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Es werden Posts vom April, 2016 angezeigt.

Das Ambulante Hospiz bedankte sich bei senen ehrenamtlichen Mitarbeitern: Eindrücke von der 20-Jahr-Feier im Pfarrsaal von St. Barbara

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"Die größte Schuld ist die des Dankes", zitiert Ursula König den Staatsmann Cicero. Die Leiterin des Ambulanten Hospizes und ihr Mann Henning, der mit ihr vor 20 Jahren den Hospizverein ins Leben gerufen hat, bedanken sich mit Blumensträußen bei den 33 Männern und Frauen, die zurzeit jährlich 60 bis 80 sterbende Menschen und ihre Angehörigen begleiten.
Rund 90 Gäste sind zur Jubiläumsfeier in den Pfarrsaal von St. Barbara gekommen, um sich dem Dank für das ehrenamtliche Engagagement der Begleiter anzuschließen. "Sie geben unserer frohen christlichen Botschaft ein Gesicht", betont Stadtdechant Michael Janßen in seiner Gratulationsadresse an die Menschen, die eine unentgeltliche, aber unbezahlbare Arbeit leisten, indem sie Sterbenden ein Leben in Würde bis zuletzt ermöglichen. "Ihre Arbeit zeigt uns, dass wir lebenslang leben lernen müssen und zuletzt auch sterben lernen müssen", sagt Oberbürgermeister Ulrich Scholten. Er wünscht den Ehrenamtlichen des Ambul…

Leben in Würde, bis zu letzt: Das ermöglichen die enamtlichen Mitarbeiter des Ambulanten Hospizes sterbenden Menschen seit 20 Jahren

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„Zwei Dinge sind im Leben sicher, die Steuern und der Tod“, wusste schon der amerikanische Staatsmann Benjamin Franklin. Dennoch macht die Vorsitzende des Ambulanten Hospizes, Ursula König immer wieder die Erfahrung, „dass Sterben und Tod ein Tabuthema sind.“ König und ihre 40 ehrenamtlichen Kolleginnen und Kollegen begleiten jährlich zwischen 60 und 80 sterbende Menschen. „Als mein Mann 1996 im Katholischen Stadthaus den ersten Vortrag über Sterbebegleitung hielt, gab es in den Krankenhäusern so gut, wie keine Sterbekultur“, erinnert sich König an die Anfänge. Inzwischen sieht die Fortschritte. „Nicht zuletzt die breite Diskussion im Rahmen der Gesetzgebung zur Sterbebegleitung hat das öffentliche Bewusstsein geschärft“, glaubt sie. Mit 16 Sterbebegleitungen begannen die ersten 17 ehrenamtlichen Mitarbeiter ihre segensreiche Tätigkeit, die nicht nur sterbenden Menschen beistehen, sondern auch die betroffenen Angehörigen entlasten will. „Es ist ganz wichtig, dass die Angehörigen in der…

So gesehen: Frühlingsgefühle, bitte melden!

Haben wir nicht schon Frühling? Gehen wir nicht schon auf den Wonnemonat Mai zu? Doch bei Regenschauern und 7 Grad Außentemperatur war ich gestern den Herbstdepressionen näher, als den Frühlingsgefühlen. Und für den heutigen Dienstag haben die Wetterfrösche sogar Regen mit Schnee vorausgesagt.

Weißer April statt weiße Weihnachten. Auf das Wetter ist eben auch kein Verlass mehr. Ist das der Klimawandel? Doch dann fällt mir die alte Volksweisheit wieder ein, die ich schon im Kindergarten - lang ist es her - gehört habe: „Der April macht, was er will!“ Na also, doch alles beim alten. Auf den Volksmund ist eben doch manchmal Verlass. Und für die Frühlingsgefühle sorge ich selber mit einem leckeren Eis und einem Cappuccino. Da geht einem das Herz auf, vor allem, wenn die charmante Seniora hinter der Eistheke so freundlich lächelt und ich mir einbilde, es wäre wegen mir und nicht, weil ihre Kasse klingelt.

Dieser Text erschien am 26. April 2016 in der NRZ

"Rettungszwerge, bitte melden!" Das Rote Kreuz eröffnet am 1. August eine neue Kindertagesstätte für 71 Kinder

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Der Baustellenbesucher an der Löhstraße wundert sich. Dort, wo derzeit die neue Kindertagesstätte des Roten Kreuzes entsteht, kann man an der Zunftmeisterstraße schon auf die Baustelle einer neuen städtischen Kita schauen. „Das ist kein Problem. Denn der Bedarf an zustätzlichen Kindertagesstätten-Plätzen ist riesen groß“, sagt der Geschäftsführer des Roten Kreuzes, Klaus Jürgen Wolf. Obwohl das Rote Kreuz erst am 26. April (18.30 Uhr) interessierten Eltern in seiner Geschäftsstellle an der Aktinstraße 58 seine neue Kindertagesstätte Interessierten vorstellen wird, liegen Wolf und der bereits eingestellten Einrichtungsleiterin Iris Richau bereits 30 Anmeldungen für die Kita vor. Derzeit laufen die Auswahlgespräche mit den künftigen Erzieherinnen. Zehn Erzieherinnen sollen sich in der Rot-Kreuz-Kita an der Löhstraße/Ecke Kohlenstraße um insgesamt 71 Kinder zwischen 0 und 6 Jahren kümmern. Die neue (aus vier Gruppen bestehende) Kita, die von den Mülheimer Unternehmern Jochen Hoffmeister …

Eine Börse der guten Taten: Beim zehnten Ruhrdx traf die Wirtschaft auf das Ehrenamt

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Dax. Das verbindet man mit Börse, mit Aktiengewinnen und -verlusten. Tatsächlich ähnelt das Stadthallenfoyer beim zehnten „Ruhrdax“ einem Börsenparkett. Viele Menschen gehen umher und sprechen angeregt miteinander – aber nicht über Börsenkurse. Die einen brauchen Hilfe, die anderen wollen sie geben. Organisiert wird der Ruhrdax von den Ehrenamts- und Freiwilligenagenturen des Ruhrgebietes. Das Mülheimer Centrum für bürgerschaftliches Engagement war jetzt nach 2007 zum zweiten Mal Gastgeber. Vertreter aus 40 Unternehmen und 75 sozialen Institutionen gehen aufeinander zu.

Eine Kooperation geht Katrin Neuhäuser vom Verlag an der Ruhr ein. „An einem Tag im Jahr engagieren wir uns als Kollegen für ein soziales Projekt“, erzählt sie. Diesmal wird das Team für eine Einrichtung der Lebenshilfe ehrenamtlich die Gartenarbeit erledigen.

Auch Ragnhild Geck vom Mülheimer Netzwerk der Generationen und ein Gelsenkirchener Unternehmer werden sich handelseinig. Er will ihr ein Logo und ein Infoblatt für…

Hans Theo Horn: Ein "Klosterbruder" tritt kürzer

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Hans Theo Horn ist in Mülheim ein bekanntes Gesicht:  Der ehemalige Schul- und Kulturdezernent  hat jahrelang in verschiedensten Ehrenämtern Verantwortung übernommen. Bis heute ist er stellvertretender Vorsitzender der Caritas, Vorsitzender der von ihm 2007 gegründeten Caritas-Stiftung und Kopf der 2014 ebenfalls von ihm ins Leben gerufenen Stiftung Kloster Saarn. Von einem großen Teil seiner Aufgaben hat er sich jedoch bereits getrennt – er möchte Platz für junges Denken schaffen. Zeit für einen Blick in den Rückspiegel.

Den Vorsitz der Saarner Klosterfreunde und den Vorsitz des Aufsichtsrates des Theaters an der Ruhr hat Hans Theo Horn vor kurzem abgegeben. Er hielt die Zeit für reif, um für einen Generationswechsel zu sorgen. „Vereine, die Zukunft haben wollen, müssen junge Leute rechtzeitig an die Verantwortung heranführen“, sagt er.

Sein Berufsleben startete Horn 1958 als Beamter in der Schulverwaltung. Später arbeite er im Baudezernat und als Referent des Oberstadtdirektors Hei…

So gesehen: Zu viele Köche verderben den Brei

Gut bürgerlich. Da weiß man, was man hat. Wer in einem gut-bürgerlichen Restaurant bestellt, der hofft auf bekannte, schmackhafte und gut verdauliche Kost.

Jetzt versprechen uns fünf altbekannte Stadtverordnete einen bürgerlichen Aufbruch, die wir bisher aus anderen politischen Küchenkabinetten kannten. Wir dürfen gespannt sein, ob die altbekannten Ratsmitglieder im neuen politischen Gewand ihren Anspruch Wirklichkeit werden lasssen oder ob sie am Ende die Bürger mit aufgewärmter Hausmannskost abspeisen.  Denn auch im Küchenkabinett der Kommunalpolitik gilt, dass zu viele Köche, die nur ihr eigenes Süppchen kochen, den Brei für uns alle verderben.

Dieser Text erschien am 21. April 2016 in der Neuen Ruhr Zeitung

Neues Haus auf altem Grund: Das Petrikirchenhaus und seine Vorläufer

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Wo wir heute vor der Petrikirche das nach ihr benannte Haus sehen, stand bis 1943 die traditionsreiche Gaststätte Mausefalle, nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Restaurant, das vor 30 Jahren vis-a-vis an der Bogenstraße eröffnet wurde. Der Name Bogenstraße, der auf die ursprünglich drei Brückenbogen der alten Ringmauer hinweist, findet sich schon im Mülheimer Urkataster von 1822. Der dritte und unterste Torbogen fiel zusammen mit dem darüber errichteten Fachwerkhaus 1896 einem Brand zum Opfer. Über den Ursprung des Namens Mausefalle gibt es viele Legenden, die aber historisch nicht belegbar sind. Eine von ihnen besagt, dass die Wirte an der Petrikirche früher Mausefallen aufstellen mussten, um einer Mäuseplage Herr zu werden. Eine weitere Legende besagt, dass schon um 1600 spanische Soldaten, die im Zuge des Spanisch-Niederländischen Krieges durch Mülheim zogen, in eine Schankwirtschaft am Fuße der Petrikirche eingekehrt sein sollen. Der Mülheimer Heimatforscher Andreas ten Bri…

Kunst in der Kirche oder Eppinghofen zeigt Gesicht in Düsseldorf

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Kunst in der Kirche: Der Mülheimer Fotograf, Ruhrpreisträger und langjährige Professor für Fotografie an der Fachhochschule Dortmund, Heiner Schmitz, macht es möglich, in dem er einige seiner Porträtaufnahmen (noch bis zum 29. April) in der Sankt-Maximilians-Kirche in Düsseldorf ausstellt.
Zum Titel „Begegnungen“ will der Fotograf Betrachter und Betrachtete miteinander ins Gespräch bringen, in dem Ausstellungs- und Kirchenbesucher zwischen den großformatigen Porträts ihre Gedanken und Gefühle hinterlassen können. Diese Sequenzen sollen während der Ausstellung gesammelt und später als Diskussionsgrundlage für die aktive Integrations- und Flüchtlingshilfe dienen. Wer in die berührenden, anmutigen und starken Gesichter der Menschen schaut, die Schmitz 2011 und 2012 im multikulturellen Eppinghofen fotografiert hat, begreift, was der Fotograf meint, wenn er sagt: „Fotografie sollte mehr sein als die Abbildung der Wirklichkeit und beim Betrachten immer zu einer gewissen Irritation führen. Al…

Warum in die Ferne schweifen: Das Ruhrtalhaus der Naturfreunde in Raadt hat als grüne Oase an der Ruhr viel zu bieten

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Wer in Mülheim die in privaten Wohnraum umgewandelte Jugendherberge am Kahlenberg vermisst, kann am Böllrodt, unweit des Flughafens fündig werden.

Im Ruhrtalhaus der Naturfreunde können Einzelpersonen und Gruppen bis zu 30 Personen für vergleichsweise kleines Geld mitten im Grünen wohnen. „Dieses Angebot wird derzeit vor allem von Kindergartengruppen und Schulklassen genutzt. Wir sind aber auch für Seminare, Geburtstagsgesellschaften oder Einzelübernachtungen von Wanderern und Radtouristen offen“, sagt der Vorsitzende der Naturfreunde, Jürgen Donner.

Je nach Wetterlage nutzen derzeit 2000 bis 3000 Gäste das Ruhrtalhaus, meistens im Rahmen von Klassenfahrten. Das 1932 erbaute und in den 70er und 80er Jahren ausgebaute Naturfreundehaus wird von Miroslaw Pergol und Friederike Gülck betreut.

Weil den Naturfreunden, die sich 1885 in Wien und 1915 in Essen und Mülheim gegründet haben, der Umweltschutz besonders am Herzen liegt, bieten sie bei Bedarf auch ein erlebnispädagogisches …

Begleiterin in schwerer Zeit: Die NRZ erscheint seit 70 Jahren

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„Es war der Tag, an dem man endlich wieder sagen und schreiben konnte, was wahr ist“, hat Elfriede Rosorius einmal in einem Gespräch mit der NRZ gesagt. Sie meinte damit den Tag, an dem zum ersten Mal in Mülheim eine Lokalausgabe der NRZ erschien, der 13. Juli 1946. Die 2013 verstorbene Elfriede Rosorius war die Tochter des ersten Mülheimer Redaktionsleiters, Otto Striebeck. Sie lief vor 70 Jahren von Haus zu Haus, um die ersten Abonnenten für die Neue Ruhr Zeitung zu werben.

Das Abonnement kostete damals 1,50 Reichsmark pro Monat. Aufgrund des akuten Papiermangels erschien die von der britischen Militärregierung als SPD-nahe Tagezeitung lizenzierte NRZ, nur mittwochs und samstags. Die erste Lokalausgabe war mit einer Zeitungsseite sehr überschaubar.

Striebeck und seine freien Mitarbeiter berichteten in der ersten Lokalausgabe zum Beispiel über ein Rettungsschwimm- und Boxtraining, das 45 Polizeibeamte am Entenfang absolviert hatten. Außerdem liest man in der ersten Mülheim…

Bürger machen es möglich: Frank Lenz gibt den Vorsitz der Bürgerstiftung an Patrick Marx ab und übernimmt den Vorsitz des Stiftungsrates von Gabriela Grillo: Was will der neue Vorstand?

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Mit einem neuen Vorstand blickt die Bürgerstiftung nach vorn: Frank Lenz, der dem Vorstand der Bürgerstiftung seit der Gründung angehörte, übergab jetzt die Vorstandsgeschäfte an Patrick Marx, „um der Stiftung damit neue Wege zu eröffnen, ohne die bestehenden Verbindungen aufzugeben“. Marx ist seit Jahren Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung. Der Apotheker ist in Mülheim bekannt und gut vernetzt. Er engagiert sich ehrenamtlich und sozial für das Gemeinwohl. Nach seiner Wahl sagte Marx: „Es ist für mich eine große Ehre und Freude, Vorsitzender der Bürgerstiftung zu sein. Ich möchte das bürgerschaftliche Engagement in verschiedenen Bereichen weiter stärken.“

Frank Lenz übernimmt nun den Vorsitz im Stiftungsrat, den bislang Gabriela Grillo inne hatte, die aus beruflichen Gründen kürzer tritt. Sie bleibt Mitglied des Stiftungsrates und wurde zur Ehrenvorsitzenden ernannt. Im Gespräch mit der NRZ erklärt Patrick Marx seine Motivation und Ziele als neuer Stiftungsvorsitzender.

Fra…

So gesehen: Musikalisches Erweckungserlebnis

Als Mülheimer, der mitten in der Stadt wohnt, ist man an Geräuschkulissen gewöhnt: Lieferwagen ohne Ende. Schreiende Kinder. Schreiende Erwachsene. Betrunkene, die den Weg nach Hause nicht finden oder ein plätschernder Brunnen vor der Haustür, der sich aufs erste Ohr wie ein Regenfall anhört.

Auch Vogelgezwitscher hat mich schon aus meinem Schlaf bei haloffenem Fenster geweckt. Doch Musik kannte ich bisher nur aus dem Radio oder als Straßenmusik zur Mittagszeit. Doch am Wochenende  hatte ich ein musikalisches Erweckungserlebnis der besonderen Art. Am Samstag holten mich Klavier- und am Sonntag sogar Posaunenklänge aus dem Schlaf.
Hatte ich etwa am Abend vergessen, das Radio auszustellen oder sollte ich über Nacht bereits in den Himmel gekommen sein?

Bei genauerem Hinhören und Hinschauen erwies sich die Lösung als profan, aber schön. Denn am Samstag begleitete ein Pianist  den Blumenmarkt auf der Schloßstraße. Und am Sonntag erweckte mich der Posaunenchor einer christlichen Gemeinde.

Wer h…

SPD-Basis steht hinter Sigmar Gabriel: Sie fordert von ihrer Parteispitze aber mehr Mut, Klarheit, Grundsatztreue und bessere Öffentlichkeitsarbeit: Margarete Wietelmann sieht Opposition als Chance

In aktuellen Umfragen rutscht die Volkspartei SPD, die in Mülheim knapp 2000 Mitglieder hat, bundesweit erstmals unter 20 Prozent. Was sagen hiesige Sozialdemokraten zum Tief ihrer Bundespartei?

„Das ist nur eine Momentaufnahme, weil das Flüchtlingsthema alles andere überlagert“, sind sich der SPD-Bundestagsabgeordnete Arno Klare und der Heißener SPD-Ratsherr Daniel Mühlenfeld einig. Der Bundes- und der Kommunalpolitiker sehen das Problem der SPD nicht in der Person des Parteivorsitzenden Sigmar Gabriel. „Er ist der richtige Mann an der richtigen Stelle. Das hat man zuletzt bei seiner Rede vor 15 000 Stahlarbeitern in Duisburg gesehen. Die fanden das, was Gabriel sagte, offensichtlich klasse“, betont Klare.

„Entscheidend ist nicht, wer was bei uns sagt, sondern, was wir als SPD sagen. Wir brauchen mehr Geschlossenheit und ein klares sozial- und bildungspolitisches Profil, um wieder mehr Menschen davon zu überzeugen, dass es gut für sie ist, wenn sie SPD wählen“, unterstreicht Mühlenfeld…

Pfarrgemeinden in der Entwicklung: Ein Gespräch mit dem Gemeinderatsvorsitzenden von St. Mariae Geburt

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„Wandel auf allen Ebenen.“ Unter diesem Leitwort beschäftigte sich der katholische Akademikerverband (wie berichtet) in der vergangenen Woche mit der Zukunft einer aus demografischen und gesellschaftlichen Gründen kleiner werdenden Kirche. Doch wie stellt man sich an der Mülheimer Kirchenbasis auf diesen Wandel ein? Wir fragten  Falko Meyer. Der 43-jährige Familienvater und Finanzcontroller engagiert sich als Gemeinderatsvorsitzender in der knapp 17 000 Mitglieder zählenden katholischen Stadtgemeinde St. Mariae Geburt.

Was sehen Sie, wenn Sie in die Zukunft ihrer Gemeinde und in die der katholische Stadtkirche schauen?
Wir wissen aus den Zahlen des Bistum, dass wir bis 2030 etwa ein Drittel der Kirchenmitglieder, 44 Prozent unserer Kirchensteuereinnahmen und die Hälfte unserer Priester verlieren werden.

Worauf ist dieser Schrumpfungsprozess zurückzuführen?
Das hat zunächst mal demografische Gründe. Wir haben heute immer mehr Rentner in den Gemeinden, die keine Kirchensteuer bezahlen. Auße…

Vorbeikommen und mitmachen: Eppinghofen präsentiert sich mit einer Werkstattwoche als eine bunte Mischung

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Eppinghofen ist eine bunte Mischung. Hier leben Menschen aus 100 Nationen zusammen. „Eppinghofen mischt mit“ heißt es denn auch bei der sechsten Werkstadtwoche vom 17. bis 22. April. 100 Beteiligte mischen bei 50 Aktionen mit. Sie beweisen, was Stadtteilmanagerin Alexandra Grüter so formuliert: „In Eppinghofen leben viele kreative Menschen und jedes Jahr werden es mehr.“

Bei der Programmvorstellung im Stadtteilbüro an der Heißener Straße 16-18 saßen Aktive aus Schulen, Kindertagesstätten, Gemeinden, Kulturvereinen und städtischen Einrichtungen Seite an Seite. Und Mario & Nette, alias Betty Harrer und Renate Opitz gaben zusammen mit Julia und Lena von der Grundschule im Dichterviertel mit einem kleinen Marionetten-Puppenspiel über eine Maus, die zu groß ist, um von einer Katze gefressen zu werden und statt dessen mit ihr den Katzentatzentanz tanzt, einen Vorgeschmack auf die bunte Mischung, die in der Werkstattwoche Eppinghofen und angrenzende Bereiche der Innenstadt und Dümptens …

Arbeitgeber sucht Arbeitnehmer: Unterwegs mit den Beratern des Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit

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Es ist nicht nur schwer, einen Arbeitsplatz zu finden, der zu einem passt. Auch Arbeitgeber tun sich heute offensichtlich schwer einen qualifizierten Arbeitnehmer zu finden, der zu ihnen und ihrem 
Betrieb passt. Das merkt man gleich, wenn man mit Mitarbeitern des Arbeitgeberservice unterwegs ist, der zur Agentur für Arbeit gehört.
9 Uhr. Der Arbeitstag von AGS-Beraterin Aleksandra Soballa beginnt im Altenheim Carpe Diem an der Hansastraße. Der Koch des Hauses, Andreas Melloh heißt sie mit Kaffee und belegten Brötchen willkommen. Die Beiden kennen sich bereits. „Das hat wirklich gut geklappt und jetzt sind alle Beteiligten zufrieden“, erinnert sich der Küchenchef an die Zusammenarbeit mit Soballa, die ihm eine Küchenhilfe und einen Beikoch und eine Küchenhilfe besorgt hat. In diesem Fall hat sich der gute Eindruck aus zwei Probearbeitstagen auch in der Alltagswirklichkeit der Speldorfer Seniorenresidenz bewahrheitet.
„Für uns sind nicht nur Noten, Abschlüsse und Qualifikationen entschei…

Elisabeth und Friedrich Engelbert: Ein Leben für die Katholische Arbeitnehmerbewegung

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Auf dem Tisch von Friedrich Engelbert stapelt sich der Impuls, die Zeitung der Katholischen Arbeitnehmerbewegung. „Die muss ich noch verteilen“, sagt Engelbert, der genau wie der emeritierte Papst Benedikt XVI. im Jahr 1927 geboren worden ist. Auch mit 88 ist sich Engelbert nicht zu schade dafür die „Zeitung der Bewegung für soziale Gerechtigkeit“ auszutragen. Dabei müsste er das nicht mehr. Denn nach 52 Jahren in der KAB hat er jetzt kein Amt mehr inne. Gerade erst sind Engelbert und seine 83-jährige Frau Elisabeth vom örtlichen KAB-Präses Pastor Herbert Rücker mit Dank für ihr jahrzehntelanges Engagement verabschiedet worden. Denn Elisabeth Engelbert, die auch den Seniorenkreis von St. Mariae Geburt leitet, ist für ihren Mann in 52 Jahren KAB immer die Frau an seiner Seite gewesen. „Ohne ihre Unterstützung hätte ich gar nicht tun können, was ich getan habe“, betont Engelbert. „Es war meine Frau, die eines Tages zu mir sagte: Wir müssen einem Verein mitarbeiten, um in unserer Gemeinde …

Peter Kalde geht nach 21 Jahren als Leiter der Rembergschule in den Ruhestand. Die Förderschule mit den kleinen Klassen, so sagt er, werde weiterhin gewollt und gebraucht

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„Hier ist jeder Schüler sein eigener Lehrplan“, sagt Peter Kalde. Seit 21 Jahren leitet der Sonderpädagoge mit Vorliebe für Musik und Philosophie die Förderschule für Menschen mit geistiger Behinderung. Kommende Woche verabschiedet sich der 62-Jährige in den Ruhestand. Donnerstag fragte ihn einer seiner Schüler: „Sind Sie nächste Woche bei der Bandprobe dabei?“ Auf Kaldes Antwort: Nein, bin ich nicht, meinte der Jugendliche nur: „Na dann, schönen Urlaub!“

Kalde kennt solche Dialoge: „Wir haben hier mit besonders originellen Schülern zu tun. Und die werde ich auf jeden Fall vermissen“, betont er. „Meine Arbeit hat mir immer Freude gemacht“, sagt er im Rückblick auf sein 36-jähriges Berufsleben. Es begann in den 70er Jahren, als er als sonderpädagogischer Referendar an einer niederrheinischen Grundschule die Kollegen der Regelschule beim Gemeinsamen Unterricht begleitete. Heute nennt man das Inklusion.

Ist die Inklusion , also das gemeinsame Lernen von Kindern mit und ohne Handicap, eine …