Wer geht, lebt gefährlich

Wie kann man den Kohlendioxid-Austoß verringern und so und so unser Klima retten, ehe wir vom Winde verweht sind oder uns das Wasser in den Küstenregionen bist zum Hals steht. Darüber werden ganze Konferenzen abgehalten, deren Teilnehmer meistens mit dem Auto oder per Flugzeug anreisen, so dass erst mal wieder jede  Menge CO2-Abgase in die Atmosphäre gepustet werden. Auch die dreckigsten Diesel erst mal weiter über unsere verstopften Straßen fahren, damit der Rubel rollt.

Doch wer den Klimaschutz wirklich befördert, in dem er zu Fuß geht, wird an manchen Stellen des Stadtgebietes auf so schmale und zudem oft noch so hinfällige Wege abgedrängt, dass das Gehen manchmal zum Drahtseilakt wird, wenn die bis auf den einen oder anderen fröhlichen Furz garantiert abgasfreien Fußgänger sich den zugunsten der Fahrbahn dezimierten Gehweg mit den ebenfalls garantiert abgasfreien Radfahrern teilen müssen. Da kommt man sich als Fußgänger auf dem Gehweg schon mal, wie ein Hase im Jagdrevier vor. Frei nach dem Motto: Von wem möchte ich lieber angefahren werden, von meinem Nachbarn auf dem Rad oder von meinem Nachbarn im Auto? Würden die Fahrbahnen mal schmaler und die Rad- und Gehwege dafür breiter, wäre das wohl die beste Vorfahrt für den Klimaschutz. Doch bis es soweit ist, müssen wohl noch ganz viele wichtige Damen und Herrn mit dem Flugzeug und im Auto zu Klimaschutz-Konferenzen an- und abreisen. Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie unsere Mutter Erde oder Ihre Lebenserwartung. 

Dieser Text erschien am 21. Februar 2018 in der NRZ

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