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Es werden Posts vom November, 2013 angezeigt.

Bürger wollen von politischen Zuschauern zu politischen Akteuren werden: Deshalb wird aus dem Bündnis für Bildung eine Bündnis für Bürger, das im Mai 2014 bei der Kommunalwahl antritt: Eindrücke von der Gründungsversammlung

Mittwochabend im Vereinslokal von Rot Weiß Mülheim am Winkhauser Weg. „Schade, dass nicht noch mehr Leute gekommen sind“, findet der Clubvorsitzende Günter Porscha. Er sitzt zusammen mit 19 anderen Bürgern im kleinen Saal, obwohl es heute nicht um seinen Verein, sondern um die Gründung eines neuen Wählerbündnisses geht.

Wie die meisten im Saal hat sich auch Porscha im Bündnis für Bildung und damit für den Bürgerentscheid zum Erhalt des weiterführenden Schulstandortes an der Bruchstraße engagiert. „Dass das Wählervotum von 17?000 Ja-Stimmen für den Erhalt des Schulstandortes von den etablierten Parteien gar nicht wahrgenommen worden ist“, macht für ihn die Gründung eines neuen Wähler- und Bürgerbündnisses „zu einer absoluten Notwendigkeit, um sich als Bürger Respekt zu verschaffen, den Lobbyismus zu beenden und Kommunalpolitik selbst positiv zu beeinflussen.“ Porscha, der sich „nur im Hintergrund und nicht in der ersten Reihe engagieren möchte“, hat Angst, dass nach der Hauptschule auc…

Ein Ort für die Ewigkeit: Die Jüdische Gemeinde hofft auf Spenden, weil sie ihr Gemeindezentrum und ihren Friedhof restaurieren muss

Er ist älter als der 1812 eröffnete Altstadtfriedhof und der 1916 eröffnete Hauptfriedhof. Schon um 1700 beerdigte die Jüdische Gemeinde ihre Toten auf dem Friedhof an der Gracht. Beerdigung und Ewige Ruhe nimmt man im Judentum wörtlich. „Bei uns gibt es keine Feuerbestattungen, sondern nur Beerdigungen und die Gräber sind immer für die Ewigkeit. Und die Toten werden bei uns mit den Füssen nach Osten, also in Richtung Jerusalem, begraben, damit sie aufstehen und gleich in die richtige Richtung gehen können, wenn der Messias kommt“, erklärt Patrick Marx vom Vorstand der Jüdischen Gemeinde die Unterschiede zur christlichen Begräbniskultur. Was beim Blick auf den Jüdischen Friedhof auch auffällt, ist das fast gänzliche Fehlen von Blumenschmuck. „Einige Gemeindemitglieder haben den Blumenschmuck zwar von der christlichen Begräbniskultur übernommen. Aber Juden legen eigentlich nur kleine Steine auf die Gräber ihrer Toten. Denn als das jüdische Volk einst durch die Wüste zog, legte man auf …

Der Sozialarbeiter Erhard Klamet hat in seinem 45-jährigen Berufsleben Mülheimer Sozialgeschichte erlebt und als ein Anwalt der Menschenwürde auch mitgestaltet

„Ich bin glücklich, dass ich 45 Jahre lang arbeiten konnte und dabei auch gestalterische Freiheit hatte“, sagt Erhard Klamet am Tag vor seiner Verabschiedung durch die Caritas. 40 seiner 45 Berufsjahre hat der Sozialarbeiter im Dienst der katholischen Kirche und ihres Sozialverbandes erlebt.

„Ich habe nach der Mittleren Reife als Industriekaufmann bei Wissoll gelernt und gearbeitet und mir eigentlich keine großen Gedanken über meinen Beruf gemacht“, erinnert sich Klamet. Doch dann brachte ihn sein ehrenamtliches Engagement beim Bund der deutschen katholischen Jugend (BdKJ) dazu, seinen Beruf zu wechseln und Sozialarbeit zu studieren. „Ich habe erlebt, wie viel Freude es machen kann, gemeinsam etwas für andere zu machen“, sagt der 65-Jährige.

Seine erste Anstellung nach dem Studium fand er 1972 als Stadtjugendreferent beim Katholischen Jugendamt im Stadthaus an der Althofstraße. „Die katholische Jugendarbeit wurde vom damaligen Stadtdechanten Dieter Schümmelfeder sehr geför…

Aus zwei mach eins: Ein Schulbeispiel aus Styrum zeigt, wie man durch einen guten Dialog auch schwierige Herausforderungen meistern kann

Die Schilder Evangelische und Katholische Grundschule stehen noch. Doch die Zukunft an der Zastrowstraße ist nicht mehr konfessionell. „Wir werden im kommenden Schuljahr zur mehrkonfessionellen Gemeinschaftsgrundschule“, erklärt Maria Reimann Noch leitet sie die Katholische Grundschule. Zukünftig wird sie mit ihrer Konrektorin Vera Glunz eine Schule leiten, „die“, wie sie sagt „der erste Mosaikstein einer neuen Schullandschaft in Styrum sein wird.“

Doch Styrum könnte überall sein. Denn der demografische Wandel sorgt dafür, dass auch anderen Schulstandorten die Frage beantwortet werden muss: Wie macht man aus zwei Schulen eine Schule, in der das Gemeinschaftsgefühl und der gute Geist der Bildung nicht auf der Strecke bleiben?

„Wir haben den Mangel sinkender Schülerzahlen in etwas Positives verwandelt“, sagt Maria Reimann heute im Rückblick auf den Dialog- und Konzeptionsprozess, der bereits vor zwei Jahren mit einer Zukunftswerkstatt begann, in der Lehrer, Eltern, Politiker und Verwalt…