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Es werden Posts vom Juni, 2010 angezeigt.

Wie es einer Familie ergeht, weil ein Brandstifter an der Bülowstraße mit dem Sperrmüll zündelte

Weil ein Brandstifter in der vergangenen Woche mit dem Sperrmüll gezündelt und so ein Wohnhaus an der Bülowstraße in Brand gesetzt hat, haben drei Familien, zumindest vorübergehend, ihr Obdach verloren.

Zu den Opfern des Brandstifters gehören auch Melanie H. (35), ihr Mann Manuel (21) und ihre drei Kinder, die fünf Monate sowie sechs und acht Jahre jung sind. Ihren vollen Namen mag die Familie nicht lesen, ihre Bilder nicht in der Zeitung sehen. „Wir sind vorsichtig geworden“, sagt Melanie H.„Manchmal fragt man sich: Oh Gott, was machen wir denn jetzt? Und dann denkt man: Wenn ich dieses Schwein erwische“, beschreibt sie ihre Stimmungslage, die zwischen Verzweiflung und Wut schwankt. Ihren Mann Manuel hat der plötzliche Verlust des eigenen Zuhauses so stark mitgenommen, dass er sich erst mal krank schreiben lassen musste. Die beiden älteren Kinder waren zwischenzeitlich bei Melanies Eltern in Homberg untergebracht.

Jetzt lebt die fünfköpfige Familie vorübergehend im zwölf Quadratmeter g…

Was ist das Abitur heute noch wert und wohin geht das Gymnasium: Em Gespräch mit Ulrich Mehler (69) und Maik Böhmer (19)

Am 26. Juni trafen im Otto-Pankok-Gymnasium zwei Abiturienten-Generationen zusammen. Maik Böhmer (19) und seine 90 Jahrgangskollegen bekamen an diesem Tag ihr Zeugnis der Reife ausgehändigt. Bei Ulrich Mehler (69) und seinen Klassenkameraden, die sich an diesem Tag an ihrer alten Schule, wiedersahen, die zu ihrer Schulzeit, schlicht staatliches Gymnasium hieß, liegt dieser persönliche Meilenstein bereits 50 Jahre zurück. Für die die NRZ sprach ich mit Böhmer, der nach seinem Abitur Medizin studieren möchte und Mehler, der bis heute als Hochschullehrer an der Universität Köln alte Sprachen und Literatur vor ihrem großen Tag darüber, was ihnen ihr Abitur wert ist, was sie in ihrer Schule gelernt haben und wie sie die Entwicklung des Gymnasium sehen insgesamt beurteilen.
Herr Böhmer, wie fühlt sich das an, 2010 sein Abitur bestanden zu haben?
Ich habe das Gefühl: Alle Türen stehen offen. Man hat ein wichtiges Etappenziel erreicht und möchte jetzt weitermachen.
Herr Mehler, war das Abitur vo…

Portrait: Die Petrikirche war für ihn immer das Zentrum: Altstadtpfarrer Peter Vahsen wird in den Ruhestand verabschiedet

„Damals war ich der jüngste im Pfarrkreis. Heute bin ich der Älteste“, sagt Peter Vahsen. So ist der Lauf der Dinge. Am 27. Juni wird der 65-jährige Theologe und Pädagoge nach 36 Berufsjahren dort in den Ruhestand verabschiedet, wo er als evangelischer Altstadtpfarrer das Wort Gottes verkündet hat: in der Petrikirche. Der Gottesdienst mit Superintendent Helmut Hitzbleck beginnt um 10 Uhr. „Die Petrikirche war und ist für mich das Zentrum. Das Gebäude, der Raum, die Orgel und die so reichhaltige Kirchenmusik haben mich nicht nur inspiriert, sondern getragen und mir Kraft und Anregung gegeben“, betont Vahsen.Durch seinen Studienfreund und Kollegen, den späteren Superintendenten Frank Kastrup, kam Vahsen 1974 aus seiner Heimatstadt Düsseldorf nach Mülheim.

Die Menschen hier hat er immer als „herzlich, offen und aufgeschlossen für Neues“ erlebt. Auch wenn die evangelische Stadtkirche im Umbruch begriffen ist, die Altstadtgemeinde ging 2006 in der Vereinten evangelischen Kirchengemeinde auf…

Portrait: Vom Verkäufer zum Priester: Der lange Weg des Thomas Fahle

Thomas Fahle ist Praktikant. Ungewöhnlich mit seinen 47 Jahren. Der Mann ist in einer beruflichen Umorientierung. Der gelernte Verkäufer und Handelsbetriebswirt will katholischer Priester werden. Wie das geht, hat er theoretisch bereits an der Theologischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum studiert. Jetzt ist die Praxis dran. Und die studiert Fahle, der 2011 zum Diakon und 2012 zum Priester geweiht werden will, jetzt für ein Jahr in der Pfarrgemeinde St. Mariae Geburt.

Der Mann, der in seinem ersten Berufsleben Fernsehgeräte und Hifi-Anlagen verkaufte, will jetzt die Frohe Botschaft verkünden. „Ich arbeite gerne mit und für Menschen“, schlägt Fahle eine Brücke von seinem ehemaligen zu seinem zukünftigen Beruf. „Früher war auch eine persönliche Beratung gefragt. Inzwischen ist die Konkurrenz viel größer geworden und es geht nur noch ums Geldverdienen. Das konnte ich nicht mehr mit meinem Menschenbild vereinbaren“, erklärt Fahle, warum er seinem alten Berufsleben im Handel ade gesagt…

Warum Mülheim eine Checkliste für brrierefreies Bauen braucht.Ein Gespräch mit dem AGB-Vorsitzenden Alfred Beyer

Mülheim soll barrierefrei werden. Deshalb hat der Stadtrat schon im vergangenen Jahr beschlossen, dass alle öffentlichen Bauvorhaben barrierefrei realisiert werden müssen. In Kürze werden die Arbeitsgemeinschaft der in der Behindertenarbeit aktiven Organisationen (AGB) zusammen mit der Stadtspitze und dem kommunalen Immobilienservice eine neue Checkliste für barrierefreies Bauen vorstellen. Wie barrierefrei ist Mülheim und was bringt uns barrierefreies Bauen als Stadtgesellschaft. Darüber sprach ich für die NRZ mit dem selbst beinamputierten Vorsitzenden der AGB, Alfred Beyer.

Warum brauchen wir eine Checkliste für barrierefreies Bauen?
Mit ihrer Hilfe setzen wir die Vorgaben einer entsprechenden UN-Charta und des Landesgleichstellungsgesetzes um. Es geht letztlich um eine Infrastruktur, die es jedem ermöglicht überall hingehen zu können, sei es im Sportverein oder im öffentlichen Bereich. Wenn ein Kind zum Beispiel körperbehindert ist und eine bestimmte Schule besuchen möchte, muss die…

Nach dem Karneval ist vor dem Karneval: Die närrische Wagenbauhalle an der Hafenstraße nimmt langsam Formen an

Wer denkt im Sommer schon an Karneval? Zum Beispiel Chefkarnevalist Heiner Jansen und seine Mitstreiter vom Hauptausschuss Groß-Mülheimer Karneval. Denn sie haben etwas Großes vor: den Bau einer Wagenhalle. „Wir haben acht Jahre dafür gearbeitet und trotz mancher Nackenschläge nicht aufgegeben. Und jetzt sind wir endlich auf der Zielgeraden“, freut sich Jansen bei einem Ortstermin an der Hafenstraße.Dort steht bereits ein Stahlgerüst der 400 Quadratmeter großen Halle, die Jansen und seine Mitstreiter nicht nur als Wagenbauhalle nutzen, sondern auch als Veranstaltungsort vermarkten möchten.

Der Vorsitzende des Hauptausschusses Groß-Mülheimer Karneval geht davon aus, dass man diese Halle im September mit einem Fest eröffnen kann. Noch etwas länger wird die Restaurierung der benachbarten alten Holzhalle dauern, die mit ihren 1000 Quadratmetern spätestens zum Beginn der neuen Session von den rund 40 Wagenbauern der 13 Karnevalsgesellschaften genutzt werden soll. Außerdem wird diese Halle n…

Rückblick: Vor 65 Jahren wird Mülheim Teil der britischen Besatzungszone

Vor wenigen Tagen ist der zurückgetretene Bundespräsident Horst Köhler in Berlin mit einem Großen Zapfenstreich aus seinem Amt verabschiedet worden. Einen großen Zapfenstreich können die Mülheimer nach dem Krieg aus nächster Nähe beobachten, wenn die Soldaten der britischen Rheinarmee auf dem Rathausmarkt aufmarschieren. Bis heute erinnern die Liverpoolstraße und der Shakespeare-Ring im Wohnpark Witthausbusch daran, dass dort bis 1994 britische Soldaten stationiert waren. Sie gingen als Freunde, aber sie kamen am 18. Juni 1945 als Sieger in die Stadt, die vor 65 Jahren Teil der britischen Besatzungszone wurde, nachdem sie am 11. April 1945 zunächst von amerikanischen Truppen eingenommen worden war.

„Engländer besetzen das Ruhrgebiet“, verkündet die von der Militärregierung herausgegebene Ruhr Zeitung bereits am 16. Juni 1945. Und in der nächsten Ausgabe des Mitteilungsblattes wird die Bevölkerung am 23. Juni 1945 aufgefordert: „Schafft Nahrung für den Winter: Die Engländer helfen euch.…

Fritz Buchloh: Eine Mülheimer Fußballlegende oder: Als Deutschlands Nummer Eins aus Speldorf kam

Seit Freitag und aus deutscher Sicht spätestens seit gestern dreht sich also alles, oder sagen wir, fast alles um den Fußball. Auch viele von denen, die sonst den Sportteil der Zeitung links liegen lassen, werden gespannt verfolgen, wie weit es unsere Nationalmannschaft bei der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika bringt und Jogis Jungs die Daumen drücken.Allerdings, beim Stichwort Nationalmannschaft denkt man heute in Mülheim in lokalem Patriotismus nicht an Fußball, sondern höchstens an Hockey und den HTC Uhlenhorst.Das war zwischen 1932 und 1936 anders.

Damals hütete der Torwart des VFB Speldorf, Fritz Buchloh, immerhin 17 Mal das Tor der deutschen Nationalmannschaft. Durch seine Spiele für die Auswahlmannschaften der Region Niederrhein und des Westdeutschen Fußballverbandes war Reichstrainer Otto Nerz auf den jungen Torhüter des VFB aufmerksam geworden. Kurz nach seinem Abitur, das Buchloh 1930 am heutigen Karl-Ziegler-Gymnasium bestanden hatte, saß der damals 20-jährige Torhüter …

Theater im Klosster oder: Bühne frei und Spaß dabei: Saarner Gemeindemitglieder inszenierten eine Zeitreise

Theater beim Gemeindefest? Das hört sich nach Ärger an. Doch im Falle der Saarner Gemeinde St. Mariae Himmelfahrt war es das reine Vergnügen. Zwölf Gemeindemitglieder nahmen die Gäste auf eine Zeitreise mit. In eineinhalb Stunden erlebten die Zuschauer 800 Jahre Klostergeschichte. Leicht gekürzt, versteht sich.

Als die jungen Damen der von Kantor Werner Schepp geleiteten Singschule in Nonnentracht und mit lateinischem Gesang in den Innenhof von Kloster Saarn einzogen, mochte man an die Rückkehr der Zisterzienserinnen glauben, die anno 1808 ihr Kloster Saarn hatten verlassen müssen, weil Napoleon es so wollte. Auf das musikalische Vorspiel folgte ein kurzweiliges Theaterstück, geschrieben von Wolfgang Geibert und inszeniert von Michael Bohn, bei dem die Laienschauspieler aus der Gemeinde mit Herzblut und Spaß an der Freude ihre Rollen als Klosterfrauen, Erzbischof, Äbtissin oder Abt ausfüllten. Auch der zwischenzeitliche Segen von oben oder der eine oder andere Textaussetzer konnten das…

Wie geht es rund um den Kaufhof-Komplex weiter? Leerstehende Ladenlokale machen das Quartier an der Unteren Schloßstraße zunehmend unattraktiv

Ab morgen ist beim Bäcker Kamps am Kaufhof der Ofen aus. Heute hat die Filiale an der Friedrich-Ebert-Straße ihren letzten Verkaufstag. Auf einem Schild werden die Kunden auf die Kamps-Bäckerei im Hauptbahnhof hingewiesen. „Unsere Kunden sind sehr traurig. Sie würden gerne sehen, wenn Kamps hier bleibt. Nach der Schließung des Kaufhofes ist es zwar etwas weniger geworden. Aber wir hatten trotzdem viele Stammkunden und auch Laufkundschaft, die an der Haltestelle aus- und eingestiegen sind und dann bei uns Brot und Brötchen gekauft haben“, berichtet Verkäuferin Eda Yelik . Und Kundin Andrea Wiebels stimmt ihr zu: „In der Innenstadt sieht es traurig aus. Da gibt es nicht mehr viel Attraktives und hier an der unteren Ecke der Schloßstraße eigentlich gar nichts mehr. Wir brauchen wieder ein Kaufhaus und Fachgeschäfte mit einem attraktiven Sortiment.“Herbert Sonnenberg , der mit den leerstehenden Ladenlokalen des Kaufhofs im Rücken an der zentralen City-Haltestelle auf seine Bahn wartet und…

Hauptschüler haben eine Chance: Zum Beispiel im Handwerk

Mit einem Hauptschulabschluss braucht man sich doch heute nirgendwo mehr zu bewerben.“ Diesen Satz bekommt man immer wieder von Eltern zu hören, die ihr Kind für das Abitur trimmen, koste es, was es wolle.

Dass Hauptschüler keine Chance, aus dem Ausbildungsmarkt haben, kann Kevin Rogowski nicht bestätigen. Der 17-Jährige hat im vergangenen Jahr an der Gemeinschaftshauptschule Dümpten seinen Abschluss gemacht und wird jetzt im Betrieb von KFZ-Meister Karl-Josef Robert zum KFZ-Mechatroniker ausgebildet.Dass das KFZ-Handwerk für ihn eine Berufsperspektive sein könnte, war Kevin schon mit elf Jahren klar, als er am Nürburgring Mechaniker bei ihrer Arbeit an der Rennstrecke beobachtete. Das Rennen um einen Ausbildungsplatz gewann Kevin auch deshalb, weil ihn sein Lehrherr schon während eines Block- und eines Langzeitpraktikums kennen lernen konnte.„Ohne das Praktikum wäre ich heute vielleicht nicht hier“, sagt Kevin. Und mit Blick auf seinen Meister meint er: „Während der Praktika hat er mi…

Vom Volkslied bis zur Operette: Mit einem Konzert feiert der MGV Liedertafel am 19. Juni seinen 150. Geburtstag

150 Jahre – das ist in unserer schnelllebigen Zeit schon eine Hausnummer. Nur wenige Institutionen können heute auf eine so lange Geschichte zurückblicken. Der Männergesangverein Liedertafel ist eine von ihnen. Es war der Mülheimer Lehrer Berghaus, der anno 1860 in Bruns Fünte, die heute als Kulturzentrum genutzt wird, die ersten Sangesbrüder um sich scharte.
Anfangs stand dabei mehr die Geselligkeit als der Gesang im Vordergrund, Das änderte sich allerdings am Anfang des 20. Jahrhunderts. Und 1998 wurde der Chor, der heute aus 19 aktiven Sängern besteht und montags um 17.30 Uhr im Krug zur Heimaterde, Kolumbusstraße 110, probt, sogar als Volkslieder Leistungschor mit der Zuccamaglio-Medaille ausgezeichnet.

Neben den klassischen Volksliedern gehören auch Operetten- und Walzerlieder oder auch geistliches Liedgut zum Repertoire des seit elf Jahren von Walter Ignatowski geleiteten Chores. Von der Breite seines Repertoire kann man sich beim Jubiläumskonzert überzeugen, zu dem der Chor, de…

Das Gedächtnis der Stadt im Wandel der Zeit: Von der Heimatbücherei über das Stadtarchiv zum Haus der Geschichte

In regelmäßigen Abständen lesen Sie an dieser Stelle Beiträge zur Stadtgeschichte. Vielleicht haben Sie sich bei der Lektüre schon einmal gefragt: „Woher weiß der Autor das alles?“ Die Antwort findet sich im Stadtarchiv an der Aktienstraße 85, das heute selbst zum Gegenstand einer historischen Betrachtung wird. Denn am 9. Juni 1980, also auf den Tag genau vor 30 Jahren wurde das Stadtarchiv eröffnet.Eröffnet ist in diesem Zusammenhang nicht ganz der richtige Ausdruck.

Denn die ersten Besucher, die der damalige Archivleiter Kurt Ortmanns, durch die für 400 000 Mark umgebauten Räume einer ehemaligen Grundschule führte, waren geladene Gäste. Es handelte sich dabei um Vertreter aus Rat und Verwaltung sowie vom Geschichtsverein und der Arbeitsgemeinschaft heimatkundlicher Vereine, des Hauptstaatsarchivs Düsseldorf, des Landschaftsverbands Rheinland und der Firma Thyssen. Eine öffentliche Nutzung erschien Chefarchivar Ortmanns aufgrund des akuten Personalmangels nicht denkbar. Sein Mitarbeit…

Was Mülheimer Meinungsführer zum Berliner Sparparket sagen

Deutschland sitzt auf einen Schuldenberg von derzeit rund 1,7 Billionen Euro, der nach Berechnungen des Bundes der Steuerzahler sekündlich um 4481 Euro wächst. Zeit ist Geld. Deshalb hat sich die Bundesregierung jetzt die Zeit für eine Klausur genommen um ein Sparpaket zu schnüren. Für die NRZ befragte ich Mülheimer Meinungsführer aus verschiedenen Bereichen der Bürgerschaft dazu, in welchen Bereichen sie Einsparungen für sinnvoll oder für kontraproduktiv halten.

„Es ist richtig zu erkennen, dass Sparen drin sein muss, wo Sparen drauf steht“, schreibt Unternehmerverbandspräsident Hanns Peter Windfeder Politikern in Mülheim und Berlin ins Stammbuch. Wohlstand und Zukunft kann unsere Gesellschaft in seinen Augen nur gewinnen, wenn die Politik den Mut zu Einsparungen und Bürokratieabbau hat und nicht in Steuererhöhungen flüchtet, um steigende Staatsausgaben zu finanzieren. Zu Details des Berliner Sparpaketes möchte er sich nicht äußern, findet es aber mit Blick auf die Zukunftsperspektive…

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es: Ein Beispiel aus der Dümptener Gemeinde St. Barbara

„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“ Der zeitlos aktuelle Satz aus der Feder von Erich Kästner könnte die Überschrift für das Engagement sein, das die Frauen der Katholischen Frauengemeinschaft von St. Barbara seit 18 Jahren antreibt: Menschen zu helfen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen.In dieser Woche schickten die Dümptener Frauen ihren 30. Hilfstransport ins 1700 Kilometer entfernte westrumänische Peciu Nou. Dort betreut die rumänische Caritas des Bistums Temesvar auch mit Hilfe aus Dümpten Menschen in Not: Alte, Kranke und Kinder, die entweder keine Eltern mehr haben, oder Eltern, die zum Beispiel aus finanziellen oder gesundheitlichen Gründen mit der Erziehung ihres Nachwuchses überfordert sind.

Mit handfester Unterstützung der Männer von der örtlichen Kolpingsfamilie und der Katholischen Arbeitnehmerbewegung packten 30 KFD-Frauen das ein, was ihnen nicht nur Dümptener als Sachspende ins Pfarrheim am Schildberg gebracht hatten: Kleidung, Spielzeug, Decken. Auch…

Wer wäre der bessere Bundespräsident? Eine Straßenumfrage zur Wahl unseres Staatsoberhauptes

Lag es am Wetter, am Wochenende oder am Thema? Bei der Frage: Wer soll Bundespräsident werden? Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) oder der ostdeutsche Theologe Joachim Gauck, der sich als Bürgerrechtlicher in der DDR und später als Leiter der Behörde zur Verwaltung und Aufarbeitung der Stasi-Akten einen Namen gemacht hat, winkten viele Bürger ab oder gaben sich ahnungslos.

Trotz Urlaubs machte sich allerdings der Personalratschef des Stadtverwaltung, Bernd Bittscheid, (58) seine Gedanken zur Präsidentenwahl: „Ich würde für Gauck plädieren, weil er aufgrund seiner Persönlichkeit und seines Werdeganges alle Fähigkeiten mitbringt, um das Präsidentenamt zu bekleiden. Er kommt nicht aus dem politischen Tagesgeschäft und hat einen starken Gerechtigkeitssinn und ist überparteilich.“

Statt Wulff oder Gauck hätte Rentner Gerd Barkhofen (65) lieber Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen als Bundespräsidentin gesehen, „weil sie mit ihrem Können und ihren intellektuellen F…

Ein Auftakt fürs Leben: Besuch einer etwas anderen Musikstunde an der Gemeinschaftsgrundschule Styrum

Musik! Muss das sein? Sollen Kinder nicht besser Lesen, Schreiben und Rechnen lernen? Doch wer die 24 Erstklässler aus der Styrumer Grundschule an der Augustastraße bei ihrer Jeki-Stunde, das steht für „Jedem Kind ein Instrument“, beobachtet, wie sie gebannt dem Diplom-Musiker Oliver Stratmann folgen, merkt schnell, dass es bei dieser musikalischen Frühförderung nicht nur um Töne und Rhythmus geht.Auf den ersten Blick wirkt alles sehr spielerisch, wenn Stratmann die Schüler aus aller Herren Länder in einer Polonaise, wie ein Zug durch den Klassenraum schnaufen lässt.

Da können auch die prominenten Unterrichtsgäste, die sich diesmal die wöchentliche Jeki-Stunde anschauen, der türkische Generalkonsul Hakan Akbulut, Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld und Sozialdezernent Ulrich Ernst, nicht außen vor bleiben. Das ist der Rhythmus, bei dem man mit muss.Nach dem Zug kommen der Missisippi-Raddampfer und die Flusskrokodile dran. In dem Stratmann den Rhythmus des Raddampfers nachmacht oder …

Rückblick: Mit dem ersten Spatenstich begann der neue Hans-Böckler-Platz vor 40 Jahren Gestalt anzunehmen

Architektur ist Ausdruck von Zeitgeist. Insofern stehen der Hans-Böckler-Platz und seine Hochhäuser für den ungebremsten Fortschrittsglauben der frühen 70er Jahre, als die Häuser noch in den Himmel wachsen durften. Vor 40 Jahren sieht sich Mülheim auf dem Weg zur 230 000 Einwohner-Metropole. Da soll zentraler Wohnraum mit guter Nahversorgungsinfrastruktur mehr Menschen nach Mülheim ziehen und seine im Osten erweiterte „Innenstadt zu einem echten Lebenszentrum machen, das dicht bewohnt ist und für den Verkehr erstklassig erschlossen ist.“ So sieht es Landesbauminister Hermann Kohlhase, als er am 3. Juni 1970 für den ersten Spatenstich am Hans-Böckler-Platz seine Jacke auszieht und anpackt. „Ein hervorragendes Beispiel moderner städtebaulicher Planung, das für manchen lehrreich sein kann“, nennt Kohlhase das Prestigeprojekt, dessen Investitionsvolumen damals auf 243 Millionen Mark prognostiziert wird. Oberbürgermeister Heinz Hager sieht den neuen Hans-Böckler-Platz als „klassisches Beis…

Was einem Fachmann für Suchtvorbeugung zum Weltnichtrauchertag einfällt

Am 31. Mai war Weltnichtrauchertag. Deshalb haben die in der Suchtvorbeugung tätige Ginko-Stiftung und Saarner Gesamtschüler mit einer Mitmachausstellung und einer Luftballonaktion im Forum Überzeugungsarbeit leisten, damit die Zahl der Nichtraucher weiter steigt. Für die NRZ sprach ich im Vorfeld der Aktion mit Ginko-Mitarbeiter Norbert Kathagen Der 51-jährige Pädagoge und Sozialarbeiter war selbst 20 Jahre geraucht hat, ehe er zum Nichtraucher wurde, über Raucher und Nichtraucher.Ist Rauchen heute noch cool?Gott sei Dank gibt es eine Entwicklung in die Richtung, dass es immer weniger cool wird. Seit 2001 lässt der Tabakkonsum deutlich nach.Frage: Worauf ist das zurückzuführen?Antwort: Seit einigen Jahren wird in Schulen verstärkt zum Thema Nichtrauchen gearbeitet. Außerdem hat der Gesetzgeber das Alter, ab dem Rauchen erlaubt ist, auf 18 Jahre erhöht, weil man sieht: Das ist für Jugendliche schwierig, die bekommen das nicht in den Griff. Auch die Nichtraucherschutzgesetze und eine w…

Was Mülheimer zum überraschenden Rücktritt des Bundespräsidenten sagen

Als Horst Köhler vor sechs Jahren zum Bundespräsidenten gewählt wurde, fragte eine deutsche Zeitung: „Horst, wer?“ Gestern fragten viele Bürger: „Horst Köhler, wie bitte?“ Die Nachricht vom Rücktritt des Bundespräsidenten kam manchem Mülheimer wie ein April-Scherz vor. Bei einer Umfrage, die ich für die NRZ durchführte, zeigten sich viele überrascht, dass sich das Staatsoberhaupt wegen der scharfen Kritik an seiner umstrittenen Interview-Äußerung, Deutschland müsse mit seiner Außenhandelsabhängigkeit zur Wahrung seiner Interessen im Zweifel auch zu militärischen Mitteln greifen, jetzt zum Rücktritt genötigt sah. Einige Befragte können sich jetzt eine Frau, wie die zuletzt unterlegene Sozialdemokratin Gesine Schwan im Bundespräsidialamt vorstellen.„Ich kann doch nicht immer gleich zurücktreten. Ich muss doch Verantwortung für das übernehmen, was ich tue und sage“, kommentiert Psychologin Brigitte Vahsen (62) Köhlers Rücktritt und betont: „Wenn er die Reaktionen auf seine Äußerungen als…