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Es werden Posts vom Februar, 2018 angezeigt.

Immer wieder sehenswert: Das Komödchen Sorglos

Theater im Altenheim und alle haben Spaß. Das Komödchen Sorglos machte es am Wochenende möglich. Gleich zweimal füllte das Ensemble um Regisseur Andreas Pawlowski mit „Tante Olga räumt auf“ die 130 Sitzplätze im Theater der Seniorenresidenz an der Dimbeck.
Nicht nur Jürgen Loss (als arbeitswütiger Architekt Wolfgang Zimmermann), dem seine Frau Heike (Heidi Trojahn) und seine Tochter Sabrina (Desiré Növermann) auf der Nase herumtanzen, sorgten dafür, dass während des 120-minütigen Dreiakters kein Auge trocken blieb. Auch Bärbel Loss hatte als vermeintlich verwirrte, tatsächlich aber hellwache Tante Olga die Lacher der Zuschauer auf ihrer Seite.
Die ambitionierten Theateramateure verstanden es der Komödie von Rainer Martin mit Tempo, Wortwitz und Situationskomik Flügel zu verleihen und die Komik herauszuarbeiten, die in dieser Komödie daraus entsteht, dass auf den zweiten Blick nichts so ist, wie es für den Zuschauer auf den ersten Blick erscheint.
Dabei lebte das Ensemble nicht nur von se…

Ihr Smartphone weiß Bescheid

Gestern sah ich einen jungen Mann auf dem Plakat an der Bushaltestelle. Mit seiner aus Pappe gebauten Kopfbedeckung hatte er etwas von einem Rennfahrer oder von einem Astronauten. Wurde hier Autorennen oder Astronautennahrung geworben? Mitnichten. Viel mehr versuchen die Ruhrbahn und der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr ihre technikbegeisterten  Fahrgäste für das smartphone-gesteuerte Bus- und Bahn-Ticket der next Generation zu gewinnen. Check in and check out. Dein Smartphone weiß Bescheid.

Ob Du oder Sie dann besser Bescheid wissen, als vorher, hängt wohl davon ab, ob Du oder Sie noch zur analogen oder zur digitalen Generation gehören. Als Bus- und Bahnfahrgast der heutigen Generation, der sich schon als Teil der technischen Avantgarde fühlt, wenn er mit seinem Smartphone telefonieren, SMS-Kurznachrichten versenden und seine Adressen und Telefonnummern verwalten kann, stellt sich da eher die ganz profane Frage: Wird der öffentliche Personennahverkehr in der schönen neuen digitalen Welt der…

Lions helfen Mitbürgern in Not

Solchen Besuch bekommen Andrea Krause und Hartwig Kistner vom Diakonischen Werk und Superintendent Gerald Hillebrand gerne. Dr. Christian Endreß und Andreas Schmidt vom Lions-Club Mülheim-Ruhr überbrachten ihnen jetzt einen Scheck in Höhe von 6000 Euro. Das Geld kommt aus dem Verkaufserlös der Adventskalender, die der 40 Mitglieder starke Lions-Club zusammen mit seinen Kollegen aus dem Lions-Club Mülheim-Leinpfad für einen guten Zweck unter die Leute bringt. Dieser gute Zweck ist im Falle des Lions-Clubs Mülheim-Ruhr die ambulante Gefährdetenhilfe der Diakonie, die Menschen hilft, die obdachlos sind oder von Obdachlosigkeit bedroht sind. "Ohne die Hilfe, die ich hier erhalten habe, hätte ich mein Leben nicht mehr in den Griff bekommen. Das wäre dann sicher ganz schlimm geworden", sagt ein 61-jähriger Mann, der nach zweijähriger Obdachlosigkeit jetzt ein Apartment im Diakoniehaus an der Kaiser-Wilhelm-Straße bewohnt und inzwischen wieder einer geregelten Arbeit nachgeht.

Das H…

Da ist Musik drin

Wer, wie ich, an der Schloßstraße wohnt, braucht kein Radio. Er muss nur das Fenster öffnen. Dann kann er sicher sein, dass irgendein Straßenmusikant, ob mit der Geige, E-Gitarre, der Panflöte, der Trompete oder einem Saxophon alles spielt, was die Notenblätter hergeben. "Spanisch Eyes", "An der schönen blauen Donau oder wenn es mal wieder so weit ist: "Alle Jahre wieder"!

Als Zuhörer muss man natürlich eine gewisse musikalische Toleranz mitbringen. Denn nicht jeder Musiker, der auf der Straße steht, könnte auch bei den Wiener Philharmonikern unter Vertrag stehen. Aber dafür spielen sie ja auch ohne jede Gage oder den Anspruch auf Gema- oder Rundfunkgebühren.
Und wenn man bei manchen Musikern, die auch jetzt bei winterlichen Temperaturen unverfroren und unverdrossen weiter spielen, den einen oder anderen Groschen ins Körbchen oder in den Geigenkasten fallen lässt, würde man sich schon wünschen, dass mal der Dirigent eines großen Orchester vorbei käme, um sie und…

Wer geht, lebt gefährlich

Wie kann man den Kohlendioxid-Austoß verringern und so und so unser Klima retten, ehe wir vom Winde verweht sind oder uns das Wasser in den Küstenregionen bist zum Hals steht. Darüber werden ganze Konferenzen abgehalten, deren Teilnehmer meistens mit dem Auto oder per Flugzeug anreisen, so dass erst mal wieder jede  Menge CO2-Abgase in die Atmosphäre gepustet werden. Auch die dreckigsten Diesel erst mal weiter über unsere verstopften Straßen fahren, damit der Rubel rollt.

Doch wer den Klimaschutz wirklich befördert, in dem er zu Fuß geht, wird an manchen Stellen des Stadtgebietes auf so schmale und zudem oft noch so hinfällige Wege abgedrängt, dass das Gehen manchmal zum Drahtseilakt wird, wenn die bis auf den einen oder anderen fröhlichen Furz garantiert abgasfreien Fußgänger sich den zugunsten der Fahrbahn dezimierten Gehweg mit den ebenfalls garantiert abgasfreien Radfahrern teilen müssen. Da kommt man sich als Fußgänger auf dem Gehweg schon mal, wie ein Hase im Jagdrevier vor. Frei…

Ein Soli für Mülheim?!

Als Mitarbeiter der Redaktion  konnte ich gestern schon in die Zeitung von heute schauen. Doch auf die Voraussicht auf das 35 Millionen Euro große Loch bei den Gewerbesteuereinnahmen der Stadt hätte ich gestern genauso gerne verzichtet, wie sie heute.

Angesichts immer neuer finanzpolitischer Hiobsbotschaften aus dem Rathaus  möchte man dem Kämmerer eine Lotto-Flatrate und eine  Dauerkollekte in allen Mülheimer Kirchen und eine Fastenaktion aller städtischen Mitarbeiter: „Wir arbeiten ‘Sieben Wochen ohne’ Lohn“ wünschen. Doch auch, wenn es sich bei „Sieben Wochen ohne“ um eine kirchliche Fastaktion handelt, würde sich der Kämmerer mit so einem Vorschlag wohl eher ein blaues Auge und den Segen von Kloster Kamp in Person von Sankt Verdi, als eine schwarze Null einhandeln. Da bleibt wohl nur eins, lieber Herr Oberbürgermeister und lieber Herr Stadtkämmerer: Mülheim muss sich zumindest so lange von einer ostdeutschen Stadt eingemeinden lassen, bis der Solidaritätszuschlag nicht mehr nur dem…

Ein Zeitsprung zwischen Leineweberstraße, Berliner Platz und Delle

Heute schauen wir mit einem Foto von Walter Neuhoff zurück in die zweite Hälfte der 1980er Jahre. Von der Ecke Friedrich-Ebert-Straße-Leineweberstraße blickte er damals auf den Berliner Platz, der angesichts des 1989 eingeweihten Sparkassen-Neubaus eine Großbaustelle war.

Neben der neuen Hauptgeschäftsstelle der Sparkasse entstand auch ein neuer Wohn- und Büro-Komplex am Berliner Platz, in den unter anderem die Geschäftsstelle der Barmer Ersatzkasse und die Sparkassen-Immobilien-Tochter FDL einzog.

Nach dem Abriss des 1965 errichteten Neckermann-Kaufhauses hatte der Berliner Platz, dessen großflächiger Brunnen einst ein beliebter Jugend- und Familientreff war, über Jahre ein Schattendasein als Parkplatz gefristet.

Durch das Foto aus den späten 1980er Jahren fährt eine Nostalgie-Bahn, die bis heute unter anderem gerne für Betriebs- und andere Festfahrten genutzt wird. Die alte Tram erinnert an die Nachkriegsjahren, in denen die Mülheimer Straßenbahn fast 50 Millionen Fahrgäste pro Jahr be…

Ein winterlicher Zeitsprung an der Ruhr mit Blick auf den Kahlenberg

Immer wieder schön, der Blick von den Saarner Ruhrauen auf den Kahlenberg, heute einmal mit Eisschollen auf der Ruhr und einmal im Sonnenschein.Die historische Aufnahme aus dem Stadtarchiv zeigt die auf 14 Kilometern durch die Stadt fließende Ruhr und den Kahlenberg im Winter 1907/1908. Das Gebäude, das wir am Horizont sehen wurde 1890 als Kahleberg-Restaurant eröffnet. Ab 1952 diente es der Stadt als Jugendherberge. Heute befindet sich dort ein privates und exklusives Wohnquartier mit Ruhrblick.

Damals war Mülheim auf dem Weg zur Großstadt. Im April 1908 sollte der 100.000. Mülheimer das Licht der Welt erblicken. Eisschollen auf der Ruhr waren anno dazumal nichts ungewöhnliches. Wie man in der Lokalpresse nachlesen kann, war die Ruhr auch in den Wintern 1953/54, 1962/63 und 1984/85 zum Teil oder gänzlich zugefroren, so dass die Mülheimer zu Fuß über die Ruhr gehen konnten.

Andere Mülheimer trauten sich auch mit Schlittschuhen oder mit ihren Fahrrädern aufs Ruhreis. Weil das nicht ungef…

Wenn Schüler uns was lehren

Wer hätte gedacht, dass es so vergnüglich sein kann, zur Schule zu gehen und das am Wochenende.

Die Musicalaufführung der Saarner Gesamtschüler machte es möglich. Mit Spielfreude, Herzblut, Souveränität und Professionalität brachten sie „Den kleinen Horrorladen“ auf die Bühne
und ihr Publikum zum Lachen.

Die Geschichte, die sie in Szene setzten, war
buchstäblich furchtbar komisch.
Der unscheinbare und schüchterne
Angestellte eines Blumenladens wird über Nacht
zum Star und dann zum Opfer seines
eigenen Erfolges, weil die von
ihm gezüchtete fleischfressende
Pflanze nicht nur Fleisch und Fliegen
zum fressen gerne hat und immer
„mehr, mehr“ haben will, so dass sie am Ende sogar ihren eigenen Schöpfer mit Haut und Haaren
verschlingt.

Und die Moral von der Geschicht: Wer immer mehr haben will, ist nicht ganz dicht und am
Ende ein ganz armer Wicht. Man sieht: Schülern, zumal so kreative, wie an der Gesamtschule
Saarn lernen nicht nur fürs Leben.
Sie können uns alle auch fürs Leben lehren, weil man ja nie aus…

Kleine Bühne machte großen Spaß: So unterhaltsam und lebensklug kann das literarische Kabarett sein. Das Ensemble um Volkmar Spira glänzte am Wochenende bei gleich drei Premieren

Intelligente Unterhaltung, die Spaß macht. Das gibt es, zum Beispiel bei der Premiere der Kleinen Bühne, die am Wochenende im Petrikirchenhaus und im Studio 1 über die Bühne ging. Der Titel des 18. Programms „Alles Theater – Spaß und Spötter“, mit dem das Ensemble um Volkmar Spira sein zehnjähriges Bestehen feierte, war Programm. Schon das Ambiente der Aufführungsorte sorgte für Kabarett- und Salon-Atmosphäre. Die überspringende Spiel- und Sprachfreunde der reifen Wortkünstler und der sie begleitenden Musikerinnen Petra Stahringer (Klavier), Bärbel Bucke (Akkordeon) und Ulrike Dommer (Bratsche und Percussion) machten den Abend rund.

Es wäre unmöglich und unangemessen auch nur einen der Darsteller und Rezitatoren hervorzuheben. Christa Böhler, Ursula Bönte, Justus Cohen, Monika Gruber, Günter Johann, Gustav an Huef, Linda Oerter und der hinter den Kulissen wirkende Bühnentechniker und Geräusche-Macher Joachim Oberpeilsteiner lieferten eine überzeugende Mannschaftsleistung ab.
100 Program…

Überzeugende Premiere am Raffelberg: Authentisch und emotional inszenierte das Junge Theater an der Ruhr Kleists „Die Marquise von O“

Was hat uns Heinrich von Kleist mit seiner „Marquise von O“ heute noch zu sagen? Eine Menge. Das  zeigte jetzt die Premiere im Jungen Theater an der Ruhr. Esther Hattenbach (Regie) und Sven Schlötcke (Dramaturgie) machten die Bühne zum Laufsteg. Die Schauspieler traten zum Teil aus dem Publikum heraus auf die Bühne.

Trotz eines minimalistischen Bühnenbildes, das letztlich nur aus einigen Stühlen bestand, sorgten Joanna Kitzi, Gabriella Weber, Nico Ehrenteit, Oliver Kerstan, Thomas Schweiberer und Rupert Seidl mit ihrer überzeugenden Schauspielkunst für eine Emotionalität und eine packende Atmosphäre, der man sich als Zuschauer nicht entziehen konnte und wollte. Der Applaus und die Bravo-Rufe zum guten Schluss waren der konsequente Lohn für den leidenschaftlichen Einsatz auf der Bühne.

Dass die Schauspieler mit ihren Charakteren so authentisch rüberkamen und deren Zerrissenheit zu spüren war, hatte auch mit der gut eingestellten Ton- und Lichttechnik zu tun. Scheinwerfer und Standmikrofo…

Das nennt man wohl Kapitalismus

Das gestern Aschermittwoch war wusste ich. Das der Aschermittwoch und der Valentinstag 2018 auf einen Tag fallen, war mir aber entfallen- So staunte ich in einem Blumengeschäft über das Meer von roten und teuren Rosen. Der Preisgestaltung schien mir wie die Verkehrung eines Werbespruchs: „Kaufen Sie ein Rose und zahlen Sie einen ganzen Strauß.“  Meines Wissens mussten die Brautpaare, die der Bischof Valentin von Terni im  dritten Jahrhundert gegen das ausdrückliche Verbot des römischen Kaisers nach christlichem Ritus vermählte, für die Blumen, die er ihnen nach der Trauung in seinem Garten pflückte, nichts bezahlen. Sie waren sein Hochzeitsgeschenk an die Liebenden. Der heilige Blumenfreund war eben Priester und kein Geschäftsmann. Auch der Klingelbeutel und die Kirchensteuer waren ihm unbekannt. Statt dessen musste er seinen Ungehorsam gegen das kaiserliche Hochzeitsverbot mit dem Leben bezahlen.

Und aus dieser Tragödie macht die Blumen-Branche im Namen der unbezahlbaren Liebe heute e…

Gegen den Muff von 1000 Jahren: 1968 rebellierte auch die Mülheimer Jugend gegen die erstarrten gesellschaftlichen Strukturen - Zeitzeuge Hans Georg Hötger erinnert sich

50 Jahre ist es her, dass auch an der Ruhr die Jugend „gegen den Muff von 1000 Jahren“ rebellierte. Stadtrat Hans-Georg Hötger, heute beim Bürgerlichen Aufbruch aktiv, erinnert sich noch gut an die Zeit des gesellschaftspolitischen Umbruchs- und Aufbruchs.
„Ich habe damals 27-jährig an der noch neuen Ruhr-Universität in Bochum Geschichte, Germanistik und Soziologie studiert und neben dem Studium als Jungsozialist den SPD-Ortsverein Holthausen aufgemischt“, erinnert sich Hötger an seine Sturm- und Drang-Zeit.

„Mit Ihren langen Haaren kommen Sie nie in den Stadtrat“, sagte ihm damals sein Parteigenosse Hans Meinolf und irrte. Hötger sollte für die SPD in den Stadtrat einziehen und später mit seinen ratsinternen Informationen auch das alternative Stadtmagazin Freie Presse füttern.
Heute unvorstellbar, besetzten damals Jugendliche die zentrale  Innenstadt-Kreuzung, um gegen geplante Fahrpreiserhöhungen für Bus und Bahn zu protestieren. Und wenige Jahre später besetzten sie die zum Abriss fre…

Bloß nicht in Sack und Asche gehen

Nein. Es ist nicht alles vorbei am Aschermittwoch, auch wenn uns das ein Karnevalsschlager weismachen will. Gut der Hoppeditz ist beerdigt und die Tollitäten mussten abdanken. Aber machen wir uns nichts vor. Nach dem Aschermittwoch ist ja im Grunde schon wieder vor dem Elften im Elften. Eines ist gewiss. Die Narretei geht weiter, auch wenn der Karneval vorbei ist. Also feiern wir weiter das Leben und gehen nicht in Sack und Asche, auch wenn uns der Aschermittwoch zurecht daran erinnert, dass unser Leib dereinst zur Asche wird. Das sollte unsere unsterbliche Seele aber nicht betrüben und uns auch zwischen Aschermittwoch und dem 11.11. nicht daran hindern, uns des Lebens zu freuen.

Denn es gibt immer wieder Lichtblicke. Einer davon begegnete mir gestern an der Schloßstraße, wo ein italienische Eiscafé nach seiner Winterpause wieder eröffnet hat. Wenn dieser Hauch von Bella Italia kein Grund ist, um schon mal in ersten Frühlingsgefühlen zu schwelgen. Jetzt kommen Sie mir bloß nicht damit,…

Ein Zeitsprung an der Ruhr: Ein Rückblick auf die Friedrich-Wilhelms-Hütte

Mit einer Aufnahme aus dem Stadtarchiv springen wir heute zurück in den Kriegswinter 1940 Man sieht die 1811 von Johann Dinnendahl gegründete und seit 2001 zum Unternehmensverbund der Georgsmarienhütte Holding gehörende Friedrich-Wilhelms-Hütte (FWH). Die FWH war ab 1933 Teil der Deutschen Eisenwerke AG. In der zuletzt kriselnden Hütte werden Stahl- und Eisenguss-Produkte hergestellt.

Ab 1939 ist sie ein kiegsrelevanter Rüstungsbetrieb und beschäftigt während des Zweiten Weltkrieges unter anderem verschleppte Zwangsarbeiter aus der damals zur Sowjetunion Stalins gehörenden Ukraine. 60 Jahre danach besuchen einige der ehemaligen Zwangsarbeiter den Ort ihrer Ausbeutung und ihrer Pein. Beim Wiedersehen in der Friedrich-Wilhelms-Hütte sind die ehemaligen Zwangsarbeiter ohne Groll und lassen sich von der Mülheimer Historikerin Barbara Kaufhold bereitwillig als Zeitzeugen interviewen. Dabei sprechen sie unter anderem über die 1903 geborene Mülheimer Dolmetscherin Eleonore Helbach, die ihnen …

„Das macht ja richtig Spaß!“ Bewohner und Mitarbeiter aus dem Dorf der Theodor-Fliedner-Stiftung fuhren und gingen gestern bei der Röhrengarde Silber-Blau mit

Für Katzenfrau Eva, Cowboy Gunar, Ritter Norbert, Clown Christian, Prinzessin Anna, die Löwenfrau Christina und die beiden Musketiere Justin und Dieter ist es ein besonderer Rosenmontagszug. Zum ersten Mal fahren sie auf einem Wagen mit und werfen Kamelle, statt nur am Straßenrand zu stehen und Kamelle zu fordern. Die Röhrengarde Silber-Blau und ihre Wagenbau Lothar Schott und Rüdiger Rute haben es möglich gemacht.

Begleitet werden die Bewohner aus dem Fliednerdorf vom Heilerziehungspfleger Timo Wäller, der als Hase mit an Bord ist und der Sozialarbeiter Andreas Hesse, der als Power-Flower-Mann mit Sonnenbrille den Jecken am Straßenrand in die Augen schaut und ihr Verlangen nach Süßem stillt.

Mit von der silber-blauen Zugpartie sind auch die Wohnbereichsleiter des Fliednerdorfes Friedhelm Tissen und Angela Eisch-Müller. Sie haben zusammen mit den Röhrerngardisten vom Ordnerteam den härtesten Job. Denn sie müssen die Augen während des knapp 100-minütgen Zugfahrt überall haben, damit kein…

Nur nicht nachlassen

Sage noch einer: Politiker würden sich für ihre Mitbürger nicht ins Zeug legen. OB Ulrich Scholten und Stadtrat Peter Beitz traten gestern den Gegenbeweis an. Beim Prinzenempfang traten sie für die Karnevalisten und damit auch für alle Mülheimer, die am Rosenmontag am Straßenrand in der Stadtmitte auf Kamelle warten, kräftig in die Pedale. Damit erstrampelten sie  Bonbons, Schokoriegel, Plüschbären und manchen Leckerbissen mehr, den die Energie- und Wasserversorger Innogy und RWW den Jecken als Wurfgut spendieren. Das ist doch wirklich mal eine positive Nachricht, dass Kommunalpolitiker und Versorger dafür sorgen, dass die Mölmschen am Rosenmontag etwas zu beißen haben und, etwa in Form von Schokoriegeln und Streicheleinheiten, Marke Kuschelbär, einen Energieschub bekommen. 

Wer hätte das gedacht, das Volksvertreter und Versorger ausgerechnet in der närrischen Hochzeit ihren Auftrag, für das Wohl der Bürger zu sorgen, so ernst nehmen. Hoffentlich ist in dieser Hinsicht am Aschermittwoc…

Rosenmontagsansichten

Der Rosenmontag begann für mich mit einer Überraschung . „Tolles Kostüm!“, rief ich dem Mann im vermeintlichen Scheich-Kostüm zu. Doch als mich der ältere Herr etwas irritiert anschaute, merkte ich: Für den Mann arabischer Herkunft war seine Kleidung, mit der er durch die Innenstadt lief, keine Karnevalskostüm, sondern eine für ihn landesübliche Tracht, so als begegne man in Bayern Menschen in Dirndl und Lederhose. So etwas nennt man wohl kulturelle Identität und Vielfalt. Später, während des Rosenmontagszuges, sah ich in der Menschenmenge dann auch noch einige Männer im Scheichkostüm, die diese arabische Tracht tatsächlich als Karnevalskostüm trugen. Der Karneval zeigt uns also gerade an seinem höchsten Feiertag. Unsere kleine und große Welt ist bunt und jeder Jeck ist anders.

Nur auf die Ansicht schwarzer Gesichtsmasken, wie sie die IS-Terroristen in Syrien und im Irak oder in ihren Propaganda-Videos tragen, hätte ich bei diesem Rosenmontagszug gerne verzichtet. Da halte ich es dann …

Ein Fest für das Leben in der Stadt

Heute kommt er um 14 Uhr, der Rosenmontagszug, der seit 60 Jahren vom Hauptausschuss Groß-Mülheimer Karneval und seinen Gesellschaften auf die Straßen der Innenstadt gebracht wird. Die Karnevalsmuffel lachen, wenn sich kostümierte Mitmenschen in der Innenstadt tummeln und sie zu einem Art Disneyland machen. 

Die Karnevalsfans lachen auch und rufen „Uss Mölm Helau“ und fordern Kamelle. Und das Tollste ist: Sie bekommen, wonach sie verlangen, ohne dafür bezahlen zu müssen. Es ist mehr als reine Narretei, dass 1500 aktive Karnevalisten durch ihre Mitarbeit und ihre Spenden einen bunten Zug durch die Straßen der oft gescholtenen und an vielen Stellen notleidenden Innenstadt schicken und dabei Kamelle und  gute Laune unter die 10 000de von Jecken bringen, die hier vor Ort buchstäblich die Wirtschaft ankurbeln.

Das ist mehr, als manche hauptamtliche Strategen bewerkstelligen, die uns blühende Landschaften versprechen, aber Leerstände und Schlaglöcher bescheren. Immerhin macht ein Rosenmontags…

Finale Furioso beim blau-weißen Saal-Karneval im Altenhof

Am Samstag hatten die Jecken die Qual der Wahl. Denn die Mölmschen Houltköpp, die MüKaGe und die Kirchengemeinden Engelbert und Mariae Rosenkranz luden zeitgleich mit der aus der Kolpingsfamilie erwachsenen KG Blau Weiß zu ihren Prunksitzungen.

Allein 380 Gäste kamen zur 71. Prunksitzung der Blau-Weißen in den Altenhof. Die Kostümdichte der stimmungsgeladenen und feierwilligen Jecken lag bei gefühlten 100 Prozent. Und das Wort Sitzung nahmen die meisten Piraten, Cowboys, Polizisten, Indianer, Sträflinge, Engel- und Teufelsweiber nicht wörtlich. Da wurde zwischen den eng gestellten Tischreihen geschunkelt und geklatscht, was das Zeug hielt. Nicht nur die Akteure im Scheinwerferlicht, auch das Catering-Team aus dem Ratskeller kam in der Narrenhochburg ins Schwitzen.

Ja, so ist das, zumal in einer kurzen Session. Wenn es am schönsten ist, muss man auch schon wieder aufhören. Bei ihrem Heimspiel im Finale des Saalkarnevals liefen Prinz Jürgen, Prinzessin Janine und  ihre Paginnen Karina und…

Der Rollenwechsel will gekonnt sein

Politiker wechseln gerne mal die Rollen. Man sah es am Donnerstag beim Rathaussturm der närrischen Weiber, als Oberbürgermeister Ulrich Scholten als Tanzmariechen eine gute Figur machte. Was tut Man(n) nicht alles, um Frauen zu gefallen. Vielleicht hat den OB der närrische Rollenwechsel auch deshalb gereizt, weil er als Tanzmariechen absolut konsensfähig ist. Wer hat schon was gegen Tanzmariechen? Auch, wenn Sen nicht so grazil wie seine Kolleginnen auftreten kann, hat er doch als das etwas andere Tanzmariechen in diesen Tollen Tagen, da auch andere kostümierte Zeitgenossen gerne in andere Rollen schlüpfen, nicht nur die Lacher, sondern auch die Sympathien auf seiner Seite.

Das kann derzeit nicht jeder Politiker von sich behaupten, obwohl oder gerade, weil er sich zum Narren macht und die  politische Bühne in Berlin wie ein Tollhaus aussehen lässt.
Der Rheinländer Martin Schulz, der sich bei seine Salto vorwärts ins Auswärtige Amt und rückwärts ins politische Abseits das politische Geni…

In Memoriam: Ernst Rasche 1926 - 2018

Der Bildhauer Ernst Rasche ist tot. Der Ruhrpreisträger des Jahres 1962 und Mitgründer der Arbeitsgemeinschaft Mülheimer Künstler und des Mülheimer Kunstvereins ist am 4. Februar im Alter von 91 Jahren gestorben. Als Mensch und Künstler schöpfte Rasche aus der Kraftquelle seines christlichen Glaubens. Er war eine beeindruckende und inspirierende Persönlichkeit, die weit über den Tellerrand der Kunst hinaus dachte. Sein Künstlerfreund Heiner Schmitz, der ihn noch vor wenigen Monaten besuchte, war von Rasches geistiger Vitalität tief beeindruckt. Nach dem Rasche bereits 2016 vom Duisburger Lehmbruck-Museum mit einer Werkschau und einem zweibändigen Katalog gewürdigt worden war, will sich Schmitz jetzt für eine posthume Werkschau im städtischen Kunstmuseum Alte Post einsetzen, 

Nicht nur die Altarräume der katholischen Stadtkirche St. Mariae Geburt und der evangelischen Petrikirche tragen seine Handschrift. Das Mahnmal auf dem Jüdischen Friedhof kam ebenso aus seiner Werkstatt, wie die in…

Karneval für Kind und Kegel: Eindrücke vom Volksfest der Röhrengarde und von der Kinderprinzenproklamation

We are family. Wir sind eine Familie“, heißt es in der Tanzshow, die die großen und die kleinen Tollitäten am Wochenende beim Volksfest der Röhrengarde und bei der Kinderprinzenproklamation auf die Bühne zauberten.

Das passte. Denn bei beiden Karnevalsveranstaltungen in der Aula der Realschule Stadtmitte und im Autohaus Extra konnte man an den vielen kleinen und großen Karnevalisten, die auf und hinter der Bühne aktiv waren, miterleben, dass der mölmsche Karneval eine große Familie ist, in der jeder mit anfasst und sein Talent einbringt, ob als Tanzmariechen in der Garde, als Trommler oder Trompeter im Musikzug, als Schlumpf oder Cowgirl in der Showtanztruppe, als Ton- und Lichttechniker oder auch als tatkräftiger Teil des Cateringteams. „Jeder weiß, was er zu tun hat, und die Leute haben Spaß“, freute sich am Samstagabend Röhrengardistin Margot Jansen, die auch hauptberuflich im Catering arbeitet.

Alle machten mit
„Ich finde es toll, dass die familiäre Tradition im Karneval …

Was reife Jecken begeistert: Eindrücke von der Seniorensitzung Lachende Herzen

Auch wenn diesmal einige Plätze im Theatersaal der Stadthalle frei blieben, bleibt es dabei: Die Seniorensitzung ist für die Karnevalisten, was die Westkurve auf Schalke für die Fußballer. 1000 Senioren gehen mit, klatschen, schunkeln und sie können auch mit singen. Das weiß Oberbürgermeister Ulrich Scholten sehr zu schätzen. Unter der Narrenkappe löst er vor den reifen Jecken das Versprechen ein, das er den Tollitäten geben musste. Mit musikalischer Rückendeckung der Ein-Mann-Kapelle Horst Herrmann singt er den Karnevals-Klassiker „Echte Fründe stonn zusammen!“ Und weil’s so schön war, gibt er dem Publikumsverlangen nach: Zugabe mit „O, mein Papa!“

Auch die schrecklich schöne Liselotte Lotterlappen, die sich bei genauerem Hinsehen als echter Kerl, namens Joachim Jung erweist, kommt nicht ohne Zugabe von der Bühne. Und das, obwohl der Mann, der als Frau auftritt, nicht nur singt: „Theater, Theater. Der Vorhang geht auf“, sondern auch kräftig austeilt. Erst muss das Publik…

Ansichten einer närrischen Regentin: Ein Gespräch mit der Mülheimer Stadtprinzessin Janine Müller

Ehe Stadtprinzessin Janine I. ab heute auf der närrischen Wolke 7 schwebt, gab die karnevalistische Frontfrau der Lokalredaktion ein ganz bodenständiges Interview.

Frohsinn ohne Frauen. Warum ist das unmöglich?

Was geht überhaupt ohne Frauen?

Karneval ohne das bunte Bild der Frauen, ohne die Emotionen wäre doch nur die Hälfte wert. Es gäbe nur Tanzmajore und Männergarden, und davon nicht wirklich viele. Gut, dass die Emanzipation auch im Karneval Einzug gehalten hat. In den Vereinen findet man inzwischen viele Frauen in führenden Positionen. Dies macht sich auch in den Veranstaltungsprogrammen positiv bemerkbar.

Worüber können Sie als Frau gar nicht lachen?

Über diejenigen, die den Karneval, oder die Öffentlichkeit generell, als Bühne für Belästigungen nutzen und über Witze, die auf Kosten von Minderheiten gemacht werden.

Sollten sich Frauen und Männer zum Narren machen?

Die Welt ist so schon ernst genug. Man sollte sich aus diesem Grund, nicht nur im Karneval zum Narren machen. …

Nur keinen Ärger mit den Frauen

Was geht eigentlich ohne die Frauen? Das fragt Stadtprinzessin Janine Müller im Interview und meint diese Frage rhetorisch. Spätestens am heutigen Weiberfastnachtsdonnerstag, liebe Geschlechtsgenossen, dürfen wir Herrn der Schöpfung uns eingestehen. Ohne Frauen geht gar nichts. Selbst der stärkste Mann hätte ohne die erste Frau in seinem Leben, seine Mutter, gar nicht erst das Licht der Welt erblickt.

Auch das wir vom Knirps zum Mann hochgepäppelt worden sind, haben wir im Wesentlichen unseren Müttern zu verdanken. Bei Familienkrisen aller Art, vom Liebeskummer über die Fünf in Mathe bis zur Verwaltung der Haushaltskasse, ist es oft eben nicht das vermeintlich starke Geschlecht, das seinen Mann steht. Also seien wir Männer froh, dass wir sie haben, die Frauen. Denn ohne sie würde uns niemand sagen, was wir zu tun und zu lassen haben: „Bring den Müll runter! Räum dein Zimmer auf! Trink nicht so viel!“ Und auch wenn Sie Ihn manchmal damit nervt, dass Sie es mit Ihm „ja nur gut meint“, so…

Auf die Unterlage kommt es an

Was braucht man eigentlich für einen gelungenen Rosenmontagszug? Natürlich gute Laune, Gesellschafts- und Motivwagen, Kamelle hoch zehn, entsprechende Auffangtechniken und Behältnisse sowie Fuß- und Musikgruppen, Ordnungskräfte und Erst-Helfer, wenn aus dem Spaß doch mal unvermittelt Ernst werden sollte. Aber das ist eben nicht alles? 

Ja, was soll denn da noch kommen , außer den fleißigen Müllmännern von der Mülheimer Entsorgungsgesellschaft, die nach dem Rosenmontagszug den Rest vom Karnevalsfest von der Straße fegen müssen, was bestimmt nicht lustig oder gar vergnügungssteuerpflichtig ist. Ganz einfach: „Es ist noch Suppe da!“ Wir hörten es bereits im Karnevalsschlager. Und im Mülheimer Falle handelt es sich um Erbsensuppe, mit der die Helfervereinigung des Technischen Hilfswerks die 1000 aktiven Teilnehmer des Rosenmontagszuges mit Erbsensuppe vor dem Start der närrischen Karawane beköstigen wird. Darauf hat der Vorsitzende der THW-Helfervereinigung, Wolfgang Thommessen, gestern be…

Spaß und Spötter auf der Kleinen Bühne des Backsteintheaters

Stadtmitte „Alles Theater - Spaß und Spötter!“ Das kann ja heiter werden und das soll es auch, wenn das 18. Programm der Kleinen Bühne des Mülheimer Backstein-Theaters am 16., 17. und 18. Februar gleich dreimal Premiere hat. Wer sich ab dem 5. Februar an der Information des Evangelischen Krankenhauses ein Ticket für die eintrittsfreie Aufführung sichert, kann am 17. oder 18. Februar (jeweils um 19 Uhr) im Studio 1 an der Schulstraße 10 mit von der Kleinkunstpartie sein. Wer die Vorpremiere erleben möchte, die am 16. Februar um 19 Uhr im Petrikirchenhaus miterleben möchte, muss sich unter s 43 72 801 eine Karte vorbestellen.
Freuen dürfen sich die Zuhörer auf ein Literarisches Kabarett mit szenisch rezitierten und gespielten Spitzfindigkeit über Simples und Gereimtes, Gott und Glauberei, Spötteleien für Jung und Alt, Behutsamkeiten und das Eheglück. Neben Klassikern, wie Joachim Ringelnatz, Christian Morgenstern und Robert Gernhardt, werden auch sprachliche Leckerbissen aus der Feder des …

Der Oberbürgermeister vor einer närrischen Herausforderung

Als Kommunalpolitiker ist man froh, wenn man mal den Ton angeben kann. Doch Oberbürgermeister Ulrich Scholten sieht dem Vernehmen nach dem Weiberfastnachtsdonnerstag mit gemischten Gefühlen entgegen, soll er doch dann vor dem Rathaussturm der Möhnen den Karnevalsschlager: „Echte Freunde stehen zusammen!“ singen, weil die Tollitäten es so wollen.   Die Herausforderung ist für Scholten zweischneidig. Gerät sein Sängerauftritt auf dem Rathaus-Balkon zur grandiosen Show, bekommt er anschließend vielleicht den einen oder anderen Auftritt und vielleicht sogar einen Anruf aus einer der großen Musikstudios. Dann könnte er als singender OB die Stadtkassen klingeln lassen und den Namen Mülheim auf einen Schlag landesweit bekannt machen.

Wenn das keine Wirtschaftsförderung ist. Aber vielleicht hat Scholten ja auch Angst vor der eignen Courage und fürchtet, dass er den Ton nicht nur nicht angibt, sondern gar nicht erst trifft. Auch im Karneval möchte ein OB ja nicht als Witzfigur erscheinen. Aber …

Der Identitätsentwickler: Christoph Wallrafen

Der Wirtschaftswissenschaftler Christoph berät Unternehmer und Manager. Doch als Unternehemensberater möchte sich der 48-jährige Familienvater nicht bezeichnen. Er sieht sich als Identitätsentwickler. Jetzt ging der Absolvent einer Bonner Klosterschule für einen Abend ins Kloster Stiepel um dort über christliche Unternehmeridentität und Unternehmeridentität zu sprechen. Warum das? Was haben Kirche und Unternehmen gemeinsam, wenn es um Identität geht? "Viel!" sagt der in Düsseldorf lebende und arbeitende Identitätsentwickler.

Auch die katholische Kirche sieht der katholische Ökonom mit Messdienervergangenheit als ein Unternehmen, ein Unternehmen im Dienste der Menschen und ihres Seelenheils. "Wenn Unternehmer, Manager und ihre Unternehmen in eine Krise geraten und neue Impulse brauchen, um wieder Fahrt aufzunehmen, hat das oft mit einer Identitätskrise zu tun, weil sich die Unternehmensführung den Wurzeln und dem Gründergeist ihres Unternehmens entfremdet haben", wei…

Schule ohne Rassismus: Mit diesem Titel, der heute offiziell verliehen wird, verpflichtet sich die Realschule an der Mellinghofer Straße zu einem klaren Profil: Nachgefragt

Am 3. Februar 2018 wird im Rahmen des Tages der Offenen Tür an der Eingangstür der Realschule Mellinghofer  Straße das Schild mit dem Titel: „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ angebracht. Im Gespräch erläutern der für die Schülervertretung zuständige Lehrer Christian Kamann und die Schülervertreter Justin Kortheuer (16) und Mohamed Haimami (14), was es mit dem Projekt auf sich hat.
Wie kam es zu der Bewerbung um den vielversprechenden Titel?
Christian Kamann: Das Eintreten gegen Rassismus und für Zivilcourage sind unserer Schulgemeinschaft wichtig. 90 Prozent der Schüler, Lehrer und Mitarbeiter haben  das bei einer Umfrage mit ihrer Unterschrift bestätigt. Wir führen an unserer Schule ein Deeskalationstraining durch. Es gibt aber auch eine Stolperstein-AG, die Opfer-Biografien aus der NS-Zeit recherchiert. Und in unserer Aula gibt es eine Ausstellung über Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus. Ältere Schüler führen ihre jüngeren Mitschüler regelmäßig durch diese Aus…

Die Kinder und Kollegen wird sie vermissen: Grundschullehrerin Jutta Putz geht nach 40 Berufsjahren in den Ruhestand

„Das ist ein schwerer Verlust und wir bekommen so schnell keinen Ersatz“, sagt die Rektorin der Grundschule an der Barbarastraße, Gabriele Ripholz. Am letzten Tag dieses Monats muss sie ihre Kollegin Jutta Putz in den Ruhestand verabschieden. Sie tut es auch deshalb mit besonders schwerem Herzen, weil mit Jutta Putz eine Grundschullehrerin mit 40-jähriger Berufs- und 63-jähriger Lebenserfahrung geht.

Kinder haben der zweifachen Mutter und Primarstufen-Pädagogin immer Freude gemacht. „Es ist schön, wenn man Kinder an der Kindertagesstätte abholt und sie dann über vier Jahre begleiten und formen darf“, sagt Putz. Trotz ihrer jahrzehntelangen Berufstätigkeit als Grundschullehrerin ist sie immer wieder davon fasziniert, „wie schnell sich die Kinder weiterentwickeln, wie begeisterungsfähig und wissbegierig sie sind.“
Aber die Mutter und Pädagogin hat ihren Beruf auch lange genug ausgeübt, um seine Veränderungen und neuen Herausforderungen kennenzulernen.

„Die Kinder sind heute unruhiger als f…