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Es werden Posts vom April, 2010 angezeigt.

Zum 1. Mai: Warum die CDU- und IG-Metall-Vorstandsfrau Regina Görner Kirchen und Gewerkschaften als klassische Verbündete sieht

Der unglückliche Zufall der katholischen Terminplanung wollte es, dass am Dienstagabend gleich zwei Christdemokratinnen zur Sozialpolitik sprachen: Bundeskanzlerin Angela Merkel vor 500 Zuhörern in der Wolfsburg und Regina Görner vom Bundesvorstand der CDU und der IG Metall vor 30 Gästen des katholischen Arbeitnehmerempfangs im Pfarrsaal von St. Barbara.Doch Quantität ist bekanntlich nicht gleich Qualität. Und so hätte man auch Görner mehr Zuhörer gewünscht, als sie auf Einladung des Katholikenrates der Frage nachging „Alles für den Markt?“ und die Konsequenzen aus der Wirtschaftskrise aufzeigte.
Hermann Meßmann vom gastgebenden Sachausschuss Berufs- und Arbeitswelt gab gleich zu Anfang die Richtung vor: „Arbeitslosigkeit spaltet die Gesellschaft und verhindert, dass Menschen am Schöpfungsauftrag mitwirken können.“Woher neue Arbeitsplätze kommen sollen, konnte Görner auch nicht sagen. Aber sie machte deutlich, dass nur ein starker Staat und starke Gewerkschaften dafür sorgen können und…

Innenansichten eines Traumberufes: Warum die Medizinstudentin Christina Spangenberg unbedingt Hausärztin werden will

"Warum willst du denn ausgerechnet Hausärztin werden. Da arbeitet man doch viel und verdient vergleichsweise wenig?" Solcherlei Fragen hat die 25-jährige Medizinstudentin Christina Spangenberg immer wieder von Kommilitonen zu hören bekommen. Doch das lässt sie nicht an ihrem Entschluss zweifeln, "dass ich lieber als Hausärztin in einer Gemeinschaftspraxis als in der Hierarchie eines Krankenhauses arbeiten möchte, weil man als Hausärztin Patienten nicht nur abschnittsweise, sondern langfristig behandeln und begleiten kann." Doch nur 15 von 160 Semesterkollegen haben sich entschlossen, im letzten Drittel ihres Praktischen Jahres ein hausärztliches Praktikum zu absolvieren.Seit gut zwei Wochen geht Spangenberg nur noch mittwochs zur Universität, um an ihrer Doktorarbeit zu feilen und sich aufs Examen vorzubereiten. An den anderen Tagen ist ihr Arbeitsplatz die Praxis von Uwe Brock.
Auch an diesem Tag zieht sie sich im Aufenthaltsraum ihren weißen Kittel über. Nur das E…

Hintergrund: Der lange Weg zum Hausarzt - Steuert auch Mülheim langfristig auf einen Ärztemangel zu?

Der Weg zur niedergelassenen Hausärztin oder zum Hausarzt ist lang. Wer sein Medizinstudium, einschließlich Praktika und Praktischem Jahr, in der Regelstudienzeit abschließt, kann frühestens nach zwölf Semestern, also nach sechs Jahren, sein Examen machen.
Dem Examen schließt sich eine dreijährige Zeit als Assistenzarzt in einer Klinik an, die eine Facharztausbildung im Bereich Innere- und Allgemein-Medizin umfasst. Danach müssen die jungen Medizinerinnen und Mediziner aber noch einmal zwei Jahre als Assistenzarzt in einer hausärztlichen Praxis gearbeitet haben, ehe sie sich selbstständig als Hausarzt oder Hausärztin allein oder zusammen mit Kollegen mit einer eigenen Praxis niederlassen können.Hausarzt Uwe Brock (links) und Medizinstudentin Christina Spangenberg (rechts) sind sich einig, dass der Trend immer mehr zu Gemeinschaftspraxen geht, und zwar aus wirtschaftlichen, arbeitstechnischen und sozialen Gründen. Beide Mediziner wünschen sich für die Hausärzte weniger Bürokratie und me…

Nachgefragt: Wie halten es die Mülheimer mit ihren jetzt zwei Stimmen bei der Landtagswahl?

Am Sonntag, 9. Mai, haben 128 000 Mülheimer bei der Landtagswahl gleich zweimal die Wahl. Wie bei Bundestagswahlen kann man jetzt auch bei der NRW-Wahl zwei Kreuze machen, um mit der Erststimme über den Wahlkreis-Abgeordneten und mit der Zweitstimme über die Regierungsmehrheit im Landtag zu entscheiden. Wie halten es die Mülheimer mit Erst- und Zweitstimme? Tun sie sich schwer mit der differenzierten Stimmabgabe, die ihnen ein Stimmensplitting erlaubt oder setzen sie es gar gezielt ein?

Ich fragte beim Wahlamt und in der Stadtmitte beim Mann und der Frau auf der Straße nach. Aufgrund der Erfahrungen bei den Bundestagswahlen stellt Wahlamtsleiter Wolfgang Sauerland fest, dass etwa 30 bis 40 Prozent der Wähler ihre Stimmen aufteilen und damit die Vorteile der kombinierten Mehrheits- und Verhältniswahl nutzen, um einen bestimmten Kandidaten im Wahlkreis und eine bestimmte Regierungsmehrheit zu wählen. Obwohl die Aufteilung in Erst- und Zweitstimmen die Auszählung des Wahlergebnisses um et…

Warum das gute alte Buch Zukunft hat: Ein Gespräch mit den Buchhändlerinnen Ursula Hilberath und Brigitta Lange zum Welttag des Buches

Der 23. April wirdweltweit als Tag des Buches begangen. Aus diesem Anlass fragte ich die beiden Buchhändlerinnen Ursula Hilberath (rechts) und Brigitta Lange: Hat das gute alte Buch im Zeitalter der elektronischen Medien Zukunft? Ihre Anwort ist ein Ja ohne wenn und Aber, zumindest im Bereich der schönen Literatur. Bei der Sachliteratur sieht Lange allerdings auch einen verstärkten Trend zu aktuellen elektronischen Medien. Gerade im juristischen Bereich arbeite man heute zunehmend mit Downloads aus dem Internet.

Ihre These: "Die Leute wollen etwas in der Hand haben" und: "Lesen ist wie Kino im Kopf. Beim Lesen stehe ich mit meiner Phantasie im Mittelpunkt und bestimme, wann, wo und wie schnell ein Vergnügen stattfindet", währrend Zuhörer eines Hörbuches oder Hörspieles und Zuschauer eines Filmes immer in ein bestimmtes Zeitraster gedrängt werden und tendenziell einer Reizüberflutung ausgesetzt sind.

Das Litertur gerade auch bei den Kindern und Jugendlichen zwischen 8…

Wie lebte es sich vor 150 Jahren in Eppinghofen? - Der dritte Band des Projektes Volkszählung 1861 liefert Antworten

Wie lebte es sich vor 150 Jahren in Eppinghofen? Der dritte Band von „Volkszählung 1861“, der ab sofort für 7,95 Euro in der Buchhandlung Röder an der Friedrich-Ebert-Straße 4 und in der Reinigung Dehm an der Eppinghofer Straße 169 zu bekommen ist, liefert interessante Einblicke. Nach Speldorf und Broich hat sich Familienforscherin Bärbel Essers jetzt also Eppinghofen vorgenommen, Ihr historisches Stadtteilpanorama stützt sich nicht auf das statistische Datenmaterial der Volkszählung, sondern auch auf alte Akten und die zeitgenössische Lokalpresse.

Man erfährt nicht nur wer wo gewohnt und gearbeitet hat, sondern auch, wie man es in Eppinghofen vor 150 Jahren mit Bauvorschriften hielt. Kaum zu glauben, dass Bauanträge damals mündlich vorgebracht werden konnten und in wenigen Tagen bewilligt wurden.Eppinghofen war 1861 Teil der Landbürgermeisterei Mülheim. Hier lebten gerade einmal 3239 mehrheitlich evangelische Einwohner, die zum Beispiel als Bauern, aber auch als Bergleute auf der Zech…

Rat und Hilfe für das Leben im Alter: Ein Besuch bei der städtischen Seniorenberatung, die sich bei der Seniorenmesse Ruhr vorstellte

Wenn es stimmt, dass Alt werden nichts für Feiglinge ist, wie es die amerikanische Schauspielerin Mae West einmal formulierte, dann ist Heinz Laufenburg ein sehr mutiger Mann. Der 75-jährige kümmert sich um seine schwer pflegebedürftige Frau, obwohl er selbst schwer pflegebedürftig ist. Auf der Seniorenmesse Ruhr schaut er an diesem Sonntag im Forum am Stand der städtischen Senioren- Pflege und Wohnberatung vorbei. Dort trifft er auf einen alten Bekannten. Der Berater Jorge Escanilla-Rivera kennt Laufenburgs Lebensgeschichte vom Alt werden und den damit verbundenen Herausforderungen und Zumutungen aus vielen Gesprächen. Weil Laufenburg ins Krankenhaus muss und sich nicht um seine Frau kümmern kann, hat ihm Escanilla-Rivera für sie einen Pflegeplatz im Engelbertusstift organisiert.Dafür ist ihm Laufenburg dankbar, auch wenn die monatlichen Zuzahlungen seine Rente von 1400 Euro bei weitem überschreiten. Jetzt muss das Ersparte seiner Frau für die Pflege herangezogen werden, ehe das Sozi…

Jung, begabt und engagiert: Eindrücke von der Osterakademie in der Wolfsburg

Null Bock. Das gilt nicht für die 25 Oberstufenschüler, die in ihrer zweiten Osterferien-Woche mit Politikern, Managern, Journalisten und Wissenschaftlern über nichts weniger, als über die Zukunft unserer Gesellschaft diskutieren. Sie tun dies im Rahmen einer Osterakademie, zu der die Katholische Akademie Die Wolfsburg mit finanzieller Unterstützung der Landesstiftung Partner für Schule und der Bundeszentrale für politische Bildung hochbegabte Jugendliche aus ganz Nordrhein-Westfalen eingeladen hat.

Energieversorgung, Klimawandel und Mobilität stehen ebenso auf ihrer Agenda wie der Arbeitsmarkt, das Problemkind Schule, die Landtagswahl oder die Erfolgsaussichten von US. Präsident Barack Obama. Ein weites Feld, das die 17- und 18-Jährigen mit Energie und Elan bearbeiten. "Das sind Jugendliche, die viel zu bieten haben. Die Schüler diskutieren mit unseren Referenten und Podiumsteilnehmern auf Augenhöhe", staunt der zuständige Tagungsleiter Matthias Keidel. Das ist nicht selbstv…

Die Saarner Oembergschule feiert ihren 50. Geburtstag mit einer Kulturfestwoche

„Fräulein Schörken“ würde sich wundern, wenn sie heute ihre alte Schule am Oemberg betreten würde und sähe, dass Grundschulkinder heute ganz selbstverständlich auch Englisch lernen und in jedem Klassenraum einen Internetanschluss finden, mit dessen Hilfe sie zum Beispiel Informationen zu Unterrichtsthemen von Sachkunde bis Rechnen in Sekundenschnelle abrufen können.

Internet? Damit hätte die erste Rektorin der Oemberg-Schule, deren Vorname in den Schulakten nicht mehr ausfindig zu machen ist, nichts anfangen können. Denn die anfangs 206 Kinder ihrer vor 50 Jahren eingerichteten Volksschule lernten noch ausschließlich das, was sie von ihren Lehrern hörten oder in ihren Schulbüchern lasen.Vor 50 Jahren hatte man es noch mit steigenden Schülerzahlen zu tun. Und so kam es, dass die großzügig gebaute Oembergschule schon zwei Jahre nach ihrem Start mit 607 Schülern aus allen Nähten platzte und selbst die Aula für den Unterricht genutzt werden musste.1968 wurde aus der Volks- eine Gemeinschaf…

So gesehen: Die Seniorenmesse Ruhr zeigt uns, dass Alt und Jung in einem Boot sitzen

Immer mehr alte und immer weniger junge Menschen. Angesichts des demografischen Wandels beschwören manche Untergangspropheten einen Krieg der Generationen heraufbeschwören. Es gibt nichts unsinnigeres. Denn wer mit offenen Augen durchs Leben geht, sieht sofort: Junge und Alte sitzen in einem Boot.

Die frühere Seniorenbeiratsvorsitzende Helga Krusenbaum hat das einmal auf den Nenner gebracht: „Heute wir. Morgen ihr.“Das ist der Laufe der Dinge. Auch die Jungen werden mal alt und sind deshalb schon im eigenen Interesse gut beraten schon heute die Infrastruktur zu schaffen, in der man würdig alt werden darf und kann, auch wenn man vielleicht nicht mehr so schnell, so stark, so geistesgegenwärtig und mobil ist.

Ob wir diese Zukunftsaufgabe meistern, ist abhängig von vielen kleinen Dingen: Mehr Respekt und Rücksicht im Alltag. Wir müssen uns vom Jugendwahn verabschieden und die Langsamkeit neu entdecken und sei es in Form von Taktfrequenzen bei Bus,- Bahn und Aufzugtüren oder Ampelschaltunge…

Aus dem Tag der älteren Generation ist inzwischen die Seniorenmesse Ruhr geworden

Nomen est omen“ sagen die alten Lateiner. Recht haben sie. Denn dass aus dem Tag der älteren Generation, die Seniorenmesse Ruhr geworden ist, die das Forum am 18. April, von 11 bis 17 Uhr zur Messehalle werden lässt, ist ein starkes Zeichen. Was vor 21 Jahren mit einem Tapeziertisch auf der Schloßstraße begann, zieht heute 70 Aussteller und mehr als 10 000 Besucher an.

Längst präsentieren sich bei dieser Veranstaltung, für die sich neben dem Seniorenbeirat und dem Gastgeber Forum die MST verantwortlich zeichnet, nicht mehr nur Selbsthilfegruppen der Öffentlichkeit. Zunehmend sind es auch professionelle Anbieter vom Pflegedienst bis zum Akustiker und vom Wohnungsbauunternehmen bis zum Finanz- und Gesundheitsdienstleister, die den Markt des Alters entdeckt haben, der ganz neue Bedürfnisse schafft, an die man vor 20 Jahren noch nicht gedacht hat. Hinzu kommen Gruppen, wie die Seniorenorganisationen der politischen Parteien oder kulturelle Initiativen, wie das Seniorentheater Mülheimer Spä…

Warum Suchtvorbeugung schon im Kindergarten anfangen muss

Beim Thema Sucht denkt man landläufig eher an Jugendliche und Erwachsene, aber nicht unbedingt an Kinder im Kindergartenalter. "Wir wissen aber, dass viele Verhaltensauffälligkeiten, die im Kindesalter entstehen, später bei manchen Jugendlichen in ein Sucht- oder Gewaltproblem münden können", sagt Norbert Kathagen von der hiesigen Fachstelle der Ginko-Stiftung, die sich mit Beratung und Aufklärung um die Vermeidung und Überwindung von Suchtverhalten bemüht. Kurz gesagt: Wer im Kindergarten seine Spielkameraden ständig stört oder ihnen das Spielzeug weg nimmt, schlägt später auch eher zu oder greift zur Flasche, wenn es Probleme gibt.

Deshalb geht Ginko-Mann Kathagen, von Hause aus Sozialarbeiter und Pädagoge, jetzt mit Papilio in die Kindergärten. Papilio, zu deutsch "Schmetterling", ist ein vom Beta-Institut entwickeltes und in Nordrhein-Westfalen von der Barmer GEK finanziell gefördertes Programm, das spielerisch versucht, Kinder in ihrem Sozialverhalten zu stärke…

Nicht nur an der Gustav-Heinemann-Schule fürchtet man um den Bestand der Stadtteilbüchereien

Wer die Schul- und Stadtteilbücherei in der Gustav-Heinemann-Schule an der Boverstraße betritt, merkt sofort: Hier ist vom Boden bis zum Dach alles nagelneu, hell und freundlich. Erst im Dezember wurde die Bibliothek nach einem langen und teuren Umbau, den man im Rahmen der Schulsanierung bewerkstelligt hatte, neu eröffnet.

Besonders stolz ist man an der Gustav-Heinemann-Schule darauf, dass die Bibliothek jetzt barrierefrei ist und nicht nur über selbstöffnende Türen sondern auch einen rollstuhlgerechten Aufzug verfügt.Angesichts dieses Aufwandes ist es nicht nur für die Elternpflegschaftsvorsitzende der Gustav-Heinemann-Schule, Alexandra Neuendorf, „dass man hier viel Geld reinfließen lässt, wenn man die Bibliothek in ein Kommunikationszentrum ohne Bibliothekare umwandeln will.“

Neuendorf könnte sich bei einer Einsparung der Bibliothekarsstellen zwar vorstellen, „dass die Eltern eine ehrenamtliche Betreuung organisieren, damit pfleglich mit Büchern und anderen Medien umgegangen wird.“ …

Rückblick: Mit dem Einmarsch amerikanischer Truppen ging in Mülheim vor 65 Jahren der Zweite Weltkrieg zu Ende

Wer Ansichten des alten Mülheims vor 1939 betrachtet, hat manchmal das Gefühl, auf eine andere Stadt zu gucken. Ganze Straßenzüge scheinen verschwunden zu sein. Der historische Fotovergleich macht anschaulich, wie sehr der Zweite Weltkrieg das Gesicht der Stadt verändert hat.

Vor 65 Jahren geht dieser Krieg für die Mülheimer zu Ende, knapp einen Monat vor der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht. Am 11. April 1945 erreichen amerikanische Soldaten die Stadt. Es sind US-Soldaten der 17. Luftlandedivision und der 79. Infanteriedivision, die die Stadt von Norden und Osten aus kommend einnehmen. Nur vereinzelt, etwa am Dickswall und am Auberg, stoßen sie noch auf den Widerstand des Volkssturms, kommt es zu Schusswechseln und Artilleriebeschuss. Die meisten Männer des Volkssturms legen an diesem letzten Kriegstag einfach ihre Waffen nieder und gehen nach Hause.

Auch die Straßenbahnwagen, die auf der Duisburger Straße als Panzersperren in Stellung gebracht worden sind, stellen …

Neues von gestern aus dem Kloster Saarn

Wenn Mülheimer ins Kloster gehen, muss es nicht für immer sein. Denn das Kloster Saarn, in dem von 1214 bis 1808 Zisterzienserinnen beteten und arbeiteten, treffen sich heute Bürger im Klostercafe, besuchen Gottesdienste in der Klosterkirche St. Mariae Himmelfahrt oder das im Herbst 2008 eröffnete Klostermuseum, das ehrenamtlich von den Freunden und Förderern von Kloster Saarn betrieben wird. Fast 6000 Menschen haben hier bereits die Klostergeschichte erkundet. 200 Mal haben Wolfgang Geibert und Hans Theo Horn vom Verein der Klosterfreunde interessierte Gruppen durch das Museum geführt, das im Kulturhauptstadtjahr 2010 eine von 53 spirituellen Kulturtankstellen des Ruhrbistums ist.

Rechtzeitig zur Ruhr 2010 warten die Freunde und Förderer von Kloster Saarn mit einem neuen Exponat, einer Sonderausstellung, einem Theaterstück zu Klostergeschichte und einer neuen Reihe von Klostergesprächen auf, die auch nach dem Ende des Kulturhauptstadtjahres fortgeführt werden sollen.Bei dem neuen Expo…

So gesehen: Ist das Leben eine Schlangengrube? oder: Kein Kobra-Alarm mehr an der Kleiststraße

Kulturpessimisten haben es immer schon geahnt. Unser Leben ist nicht nur eine Baustelle, sondern auch noch eine Schlangengrube, in der jeder jedem sein Wolf ist, um im tierischen Sprachbild zu bleiben.

Fast drei Wochen hat eine 30 Zentimeter lange Kobra die Bewohner eines Mehrfamilienhauses an der Kleiststraße in Atem gehalten . Dabei denkt man bei der Heimaterde, in der die Kleiststraße gelegen ist, so gar nicht an Schlangengrube, sondern an eine Dorfidylle, in der die Welt noch in Ordnung ist.

Denkste. Ausgerechnet hier brachte ein junger Mann seine Mitbewohner in äußerste Gefahr und Feuerwehr, Ordnungsamt und Technisches Hilfswerk mächtig auf Trab, in dem er seine Wohnung freiwillig in eine Schlangengrube verwandelte.

Da fällt mir unser alter Hausmeister, Gott hab ihn selig ein, dem partout kein Vierbeiner ins Haus kommen durfte, weil er fürchtete, dass unser Haus sonst auf den Hund käme. Was er wohl sagen würde, wenn er den dreiwöchigen Kobra-Alarm an der Kleiststraße noch miterlebt …

Rückblick: Vor 100 Jahren mussten die alten Heißener Mülheimer werden

Nicht nur Dümpten, sondern auch Heißen wurde vor 100 Jahren eingemeindet. Aus den rund 14 000 Einwohnern der Landbürgermeisterei Heißen wurden am 1. April 1910 offiziell Mülheimer. Ihre Eingemeindung sahen die alten Heißener, wenn man der Mülheimer Zeitung glauben darf, „kühl bis ans Herz hinan.“ Das verwundert nicht. Denn was sie an ihrer 32 Jahre zuvor gegründeten Landbürgermeisterei hatten, wussten sie, aber nicht, was sie als Stadtteil im groß gewordenen Mülheim zu erwarten hatten.Zur Landbürgermeisterei hatte nicht nur der gleichnamige Ortsteil, sondern auch Menden, Holthausen, Menden, Raadt, Winkhausen und Haarzopf gehört.

Wer heute nach Spuren der kommunalen Eigenständigkeit Heißens sucht, braucht nur das 1879 errichtete Gebäude der heutigen Sparkasse am Heißener Markt zu betrachten. Dort residierten der erste Landbürgermeister Dietrich Meier und sein Nachfolger Paul Wasse. Als das Heißener Rathaus 1901 auch Sparkasse wurde, zog Bürgermeister Wasse in seine neue Dienstvilla, die…

"Da liegt ein enormes Potenzial brach" oder: Andreas Düsing - Ein Mann will arbeiten

Die wollen doch gar nicht arbeiten und machen es sich auf unsere Kosten in der sozialen Hängematte bequem.“ Diese Vorurteile über Langzeitarbeitslose kann man an Stammtischen immer wieder hören. Andreas Düsing ist ein Beispiel dafür, dass diese Parolen mit der sozialen Wirklichkeit in der Regel nichts zu tun haben.Der 49-Jährige sucht Arbeit, weil er arbeiten will und arbeiten kann. Das hat er jetzt bei der Arbeiterwohlfahrt (Awo) bewiesen. Die Awo gab dem Arbeitslosengeld-II-Empfänger eine Chance, die er genutzt hat.

Finanziell gefördert durch die Sozialagentur stellte sie ihn für ein Jahr ein, um sich von ihm eine Festschrift zum 90-jährigen Bestehen des Sozialverbandes erstellen zu lassen. Das war für den gelernten Buchhändler und studierten Sozialwissenschaftler die richtige Aufgabe, deren Ergebnis sich auf 90 Seiten nachlesen und sehen lassen kann.Historische, politische und soziale Fakten zusammenzutragen, zu ordnen und in einer gegliederten Form schriftlich darzustellen, hat Düs…

Auch der Städtepartnerschaftsverein könnte vom Rotstift-Diktat im städtischen Haushalt empfindlich getroffen werden

Der Vereinsvorsitzende Martin Weck (Foto) fordert die Mitglieder und Sympathisanten des Fördervereins Mülheimer Städtepartnerschaften auf, im Internetportal der Stadt unter www.muelheim-ruhr.de im Rahmen des Bürgerforums zur Haushaltskonsolidierung der Stadtspitze und den Ratsmitgliedern deutlich zu machen, warum der Verein keinesfalls auf eine hauptamtliche und bei der Stadt angesiedelte Geschäftsführung verzichten kann. Nach Wecks Ansicht kann die kontinuierliche Koordination der zahlreichen Kontakte in die Partnerstädte Tours, Darlington, Kuusankoski/Kovolola, Oppeln, Kfar Saba und Beykoz nur durch eine hauptamtliche Anlaufstelle bei der Stadt gewährleistet werden. Das gilt für Weck umso mehr, als das es nicht in allen Partnerstädten einen bürgerschaftlich getragenen Förderverein, wie in Mülheim, gibt. Schon eher hält es Weck für möglich den Wegfall des städtischen Zuschusses von aktuell 7400 Euro pro Jahr durch das Einwerben von Stiftungs,- Sponsoren- und Drittmittel ausgleichen z…

Der Saarner Heinz Weirauch hat jetzt ein Buch über Nonnen und Pistolen im alten Kloster Saarn geschrieben

Über Kloster Saarn (Foto) ist schon viel geschrieben worden. Hier lebten und arbeiteten von 1214 bis 1808 Zisterzienserinnen. Doch wie ging die Geschichte des Klosters weiter, als es keines mehr war. Darüber hat der gebürtige Saarner Heinz Weirauch jetzt ein Buch geschrieben, das unter dem Titel "Von Nonnen und Pistolen" in der Reihe Zeitschrift des Mülheimer Geschichtsvereins erschienen ist.

Spannend und anekdotenreich lässt sich auf 93 Seiten nachlesen, dass das Kloster nach seiner Aufhebung durch Napoleon zunächst von seiner letzten Äbtissin Agathe von Heinsberg gepachtet und bewirtschaftet wurde, aber dann schon bald einer sehr weltlichen Nutzung als Kaserne und Gewehrfabrik zugeführt wurde. Nach den Nonnen kamen zunächst russische und preußische Soldaten und später die Gewehrfabrik des Sylvestre Trinelle ins Kloster.
Der bezahlte seine Arbeiter zwar gut, führte aber auch ein strenges Regiment. Seine Facharbeiter, die er vor allem aus Frankreich und Belgien nach Saarn geho…

So gesehen: Frohe Ostern oder: Da haben wir den Salat

Mein Gemüsehändler und ich sind uns grün. Doch jetzt überraschte er mich im negativen Sinne, als er 1,80 Euro für den Salatkopf haben wollte, der eine Woche zuvor noch 1,20 Euro kostete.

„Da habe ich den Salat“, dachte ich mir und sprach ihn auf die inflationäre Preisentwicklung an. Hatte ich etwas verpasst? Sind die Griechen jetzt doch schon pleite und der Euro nichts mehr wert? Doch mein Mann fürs Gemüse klärte mich auf: „Vor Ostern setzen die Großhändler immer die Preise hoch.“ Interessant. Bisher hatte ich vor Ostern höchstens mit höheren Eierpreisen gerechnet. Doch jetzt schießt auch noch der Salat preislich ins Kraut? Kein Wunder, dass man da als Otto-Normalverbraucher und Kleinverdiener finanziell gesehen ruckzuck in den Bohnen ist.

Vielleicht haben einige Händler Ostern als Fest der Auferstehung auch missverstanden, indem sie vorher eine Preiserhöhung aus ihren roten Zahlen auferstehen wollen.Wenn dem so wäre, sollte ich vielleicht bei meinem Brötchengeber auch mal einen einen v…

Rückblick: Vor 100 Jahren wurde aus der Landbürgermeisterei Dümpten ein Mülheimer Stadtteil

Wenn die heute knapp 19 000 Dümptener von ihrem Stadtteil reden, sprechen sie gern vom „Königreich.“ Das zeugt von einer besonders intensiven Verbindung mit ihrem Stadtteil. Diese rührt ebenso wie der Begriff aus einer Zeit, als Dümpten eine eigenständige Landbürgermeisterei war.Als Dümptens Bürgermeister Paul Beuther (1850-1917), ein altgedienter preußischer Offizier, unter anderem mit einem Festumzug und hoch zu Ross in sein neues Amt eingeführt wurde, sollen Leute auf der Straße gerufen haben: „Das ist ja wie in einem Königreich.“ Soweit die Legende.

Heute erinnert die Paul-Beuther-Straße neben dem 1908 errichteten und inzwischen als Bürgerbegegnungsstätte genutzten Bürgermeisteramt an der Mellinghofer Straße (Foto) an die Jahre der Dümptener Eigenständigkeit. Ironie der Geschichte: Während die Landbürgermeistereien Styrum und Broich 1904 bereits nach Mülheim eingemeindet wurden, wurde Dümpten eben in diesem Jahr zur Bürgermeisterei erhoben.Das hatte sicher auch mit dem enormen Bevö…

Seit zehn Jahren sorgt der Verein Donum Vitae dafür, dass Frauen und Paare im Schwangerschaftskonflikt nicht alleine gelassen werden

Katholische Schwangerschaftskonfliktberatung gibt es nicht mehr. 1999 verordnete Papst Johannes Paul II. der Kirche den Ausstieg aus der Schwangerschaftskonfliktberatung. Seine Argumentation: Die katholische Kirche dürfe nicht mit einem entsprechenden Beratungsnachweis die Voraussetzung für einen Schwangerschaftsabbruch und damit für die Tötung ungeborenen Lebens schaffen.Dieses Verbot rief vor zehn Jahren auch in Mülheim engagierte Christen auf den Plan, die der Ansicht waren, die katholische Kirche dürfe Frauen im Schwangerschaftskonflikt nicht alleine lassen. Sie gründeten den Verein Donum Vitae, dessen lateinischer Name Programm ist: "Geschenk des Lebens."
Der heute knapp 100 Mitglieder zählende gemeinnützige Verein trägt eine Beratungsstelle, die zu 80 Prozent aus Landesmitteln und zu 20 Prozent aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden finanziert wird. Nur so können Ulla Höhne (Foto) und ihre Kollegin Bettina Bubbat van Hasseln eine Beratung gewährleisten, die, wie sie sagen, …

Rückbick Vor 80 Jahren wurde der Atenhof an der Kaiserstraße eröffnet: Ein Haus für Kirche, Kultur und mehr

Sein Name lässt es erahnen: Der Altenhof ist schon alt. Vor genau 80 Jahren wurde er offiziell eröffnet. Seine Geschichte reicht aber noch viel weiter zurück, nämlich bis ins Mittelalter. Ursprünglich befand sich dort, wo von 1927 bis 1929 der heutige Altenhof gebaut wurde, der von einer Mauer umgebene Wirtschaftshof der Edelherren von Mülheim.Später ging der Hof auf dem Kirchenhügel in den Besitz der Grafen von Altena und von Styrum über und war zwischenzeitlich sogar Sitz eines Hofgerichtes. 1794 wurde die Witwe Brink, die später Mülheims ersten Bürgermeister Hermann Vorster heiraten sollte, ihr neuer Besitzer. Den Altenhof verkaufte sie ihrerseits für 30 000 Gulden an den neuen Styrumer Schlossherren Philipp Marck, der dort ab 1821 eine Landwirtschaft betrieb.

Das alles war schon wieder Geschichte, als die Evangelische Altstadtgemeinde am 30. März 1930 den heutigen Altenhof eröffnete. Es war die Zeit der Weltwirtschaftskrise. Dementsprechend sang man beim Einweihungsfest: „Wohl tobe…