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Es werden Posts vom Januar, 2013 angezeigt.

Rückblick: Wie Mülheim den 30. Januar 1933 erlebte

"Adolf Hitler Reichskanzler – Das Kabinett der nationalen Konzentration steht“ titelt die Mülheimer Zeitung am 31. Januar 1933. Auf ihrer Lokalseite ist an diesem Tag die Überschrift: „Aber Bange machen gilt nicht“ zu lesen. Gemeint ist damit aber nicht die nationalsozialistische Machtübernahme in Berlin, sondern die Grippewelle in Mülheim, die zur Schließung von 17 Volksschulen geführt hat.


Welcher politische Virus sie befallen hat, ahnen viele Mülheimer an diesem Tag noch nicht, obwohl es auch Mülheimer Industrielle wie Fritz Thyssen und Emil Kirdorf gewesen sind, die mit ihrer Unterstützung Hitlers Weg zur Macht geebnet haben. Doch am Abend des Tages nach der Machtübernahme in Berlin bekommen manche Mülheimer vielleicht eine Vorahnung davon. Denn damals versammeln sich am Kaiserplatz, der von 1937 bis 1945 Platz der SA heißen wird, 1500 Mitglieder der NSDAP, der SS, der SA, des Stahlhelm und des Kampfring junger Deutschnationaler, um dem Berliner Vorbild vom Vortag zu folgen u…

Ein reifes Vergnügen: Warum die Seniorensitzung in der Stadthalle ein Höhepunkt des Mülheimer Saalkarnevals ist

Um den Theatersaal der Stadthalle bis auf den letzten seiner 1000 Sitzplätze zu füllen, muss man schon ziemlich populär sein. Die Seniorensitzung der Lachenden Herzen, mit der die 13 Gesellschaften des Hauptausschusses Groß Mülheimer Karneval alljährlich zeigen, was sie gemeinsam auf die Bühne bringen können, ist offensichtlich so populär. „Das ist einfach eine tolle Atmosphäre hier und die ganze Veranstaltung ist mit ihrem vielseitigen Programm eine runde Sache,“ finden Horst und Rosi Wecks, die sich von ihrer jecken Freundin Ingrid Clames vor vier Jahren zum ersten Mal zu den Lachenden Herzen mitnehmen ließen und seit dem immer wieder kommen. „Der Frohsinn hält jung“, erklärt die 87-jährige Clames, warum sie sich den Höhepunkt des mölmschen Sitzungskarnevals auf keinen Fall entgehen lässt und kurz nach der Veranstaltung bereits Karten für das nächste Jahr besorgt.


Clames und ihre närrischen Freunde sind sich in der Halbzeitpause des vierstündigen Bühnenprogramms einig: „Der Bauchred…

Warum der Bezirksleiter der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft, Werner Oesterwind, den Stadtwächterorden 2013 verdient hat

"Stadtwächter. Das hört sich irgendwie streng an. Aber Gott sei Dank schauen wir hier nur in fröhliche Gesichter“, begrüßt Kinderprinz Leon die 153 Jecken, die an diesem Samstagabend der Einladung zum Kommandeursball der Stadtwache gefolgt sind. Auch wenn die festliche Abendgarderobe das Bild im Festsaal der Stadthalle bestimmt, gehen die Jecken doch ganz locker mit, als die Kindertollitäten sie mit ihrem Laola-Lied von den Stühlen holen oder die großen Tollitäten Dirk und Susann mit Volare und Co. zu Wecken für alle Jecken tröten.


Auch bei der Musik- und Jonglage-Show von Clown Pepe macht das mehrheitlich reife und jecke Publikum nur zu gerne mit und folgt bereitwillig seiner Aufforderung: „Alle einhaken und schunkeln, auch die, die sich nicht leiden können.“ Auch die Stadtwächterinnen Nadine Hochscheid und Mareike Hütte haben es nicht schwer, ihr Publikum als tanzende und singende „Mölmsche Wiewer“ zu begeistern. Doch im Mittelpunkt des Abends stehen nicht nur karnevalistische …

Auf ein neues: Barack Obama ist jetzt in seine zweite Amtszeit gestartet: Wie war das eigentlich bei der ersten Amtseinführung des ersten US-Präsidenten George Washington?

Am 21. Januar 2013 wurde  Barack Obama als 44. Präsident der USA vor dem Capitol in Washington in seine zweite Amtszeit eingeführt. Eigentlich werden die amerikanischen Präsidenten seit 1933 ja am 20. Januar vereidigt, davor sogar erst am 4. März. Doch weil der 20. Januar diesmal auf einen Sonntag fiel, wurde die öffentliche Amtseinführung Obamas um einen Tag verschoben.

Als der erste Präsident der Vereinigten Staaten, George Washington, seinen ersten Amtseid auf die damals noch neue Verfassung leistete, gab es die Hauptstadt, die seinen Namen tragen sollte, noch nicht.


Seine Amtseinführung wurde am 30. April 1789 auf dem Balkon der Federal Hall in New York vollzogen. Die Presse hielt fest, dass der Präsident ausschließlich Kleidung getragen habe, die auch in den Vereinigten Staaten gefertigt worden sei und den Vergleich mit europäischer Mode nicht zu scheuen bräuchte. Washington selbst, der von den 69 Wahlmännern der damals 13 US-Bundesstaaten am 4. Februar 1789 einstimmig zum ersten…

Wie Mülheimer von Auschwitz und anderen Massenvernichtungskagern der NS-Zeit erfuhren

Als arabische Terroristen am 11. September 2001 zwei Flugzeuge in die Zwillingstürme des World Trade Centers steuerten und damit tausende von Menschen töteten, gingen diese Bilder in Minuten um die gesamte Welt.

Doch wie war das am 27. Januar 1945, als sowjetische Soldaten die Überlebenden des Massenvernichtungslagers Auschwitz-Birkenau befreiten? Wann erfuhren Mülheimer vom millionenfachen Mord des Holocaust und wie regierten sie auf die ersten Informationen und Bilder von Leichenbergen und Gaskammern oder auf den Anblick der ausgemergelten Menschen, die die Hölle der Konzentrationslager überlebt hatten?

Als sowjetische Truppen das Konzentrationslager Auschwitz befreiten, flüchtete der damals 13-jährige Heinz Wilhelm Auberg zusammen mit seinen Klassenkameraden von der Mittelschule an der Oberstraße aus der Kinderlandverschickung in Böhmen und Mähren vor der heranrückenden Roten Armee. Erst im Juli 1945 sollte er seine Heimatstadt wiedersehen. Das Wort Auschwitz und was sich damit ver…

Warum Brigitte Mangen als Mülheims Madame Tours und Tours' Madame Mülheim Städtepartnerschaften, wie die zwischen Ruhr und Loire, auch 50 Jahre nach dem deutsch-französischen Freundschaftsvertrag für unverzichtbar hält

Als Konrad Adenauer und Charles de Gaulle vor 50 Jahren den deutsch-französischen Freundschaftsvertrag unterzeichneten, arbeitete Brigitte Mangen als junge Finanzbeamtin bei der Europäischen Gemeinschaft. Ein Jahrzehnt später begleitete sie als Dolmetscherin zum ersten Mal eine Bürgerfahrt in die französische Partnerstadt Tours. Und seit sie 1995 als ehrenamtliches Vorstandsmitglied im damals gegründeten Städtepartnerschaftsverein die Verantwortung für die deutsch-französische Städtepartnerschaft übernommen hat, wurde sie für die Mülheimer zur „Madame Tours“ und für die Tourainer zur „Madame Mülheim“. Im Gespräch mit der NRZ erklärt sie, warum sie Städtepartnerschaften auch im Zeitalter der Globalisierung und des Euros für notwendig hält.


Heute reisen Menschen wie selbstverständlich mit dem Euro im Gepäck durch Europa. Brauchen wir da noch Städtepartnerschaften?

Es ist etwas ganz anderes, ob ich als Tourist nach Tours reise, um mir dort etwas anzugucken, die Stadt schön finde und wiede…

Wenn der Pharmareferent dreimal klingelt: Welchen Versuchungen müssen Ärzte widerstehen?

Gesundheit ist ein gigantischer Markt, dessen Umsätze auch in Mülheim an der Milliarde kratzen. Im Mittelpunkt dieses Marktes steht der Arzt. Er diagnostiziert, er verschreibt, er überweist - und ist mitunter und immer noch Versuchungen von Herstellern und Anbietern ausgesetzt, wie Mediziner auf meine Anfrage im Auftrag der NRZ bestätigen.


Dabei darf nicht übersehen werden: Niedergelassene Ärzte können strafrechtlich gesehen gar nicht korrupt sein, weil sie, anders als Amts- Krankenkassen- oder Klinikärzte, nicht fest angestellt und deshalb keine Amtsträger sind. Dieses Urteil des Bundesgerichtshofes (BGH) sorgte im März 2012 für Wirbel und zeigte eine Lücke im Strafrecht auf. In dem Verfahren ging es um eine Pharmareferentin, die einem Arzt ein Honorar angeboten hatte, falls der Medikamente ihres Unternehmens verschreibe.

Das BGH-Urteil hat bereits politische Folgen. Gleich zwei Mülheimer Politikerinnen sind mit der Materie befasst, Barbara Steffens (Grüne) als NRW-Gesundheitsministe…

Was sagen engagierte Mülheimer Katholiken zur jüngsten Kontroverse um die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche?

Will die katholische Kirche Aufklärung oder Ruhe um die Missbrauchsvorwürfe? Diese Frage stellt sich, nachdem die Bischofskonferenz ihren Vertrag mit dem Institut des Kriminologen Christian Pfeiffer gekündigt hat, das die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche aufarbeiten sollte. Jetzt wird nach einem neuen Projektpartner sucht. Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck betonte am Montag beim Neujahrsempfang in der Akademie Wolfsburg zwar, dass die Aufklärung „offensiv fortgesetzt“ werde. Es sei letztlich nur ein Wechsel des Projektpartners. Wie aber sehen haupt- und ehrenamtlich in der katholischen Kirche Engagierte diese Frage, welche Konsequenzen ziehen sie aus den Vorgängen?


Für die NRZ habe ich nachgefragt.

Wolfgang Feldmann (Vorsitzender des Katholikenrates): „Ich tue mich schwer, den Konflikt zwischen Pfeiffer und der Bischofskonferenz zu bewerten, weil ich nicht weiß, was dahinter steht. Da steht Aussage gegen Aussage. Sollte Pfeiffers Zensurvorwurf zutreffen, wäre das für die Kirc…

Schon ein Jahr vor dem Elysee-Vertrag schlossen Mülheim an der Ruhr (Deutschland) und Tours an der Loire (Frankreich) Freundschaft: Zwischenbilanz.einer Städtepartnerschaft

Freundschaft mit Frankreich? Darüber hätten die alten Mölmschen wohl den Kopf geschüttelt. Und das obwohl sie ihre Stadtrechte einem Franzosen zu verdanken hatten. Es war der Schwager Napoleons, der Mülheim 1808 zur Stadt erhob. Doch auch wenn Joachim Murat als Großherzog von Berg die Gemeinderechte stärkte und damals viele Deutsche mit Napoleon sympathisierten, wurden die Franzosen an der Ruhr nicht als Freunde, sondern als Besatzer gesehen.


Aus der Geschichte gelernt

Nach dem Sieg im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 wurde zwei Jahre später auf dem Mülheimer Rathausmarkt ein Kriegerdenkmal aufgestellt, das den Sieg über die Nachbarn im Westen und damit auch seine Opfer als Fundament des neuen deutschen Kaiserreiches verherrlichte.

Zwei Weltkriege und die französische Ruhrgebietsbesetzung, von der Mülheim unmittelbar betroffen war, verschärften die deutsch-französische Entfremdung weiter, obwohl es in den 1920er Jahren auch Bemühungen um eine europäische Integration und eine deu…

Scheiden tut nicht nur Elter emotional und finanziell weh: Kinder sind im Zweifel immer die Leidtragenden, weil sie das schwächste Glied in der Kette sind

Scheiden tut weh. Das ist bei den Wulffs nicht anders als bei Otto Normalbürger. In Mülheim schwankt die Zahl der jährlichen Scheidungen zwischen 416 (2011) und 492 (2008). Derzeit sind rund 13.000 von insgesamt 168.000 Mülheimern geschieden. Doch anders als beim Ex-Präsidenten-Paar, kann Scheidung auch arm machen. Das betrifft vor allem die Frauen, die oft genug als Alleinerziehende zurückbleiben.

Die Statistik der Sozialagentur spricht eine eindeutige Sprache. Danach waren Ende 2011 rund 57 Prozent aller Alleinerziehenden auf Arbeitslosengeld II angewiesen. Das sind vier Prozent mehr als 2009. Im gleichen Zeitraum stieg der Anteil der Alleinerziehenden unter den Arbeitslosengeld-II-Beziehern von 14,2 Prozent (1705) auf 15,3 Prozent (1881).
Familienrechtsanwalt Andreas Schmidt bestätigt, dass geschiedene und alleinerziehende Frauen oft einem hohen Armutsrisiko ausgesetzt sind.
„Bei einem monatlichen Nettoeinkommen von 1800 oder 2000 Euro kann der Aufbau von zwei Haushalten zu einem e…

Wie sollten Medien über Bombenbendrohungen oder vergleichbare Ereignisse berichten? Ein Gespräch mit dem Leiter der Polizeipressestelle Essen/Mülheim, Ulrich Faßbender

Die ersten Tage des neuen Jahres sind eine nachrichtenarme Zeit. Doch gestern füllte die Bombendrohung im Rhein-Ruhr-Zentrum ganze Zeitungsseiten. Das Fernsehen berichtete, das Radio, das Internet sowieso. Ist das angemessen oder wird hier Kriminellen eine mediale Aufmerksamkeit zuteil, die sie nicht bekommen sollten? Wäre es überhaupt vorstellbar, das zu tun, was den Tätern das Ärgste wäre - nicht zu berichten? Darüber sprach ich für die NRZ mit dem Leiter der Polizeipressestelle Essen/Mülheim, Ulrich Faßbender , der am Sonntag im Krisenstab der Polizei von Beginn an dabei war und die Öffentlichkeitsarbeit koordinierte.


Frage: Braucht man bei einer Bombendrohung Öffentlichkeitsarbeit?

Antwort: Bei einem solchen Ereignis, wie am Sonntag im Rhein-Ruhr-Zentrum ist die Pressestelle auch eingebunden und ich selbst war an der Entscheidungsfindung beteiligt, wie man damit umgeht, um zu verhindern, dass durch Medien vorzeitig Nachrichten verbreitet werden, die zu einer Massenpanik hätten füh…

Warum sich der 82-jährige Helmut Hermann auch 68 Jahre nach Kriegsende mit Blick auf die Nazi-Zeit gegen das Vergessen engagiert

Wenn sich am 30. Januar die Machtübernahme durch die Nationalsozialisten zum 80. Mal jährt, wird es eine Flut von Erinnerungsberichten geben. Auch in den Schulen gehört die Geschichte des „Dritten Reiches“ zum pädagogischen Standardprogramm.


Da ist inzwischen gerade bei vielen jungen Menschen eine gewisse Gleichgültigkeit eingetreten, was vielleicht auch mit einer zeitweisen Überfütterung zu tun hat, sagt der 82-jährige Helmut Hermann mit Blick auf die „Vergangenheitsbewältigung“ des dunkelsten Kapitels der deutschen Geschichte.

Hermann kann diese nicht nur bei Jugendlichen zu findende Gleichgültigkeit gegenüber der Geschichte der NS-Diktatur nicht nachvollziehen. Denn sie ist für ihn kein Kapitel eines Geschichtsbuches, sondern Teil seiner Lebensgeschichte. Kurz nach der Machtübernahme im Januar 1933 ist mein Vater in unserer Wohnung von der SS zusammengeschlagen worden. Ich habe das noch genau vor Augen und erinnere mich an die große Angst, die ich damals hatte, berichtet Hermann au…

Rückblick: Was uns der Handwerksmeister und Kommunalpolitiker Max Kölges auch 40 Jahre nach seinem Tod noch zu sagen hat

Das heute neben einer Straße in der Stadtmitte auch eine Handwerkerschule in Eppinghofen seinen Namen trägt, hätte Max Kölges sicher gefallen. Denn die berufliche Nachwuchsförderung lag dem Kreishandwerksmeister und Bürgermeister Max Kölges immer am Herzen. Vor 40 Jahren - am 5. Januar 1973 -  starb der neunfache Familienvater, den seine Wahlheimat 1962 zum Ehrenbürger ernannte.


Damals schrieb die NRZ in einem Nachruf auf den Christdemokraten, der sich nicht nur um den Wiederaufbau nach dem Krieg verdient gemacht hatte: „Dem Wohl des Volkes, der Stadt und den Mülheimer Bürgern zu dienen, das war das Ziel des Mannes, der über sechs Jahrzehnte im Dienst des öffentlichen Lebens stand. Angesichts seines hohen Alters, seinem Erfolg im Beruf, in öffentlichen Ämtern und Aufgaben, kann bei ihm wahrhaft von einem erfüllten Leben gesprochen werden.“

Was auch heute noch in der Rückschau auf seine 92 Lebensjahre beeindrucken und ermutigen kann, ist sein Wille und sein Geschick, auch aus den schwi…

Früher beteten und arbeiteten im Kloster Saarn die Zisterzienserinnen, heute haben drei Oblaten des heiligen Franz von Sales ihre Nachfolge angetreten. Doch ob es auch auf lange Sicht noch Saarner Klosterbrüder geben wird, ist mehr als ungewiss

Als man in den 70er Jahren darüber nachdachte, wie man die alte Klosteranlage in Saarn mit neuem Leben füllen könne, hatte der damalige Ruhrbischof Franz Hengsbach die Idee, dort wieder einen Frauenkonvent einzurichten. Das hätte die Tradition der Zisterszienserinnen fortgesetzt, die zwischen 1214 und 1808 im Kloster Saarn gelebt, gebetet und gearbeitet haben.


Doch aus dem Frauenkonvent wurde nichts. Stattdessen waren es die Ordensmänner der Oblaten des heiligen Franz von Sales, die damals als Seelsorger in der Saarner Kloster-Pfarrei St. Mariae Himmelfahrt die geistliche Nachfolge der Zisterszienserinnen antraten.

Heute leben mit Josef Prinz, Leo Vieten und Franz Josef Flötgen noch drei Patres der Oblaten des Heiligen Franz von Sales als geistliche Mieter auf einer Etage unter dem Klosterdach im alten Äbtissinnenbau. Vom Pfarrbüro aus führt eine Treppe hinauf zur Wohnetage der Ordensleute. Zu der gehört auch eine kleine Kapelle, in der die Tag der Ordensleute um 7.15 Uhr mit ihrem M…

Wie sag ich's meinem Wähler? Nicht nur bei der SPD setzt man auch im Bundestagswahlkampf 2013 verstärkt auf Hausbesuche, um auch wahlmüde Bürger zu erreichen

Wie erreiche ich meinen Wähler? Die Frage stellt sich mit Blick auf den Bundestagswahlkampf und die seit Jahren tendenziell sinkende Wahlbeteiligung (siehe Zahl) für die Parteien und ihre Kandidaten mit besonderer Brisanz.


Mehr Hausbesuche und weniger Großveranstaltungen lautet deshalb die Wahlkampfstrategie, die die SPD auf ihrem Bundesparteitag in Hannover beschlossen hat. Auch ihr Kanzlerkandidat Peer Steinbrück will in „Wohnzimmergesprächen“ bei interessierten Bürgern für seine Politik werben.

Und was sagt seine Mülheimer Parteibasis dazu? „Ich habe das schon vor zwölf Jahren gesagt“, sagt SPD-Parteigeschäftsführer und Bundestagskandidat Arno Klare: „Wir müssen weg von den großen Plätzen und Hallen, in denen nur unsere eigenen Leute sitzen. Wir brauchen Dialog statt Papier, weil Menschen Menschen überzeugen“, betont Klare.

Er schätzt, dass rund 75 Prozent der sozialdemokratischen Hausbesucher in den letzten Wahlkämpfen von den besuchten Wählern freundlich begrüßt wurden. „Die meis…