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Es werden Posts vom Mai, 2016 angezeigt.

Substanzverluste verhindern Im Gespräch mit der NRZ erklärt der Referent des Umweltdezernenten, Klaus Beisiegel, wie Mülheim mit pflegeleichten Gründflächen und Flächenrecycling auch zukünftig grün bleiben kann

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Warum ist es in Mülheim so schön?  Weil es so grün ist. Gerade erst hat es uns die Berliner Morgenpost in einem bundesweiten Grünflächen-Ranking bestätigt: Nach Bottrop ist Mülheim die zweitgrünste Großstadt des Ruhrgebietes. Im Deutschlandvergleich landet Mülheim unter 79 Großstädten immerhin auf Platz 33 der Liste. Klaus Beisiegel, Referent des für Bauen, Planen und Umwelt zuständigen Beigeordneten Peter Vermeulen erläutert die Ausgangslage für Mülheims grüne Zukunft.

Ist der Grünflächenanteil in den letzten Jahren zurückgegangen und wird er auch in den kommenden Jahren zurückgehen, weil Mülheim eine beliebte Wohnstadt ist?

Der Versiegelungsgrad steigt noch immer, aber deutlich langsamer als noch vor zehn Jahren. Dabei geht das fast nie zu ungunsten von Grünflächen, sondern eher zu Lasten von Landwirtschaftsflächen, Höfen und Gärten. Parks und Grünanlagen sind im Grundsatz tabu, Natur- und Landschaftsschutzgebiete sowieso.

Setzt die Stadt auf Wohnraumverdichtung, um den Verbrauch von G…

Das Ende der großen Vorsitzenden: Was der Geschäftsführerin des Mülheimer Sportbundes zur Zukunft der Vereine einfällt

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So schaut die 33-jährige Sportwissenschaftlerin Anne Weber, die seit 2013 die Geschäfte des Mülheimer Sportbundes führt, in die Zukunft der örtlichen Sportvereine: „Schon heute haben Vereine zunehmend den Bereich des gesundheitserhaltenden Präventions- und Rehabilitationssportes für sich entdeckt. Sie suchen verstärkt die Kooperation mit Schulen, aber auch mit Altentagesstätten und Pflegeheimen. Dieser Trend wird sich verstärken.“In diesem Zusammenhang weist sie auf den Senioren-Sport-Aktionstag in der RWE-Sporthalle hin, zu dem der MSB und die örtlichen Sportvereine am 3. Juni von 14 bis 18 Uhr einladen werden. Frei nach dem Motto „Probieren geht über Studieren“ sollen hier vereinsferne, aber sportlich interessierte Senioren angesprochen werden. Auch wenn sie sich grundsätzlich immer mehr Sport- und Schwimmflächen wünschen würde, sieht Anne Weber optimistisch in die Zukunft der Sportvereine, wenn sie, wie bisher, eine vergleichsweise starke politische Lobby behalten. Den Neubau der D…

Herzblut ist wichtig, aber ganz ohne Geld geht es auch nicht Der CBE-Geschäftsführer Michael Schüring macht deutlich: Das Ehrenamt braucht hauptamtliche Unterstützung

Das Ehrenamt im Verein braucht hauptamtliche Unterstützung. Dafür stehen der Geschäftsführer des Centrums für bürgerschaftliches Engagement (CBE) und seine Mitarbeiter. Ein Gespräch:

Gibt es viele Vereine, die Probleme haben, ihre Vorstandsämter zu besetzen?

Unsere Umfrage unter den Vereinen zeigt, dass sich dieses Problem derzeit in 65 Prozent der örtlichen Vereine stellt.

Ist der ehrenamtlich geführte Verein ein Auslaufmodell?

Keinesfalls. Wir erleben es immer wieder. Wo sich Bürger längerfristig für eine gute Sache engagieren, ist die Vereinsgründung in 90 Prozent das Mittel der Wahl. 50 Prozent des ehrenamtlichen Engagements wird in Vereinen geleistet. Vereine bieten steuerliche Vorteile und verteilen die Verantwortung auf mehrere Schultern.

Wie helfen Sie ehrenamtlichen Vereinsvorständen?

Indem wir sie im Rahmen von Zukunftswerkstätten zusammengebracht haben und der Austausch unter den Vereinsvorständen gezeigt hat, dass viele Vereine ähnliche Probleme haben. Bei diesen T…

Beispiele begeistern Beate Steegers-Esken, Rolf Ball und Claudia Köster glauben, dass das Vereinsleben Zukunft hat, wenn es Menschen gibt, die Freude daran vorleben können

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„Wenn sich sieben Deutsche treffen, gründen sie einen Verein“, spottet der Volksmund. Darüber können die Öffentlichkeitsarbeiterin des Mülheimer Zupforchesters, Beate Stegers-Esken, der Schatzmeister des TSV Heimaterde, Rolf Ball, und die Vorsitzende des in Mülheim ansässigen Bundesverbandes der Menschen mit angeborenen Gefäßfehlbildungen, Claudia Köster, herzlich lachen. Ob Kultur, Sport oder Selbsthilfe. Alle drei investieren gerne viel Zeit und Arbeit in ihr Ehrenamt, das sie als menschlich bereichernd und ihren Horizont erweiternd empfinden.

Aber sie schauen nicht blauäugig in die Zukunft. „Es ist für uns kein Problem, Jugendliche in den Verein zu bekommen oder Trainer und Betreuer zu gewinnen, aber nur wenige Mitglieder wollen verantwortliche Vorstandsarbeit leisten“, erklärt der kommissarische Geschäftsführer und Schatzmeister des TSV Heimaterde. Zum einen sei es sehr zeitintensiv. „Und im Ernstfall muss ich auch für grobe Fehlentscheidungen mit meinem privaten Vermö…

So gesehen: Arbeit ist eben nur das halbe Leben

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Wenn eine Demo angesagt ist, kann das auch schon mal Krawallmacher und Steinewerfer anziehen. Keine Angst. Wenn Sie heute auf Ihrer Straße einen Demonstrationszug sehen sollten, brauchen Sie nicht daran glauben, weil es sich um eine friedliche Glaubensdemonstration handelt, die Fronleichnamsprozession.

In dem sie mit Gebet und Gesang den Leib Christi am Hochfest der Eucharistie durch die Straßen ihrer Gemeinde tragen, wollen katholische Christen ein öffentliches Glaubenszeugnis davon ablegen, dass Elend und Tod nicht das letzte Wort haben, weil wir Menschen auf Erlösung und ewiges Leben durch Jesu Christi hoffen dürfen. Dieser Tag mag die Christen daran erinnern, was ihnen der Religionskritiker Friedrich Nietzsche einst in ihr Stammbuch schrieb: „Ich würde ja vielleicht glauben können, wenn die Christen einen erlösteren Eindruck machen würden.“ Also, liebe Christen, gehen wir nicht nur an Fronleichnam mal aus uns heraus. Und wer nicht an die christliche Botschaft glauben k…

"Wir sind eine junge Gemeinde" - Drei Fragen an die stellvertretende Vorsitzende der Fatih-Moschee-Gemeinde, Nasibe Arikan

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Welche Rolle spielt der demografische Wandel für Ihre Gemeinde?

Wir sind eine sehr junge Gemeinde und die Zahl unserer Mitglieder steigt an. Aktuell gehören 450 Familien mit rund 1200 bis 1500 Menschen zur Gemeinde. Seit  März haben wir rund 50 neue Mitglieder aufgenommen, darunter auch eine Hand voll Konvertiten. Wir schätzen, dass die derzeit acht Mülheimer Moschee-Gemeinden insgesamt rund 9000 Mitglieder haben.

Welche Aufgaben sehen Sie für Ihre Gemeinde in der näheren Zukunft?

Im Vorstand gehen wir davon aus, dass sich die Zahl unserer Gemeindemitgli
eder in den nächsten 10 bis 15 Jahren verdoppeln wird. Das stellt uns vor eine große Herausforderung, denn wir leben nur von den Spenden unserer Mitglieder und haben keine Kirchensteuer. 

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Eine islamische Kirchensteuer und eine stärkere finanzielle Unterstützung unserer Gemeinde durch die Stadt fände ich ebenso gut, wie eine Wiederbelebung des interreligiösen Dialoges. Menschen aller Religionen müssen s…

"Die Alterspyramide sieht nicht gut aus": Drei Fragen an den Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde, Alexander Drehmann

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Wie wirkt sich der demografische Wandel auf Ihre Gemeinde aus, die insgesamt 2565 Mitglieder hat, davon 900 in Mülheim?

Negativ, die Alterspyramide sieht nicht gut aus. Die Mitglieder werden immer älter, mit zu wenig Nachwuchs.

Was sehen Sie als die größte Herausforderung an?

Die Sicherheitssituation und der wachsende Antisemitismus, die Betreuung ältere Gemeindemitglieder,die Bindung an die Gemeinde sind mit Abstand die wichtigsten Herausforderungen

Gibt es auch in der jüdischen Gemeinde einen Trend zur Säkularisierung und welchen Beitrag kann und will die Gemeinde für die künftige Stadtgesellschaft leisten?

Hinsichtlich der Säkularisierungstendenzen, die man in unserer Gesellschaft beobachten kann, sind wir mit anderen Kirchen vergleichbar. Wir können als jüdische Gemeinde unsere Stadtgesellschaft, die immer multikultureller wird, zum Beispiel mit für Menschen aller Religionen offenen Kultur- und Vortragsveranstaltungen bereichern. Solche Veranstaltungen zeigen, dass alle Religionen vone…

Zahlen, Daten und Fakten rund um die Mülheimer Kirchtürme

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Die Zahl der Protestanten im Kirchenkreis An der Ruhr ging zwischen 2000 und 2015 von rund 62 700 auf zuletzt rund 48 500 zurück. Die Zahl der Katholiken im Stadtdekanat reduzierte sich im gleichen Zeitraum von rund 60 700 auf 50 000.

Bei den Taufen zeigt sich: Wurden im Jahr 2000 noch 410 katholische und 450 evangelische Kinder getauft, so waren es zuletzt nur noch 327 katholische und 239 evangelische Kinder.

Bei beiden christlichen Kirchen lag die Zahl der Bestattungen in den letzten 15 Jahren deutlich über der Zahl der Taufen. Wurden im Jahr 2000 rund 700 Katholiken und 829 Protestanten bestattet, so waren es zuletzt 430 Katholiken und 630 Protestanten.

Bei den Kirchenaustritten zeigt sich seit Beginn des Jahrtausends eine immer wieder schwankende Entwicklung. Im Jahr 2000 traten 449 Katholiken und 565 Protestanten aus ihrer Kirche aus. 2014 waren es 596 Katholiken und 675 Protestanten, die ihrer Kirche den Rücken kehrten. 2014 griff eine Gesetzesänderung, wonach die Kirchensteuern au…

Kleiner, ärmer, aber nicht unbedingt schlechter: Wie aktive Christen die Zukunft ihrer Kirche sehen

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Am morgigen Sonntag will die Evangelische Kirche mit einem großen Pfingstfest begeistern. Pfingsten gilt als das Fest der Aussendung des heiligen Geistes und damit als Gründungsfest der christlichen Kirchen. Doch viele Menschen sind heute nicht mehr begeistert von den christlichen Kirchen und ihrer Frohen Botschaft. Die Kirchen schrumpfen aus demografischen Gründen, aber auch weil viele ihrer Mitglieder bewusst austreten und nur wenige den Weg zurückfinden.

„Wir sind von der Volkskirche zur Kirche im Volk geworden“, sagt Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck. Kirchen werden aufgegeben, verkauft oder umgewandelt. Gemeinden müssen fusionieren. Aktuell befinden sich die drei katholischen Pfarrgemeinden in einem Pfarrentwicklungsprozess, der sich damit beschäftigt, wie das kirchliche Leben im Jahr 2030 aussehen kann, wenn man mit nur noch 56 Prozent der heutigen Mitgliederzahl und mit der Hälfte der heutigen Kirchensteuereinnahmen rechnen kann.

Johannes Kretschmann, Gemeinderatvorsitzender von S…

So gesehen: Heute fremd, morgen Freund?!

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Wer sich mit den Bevölkerungsstatistiken beschäftigt, der merkt: Wir werden älter, bunter und weniger. Dabei sind sich die Statistiker mit dem Weniger gar nicht mehr so sicher. Denn wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Zuwanderer her. Auch wenn es manchem Mitbürger schon heute manchmal zu bunt wird, sorgt die neue Buntheit dafür, dass wir auch in Zukunft nicht schwarz sehen müssen, wenn es um die Finanzierung unserer sozialen Sicherheit geht. Denn gutwillige und qualifizierte Zuwanderer können die Einheimischen von morgen sein. Fragen Sie Ihre Nachbarn Frau und Herrn Kowalzki.

Und wenn wir dann hoffentlich nicht jung gestorben,- sondern alt und älter geworden sind, werden es vielleicht Herr Abdullah und Frau Al-Abadi sein, die als unsere Nachbarn oder Pfleger dafür sorgen werden, dass wir trotz Alter und Krankheit nicht zu alt aussehen, weil sie uns helfen und uns ihre Geschichte erzählen. Wir tun also schon heute gut daran, dass sie uns eine schöne Geschichte, nä…

So gesehen: Geschichte trifft Gegenwart

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Heutzutage wissen viele Leute nicht, was sie von der Gegenwart zu halten, geschweige denn von ihrer Zukunft zu erhoffen haben.

Da erscheint die ferne Vergangenheit, wie ein sagenhaftes Abenteuerland, etwa am Wochenende auf Schloss Broich. Da konnte man sich bei einer Zeitreise unter Rittern, Gauklern, Markt- und Spielmannsleuten tummeln.

Schöne Vergangenheit? Wohl nur, wenn man so unschöne Seiten, wie Pest und Hexenverbrennungen ausblendet. „Glücklich ist, wer vergisst“, wusste schon Operetten-König Johann Strauß. Die Grenzen zwischen Geschichte und Gegenwart vergaßen auch der mittelalterlich gewandete Mitspieler des Pfingstspektakulums und der lederbemützte Mann in Jeans und Muskel-Shirt, die am Pfingstsamstag auf der Schloßstraße Raum und Zeit vergaßen, um im Hier und Jetzt mit einer Flasche Bier anzustoßen. Geistliches Getränk statt Heiliger Geist? Vielleicht ja beides. Denn der Mann aus der Gegenwart und der Mann aus der Geschichte, waren sich offensichtlich sehr ähnlich, hatten ihr…

Zeitsprung: Als die Zillertalbahn an der Ruhr fuhr: Der Mülheimer Rolf Groß erinnert sich

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Nein. Das wollte die zwölfjährige Nele ihrem Großvater Rolf Groß nicht glauben, als er ihr bei einem Spaziergang am Leinpfad erzählte, „dass hier mal eine Dampflok mit drei Waggons gefahren ist!“ Wer den beschaulichen Leinpfad betrachtet, kann sich tatsächlich kaum vorstellen, dass sich hier einmal Zehntausende drängten, um mit einer alten Dampfeisenbahn vom Franziskushaus bis zur Schloßbrücke zu fahren.

Und doch war es vom 1. bis 16. Mai 1971 genau so. „Damals fuhren rund 75 000 Menschen mit der alten Zillertalbahn, obwohl sie so langsam fuhr, dass ein Huhn hätte nebenher laufen können.“, erinnert sich der heute 75-jährige Groß an die tollen Tage im Mai.

Er selbst, der bis heute bei den Mülheimer Kanu- und Skifreunden aktiv ist, kannte die Zillertalbahn schon von seinen Kanutouren auf der in den 60er Jahren noch unbegradigten Ziller. „Die haben damals im Zillertal auch mal eben einen Wagen angehängt, damit meine Freunde Horst und Jürgen und ich unsere Kanus aufladen konnten“, erinnert …

Was einem politisch interessierten Schüler zur Zukunft der politischen Landschaft einfällt: Drei Fragen an Max Stimpel

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Warum sollten sich Jugendliche für Politik interessieren?

Weil Politik unser Leben unmittelbar bestimmt. Wenn die Stadt überschuldet ist, mit Ruhrbania einen Flop gelandet hat, die Innenstadt besser dastehen, der Einzelhandel besser auf die Stadt verteilt werden müsste und der Nahverkehr nicht immer weiter ausgedünnt werden dürfte, kann das niemanden kalt lassen.

Welche Fragen muss die Politik für die Zukunft angehen?

Die Innenstadt muss wiederbelebt werden. Auch der Gang durch unsere Schulen würde Kommunalpolitikern aufzeigen, wo dringender Handlungsbedarf besteht und dass wir uns künftig Prestige-Projekte wie Ruhrbania nicht mehr leisten können.

Wie sähe Ihre Vision für Mülheim 2030 aus?

Ich wünsche mir pragmatische Politiker, die genau hören, was die Menschen brauchen und unsere Stadt voranbringen, indem sie Geld für sinnvolle Projekte ausgeben, die die Lebensbedingungen verbessern. Ich hoffe auf Politiker, die sich nicht nur vor Wahlen in den Schulen blicken lassen, um mit Jugendlichen…

Was einem Politiklehrer zur Zukunft der politischen Landschaft einfällt: Drei Fragen an Björn Schnieder

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Muss man sich um das politische Interesse der Schüler Sorgen machen?

Nein. Jugendliche sind an Politik interessiert. Sie haben ein ausgeprägtes Gespür für Ehrlichkeit und soziale Gerechtigkeit. Deshalb sehen sie die soziale Entwicklung in unserer Gesellschaft auch mit Unbehagen. Wenn Jugendliche von heute politisch aktive Erwachsene von morgen werden sollen, muss die Politiker von heute sie mit Ehrlichkeit überzeugen.

Wie sähe Politik in der Zukunft im günstigen Fall aus?

Dann werden wir Lokalpolitiker haben, die wissen, dass sie den Bürgern Politik so erklären müssen, dass sie alle verstehen und die Entscheidungen mittragen können. Wenn Bürger erleben, dass Politiker ehrlich agieren und die soziale Gerechtigkeit im Blick behalten, werden sie sich auch interessieren und beteiligen. Sie spüren, dass Politik das Leben aller positiv gestalten kann.

Und wenn es schlecht läuft?

Dann wird die Politik von wenigen Lobbyisten bestimmt, die eigene Interessen verfolgen. Die Stadt gerät in eine Schief…

Keine Angst vor Quereinsteigern

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Was sagen parteipolitisch aktive Mülheimer zu den Denkanstößen aus der Denkfabrik? Schlaglichter einer nicht repräsentativen Umfrage:

Heinz Braun (SPD-Fraktion)/72) „Politik lebt von Persönlichkeiten, die als Vorbild überzeugen. Mich hat in den 60er-Jahren das Vorbild des damaligen Münchner Oberbürgermeisters Hans-Jochen Vogel überzeugt, in der SPD aktiv zu werden. Wir müssen damit leben, wenn weniger Menschen sich in einer Partei engagieren wollen. Denn Demokratie funktioniert nur freiwillig und niedrige Wahlbeteiligungen können auch eine relative Zufriedenheit ausdrücken.“

Jugendstadtrat Filip Fischer (19): „Die Parteien werden künftig mehr Offenheit für politisch interessierte Menschen haben müssen, die sich nicht dauerhaft in einer Partei, sondern vielleicht nur für ein bestimmtes Projekt engagieren wollen. Erfolgreich werden nur Parteien sein, die auf die Bürger hören und ihre Bedürfnisse erkennen.“

Lothar Reinhard (MBI-Fraktion): „Kommunalpolitiker müssen alle ideologischen Scheukl…

Relevante Themen und glaubwürdige Köpfe können mobilisieren: Was dem Politikwissenschaftler Stefan Thierse zur Zukunft der politischen Landschaft einfällt

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Im ersten Nachkriegs-Stadtrat gab es mit der SPD, der CDU, der FDP und der KPD vier Fraktionen. In den 50er-, 60er-, 70er- und frühen 80er-Jahren bestand das parlamentarische Spektrum aus einer mit absoluter Mehrheit regierenden SPD. 1984 zog mit den Grünen erstmals wieder eine vierte Fraktion ins Stadtparlament ein. Und seit 1994 ist die absolute Mehrheit der SPD passè. Nach dem Fall der Fünf-Prozent-Hürde ist das Stadtparlament seit 1999 bunter und das Regieren nicht leichter geworden. 

Die 54 Ratsmandate verteilen sich derzeit auf SPD, CDU, FDP, Grüne, MBI, Piraten, Bündnis für Bildung, Wir aus Mülheim, den Bürgerlichen Aufbruch, die Linke und die aus der AfD hervorgegangene Allianz für den Fortschritt (Alfa). Folgt man dem seit 2013 an der Universität Duisburg-Essen lehrenden Politikwissenschaftler Stefan Thierse, der sich als Forscher mit Parteien und Verfassungssystemen beschäftigt, wird es in Zukunft noch weniger Parteimitglieder, dafür aber mehr in Bürgerinitiativen und -bündni…

So gesehen: Heute fremd, morgen Freund

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Die NRZ schaut in den nächsten Wochen in einer Serie ins Mülheim von morgen. Wer sich mit den Bevölkerungsstatistiken beschäftigt, der merkt schnell: Wir werden älter, bunter und weniger. Dabei sind sich die Statistiker mit dem Weniger im Moment gar nicht mehr so sicher. Was an der Zuwanderung liegt. Und genau darin liegt eine Chance, denn qualifizierte Zuwanderer können die Einheimischen und Führungskräfte von morgen sein. Fragen Sie Ihre Nachbarn Frau und Herrn Kowalski. Einst kamen sie aus Polen, er hat unter Tage geschuftet und sich und das Land hochgearbeitet.

Wir sollten weitsichtig sein. Denn, wenn wir hoffentlich nicht jung gestorben, sondern alt und älter geworden sind, werden es vielleicht Herr Abdullah und Frau Al-Abadi sein, die als unsere Nachbarn, Pfleger oder Ärzte dafür sorgen werden, dass wir trotz unseres Alters und unserer Krankheiten nicht zu alt aussehen, weil sie uns helfen und uns ihre Geschichte erzählen.

Wir tun also schon heute gut daran, dass Herr …

Älter, bunter, weniger Der Flüchtlingszustrom hat die Statistiker vorsichtig werden lassen, wenn sie Bevölkerungsprognosen aufstellen

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Schaut man sich die Bevölkerungsprognosen der Stadtforschung an, so gehen sie davon aus, dass Mülheim im  Zuge des demografischen Wandels älter, kleiner und bunter wird. Doch seit dem ab 2013 akut angestiegenen Flüchtlingszustrom (aktuell leben nach Angaben der Sozialverwaltung rund 2500 Flüchtlinge in der Stadt) wollen sich die Statistiker von Stadt und Land nicht mehr auf die bisher prognostizierte kontinuierliche Bevölkerungsabnahme festlegen. „Das liegt daran, dass wir derzeit nicht sagen können, ob er der Flüchtlingszustrom  noch einmal ansteigt und wie lange die Flüchtlinge und ihre Familien bei uns bleiben werden,“ erklärt Statistiker Harald Trieb.

Grundsätzlich weist der Stadtforscher darauf hin, dass das alternde Mülheim die angestiegene Zuwanderung gut gebrauchen kann, um seine soziale und wirtschaftliche Infrastruktur langfristig aufrechtzuerhalten. Sozialdezernent Ulrich Ernst hat jetzt darauf hingewiesen, dass 95 Prozent der in Mülheim lebenden Flüchtlinge jünger als 42 Ja…

Was Mülheimer mit Blick in die Zukunft ihrer Stadt wünschen und was sie befürchten

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„Prognosen sind schwierig. Besonders, wenn sie die Zukunft betreffen“, wusste schon der Kabarettist. Dennoch hat die NRZ zum Auftakt ihrer Serie über das Mülheim von morgen, einige Mülheimer aus unterschiedlichen Bereichen der Bürgerschaft dazu befragt, was sie für die Zukunft ihrer Stadt erhoffen und befürchten.

Reinhard Jehles (63), Sprecher der Flüchtlingshilfsinitiative Willkommen in Mülheim (WiM) hofft, dass es im Mülheim von Morgen „eine bessere Verkehrsführung und genug einladende Plätze und Orte geben wird, an denen Menschen sich begegnen können.“ Er  hofft, dass die vorbildlichen Ansätze der Flüchtlingsintegration, auch mit Blick auf den Arbeitsmarkt, Schritt für Schritt fortgesetzt werden können. Seine große Befürchtung ist, „dass die Schwierigkeiten, die mit der Integration von Zuwanderern und Flüchtlingen von politischen Scharfmachern genutzt werden könnten, um ihr Süppchen zu kochen und das dann die bisher positive Stimmung in Mülheim kippen könnte.“

Der Satiriker und Kabar…

Klassik, Kaffee und Begeisterung Mit einem fulminanten Konzert feierte die Initiative Kultur in Mülheim ihr Fünfjähriges in Rick’s Café

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Stadtmitte Caféhausmusik vom Feinsten. Dafür muss man nicht nach Wien reisen. Beim Geburtstagskonzert der Initiative Kultur in Mülheim begeisterten die Folkwangstudierenden Felix Parlasca (Fagott), Mark Kantorovic (Klavier), Bence Slajher, (Cello), Árpád Amadé Ádám (Fagott) und Theresa Horejsi (Violine) mit einem brillanten und temperamentvoll vorgertragenen Musikabend von Bach über Saint-Saens bis Bartok. Als Klavierbegleiter und Arrangeur des Csárdás-Finales zeigte Musiklehrer Stephan Glagovsek, dass sich der Musikverstand im KIM-Kreis nicht auf die Theorie beschärnkt.

Die 80 Zuhörer in Rick’s Café konnten kaum glauben, dass es für die Musikstudenten das erste Konzert außerhalb ihrer Hochschule war. Da wurde nicht nur höflich geklatscht, sondern auch Bravo gerufen. Zwei Konzertstunden vergingen im Flug. Und am Ende bedankte sich das KIM-Team um Marlies Schröder nicht nur bei den vielversprechenden Künstlern, sondern auch beim treuen Publikum mit Rosen.

Die Gastgeber der Familie Appenz…

Zeitsprung: An der Kontad-Adenauer-Brücke

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Wir springen zurück ins Jahr 1980 und stehen mit dem NRZ-Leser Lothar Gibkes auf der Konrad-Adenauer-Brücke und blicken in Richtung Ruhr und Ruhrstraße.

Wo wir heute auf der linken Seite die neue Ruhrbania-Bebauung erkennen, sehen wir 1980 noch sogenannten Dezernenten Flügel des Rathauses und die Zentralbücherei am Rathausmarkt. Beide Bauten stammten aus den 60er Jahren. Der Dezernentenflügel wurde 1967 bezogen und die damalige Stadtbücherei wurde 1969 am Rathausmarkt, respektive auf dem späteren Platz der Deutschen Einheit eröffnet. Sie machte damals ihre Räume an der Leineweberstraße frei für den 1970 vollzogenen Einzug des städtischen Kunstmuseums. Das zog bekanntlich 1994 in seine heutige Stätte, die Alte Post.

Rechts sehen wir nach wie vor die 1866 errichtete Eisenbahnbrücke, die heute Teil des Ruhr-Rad- und Gehweges ist.

Die nach dem ersten Bundeskanzler benannte Konrad-Adenauer-Brücke trägt ihren Namen erst seit 1987. In den Jahren 1969 bis 1971 wurde das 440 Meter lange und 34 br…

Stadt und Diakoniewerk müssen ihre Arbeitsgelegenheiten für Flüchtlinge mit Bordmitteln finanzieren, obwohl Berlin 500 Millionen Euro bereitstellt

Der Mann aus Afghanistan, der in der Schreinerei des Diakoniewerkes Arbeit und Kultur an den Überresten eines alten Möbelstückes feilt, das mit seiner Hände Arbeit zu einem neuen Möbelstück werden soll, sieht in seinem Blaumann so aus, als arbeite er schon länger hier. Tatsächlich gehört er zu den 22 Flüchtlingen, die in der vergangenen Woche ihren Dienst beim Diakoniewerk begonnen haben. „Ich lebe seit acht Monaten hier. In meiner Heimat war ich Tischler und würde auch hier gerne in meinem Beruf arbeiten“, erzählt der Mann aus Afghanistan dem Sozialdezernenten Ulrich Ernst. Der staunt nicht schlecht, dass dieser in so kurzer Zeit die schwere deutsche Sprache in einem ehrenamtlich erteilten Deutsch-Kurs erlernt hat. „Die Leute sind unheimlich froh und stolz, dass sie hier arbeiten können. Denn das ist für sie ein wichtiger Schritt nach vorne, der ihnen hilft, ihre Fluchterlebnisse hinter sich zu lassen“, weiß Sozialarbeiterin Andrea Reuschel. Zusammen mit acht Kollegen hat sie die arb…

Verstärkung für das städtische Kinstmuseum Alte Post

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Die Leiterin des Kunstmuseums Alte Post, Beate Reese, freut sich über fachkundige Verstärkung. Denn als Museumspädagogin übernimmt die 32-jährige Kunsthistorikerin Barbara Thönnes den Aufgabenbereich des 2014 in Pension gegangenen Gerhrad Ribbrock. Thönnes, die im Kunstmuseum der Stadt unter anderem die Ausbildung der Young Art Experts oder das Kinder- und Jugendprojekt "Wir machen Museum" betreut hat, ist zwar nicht neu im Team der Alten Post, war seit 2012 aber nur als Projekt-Mitarbeiterin im Kunstmuseum beschäftigt.
Um damit auch finanziell über die Runden zu kommen, musste sie neben ihrer Mitarbeit im Mülheimer Kunstmuseum auch Projektaufträge im Märkischen Museum Witten und im Bottroper Quadrat annehmen. Jetzt konnte Reese sie mit einem Zwei-Jahres-Vertrag fester an ihr Haus binden. Und die Museumsdirektorin lässt keinen Zweifel daran, dass sie darauf hofft, das aus der befristeten eine unbefristete Stelle werden kann.
Junge Kunst-ExpertenWas Barbara Thönnes geleistet h…