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Kleine Bühne machte großen Spaß: So unterhaltsam und lebensklug kann das literarische Kabarett sein. Das Ensemble um Volkmar Spira glänzte am Wochenende bei gleich drei Premieren

Gustav an Huef und Justus Cohen auf der Kleinen Bühne
Foto: Walter Schernstein
Intelligente Unterhaltung, die Spaß macht. Das gibt es, zum Beispiel bei der Premiere der Kleinen Bühne, die am Wochenende im Petrikirchenhaus und im Studio 1 über die Bühne ging. Der Titel des 18. Programms „Alles Theater – Spaß und Spötter“, mit dem das Ensemble um Volkmar Spira sein zehnjähriges Bestehen feierte, war Programm. Schon das Ambiente der Aufführungsorte sorgte für Kabarett- und Salon-Atmosphäre. Die überspringende Spiel- und Sprachfreunde der reifen Wortkünstler und der sie begleitenden Musikerinnen Petra Stahringer (Klavier), Bärbel Bucke (Akkordeon) und Ulrike Dommer (Bratsche und Percussion) machten den Abend rund.

Es wäre unmöglich und unangemessen auch nur einen der Darsteller und Rezitatoren hervorzuheben. Christa Böhler, Ursula Bönte, Justus Cohen, Monika Gruber, Günter Johann, Gustav an Huef, Linda Oerter und der hinter den Kulissen wirkende Bühnentechniker und Geräusche-Macher Joachim Oberpeilsteiner lieferten eine überzeugende Mannschaftsleistung ab.
100 Programmminuten vergingen wie im Flug und ohne Durststrecken, weil man den Ensemblemitgliedern die Freude an den gut akzentuiert und schwungvoll vorgetragenen Texten anmerkte. Das ließ den Funken auf das ebenfalls reife Publikum überspringen, so dass sich die Kleine Bühne der großen Lacher und des großen Beifalls ihrer Zuschauer und Zuhörer sicher sein durfte.

Und wie schon bei den vorangegangenen literarisch-kabarettistischen Abenden entließen die Damen und Herrn der Kleine Bühne ihr Publikum lebensklüger, als es gekommen war. 
Denn wer könnte und wollte etwa Rolf Rolfs Einsicht in die Gerüchteküche: „Die Leute glauben die Hälfte und erzählen das Doppelte weiter“, Wener Fincks Bekenntnis: „Die schwierigste Turnübung ist immer noch, sich selbst auf den Arm zu nehmen“ oder Mark Twains Erkenntnis widersprechen: „Die Liebe auf den ersten Blick ist eine weit verbreitete Augenkrankheit. Und die Ehe ist oft, wie eine Burg. Die, die in ihr sind, wollen raus. Und die, die draußen sind, wollen rein.“

Und wer hätte nicht auch schon den Spontispruch; „Paulus schrieb an die Irokesen: Euch schreib ich nicht, lernt erst mal lesen“ bei irgendeiner Gelegenheit im Munde geführt, ohne zu wissen, dass er aus Robert Gernhardt Feder stammt.

Dieser Text erschien am 19. Februar 2018 in NRZ & WAZ

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