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Es werden Posts vom April, 2017 angezeigt.

Rollatoren sind heute Bestseller: Wie kommen Pflegebedürftige an die für sie geeigneten Hilfsmittel? Ein Gespräch mit Gertrud Wagener, die seit 30 Jahren in Heißen ein Sanitätshaus betreibt.

Rollatoren gehören heute zum Straßenbild. Sie sind nur ein Sinnbild für di e Alterung unserer Stadtgesellschaft und ein Beispiel für Hilfsmittel, die das Leben im Falle der Pflegebedürftigkeit leichter machen. Gertrud Wagener, die seit 30 Jahren, zusammen mit ihrem Sohn Jens und ihrer Tochter Dörte in Heißen ein Sanitätshaus betreibt erklärt das kleine Einmaleins der Hilfsmittel.

Wie bekommt man  Hilfsmittel?
Sie werden vom Hausarzt per Rezept verschrieben. Und dann kommen die Kunden damit in unser oder in ein anderes Sanitätshaus. Wenn jemand erst mal gar nichts weiß und sich  informieren möchte, machen wir Hausbesuche, um mit den Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen vor Ort ihren persönlichen Hilfebedarf festzustellen.

Welche Hilfsmittel werden besonders häufig nachgefragt?
Die meisten Kunden, die zu uns kommen, brauchen einen Rollator, weil sie nicht mehr selbstständig laufen können oder Gleichgewichtsstörungen haben. Der Rollator hilft den Betroffenen, ihre alltäglichen Erledigunge…

Hilfe für die Helfer: Der Sozialarbeiter Christoph Happe aus dem Altenheim Haus Ruhrgarten erklärt, wie Tages- und Kurzzeitpflege Betroffene entlasten und aktivieren kann

Pflege daheim fordert den ganzen Mann und die ganze Frau. Doch was ist zu tun, wenn man als pflegender Angehöriger eine Auszeit braucht, sei es für einen Urlaub, für einen Krankenhausaufenthalt oder alltägliche Erledigungen, die zu kurz kommen, weil der pflegebedürftige Mann oder Vater oder die pflegebedürftige Mutter oder Frau die ganze Aufmerksamkeit brauchen.

Mit diesen Fragen pflegender Kinder und Ehepartner wird der Diplom-Sozialarbeiter Christoph Happe aus dem Altenheim Haus Ruhrgarten täglich konfrontiert. Denn er leitet den Sozialdienst der von der Evangelischen Altenhilfe getragenen Einrichtung, für die er seit 1995 tätig ist.

Frage: Wir stellen uns vor: Ich brauche als pflegender Angehöriger mal einen Tag für mich. Was kann ich tun?

Antwort: Christoph Happe: Die Tagespflege, die nicht nur vom Haus Ruhrgarten, sondern auch von einer Hand voll anderer Mülheimer Altenheime und privater Dienstleister angeboten wird, entlastet pflegende Angehörige und aktiviert das Poten…

Jugend jazzt plakativ:50 Schüler haben den Jazz ins Bild gesetzt: Ihre Plakate kann man bis zum 1. Juni im Medienhaus sehen

„Es war spannend für uns eine große Musikrichtung zu entdecken, in der es um das Fühlen und Experimentieren und weniger um Regeln geht“, sind sich die beiden Willy-Brandt Schülerinnen  Ebru Bildik (18) und Vildan Küuük (17) einig. „Ich finde toll, dass man auch klassische Musik in Jazz verwandeln kann. Sie klingt natürlich und in sich stimmig“, meint ihr Mitschüler Moritz Bottenbruch (18).

Die drei Schüler aus dem Kunstkurs von Thomas Rogowski hörten Jazzmusik in allen Variationen, als sie Plakate für das Schüler-Konzert der Dutch Swinging College Band mit starken Acrylfarben entwarfen.

50 Mitschüler aus der eigenen Schule, aber auch aus der Luisenschule, der Otto-Pankok-Schule, der Karl Ziegler-Schule, der Gesamtschule Saarn und dem Essener Gymnasium Überruhr taten es ihnen gleich.

„Jazz ist eine Kunst. Und diese Plakate sind auch eine Kunst“, stellt Initiator Manfred Mons die Verbindung zwischen dem musik- und kunstpädagogischen Ansatz her.

Seit 2011 versuchen Mons und seine Mitstreiter…

Der letzte Osterhase

Es ist Nachmittag. Der Kaffee ist fertig. Herrlich. Jetzt fehlt nur noch ein Stück Kuchen zu meinem Glück. Doch meine Mutter überrascht mich mit der Aussage: „Ich habe noch einen Hasen?“ 

„Was für einen Hasen“ frage ich verwirrt. Wenn wir ein entsprechendes Haustier in unseren vier Wänden hätten, wäre mir das aufgefallen, spätestens, wenn Meister Lampe das nächstbeste Kabel angeknabbert hätte. Doch  seit der erste Hund meiner Schwester, die inzwischen seit vielen Jahren mit ihrem inzwischen zigsten Hund auf dem Land lebt, die Teppiche unserer Wohnung mit seinen Häufchen als sein Revier markierte, ist die Zeit der Haustiere in unserer Wohnung abgelaufen. Auch ein Betthase, Sie verzeihen mir die Ausschweifung meiner männlichen Phantasie, gehört nicht zu meinen Hausgenossen.

Doch ein Blick auf unseren Küchentisch öffnet mir die Augen. Da steht ein schokobrauner Osterhase, den ich noch vor einer Woche in seinem Goldenen Verpackungskleid in unserem Osterkörbchen hocken sah. Doch jetzt muss e…

Leinen los für die 90. Saison der Weißen Flotte

Am Karfreitag startet die Weiße Flotte in ihre 90. Saison. An den Osterfeiertagen (14. Bis 17. April) heißt es um 11, 13 und 15 Uhr am Wasserbahnhof „Leinen los“ für die generalüberholte Friedrich Freye, die Mülheim an der Ruhr und die Heinrich Thöne. „Es wäre ja toll, wenn wir im 90. Jahr der Weißen Flotte 90.000 Fahrgäste an Bord begrüßen könnten“, sagt der Chef der städtischen Betriebe und erste Steuermann der Weißen Flotte Joachim Exner. Am Montag wurde bereits der neue Anleger zum Mintarder Wasserbahnhof geschleppt, um alle Haltestellen der Weißen Flotte zum Saison-Start funktionstüchtig zu sein. Ab dem 29. April, wenn die Hauptsaison beginnt, legen die Schiffe der Weißen Flotte auch um 17 Uhr und sonntags zusätzlich bereits ab 10 Uhr am Wasserbahnhof ab.
Die Großeltern fuhren noch öfter mit der Flotte
Im vergangenen Jahr fuhren insgesamt 65.000 Fahrgäste mit der Weißen Flotte, kein Vergleich mit der 487.000 Passagieren, die die 1927 gegründete Weiße Flotte in ihrer ersten Saison an…

Ganz schön plakativ

Jetzt hängen unsere Politiker also an den Laternenmasten. Gott sei Dank, nicht leibhaftig. Wir haben ja keine Revolution, sondern nur Wahlkampf.

Da lassen sich unsere Volksvertreter als Pappkameraden mit ihren plakativen Botschaften blicken. „NRW geht vor!...Leistung muss sich wieder lohnen...Mehr Polizei. Weniger Einbrüche...Gute Pflege konsequent.“ liest man im Vorbeigehen.  
Was wollen uns die Landtagskandidaten damit sagen? NRW geht vor. Schön, aber hoffentlich nicht vor die Hunde. Gute Pflege hört sich gut an, aber für wen? Dürfen wir uns darauf freuen, dass wir in der kommenden Wahlperiode von unseren Abgeordneten pfleglich behandelt werden? Oder müssen wir uns auf gepflegte Steuer- und Diätenerhöhungen einstellen, damit unsere Abgeordneten die Wohltaten, die sie uns versprechen auch mit unserem Geld bezahlen und gleichzeitig auf die Schuldenbremse treten können. Mehr Polizei, die uns vor Einbrechern beschützen kann, klingt verlockend, wenn denn mehr Polizisten auch wirklich mehr …

Alles Bahnhof oder was? Ein Zeitsprung an der Friedrich-Ebert-Straße

Dieses Foto, das Mülheims alten, 1910 errichteten „Hauptbahnhof“ an der Friedrich-Ebert-Straße zeigt, verdanken wir Lore Kronenberger aus der Stadtmitte, die uns einen Band mit alten Mülheimer Stadtansichten vorbeigebracht hat, den sie 1989 von einer Bekannten geschenkt bekommen hat.

Das Gebäude, das wir auf der historischen Aufnahme sehen, wurde im Oktober 1975 abgerissen. Geblieben ist der eher unscheinbare S-Bahnhof Mülheim West, der gleich gegenüber der Friedrich-Wilhelms-Hütte und der Firma Thyssen-Krupp-Schulte in einem kleinen Gewerbegebiet gelegen ist.

Früher schauten die Reisenden, die aus dem alten „Hauptbahnhof“ traten, der diesen Namen offiziell nie getragen hat, gleich auf ein Zementwerk. Deshalb hieß der Bahnhof, über den der Fernverkehr mit D-Zügen abgewickelt wurde, im Volksmund auch „Zementbahnhof“! An diesem Bahnhof wurden die Züge mit zwei Lokomotiven bespannt, um mit deren Zugkraft über den Heißener Berg in Richtung Essen zu kommen.

An diesem Bahnhof starteten nicht n…

Der Mülheimer Chirurg Jürgen Toennissen engagiert sich seit 30 Jahren für die medizinische Hilfsorganisation Interplast

Bei plastischer Chirurgie denkt man an Schönheitsoperationen. Doch damit hat der plastische Chirurg Jürgen Toennissen, der gerade von einem Operationseinsatz aus Vietnam zurückgekehrt ist, nichts zu tun. Im Auftrag der Hilfsorganisation Interplast, die 1972 von dem Frankfurter Chirurgen Gottfried Lemperle ins Leben gerufen wurde, operiert er regelmäßig Menschen, die sich eine Operation sonst nie leisten könnten.

Die unentgeltliche Arbeit des Mülheimer Chirurgen, der während seines Berufslebens an einer Duisburger Klinik gearbeitet hat, ist um so beachtlicher, da er mit 77 eigentlich ungestört seinen Ruhestand genießen könnte. Doch das Engagement für hilfsbedürftige, aber zahlungsunfähige Menschen in der sogenannten Dritten Welt lässt ihn nicht los. Seit 30 Jahren ist der plastische Chirurg ehrenamtlich in Sumatra, Indien, Sri Lanka, Nepal, Pakistan und zuletzt eben auch in Vietnam unterwegs, um Menschen zu operieren, die zum Beispiel durch eine offene Lippengaumenspalte, ei…

Als die Mülheimer den ersten Landtag wählten Die Überwindung von Hunger und Not standen im Mittelpunkt des ersten Landtagswahlkampfes

20. April 1947: 93 000 Mülheimer sind aufgerufen, den ersten Landtag Nordrhein-Westfalens zu wählen. 64 Prozent von ihnen negmen ihr Wahlrecht wahr, zwei Prozent mehr als bei der Landtagswahl 2012. Die Schlagzeilen der Lokalpresse zeigen, worum es bei dieser Wahl geht: „Ernährungslage ist immer noch angespannt - Reichen die Kartoffeln bis zur neuen Ernte?“ - „In der Osterwoche gab es nur 300 Kalorien“ oder: „Weiterer Brotausfall unvermeidlich: Nur drei Pfund Brot in der vierten Woche.“ ist da zu lesen.

Während Sozial- und Christdemokraten im Wahlkampf, angesichts der Not, die Sozialisierung der Schlüssel-Industrien fordern, plädiert die FDP für eine freie Marktwirtschaft.
Die SPD appelliert an die Wähler: „Bewahrt auch trotz großer Not die klare Überlegung, damit nicht noch einmal ein nicht wieder gut zu machender Fehler gemacht wird.“ Und in einem Aufruf der CDU heißt es: „Jede nicht abgegebene Stimme vergrößert Zersetzung und Auflösung. Der Dammbruch kann nur durch Menschen gebändigt …

Analog trifft digital

Man wird älter. Früher war es für uns ein echtes Erlebnis, mit der ganzen Familie zum Ostereiersuchen in den Witthausbusch zu fahren und später dann noch mit der Weißen Flotte wieder heimwärts zu schippern. Mit solchen Lokalitäten kann man die Generation meiner 21-jährigen Nichte nicht mehr hinter dem Ofen herlocken. Schon als Kind ließ sie ihren verblüfften  Onkel wissen,  dass die Schiffsfahrt mit der Weißen Flotte durch das Ruhrtal doch eigentlich langweilig sei, weil das Schiff immer nur geradeaus fahre. Jetzt schaltete sich die junge Dame, via Bildtelefonie Skype über das Smartphone ihres Bruders in unser österliches Familien-Kaffeetrinken ein und zeigte uns den weißen Strand der Dominikanischen Republik, in der sie und ihr Freund ihren Osterurlaub verbringen. Ich wette ja, dass der Flieger, mit dem sie an ihr karibisches Urlaubsziel gelangt sind immer geradeaus geflogen ist. Aber das schien die junge Globetrotterin nicht zu stören. Eher verblüffte sie der Wunsch der Tante: „Schi…

25 Jahre Aquarius oder: Vom alten Wasserturm zum modernen Wassermuseum

Eine Talkrunde mit Fernsehmoderator Martin von Mauschwitz statt langer Festtagsreden. Dieses Konzept der Rheinisch-Westfälischen Wasserwerksgesellschaft (RWW) bescherte den Gästen der sonntäglichen Jubiläumsfeier im Styrumer Wassermuseum der RWW eine kurzweilige Geschichtsstunde, die 25 Jahre Aquarius unterhaltsam und informativ Revue passieren ließ. „ Viele Skeptiker warnten damals vor einem Disneyland“, erinnerte sich der in Styrum aufgewachsene Architekt Hans-Hermann Hofstadt an die ersten Bierdeckel-Entwürfe, die er mit seinem ebenfalls aus Styrum stammenden Freund, dem damaligen RWW-Chef Gerd Müller, in ihrer gemeinsamen Stammkneipe ausheckte. „Damals stand der 1892 von August Thyssen errichtete und 1912 von der RWW übernommene Wasserturm nach seiner Stilllegung im Jahr 1982 nutzlos in der Gegend rum“, skizzierte Andreas Macat, der das Wassermuseum im Styrumer Schlosspark seit 1994 leitet, die Vorgeschichte des heutigen Leuchtturmprojektes. Wirklichkeit wurde die Idee eines intera…

Für Sarah Adam ist die Teilzeitausbildung bei der Theodor-Fliedner-Stiftung ein Volltreffe

Teilzeitarbeit. Das ist jedem ein Begriff. „Doch Teilzeitausbildung. Das hatte ich bisher nicht auf dem Schirm“, gibt der Personalchef der Theodor-Fliedner-Stiftung, Lars Borchert zu. Doch das hat sich mit Sarah Adam geändert. Denn die 30-jährige Mutter absolviert seit dem 1. August 2016 bei der Fliedner-Stiftung eine Teilzeit-Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement. „Meine Arbeit macht mir Spaß, weil ich hier verständnisvolle Kollegen und Vorgesetzte und eine sehr abwechslungsreiche Tätigkeit gefunden habe“, freut sich Adam. Buchhaltung, Bauverwaltung, Eingliederung, Altenhilfe, Klinik und Finanzabteilung. All diese Bereiche der Fliedner-Stiftung durchläuft sie während ihrer auf zweieinhalb Jahre angelegten Ausbildung.

„Frau Adam ist für uns ein Volltreffer. Sie bringt Berufs- und Lebenserfahrung, aber auch Natürlichkeit und soziale Kompetenz mit“, bestätigt Borchert seiner Mitarbeiterin.

Die arbeitet zwischen 7.30 Uhr und 13.30 Uhr in der Fliedner-Verwaltung in Selbeck und hat dadur…

Keine Angst vor großen Zahlen

Neulich musste ich für einen Freund eine Geburtstagskarte kaufen. Er hatte einen runden Geburtstag vor der Brust. Dabei fiel mir auf, wie unsensibel Grußkartenhersteller sind. Auf fast jeder Karte prangte eine große Zahl.

Kaum zu glauben, aber wahr: Heute bist du schon 40, 50, 60, 70, 80 oder 90 Jahr. Wenn ein reifes Geburtstagskind an eines bestimmt nicht erinnert werden will und erinnert werden muss, dann ist es die Zahl seiner Lebensjahre.

Der Kölner Kardinal Joachim Meisner hat an seinem 80. Geburtstag die ultimative Antwort auf die Frage nach der Zahl seiner Lebensjahr gegeben. Mit Blick auf seinen christlichen Auferstehungsglauben sagte er damals: "Ich bin ein Mann mit Vergangenheit, aber auch ein Mann der Zukunft!" In diesem Sinne wünsche ich Ihnen frohe Ostern.

Dieser Text erschien am 15. April 2017 in der Neuen Ruhr Zeitung

Ostern - Ein Fest fürs Leben, das uns hoffen lässt: WEas Mülheimer Geistliche ihren Nachbarn und Mitbürgern zum Fest zu sagen haben

„Frohe Ostern!“ wünscht man sich in diesen Tagen, wohl wissend, dass unsere kleine und große Welt in diesen Tagen angesichts von Krieg, Terror, Gewalt, Rücksichtslosigkeit, Ungerechtigkeit, Leid und Einsamkeit für viele Menschen alles andere als froh sind.
Darum tun sich viele Menschen schwer mit der frohen Botschaft von der Erlösung durch Christus, die Auferstehung von den Toten und dem ewigen Leben bei Gott.

Vor diesem Hintergrund äußern sich Mülheimer Geistliche in dieser  Zeitung zu ihrem Oster-Glauben und was sie zum Osterfest ihren Mitbürgern mit auf den Weg geben wollen.
Gottes Liebe leben und weitergeben.

Diakon Reinhard Sprafke aus St. Narbara in Dümpten sagt: „Ostern ist für mich die höchste Hoffnung der Menschheit, die das Leben lebenswert macht. Sie steht dafür, dass Leid und Tod in unserem Leben nicht das letzte Wort sind und das der Mensch, dessen Körper vergänglich ist, mit Leib und Seele in der Liebe Gottes geborgen ist, eine Liebe, die wir als Christen im Alltag begeister…

Der Karfreitag ist für viele Menschen ein Anstoß und ein Ärgernis

Wie selbstverständlich die Ökumene 500 Jahre nach Martin Luthers Thesenanschlag in Wittenberg und 52 Jahre nach dem Ende des Zweiten Vatikanischen Konzils geworden ist, zeigte die Fastenpredigt, die der ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Nikolaus Schneider, zum Beginn der Karwoche in der katholischen Stadtkirche St. Mariae Geburt hielt. Etwa 600 Zuhörer füllten die Kirchenbänke fast bis auf den letzten Platz und nahmen einen starken geistlichen Impuls mit nach Hause. Ihr Applaus war des Predigers Lohn. Auch mit Blick auf den Krieg in Syrien, den sexuellen Missbrauch von Kindern und die im Mittelmeer ertrunkenen Flüchtlinge, stellte der ehemalige Präses der Rheinischen Landeskirche fest:
„Der Karfreitag ist für viele Menschen ein Anstoß und ein Ärgernis. Sie fragen sich angesichts von Tod, Leid und Ungerechtigkeit: Warum greift Gott nicht ein?“ Für sich selbst und seine christlichen Glaubensgeschwister gab Schneider die Antwort: „Mit Christus hat sich der…

Der Karfreitag und Ostern als eine Kraftquelle fürs Leben: Ein Gespräch mit Nikolaus Schneider

Am 10. April beginnt die Karwoche um 18.30 Uhr mit einer Trauermette in St. Mariae Geburt. Die Gastpredigt hält der ehemalige Präses der Rheinischen Landeskirche und Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Nikolaus Schneider. Vorab stellte er sich den Fragen dieser Zeitung.

Warum predigen Sie im Reformationsjahr in einer katholischen Fastenmesse?
Schneider: Das ist weniger außergewöhnlich, als die Frage vermuten lässt: Seit dem „2. Vatikanischen Konzil“ hat sich das Verhältnis zwischen den Kirchen der Reformation und der katholischen Kirche grundlegend verändert: Wir sind freundschaftlich verschieden! Und Freunde laden sich ein, auch zum Predigen. Und Freunde kommen dann auch zum Predigen. Außerdem macht die Predigt-Einladung der katholischen Stadtkirche an mich klar: Die Feier des Reformationsjubiläums wird nicht als Abgrenzung verstanden. Den Reformatoren ging es um Christus. Und in ihrer gemeinsamen Konzentration auf Christus können evangelische und katholische Chris…

Mülheims Mann fürs Grüne: Der Gas- und Wasserinstallationsmeister Peter Schuhmacher kam 1993 als Techniker zur Müga-Gesellschaft und ist heute für die Pflege der öffentlichen Grünanlagen zuständig

7 Uhr. Im dritten Stock des Technischen Rathauses beginnt der Arbeitstag von Peter Schuhmacher. Der 52-jährige, der in seinem ersten Berufsleben als Gas- und Wasser-Installationsmeister gearbeitet hat, ehe er 1993 zur Müga-Gesellschaft kam, ist seit 1999 beim Amt für Grünflächenmanagement für die Instandsetzung und Instandhaltung der Mülheimer Grünflächen und Spielplätze zuständig. Viel Arbeit. Denn das 9128 Hektar große Mülheim besteht zu über 50 Prozent aus Grünflächen. Natürlich ist Schuhmacher kein Einzelkämpfer. Zu der Abteilung, die er seit 1999 leitet, gehören 27 Mitarbeiter.

Bevor Mülheims Mann fürs Grüne und für die Spielplätze in der 42 Hektar großen Müga nach dem Rechten schaut - Rasen muss nachgesät, Wegedecken erneuert und neue Blumen gepflanzt werden - beschäftigt er sich mit den anstehenden Ausschreibungen. „Denn die Stadt hat die gesamte öffentliche Grünpflege an derzeit acht externe Garten- und Landschaftsbauer vergeben. Obwohl sie jährlich etwa 2,5 Millio…

Der steinige Weg zur Pfarrerin: Eine Ausstellung im Gemeindehaus der Lutherkirche beleuchtet die Zeitreise,in der es Frauen in der evangelischen Kirche zur Anerkennung gebracht haben

Frau Pfarrerin. Diese Anrede kennen katholische Christen, soweit sie nicht der altkatholischen Kirche angehören, bis heute nicht.

Aber auch in der Evangelischen Kirche ist diese Anrede und das damit verbundene geistliche Amt noch nicht so lange eingebürgert, wie man im 500. Reformationsjahr glauben möchte. Eine Ausstellung, die am Mittwochabend mit einer Pfarrerinnen-Talkrunde im Gemeindehaus der Lutherkirche eröffnet wurde, zeigt es. „Nein, mein Mann soll ein schöne Beerdigung erleben und nicht von einer Pfarrerin unter die Erde gebracht werden“, gab die ehemalige Speldorfer Pfarrerin Marie-Luise Brandtmann eine Anekdote aus dem Jahr 1983 zum Besten.

Damals, als die 1935 geborene Theologin ihr Pfarramt an der Lutherkirche antrat, war es gerade mal zehn Jahre her, dass das Pflichtzölibat für Vikarinnen aufgehoben worden war. Bis dahin durften nur unverheiratete Frauen ins Pfarramt eintreten.

„Ich kann nicht glauben, dass Frauen noch bis weit in die 70er Jahre hinein ihre Eh…

Ein deutliches Bekenntnis zu Europa „Pulse of Europe“ lautet das Demonstrations-Motto in immer mehr Städten. Drei Mülheimer engagieren sich

Der Kultur- und Veranstaltungsmacher Gert Rudolph, der pensionierte Awo-Familienberater Peter Brill und der Siemens-Ingenieur Ulrich Beul sind keine Demonstrationsgänger. Doch das Thema Europa und die Zukunft der Europäischen Union bewegt sie dazu, sonntags um 14 Uhr auf die Straße zu gehen, um zu zeigen, dass viele Menschen auch in Zeiten des Nationalismus und des Populismus für Europa und die Europäische Union einstehen.

Sie sind nicht alleine, sondern Teil einer immer größeren Bewegung, die unter dem Namen „Pulse of Euro“ inzwischen in rund 60 Städten des europäischen Kontinents für die in diesen Tagen 60 Jahre alt werdende EU auf die Straße geht.

„Die Idee von Pulse of Europe ist, den Puls Europas wieder stärker schlagen zu lassen und die leider oft schweigende Mehrheit für ein gemeinsames Europa auf die Straße zu bringen“, erklärt Ulrich Beul. Der 41-Jährige gehört, wie Gert Rudolph, zum Organisationsteam der Essener Pulse-of-Europe-Kundgebung auf dem Hirschlandplatz, …