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Es werden Posts vom September, 2017 angezeigt.

Grundschulkinder aus dem Dichterviertel wurden vom Kinderhilfswerk für ihren Einsatz in Sachen Kinderrechte ausgezeichnet

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Das Deutsche Kinderhilfswerk lud 52 Kinder und Eltern der Grundschule im Dichterviertel mit Hilfe von Sponsoren und Spendern zum Weltkindertagswochenende nach Berlin ein. Mit ihrem Einsatz und pfiffigen Ideen zu den Kinderrechten, gewannen sie den Bundespreis des Kinderhilfswerkes.  Projekt zu Kinderrechten"Dort haben wir unser Projekt beim Weltkindertagsfest am Potsdamer Platz vorgestellt und bei einer Stadt-Rallye auch das Kanzleramt besucht. Dort arbeitet die Frau Merkel und denkt darüber nach, was man Neues für Deutschland machen kann", erzählt Samira. Und ihre Mitschülerin Jasmina ergänzt: "Wir wissen jetzt, dass wir als Kinder Rechte, aber auch Pflichten haben."
Die Schüler der zweiten bis vierten Grundschulklasse besuchen die Gemeinschaftsgrundschule am Dichterviertel in der Bruchstraße. Im Sachkundeunterricht und in einer Arbeitsgemeinschaft haben sich 28 Kinder unter der Anleitung ihrer Lehrerin Renate Naderwitz mit dem Thema Kinderrechte beschäftigt. Das Er…

Neues Buch berichtet über Pioniere der Mülheimer Wirtschaft und Gesellschaft

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Es gibt sie, die Erfolgsgeschichten aus der Mülheimer Wirtschaft. Der dritte Band aus der Buchreihe „Pioniere der Mülheimer Wirtschaft und Gesellschaft“ zeigt es. 13 Autoren schlagen auf 518 Seiten einen Bogen vom Ende des 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Das von dem Wirtschaftshistoriker und ehemaligen Mannesmann-Archivar, Professor Dr. Horst A. Wessel, herausgegebene Buch dokumentiert Mülheimer Unternehmen und Unternehmerpersönlichkeiten und damit ein Stück Mülheimer Wirtschafts- und Sozialgeschichte. „Unser Buch zeigt“, sagte Wessel jetzt bei der Buchvorstellung im Haus Urge an der Bismarckstraße, „dass wirtschaftliche Erfolgsgeschichten auch in der Vergangenheit nie ein Selbstläufer waren. Sie waren immer mit Rückschlägen verbunden. Der wirtschaftliche Erfolg Mülheims stellte sich nicht nur mit der verkehrstechnisch günstigen Lage an der Ruhr, sondern auch mit der Bereitschaft ein, neue Mitbürger mit neuen Ideen rasch zu integrieren.“ 

Die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt …

Streicheleinheiten gefällig?

Jeder von uns möchte in seinem Leben anerkannt und geliebt werden. Doch es gibt Berufe, die nicht unbedingt dafür geeignet sind, die uneingeschränkte Liebe und Zuneigung seiner Mitmenschen zu gewinnen. Das fängt schon bei meinen Kollegen und Kolleginnen von der Presse an, die ob ihrer veröffentlichten Arbeit oft gescholten und nur manchmal gelobt werden. Da geht es den Damen und Herren aus dem Deutschen Bundestag, die morgen ihre Arbeitsverträge mit Ihnen, dem Souverän, für vier Jahre verlängern wollen, nicht anders. Denn die Ergebnisse ihrer Arbeit spüren wir Bürger am eigenen Leibe und sind deshalb nicht immer begeistert. Wie und warum es zu diesen Ergebnissen gekommen ist, die uns manchmal erfreuen, aber oft auch ärgern, ist für den Souverän nicht immer nachvollziehbar. Nicht nachvollziehen konnte ich gestern, warum eine Mitarbeiterin des Ordnungsamtes auf offener Straße von einer Bürgerin umarmt wurde. Offensichtlich war nur, dass ihr diese Streicheleinheit gut tat. Also ich hätte n…

Ulrike Flach: Im Zweifel für die Freiheit

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Als die damalige Kreisvorsitzende der FDP, Ulrike Flach, 1998 über die Landesliste ihrer Partei in den Bundestag einzog, war sie die zweite Frau und die erste Liberale, der dies gelang.

Schon 1991 hatte die für Siemens tätige Diplom-Übersetzerin erstmals für den Bundestag kandidiert. Aber als FDP-Wahlkreiskandidaten ohne Platz auf der FDP-Landesliste hatte sie damals keine Chance auf ein Bundestagsmandat.
Den Sprung in die Bundespolitik schaffte die seit 1975 in der FDP aktive Flach dann bei der Wahl 1998. Als FDP-Abgeordnete musste sie damals zunächst auf den Oppositionsbänken Platz nehmen. Doch rasch schaffte sie den Aufstieg die Fraktionsführung. Sie war Vorsitzende  des Bildungsausschusses, FDP-Obfrau im Haushaltskontrollausschuss, gesundheits- und technologie-politische Sprecherin der FDP, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und ab 2011 parlamentarische Staatsekretärin im Bundesgesundheitsministerium. „Das ist eines der wenigen Ministerien,“ so sagte Flach damals, „in denen man n…

Wilhelm Knabe: Der fundierte Realist

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Wilhelm Knabe war schon ein Grüner, als es die Grünen noch nicht gab. Angeregt durch seine Eltern, entwickelte  der 1923 im Kreis Dresden geborne Knabe schon als solcher früh eine intensive Naturliebe. „Sie bewegt mich bis heute und es ist mir ein Herzensanliegen, dass Kinder auch heute und morgen in Waldkindergärten, Waldspielen und Natur-Lernwerkstätten frühe Naturerfahrungen sammeln können, die ihr Bewusstsein für den Schutz der Umwelt wecken“, sagt der ehemalige 

Bundestagsabgeordnete, der am 8. Oktober seinen 94. Geburtstag feiern kann.

Als der Mit-Gründer der Grünen 1987 über die Landesliste seiner Partei in den Bundestag einzog, hatten die Grünen ihre erste Legislaturüeriode im Bonner Bundeshaus hinter sich.  „Wir wurden nicht mehr verteufelt und konnte einige unserer Vorschläge durchbringen“, erinnert sich Knabe. Für seine Fraktion saß der Wahl-Mülheimer damals im Umweltausschuss, in der Enquete-Kommission Schutz der Erdatmosphäre und im innerdeutschen Ausschuss. So konnte er mi…

Palmen für die Politik

Gar nicht marktschreierisch,sondern still vergnügt verkaufte
der freundliche Blumenhändler aus den Niederlanden am vergangenen Samstag auf dem Rathausmarkt eine Palme nach der anderen.Auch ein Ratsherr, den man politisch
nicht unbedingt mit der Farbe Grün verbindet, der aber schon
von Amtswegen in der Gefahr steht, sich (nicht nur)über die Stadtverwaltung schwarz zu ärgern, deckte sich gerne in weiser
Voraussicht bei dem Mann aus dem Land der Tulpen mit einer Palmeein. Kein Wunder, dass das Geschäft mit den Palmen ausgerechnet vor dem Rathaus so gut ging. Denn wo könnte man leichter und schneller auf die Palme gehen oder den
Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen, als im oder mit Blick
aufs Rathaus. Zu Details, Ursachen, Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie ihre Lokaljournalisten und lesen Ihre lokale Tageszeitung, am besten die mit der Grundfarbe Grün.
Denn Grün ist bekanntlich die Farbe der Hoffnung. Und der Blick ins Grüne beruhigt - nicht nur Kommunalpolitiker!

Dieser Text erschien am 1…

Wahl mit Handicap Heike, Melanie und Thorsten wissen trotz ihrer Behinderung genau, was bei der Wahl wirklich wichtig ist

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124 000 Mülheimer haben am 24. September die Wahl. Zu ihnen gehören auch Melanie (38), Thorsten (39) und Heike (60). Deshalb studieren sie jetzt mit Peter Bürgl und Martina Hackert-Kleinken in der von der Fliedner-Stiftung und der Lebenshilfe betriebenen Kontakt- und Beratungsstelle Kokobe an der Kaiserstraße den Wahlzettel und die in leichter Sprache geschriebenen Wahlprüfsteine der Partein, die die Lebenshilfe für Menschen  mit geistiger Behinderung bei den Wahlkämpfern angefordert hat.
„Mein Gott ist der lang“, findet Thorsten, als er den Muster-Wahlzettel sieht, den Hackert-Kleinken mitgebracht hat. Auf dem Wahlzettel stehen 48 Parteien, die sich um ein Mandat im 19. Deutschen Bundestag bewerben.

Thorsten muss lachen, als er beginnt, den Wahlzettel von unten nach oben zu lesen. „ÖDP, die kenne ich gar nicht!“, sagt er. „Ökologisch, demokratische Partei“, liest ihm Martina Hackert-Kleinken vor. „Was ist das denn?“ fragt Thorsten weiter, als er auf dem Wahlzettel die Partei für Veränd…

Ein Zeitsprung am Leinpfad

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Müller Flora. Der Name ist in Mülheim ein Begriff. Generationen von Mülheimern haben hier in einem urwüchsigen Birgarten mit dichtem Baumbestand ein kühles oder warmes Getränk mit Ruhrblick genossen, sich eine Bratwurst im Schatten gegönnt oder sonntags Jazz gehört.

Heute schauen wir dort auf die 1882 von Katharina und August Müller eröffnete Müller Flora und das im ehemaligen Biergarten und im ehemaligen Bootshaus und Café Leinpfad errichtete Hotel am Ruhrufer. Als der Rat der Stadt 1992 den Hotelbau zwischen Dohne und Leinpfad genehmigte, Bäume gefällt wurden und der Biergarten auf einen schmalen Streifen schrumpfte, regte sich der Bürgerprotest. Die Grünen, allen voran Peter Holderberg, gingen im Biergarten auf die Bäume und sammelten 12 000 Unterschriften gegen das Projekt, Vergebens.

Schaut man auf die Postkarte aus dem Bestand des Stadtarchivs, springt man zurück ins Jahr 1900. Auf der Ruhr schippert ein Boot mit der schwarz-weiß-roten Fahne des Deutschen Kaiserreiches.  Die Kohle…

Oskar Dierbach: Was uns trägt, ein Interview zu den Mülheimer Bibeltagen

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In Mülheim finden an diesem Wochenende wieder ökumenische Bibeltage statt, diesmal inspiriert vom Bibelwort: „Einen andern Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.“ Der 1954 als Sohn eines Maurers im Ruhrgebiet geborene und aufgewachsene Oskar Dierbach ist im Christlichen Verein junger Menschen groß geworden. Er hat eine lange Erfahrung in der christlichen Jugend- und Sozialarbeit. Seit fast 30 Jahren arbeitet der Pflegedienstleiter des Hauses Ruhrgarten in der Altenpflege. Zusammen mit engagierten Christen aller Konfessionen organisiert er, alljährlich im September, die Mülheimer Bibeltage. Was treibt ihn und seine Mitstreiter an, die am 16. und 17. September in den Altenhof an der Kaiserstraße einladen? 
Warum braucht es Bibeltage? Was können Bibeltage leisten, was ein Gottesdienst oder die persönliche Bibellektüre nicht leisten können?
Die Bibeltage sind ein offenes Begegnungsforum für Menschen, die aus ganz unterschiedlichen gemeindlichen Zusamm…

Jemand, wie Heiner Geißler fehl uns heute: Drei Fragen an die Saarner Buchhändlerin Ursula Hilberath

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Buchhändlerin Ursula Hilberath hat den Politiker und Buchautor Heiner Geißler 2001 als Gast beim Saarner Bücherfrühling kennengelernt. Wie erinnert sie sich an den streitbaren Christdemokraten, der als Sozialminister in Rheinland-Pfalz, als CDU-Generalsekretär, als Bundesfamilienminister, als Bundestagsabgeordneter und Attac-Mitglied bis zu seinem Tod am 12 . September ein Impulsgeber des öffentlichen politischen Diskurses gewesen ist.

Wie haben Sie Ihre Begegnung mit Heiner Geißler in Erinnerung?

Ich erinnere mich an einen heißen Nachmittag im Mai, an dem unsere Buchhandlung an der Düsseldorfer Straße überfüllt war und wir sogar im Schaufenster Stühle aufstellen musstem. So groß war das Interesse an Heiner Geißler, der damals bei uns sein Buch: „Wo ist Gott?“ vorgestellt hat. Ich habe Geißler damals als einen sehr freundlichen, zugewandten und bescheidenen Gesprächspartner erlebt, der mit den Gästen der Lesung angeregt und auf Augenhöhe diskutiert hat, um zu begründen, warum unsere Ges…

Als August Thyssen 1871 in Styrum sein Walzwerk gründete

Beim Namen Thyssen denkt man an Stahl, Kohle und große Industriewerke. Man staunt, wenn man das erste Verwaltungsgebäude und Materiallager sieht, das August Thyssen in Styrum errichten ließ. Dabei handelte es sich um einen umgebauten Schuppen des ehemaligen Heckhoff-Hofes. Angesichts der Entwicklung, die der Thyssen-Konzern später nahm, wirken seine Anfänge äußerst bescheiden.
Seine Keimzelle war die Kommandit-Gesellschaft Thyssen und Co, die der damals 28-jährige August Thyssen zusammen mit seinem Vater Friedrich 1871 in Styrum gründete. Mit einem Startkapital von 70.000 Talern ging Thyssen ans Werk.
Eigentlich hatte er ein Grundstück auf dem Styrumer Marktplatz erwerben wollen, wo 1893 ein Rathaus für die zwischen 1878 und 1903 eigenständige Landbürgermeisterei Styrum errichtet werden sollte. Doch das Geschäft platzte und der Unternehmensgründer musste sich nach einer Alternative umschauen. Er fand sie bei Gustav Becker, der ihm zunächst 20.000 Quadratmeter des Heckhoff-Landes verka…

Am Brunnen in der Stadt

Als man in Mülheim noch Geld für Kunst im öffentlichen Raum übrig hatte, ließ man in den 70er Jahren den Mülheimer Bildhauer Ernst Rache auf der Schloßstraße eine begehbare Brunnenplastik schaffen. Der Säulenbrunnen, der seit mehr als 40 Jahren auf der Einkaufsstraße plätschert, wird grundiert und flankiert von einem Pflastersteinteppich, einer an unsere Erde erinnernde Kugel und unterschiedlich hohe Säulen, die, ebenso wie der Brunnenrand, gerne als Sitzgelegenheit genutzt werden.

Wenn man dort Menschen beobachtet, die sich auf und in Rasches begehbarer Plastik spontan für ein kurzes Gespräch oder eine gemeinsame Rast mit Brotzeit niederlassen. Wenn man Kindern bei ihren ersten Sprüngen und Balancierübungen zuschaut, dann erkennt man: Es braucht keine Burgen, Schlösser und Kirchen, die man an einem Tag des offenen Denkmals besucht, um einen historischen Denkanstoß für die Stadt von morgen zu bekommen, in der wir uns nicht nur als Kunde mit gut gefülltem Portemonnaie, sondern auch als …

"Und sonntags gehen wir die Enten füttern!" - Ein Zeitsprung im Witthausbusch

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„Noch heute gehe ich gerne zu diesem inzwischen verwilderten Teich in den Withausbusch, auch wenn es das Entenhaus am linken Bildrand heute nicht mehr gibt“, erzählt Hildegard Hammer. Sie hat uns das 1933 bei einem Sonntagspaziergang im Witthausbusch entstandene Foto zur Verfügung gestellt. Es zeigt den damals sechsjährigen Hans Hammer junior, der mit seinen Eltern Minna und Hans Hammer die Enten im und am Teich im Witthuasbusch füttert.

Vier Jahre zuvor, also 1929, war unweit des Teiches ein Gedenkstein für den Mülheimer Lehrer, Heimatforscher und Dichter Hermann Adam von Kamp errichtet. Der hatte 100 Jahre zuvor das später als Lied gesungene Gedicht „Alles neu macht der Mai“ geschrieben.„Mein späterer Mann, den ich 1955 geheiratet habe, wohnte mit seinen Eltern in einem Haus an der Stiftstraße. Als er größer wurde, fuhr er oft auch mit seinem Roller und ohne seine Eltern zu dem Teich, um dort die Enten zu fütterm“, erzählt Hildegard Hammer aus der Familiengeschichte. Wenn sie heute a…

Vom Rhein an die Ruhr: Sabine Depew führt die Caritas im Bistum Essen

Mit einem Gottesdienst im Essener Dom und einem Festakt im Haus der Caritas ist Sabine Depew am Freitag in ihr neues Amt als Vorstandsvorsitzende und Direktorin der Caritas im Bistum Essen eingeführt worden. Bisher war die 52-Jährige für den Bereich Kinder, Jugend und Familie des Diözesan-Caritas-Verbandes im Erzbistum Köln verantwortlich.
In ihrer neuen Leitungsaufgabe trägt Depew Verantwortung für 30.000 haupt- und 5000 ehrenamtliche Mitarbeiter, die bistumsweit 750 soziale Dienste leisten. In seiner Predigt sagte der Vorsitzende des Diözesan-Caritas-Rates, Generalvikar Klaus Pfeffer: „Leben geht nur mit Caritas. Caritas bedeutet gelebte Nächstenliebe und Barmherzigkeit. Caritas heißt, diakonisch dienend Verantwortung für seine Mitmenschen zu übernehmen und nicht die Flucht vor der Wirklichkeit anzutreten.“ In einem Brief, den Pfeffer nach dem Gottesdienst verlas, forderte Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck die neue Caritas-Direktorin seines knapp 900.000 Katholiken zählenden Bistums a…

Sabine Zett und ihr Hugo begeisterten junge Leseratten

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"Diesmal haben 375 Mädchen und Jungen beim Lese-Club mitgemacht. Im vergangenen Sommer waren es nur 201", freut sich die Leiterin der Mülheimer Kinder- und Jugendbücherei Elke Hoffmann. An diesem Samstag kommen 120 erfolgreiche Leser im Grundschulalter ins Medienhaus, um sich ihre Urkunde abzuholen und die Kinder- und Jugend-Buchautorin Sabine Zett zu treffen.
Die Autorin, die früher als Journalistin Zeitungsartikel schrieb, ehe sie sich sehr erfolgreich auf das Schreiben von Kinder- und Jugendbüchern verlegte, liest an diesem Samstagvormittag aus einem ihrer bisher sechs "Hugo"-Bücher vor. Die Kinder, die vor der Bühne im dritten Stock der Stadtbibliothek Platz genommen haben, sind gespannt. Und sie werden nicht enttäuscht.

Doch bevor es ans Vorlesen  geht, will Zett erstmal wissen: "Wer von euch hat in den Sommerferien fünf Bücher gelesen?" Einige Finger gehen hoch. Die Autorin ist begeistert: "Wirklich toll!", lobt sie die kleinen Leseratten. &…

Eine streitbare Dame: Die Mülheimer CDU-Bundestagsabgeordnete Helga Wex kämpfte für eine partnerschaftliche Gesellschaft

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Das Deutschland heute von einer Bundeskanzlerin regiert wird, hätte Helga Wex gefreut, aber auch nicht überrascht. Denn, dass Frauen und Männer nur als gleichberechtigte Partner auf allen gesellschaftlichen Ebenen politisch vorankommen und einen Staat machen können, war ihr Credo.

Obwohl die Gleichberechtigung der Frauen seit 1949 im Grundgesetz steht, erlebten Wex und ihre Geschlechtsgenossen über Jahrzehnte  eine andere Wirklichkeit. Politik war Männersache, als die damals 29-jährige Helga Wex 1953 als Ministerialreferentin der NRW-Landesvertretung beim Bund in die Politik kam. Für die Frauen, die im Krieg die Arbeitsplätze besetzen mussten, die die Männer an der Front verwaist zurückgelassen hatten, sollten in den 50er Jahren wieder nach dem Motto „Kinder, Küche, Kirche“ leben.

Aber nicht mit Frau Wex. „Ich bin in die Politik gegangen, damit sich so etwas nie wieder wiederholen kann“, sagte sie einmal. So etwas, das war der Nationalsozialismus. Dessen Folgen hatte sie schon als Elfjä…

Ein Streiter für die Demokratie: Bergmann, Journalist und Politiker: Otto Striebeck war Mülheims erster Bundestagsabgeordneter.

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Vor der Bundestagswahl stellt die NRZ exemplarisch vier Mülheimer Bundestagsabgeordnete vor, die in ihrer Generation und in ihrer Partei Politik für Stadt und Bund gemacht haben. Der erste Mülheimer Bundestagsabgeordnete war der Sozialdemokrat Otto Striebeck. Seine wechselvolle Biografie liest sich wie ein Roman.

Als eines von 13 Kindern wird Otto Striebeck am 18. September 1894 im Kreis Hattingen geboren. Wie sein Vater, ergreift er nach der achtjährigen Volksschule den Beruf des Bergmanns. Den wird er bis Mitte der 20er Jahre ausüben, unterbrochen von seiner Teilnahme am Ersten Weltkrieg. Geprägt von seinen Kriegserlebnissen, tritt der kriegs-verwundete Heimkehrer 1917 in die SPD ein. Sein politisches Engagement hat Folgen. 1925 übernimmt er als Redakteur die Leitung der SPD-nahen Volksstimme in Moers. Dem sozialen Aufstieg folgt der soziale Absturz.

Denn als Sozialdemokrat und bekennender Gegner der NSDAP hat der Familienvater ab 1933 schlechte Karten.  Mal sitzt er wegen seiner Wide…

Es tut sich was an der uneteren Schloßstraße: Bäckerei eröffnet neue Filiale

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Es tut sich was an der unteren Schloßstraße, nicht nur auf dem ehemaligen Kaufhof-Grundstück und im ehemaligen Woolworth-Gebäude, sondern auch gleich nebenan im Haus an der Schloßstraße 33. Dort wird Bäckermeister Peter Hemmerle am 28. September eine neue Filiale mit 65 Sitzplätzen eröffnen. Die neue Filiale wird von der achtköpfigen Stammbelegschaft der alten Filiale bewirtschaftet. Sie wird montags bis samstags von 6 bis 19 Uhr geöffnet sein. „Wir sind hier besser aufgehoben, als in unserer bisherigen Filiale an der Schloßstraße 24, weil sich die Schloßstraße hier breiter öffnet und die Filiale ebenerdig ist, so dass wir die Filiale hier besser bespielen können“, begründet Peter Hemmerle den Umzug in das 228 Quadratmeter große Ladenlokal, das nach dem Auszug eines Kindermodeanbieters mehr als ein Jahr leer gestanden hat.
Hemmerle glaubt an die SchloßstraßeAuch wenn Umzug und Umbau ihn 400.000 Euro kosten, glaubt Hemmerle an den Standort untere Schloßstraße. „Hier tut sich viel und un…