandbreite der Aktivitäten. Neben einer Altweiberparty in der Styrumer Feldmannstiftung hat die Prinzengarde im Autohaus Extra auch eine Herrensitzung ins Leben gerufen, deren Programm sich im besten Sinne des Wortes sehen lassen kann und sich ganz brav, allen Vorurteilen zum Trotz, deutlich oberhalb der Gürtellinie bewegt.

„Wir hatten es als Gesellschaft nicht immer leicht, die Mülheimer für den Karneval zu gewinnen, weil früher viele Menschen über den Rosenmontagszug die Nase gerümpft haben“, erinnert sich Alfred Nakleski, der für sein ehrenamtliches Engagement im Karneval 2004 zum Ritter vom Schiefen Turm geschlagen wurde. Umso mehr freuen sich die Nakelski-Brüder, die die längst zu Ehrenmitgliedern ihrer Gesellschaft gekürt worden sind, das der mölmsche Karneval mit seinen heute 1700 aktiven Mitgliedern mehr als gesellschaftsfähig geworden ist und die Rosenmontagszugwagen ihrer Gesellschaft regelmäßig vom Hauptausschuss Groß-Mülheimer Karneval prämiert werden.
Für den Vizepräsidenten der Roten Funken, Marc Waldschmidt und die Pressesprecherin der Gesellschaft, Angelika Rudoba steht fest: “Um auch in Zukunft bestehen zu können, brauchen wir weiterhin kreative Köpfe mit guten Ideen, Mut zur Veränderung und eine stetig wachsende Anzahl von Menschen, die mit uns in unserer Gesellschaft Freude und Gemeinschaft leben und erleben möchten.“

Weitere Informationen zur Jubiläumsgesellschaft findet man auf der Internetseite www.rotefunken1958.de
Dieser Text erschien am 10. Januar 2014 in der Neuen Ruhr Zeitung und in der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung

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