Das gestern Aschermittwoch war wusste ich. Das der Aschermittwoch und der Valentinstag 2018 auf einen Tag fallen, war mir aber entfallen- So staunte ich in einem Blumengeschäft über das Meer von roten und teuren Rosen. Der Preisgestaltung schien mir wie die Verkehrung eines Werbespruchs: „Kaufen Sie ein Rose und zahlen Sie einen ganzen Strauß.“ Meines Wissens mussten die Brautpaare, die der Bischof Valentin von Terni im dritten Jahrhundert gegen das ausdrückliche Verbot des römischen Kaisers nach christlichem Ritus vermählte, für die Blumen, die er ihnen nach der Trauung in seinem Garten pflückte, nichts bezahlen. Sie waren sein Hochzeitsgeschenk an die Liebenden. Der heilige Blumenfreund war eben Priester und kein Geschäftsmann. Auch der Klingelbeutel und die Kirchensteuer waren ihm unbekannt. Statt dessen musste er seinen Ungehorsam gegen das kaiserliche Hochzeitsverbot mit dem Leben bezahlen.
Und aus dieser Tragödie macht die Blumen-Branche im Namen der unbezahlbaren Liebe heute ein gutes Geschäft. Heiliger Valentin, vergib ihnen. Aber es ist eben nicht jeder zum Märtyrer geboren und wir können alle nicht von Luft und Liebe leben. Leider.
Dieser Text erschien am 18. Februar 2018 in der Neuen Ruhr Zeitung
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