Posts

Es werden Posts vom Januar, 2015 angezeigt.

Schüler dürfen Fehler machen oder: Was man gerne macht, macht man am Ende auch wirklich gut: Ein Gespräch mit der neuen Rektorin der Realschule Stadtmitte Sabine Dilbat

Bild
"Schule hat mir immer schon Spaß gemacht, weil ich gerne unter Menschen bin und mit Menschen arbeite“, sagt Sabine Dilbat. Gute Voraussetzungen für die neue Rektorin der Realschule Stadtmitte. Zum 1. Dezember hat sie in der Schule an der Oberstraße die Nachfolge von Gebhard Lürig angetreten, der sich in den Ruhestand verabschiedet hat.

Was will die Neue neu machen? „Ich will hier das Rad nicht neu erfinden, sondern mir die Schule genau anschauen und sehen, was geht, was gewünscht wird und was nicht geht.“ Gehen könnte aus ihrer Sicht zum Beispiel eine verstärkte Kooperation mit dem benachbarten Berufskolleg Stadtmitte oder (da spricht die Sportlehrerin) die Einrichtung einer Triathlon AG.

Doch wenn die Pädagogin, die neben ihrer Leitungstätigkeit nicht nur Sport, sondern auch Biologie unterrichtet, sich etwas für ihre Schule wünschen könnte, dann vor allem mehr pädagogisches Personal. Das scheint dringend notwendig an einer Ganztagsschule mit vier Inklusionsklassen und derzeit zw…

Wer Gott bezeugen will, muss den Menschen sehen: Pfarrer Michael Manz wechselte vor einem Jahr unfreiwillig die Gemeinde und fühlt sich jetzt aber genau am richtigen Platz

„Ich weiß nicht, wohin mich Gott führt. Ich weiß nur, dass er mich führt“, zitiert Pfarrer Michael Manz sein Lebensmotto, das er beim Schriftsteller Gorch Fock gefunden hat. Genau ein Jahr ist es her, dass der evangelische Seelsorger nicht ganz freiwillig die Gemeinde wechselte, von Heißen nach Styrum ging. „Als ich erfuhr, dass die Friedenskirche am Humboldthain aufgegeben werden sollte, ging für mich erst mal eine Welt unter“, erinnert sich Manz.

Doch heute weiß er: „Ohne diesen Bruch hätte ich mich nie in Styrum beworben, wo ich jetzt angekommen bin und mich am richtigen Platz fühle.“ Denn hier hat der Sohn einer Arbeiterfamilie sehr viel mehr als in der beschaulichen Heimaterde mit Menschen zu tun, die nicht nur die seelsorgerische, sondern auch die konkrete soziale Hilfe brauchen.

Beides gehört für den 52-Jährigen zusammen. „Man kann die Leute nicht von oben herab bepredigen und theologisch salbadern. Wer Gott bezeugen will, muss den Menschen sehen und ihn mit seinen Nöten ernst …

Kinder helfen Kindern: Ein Kurzinterview mit Gemeindereferentin Susanne Heimann zur Sternsinger-Aktion 2015

Frage: Ist es schwierig, Kinder als Sternsinger zu gewinnen?

Antwort: 2014 hatten wir Probleme. Aber diesmal gehen wieder mehr Kinder mit. In unserer Gemeinde St. Barbara sind 50 Sternsinger unterwegs. Das sind Kommunion- und Grundschulkinder, die von Eltern und von Jugendlichen begleitet werden, die in der Gemeinde aktiv sind. Viele Kinder finden es spannend, bei fremden Leuten zu schellen und nach ihrem Segen nicht nur eine Spende, sondern auch Süßigkeiten zu bekommen.

Frage: Stehen Sternsinger auch schon mal vor verschlossenen Haustüren?

Antwort: Das passiert bei uns nicht, weil sich jeder, der von den Sternsingern besucht werden möchte, in eine Liste eintragen muss. In unserer Gemeinde sind das zurzeit rund 720 Personen, die im letzten Jahr rund 7600 Euro gespendet haben. Wer die Sternsinger kommen lässt, ist in der Regel auch großzügig. Außerdem ist die Zahl der Spender relativ stabil, weil verstorbene Gemeindemitglieder durch junge Familien ersetzt werden können, die durch ihre Ki…

Styrumer Gemeinde St. Mariae Rosenkranz unterstützt eine Schule in Kamerun und schlägt so eine Brücke der Bildung und der Menschlichkeit

Bis zum Frühjahr 2013 kannte Constant Leke aus Kamerun Deutschland nur vom Hörensagen, das bis 1918 Kolonialmacht in seinem Land war. Damals arbeitete der heute 36-jährige Theologe gerade mal zwei Jahre als Pfarrer in Mamfe, als sein Name plötzlich auf einer Liste seines Bischofs Francis Lysinge stand. Der hatte eine Anfrage seines Essener Amtsbruders Franz-Josef Overbeck auf dem Tisch liegen. Overbeck suchte einen Geistlichen, der die kamerunische Gemeinde in Mülheim-Styrum und die vor allem aus afrikanischen Ländern stammenden französischsprachigen Katholiken im Ruhrbistum betreuen könnte. Außerdem sollte Leke zusammen mit Gemeindereferentin Sigrid Geiger die Leitung der Gemeinde St. Mariae Rosenkranz übernehmen, deren Pastor Norbert Dudek als Pfarrer nach St. Marien in Schwelm wechseln sollte.
Da Leke gleichermaßen Englisch wie Französisch sprach, kam er als Kandidat für die Auslandsseelsorge im fernen Deutschland in Frage, obwohl er bis dahin kein Wort Deutsch sprach. Doch ein vier…

Was hat sich die Verkehrswacht für 2015 vorgenommen? Ein Kurzinterview mit ihrem Vorstand Carsten Kuhlmann

Frage: Warum brauchen wir eine Verkehrswacht, wenn sich die Polizei um die Sicherheit im Straßenverkehr kümmert?

Antwort: Die Polizei muss im Straßenverkehr dafür sorgen, das Regeln und Gesetze eingehalten werden. Wir arbeiten als gemeinnütziger Verein vorbeugend daran, das Vorsicht, Umsicht und Rücksicht bei allen Verkehrsteilnehmern ankommen und Vorfahrt haben.

Frage: Was tun Sie dafür im neuen Jahr 2015?

Antwort: Wir verteilen wieder unsere Verkehrssicherheitsbroschüren für den Schulweg an Kinder und Eltern, bieten ein Rollatortraining für Senioren und ein Fahrsicherheitstraining für junge Autofahrer an, machen uns für die Wiederbelebung des Verkehrsübungsplatzes stark, setzen unsere politische Lobbyarbeit für eine bessere Verkehrsinfrastruktur fort, richten auf unserer Internetseite www.verkehrswacht-muelheim.de ein Bürgerforum für Anliegen und Anregungen ein, verstärken unsere Jugendarbeit und zeigen Schülern mit dem Dekra-Truck, wie man vermeidet, in den toten Winkel eines LKWs zu …

So gesehen: Vorsicht vor guten Vorsätzen

Wenn das alte Jahr zu Ende geht, ist man geneigt, sich etwas für das neue Jahr zu wünschen oder etwas vorzunehmen. Dabei sollte es jeder, der schon etliche Jahre gewechselt hat, besser wissen.

Nichts ist am Silvesterabend beim Rückblick auf das ablaufende Jahr frustrierender als das Eingeständnis, dass man so viele gute Vorsätze mal wieder nicht verwirklicht hat. Mal wieder zu viel Stress, Hektik und Kalorien. Mal wieder zu wenig Gelassenheit und Bewegung, um die Pfunde wieder abzubauen. Doch bevor wir uns heute über die guten Vorsätze krank ärgert, die wir 2014 nicht in die Tat umsetzen konnten oder wollten, sollten wir uns am letzten Tag des alten Jahres am besten mit gar keinen Vorsätzen für die 365 Tage des neuen Jahres belasten und einfach einsehen, dass wir auch 2015 nur eines tun können: nach bestem Wissen und Gewissen 100-prozentig unperfekt durchs Leben zu gehen, es einfach so zu nehmen wie es kommt. Denn der Druck guter Vorsätze kann am Ende unsere Gesundheit gefährden und di…

Handicaps fangen im Kopf an: Eine Anfrage zum Welttag der Menschen mit Behinderung

Wenn sie sich zum heutigen Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung etwas wünschen könnten, fiele Alfred Beyer und Karl-Heinz Reinelt eine Menge ein. Der selbst nach einer Knochenkrebserkrankung beinamputierte Beyer engagiert sich seit über zwei Jahrzehnten als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Behindertenverbände und des Vereins für Bewegungsförderung und Gesundheitssport (VBGS). Reinelt setzt sich seit 15 Jahren im Vorstand der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft ein. Er ist nicht selbst betroffen, kam aber durch die Erkrankung seiner inzwischen verstorbenen Frau zur heute 120 Mitglieder zählenden DMSG.

Obwohl es in Mülheim seit über 20 Jahren eine Checkliste für barrierefreies Bauen gibt und Barrierefreiheit zumindest bei öffentlichen Bauten seit zehn Jahren gesetzlich verpflichtend ist, sehen beide immer noch Aufklärungsbedarf, um das Einmaleins des barrierefreien Bauens in die Köpfe von Architekten zu bekommen und teuere Nachrüstungen zu vermeiden.

Dazu gehören …

Die Paulikirche: Geschichte eines Mülheimer Politikums

Dort, wo heute an der Delle Autos parken und man im Hintergrund die 1989 eröffnete Sparkasse auf dem damals neugestalteten Berliner Platz sieht, stand im Jahr 1934, als das historische Hochwasser-Foto aus dem Stadtarchiv entstand, noch die Paulikirche. In dem Fachwerkhaus, das man auf dem alten Foto sieht, sollte in den 80er Jahren die Geschäftsstelle der Grünen einziehen. Die historische Aufnahme zeigt die Paulikirche noch mit ihrer Turmspitze, die am 23. Juni 1943 dem großen Luftangriff auf Mülheim zu Opfer fallen und auch nach dem Krieg nicht wieder aufgebaut werden sollte.

Die Paulikirche, die 1971 abgerissen werden sollte, hatte eine bewegte Geschichte. Die erste Paulikirche wurde im 17. Jahrhundert als Kirche der Lutheraner an der Delle errichtet. Als die Kirche zu klein und die Gemeinde mit rund 5000 Mitgliedern zu groß geworden war, errichtete man um 1880 die zweite Paulikirche. Auch wenn die theologischen und liturgischen Unterschiede zwischen Reformierten und Lutheranern an B…