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Von einer festen Burg zum Pilger-Zelt: Die Johanniskirche zwischen Aktien- und Kreuzstraße: Ein Zeitsprung

„Eine feste Burg ist unser Gott.“ An dieses 1529 vom Reformator Martin Luther geschriebene Lied mag man denken, wenn man die alte Postkartenansicht aus dem Privatarchiv des jüngst verstorbenen Heinz Hohensee betrachtet, die er 1997 in dem Buch „Mülheimer Ansichtssachen“ veröffentlicht hat.

Wir sehen die alte Johanniskirche auf der Anhöhe zwischen Aktienstraße und Kreuzstraße. 1943 und 1944 wurde die Kirche Opfer der alliierten Bomben. Ihre heutige Nachfolgerin wurde erst Mitte der 60er Jahre und das dazu gehörige Gemeindezentrum erst Mitte der 80er Jahre errichtet. Hehensee berichtet in dem zitierten Buch, dass der Grundstein der alten Johanniskirche am Ostersonntag des Jahres 1913 gelegt und ihr Bau nach 16 Monaten vollendet worden sei. Die neue Johanniskirche, entworfen von den Duisburger Architekten Stumpf und Voigtländer, erinnert mit ihrer Architektur nicht von ungefähr an ein Zelt. Denn die Zeltform symbolisiert in der jüdischen und christlichen Tradition die Pilgerschaft des Volkes Gottes.

Der im September 1965 eingeweihte Kirchenneubau war der 1962 vollzogenen Gründung der Evangelischen Johanniskirchengemeinde geschuldet. Seit 1986 wird der zu der 2011 gebildeten Lukaskirchengemeinde gehörende und 3400 Mitglieder zählende Gemeindebezirk rund um die Johanniskirche von Pfarrerin Dagmar Tietsch-Lipski geleitet. Bei ihrer Gründung hatte die evangelische Kirchengemeinde, die bis dahin Teil der Evangelischen Altstadtgemeinde gewesen war, noch rund 10 000 Mitglieder. Die Altstadtgemeinde ist heute Teil der 2006 gebildeten Vereinten Evangelischen Kirchengemeinde.


Dieser Text erschien am 3. April 2017 in der Neuen Ruhr Zeitung

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