Als Kommunalpolitiker ist man froh, wenn man mal den Ton angeben kann. Doch Oberbürgermeister Ulrich Scholten sieht dem Vernehmen nach dem Weiberfastnachtsdonnerstag mit gemischten Gefühlen entgegen, soll er doch dann vor dem Rathaussturm der Möhnen den Karnevalsschlager: „Echte Freunde stehen zusammen!“ singen, weil die Tollitäten es so wollen. Die Herausforderung ist für Scholten zweischneidig. Gerät sein Sängerauftritt auf dem Rathaus-Balkon zur grandiosen Show, bekommt er anschließend vielleicht den einen oder anderen Auftritt und vielleicht sogar einen Anruf aus einer der großen Musikstudios. Dann könnte er als singender OB die Stadtkassen klingeln lassen und den Namen Mülheim auf einen Schlag landesweit bekannt machen.
Wenn das keine Wirtschaftsförderung ist. Aber vielleicht hat Scholten ja auch Angst vor der eignen Courage und fürchtet, dass er den Ton nicht nur nicht angibt, sondern gar nicht erst trifft. Auch im Karneval möchte ein OB ja nicht als Witzfigur erscheinen. Aber keine Bange, Herr Scholten: Echte Freunde stehen zusammen und verzeihen auch mal einen schrägen Ton. So was ist ihnen vertraut. Und zur Not zündet die KG Wagaschei eben etwas früher ihre große Konfettikanone!
Dieser Text erschien am 6. Februar 2018 in der Neuen Ruhr Zeitung
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Schwarzes Gold
Noch bis zum 1. Dezember kann man im Haus der Stadtgeschichte an der Von-Graefe-Straße in die Geschichte des Mülheimer Bergbaus eintauchen...
-
Ein Zeitsprung in die 1950er Jahre Ruhrblick am Leinpfad in den frühen 1950er Jahren. Ein Foto des Mülheimers John Dieter Roehse mach...
-
Sie sind nicht von ungefähr die in allen Berufsimage-Umfragen hoch gepriesenen Helden des Alltags. Feuerwehrleute bringen sich in Gefahr, ...
-
Dr. Peter Ramme 6.45 Uhr. Der Arbeitstag von Dr. Peter Ramme beginnt nicht in seiner Praxis, sondern im Haus Kuhlendahl, wo der Hausa...
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen