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Der Rollenwechsel will gekonnt sein

Politiker wechseln gerne mal die Rollen. Man sah es am Donnerstag beim Rathaussturm der närrischen Weiber, als Oberbürgermeister Ulrich Scholten als Tanzmariechen eine gute Figur machte. Was tut Man(n) nicht alles, um Frauen zu gefallen. Vielleicht hat den OB der närrische Rollenwechsel auch deshalb gereizt, weil er als Tanzmariechen absolut konsensfähig ist. Wer hat schon was gegen Tanzmariechen? Auch, wenn Sen nicht so grazil wie seine Kolleginnen auftreten kann, hat er doch als das etwas andere Tanzmariechen in diesen Tollen Tagen, da auch andere kostümierte Zeitgenossen gerne in andere Rollen schlüpfen, nicht nur die Lacher, sondern auch die Sympathien auf seiner Seite.

Das kann derzeit nicht jeder Politiker von sich behaupten, obwohl oder gerade, weil er sich zum Narren macht und die  politische Bühne in Berlin wie ein Tollhaus aussehen lässt.
Der Rheinländer Martin Schulz, der sich bei seine Salto vorwärts ins Auswärtige Amt und rückwärts ins politische Abseits das politische Genick gebrochen hat, hätte es besser wissen müssen. Beim Rollenwechsel muss nicht nur das Kostüm, sondern auch der Zeitpunkt zum Mann passen.

Dieser Text erschien am 10. Februar 2018 in der Neuen Ruhr Zeitung

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