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Es werden Posts vom September, 2012 angezeigt.

Hat das Bäckerhandwerk noch Goldenen Boden: Ein Gespräch mit dem Dümptener Bäckermeister Hans-Ulrich Kahrger über das Geschäft mit dem täglichen Brot

Es ist ja so einfach. Das tägliche Brot mal eben beim Einkauf im Supermarkt oder beim Discounter mitnehmen. Und der Bäcker nebenan schaut in die Röhre seines Backofens. Angesichts dieses Trends und vor dem Hintergrund steigender Lohn-, Energie- und Rohstoffkosten warnt der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks vor einem Bäckereisterben, befürchtet, dass in 6000 der bundesweit 14.000 selbstständigen Bäckereibetriebe mittelfristig der Ofen aus sein könnte. Wie stellt sich die Situation aus Sicht des Bäckermeisters Hans-Ulrich Kahrger (70) dar, der seit 45 Jahren eine Bäckerei an der Mellinghofer Straße betreibt, in der er zusammen mit seiner Frau Karin, seinem Sohn Andre und zehn Angestellten in Lohn und Brot ist?


Spüren Sie Existenzangst?

Wir spüren das auf jeden Fall. Weil hier an der Mellinghofer Straße der Verkehr zum Teil herausgenommen worden ist, fehlen uns die Kunden, die sonst mit dem Durchgangsverkehr zu uns gekommen sind. Symptomatisch für die Situation der Bäckereien s…

Nomen est omen: Wie Schulnamen für den Alltag an Mülheimer Schulen bedeuten

Erziehung besteht aus zwei Dingen. Beispiel und Liebe.“ Dieser Satz des Pädagogen Friedrich Fröbel hat auch 160 Jahre nach seinem Tod nichts von seiner Gültigkeit verloren. Viele Schulen versuchen mit Hilfe eines Namenspatrons ein Beispiel zu geben. Wie wirkt sich ein solcher Schulname auf den Schulalltag aus und gibt es auch heute noch Vorbilder, mit denen namentlich Schule zu machen ist?


„Ein Namensgeber kann identitätsstiftend wirken und eine Vorbildfunktion haben, wenn man ihn im Schulalltag ernst nimmt und weiß, welche Schulkultur man gestalten möchte“, glaubt der Leiter der Otto-Pankok-Schule, Ulrich Stockem. Der 1893 in Saarn geborene Künstler, der 1911 an der Schule Abitur machte, die seit Mitte der 70er Jahre seinen Namen trägt, ergriff mit seinem Werk Partei für den Frieden, für diskriminierte Minderheiten und politisch Verfolgte. Das macht ihn für Stockem auch heute noch zu einem guten Schulpatron, „der Jugendliche als Künstler und als Persönlichkeit zum Nachdenken anregen …

Warum sich die Hauptschule an der Bruchstraße für den Namensgeber Max Kölges entschieden hat

Wer war Max Kölges? Und warum eignet er sich als Namensgeber für eine praxis- und berufsorientierte Schule? 1899 kam der 1880 im Kreis Kempen geborene Friseurmeister Max Kölges nach Mülheim, um sich hier selbstständig zu machen. Bereits 1904 wählten ihn seine Handwerkskollegen zum Vorsitzenden des Innungsausschusses und 1905 zum Obermeister der örtlichen Friseurinnung. An deren Spitze sollte er bis 1931 stehen. Während der Weimarer Republik gehörte der Handwerksmeister als Mitglied der Zentrumspartei dem Stadtrat und dem Preußischen Landtag an. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte Kölges als Kreishandwerksmeister zu den Mitgründern der Kreishandwerkskammer und der Mülheimer Christdemokraten. Für sie zog er auch wieder in den Stadtrat ein, wo er bis 1952 die CDU-Fraktion führte. Vor allem in den ersten Nachkriegsjahren, als Hunger und akute Wohnungsnot den Alltag Mülheims bestimmten, machte sich Kölges als tatkräftiger und pragmatischer Kommunalpolitiker einen Namen. Nach der zweiten Kom…

Trotz des gewonnenen Bürgerentscheids muss die ihrer Schließung entronnene Hauptschule an der Bruchstraße noch bis 2013 auf städtische Gelder warten

Am 24. September nahmen im Bildungsausschuss nicht nur Ratsmitglieder und sachkundige Bürger, sondern auch 16 Schüler der Hauptschule an der Bruchstraße Platz. Denn sie wollten in einer Bürgeranfrage wissen: „Was geschieht nach dem Bürgerentscheid mit unserer Schule?“


Nach dem am 22. April gewonnenen Bürgerentscheid zum Erhalt des Schulstandortes Eppinghofen, fragten die Jugendlichen vor allem nach dem Geld, das notwendig ist, um den Schulbetrieb fortzuführen und das Schulgebäude auf Vordermann zu bringen.

Schuldezernent Ulrich Ernst ließ die Jugendlichen wissen, dass in dem 2011 beschlossenen Haushalt für das Jahr 2012 keine Mittel für die Schule an der Bruchstraße eingestellt worden seien, da man zu diesem Zeitpunkt noch von einer Schulschließung ausgegangen sei.

Ob und in welcher Höhe Gelder für den Schulbetrieb an der Bruchstraße im Jahr 2013 bereitgestellt werden könnten, müssten die im Oktober beginnenden Haushaltsberatungen zeigen. Für dieses Jahr könne es auf jeden Fall keine …

Wiedersehen am Klostermarkt: Im Saarner Schulhaus, das vor 100 Jahren errichtet wurde, trafen Schülergenerationen aufeinander

Freitagabend. Keine klassische Schulzeit. Trotzdem herrscht in der Grundschule am Saarner Klostermarkt in allen Räumen gesprächiges Treiben. 150 ehemalige Schüler und Lehrer zieht es in ihr altes Schulhaus, das vor 100 Jahren errichtet wurde.


Die Ex-Schüler Friedel van de Wetering (74), Friedrich-Wilhelm von Gehlen, Ex-Konrektor Eberhard Heinen (beide 65) und die beiden ehemaligen Klostermarktschülerinnen Alexa Wittenberg (11) und Anja Ludwig (42) kommen im Flur an einer alten Schulbank miteinander ins Gespräch: „Genau solche Bänke hatten wir früher“, erinnert sich van de Wetering und greift zielsicher in die Vertiefung, in der früher das Tintenfässchen stand.

Ludwig, deren Tochter heute die vierte Klasse ihrer alten Schule besucht, und van de Wetering finden: „Äußerlich hat sich die Schule eigentlich gar nicht groß verändert, aber innen drin hat sich viel getan. Alles ist viel bunter und freundlicher geworden.“

Wenn Ludwig ihren Schulalltag mit dem ihrer Tochter vergleicht, kommt sie…

Im Alter gemeinsam stark: Eine Tagung im katholischen Stadthaus informiert über gemeinschaftliche Wohnformen im Alter

1967 fragten sich die Beatles in ihrem Song „When I am 64/Wenn ich 64 bin“, wie sie selbst sein würden, wenn sie denn das Rentenalter erreicht hätten. Heute wissen es die noch lebenden Beatles, auch wenn bei Paul McCartney, der diesen Song zum 64. Geburtstag seines Vaters schrieb, von Ruhestand noch keine Rede sein kann.


Wie wollen wir in unserem Alter wohnen und leben? Die demografischen Zahlen zeigen den Handlungsbedarf in dieser Zukunftsfrage auf. Frei nach dem Motto: Gemeinsam stark laden das Sozialamt, die evangelische und katholische Kirche, das katholische Bildungswerk, der Verein „Leben in der Nachbarschaft Alternativ“ (Lina), die Mülheimer Wohnungsbaugenossenschaft (MWB) und ihr Verein Mülheimer Nachbarschaft deshalb alle interessierten Bürger am 29. und 30. September zu einer Tagung ins katholische Stadthaus an der Althofstraße 8 ein. Wer sich bis zum 23. September bei Jörg Marx vom Sozialamt ( ?4?55-5012) oder per Mail an: LINA-muelheim@web.de anmeldet und 20 Euro für die T…

Warum engagiert sich Sparkassenchef Martin Weck ehrenamtlich als Vorsitzender des Fördervereins Mülheimer Städtepartnerschaften?

Warum engagiert sich der Sparkassenchef als Vorsitzender des Städtepartnerschaftsvereins. Darüber sprach ich für die NRZ mit Martin Weck in einer Woche, in der 1995 auch mit Unterstützung der Neuen Ruhr Zeitung ins Leben gerufene Verein Gäste aus den Partnerstädten Tours und Kouvola (vormals Kuusankoski) in Mülheim willkommen heißt, weil kleine Besuch die Freundschaft erhält, die mit Tours vor 50- und mit Kuusankoski vor 40 Jahren begründet wurde.


Warum tun Sie sich Ihr Ehrenamt an?
Weil wir als Sparkasse in der Stadt aktiv sein wollen. Und für mich ist damit auch das Ehrenamt verbunden und die Bereitschaft öffentlich zu agieren.

Sind Sie so etwas wie Mülheims Außenminister? Als ich mein Ehrenamt antrat, habe ich das nur unter der Bedingungung getan, dass ich nicht ständig alle Partnerstädte bereisen muss. Ich wurde damals eher als Innenminister gewählt, der die Aktivitäten des Städtepartnerschaftsvereins koordiniert und die Fäden zusammenhält.

Was ist der persönliche Mehrwert ihres e…

Zahlen, Daten und Fakten zur Arbeit des Fördervereins Mülheimer Städtepartnerschaften

Die Stadt Mülheim fördert ihre sechs Städtepartnerschaften mit Darlington (seit 1953), Tours (seit 1962), Kuusankosi (seit 1972), Oppeln (seit 1989), Kfar Saba (seit 1993) und Beykoz (seit 2008) zurzeit mit jährlich 7500 Euro und einer halben Mitarbeiterstelle. Sie wird von Sabine Kuzma besetzt. Kuzma hat ihr Büro bei Mülheim und Business an der Wiesenstraße 35. Dort ist sie montags bis freitags von 8 Uhr bis 12.30 Uhr sowie donnerstags von 14 bis 16 Uhr unter der Rufnummer 0208/48 48 56 und per Mail an: sabine.kuzma@muelheim-ruhr.de oder: info@staedtepartner-mh.de erreichbar. Sie führt die Geschäftsstelle des Städtepartnerschaftsvereins. Dieser hat seit seiner Gründung im Jahr 1995 Mitgliedsbeiträge in Höhe von 204 000 Euro, Spenden in Höhe von 116 000 Euro und Zuschüsse in Höhe von 244 000 Euro für die Förderung der städtepartnerschaftlichen Kontakte gewinnen und investieren können. Weitere Informationen zum Thema findet man im Internet unter: www.muelheim-ruhr.de und unter: www.sta…

Vor 80 Jahren wählte eine Mehrheit der Mülheimer Hindenburg zum Reichspräsidenten, um Hitler zu verhindern: Die Machtübernahme der Nazis sollte dadurch aber nur aufgeschoben werden

Am 18. März 2012 haben Hannelore Kraft, Barbara Steffens, Ulrike Flach und Anton Schaaf als Mülheimer Mitglieder der Bundesversammlung den neuen Bundespräsidenten gewählt. Vor 80 Jahren hatten die Mülheimer selbst die Wahl. Sie mussten mit entscheiden, ob der Amtsinhaber Paul von Hindenburg Reichspräsident bleiben oder der Führer der Nationalsozialisten Adolf Hitler sein Nachfolger werden sollte. Neben Hindenburg und Hitler standen beim ersten Wahlgang der Reichspräsidentenwahl am 13. März 1932 auch der Kommunistenführer Ernst Thälmann, der Deutschnationale Theodor Duesterberg und der Vertreter des Bundes der Inflationsgeschädigten, Gustav Winter, auf ihrem Stimmzettel.


Mit dem Reichspräsidenten der Weimarer Republik wählten sie nicht nur ein repräsentatives Staatsoberhaupt, sondern den damals mächtigsten Politiker des Deutschen Reiches. Er war nicht nur Oberbefehlshaber der Armee, sondern konnte auf der Grundlage des Verfassungsartikels 48 auch Notverordnungen erlassen, die ohne Zust…

Die Markuskirchengemeinde in Winkhausen ist aus einer Krise gestärkt hervorgegangen und konnte jetzt unbeschwert den 50. Geburtstag ihres Gemeindezentrums am Knappenweg feiern

Die Kirchen sind Kummer gewöhnt. Meistens machen sie Schlagzeilen mit Kirchenaustritten, rückläufigen Kirchensteuereinnahmen oder wegsterbenden Gemeindemitgliedern. Da überrascht es, wenn Pfarrer Hans-Joachim Norden sagt: „Uns ist es schon lange nicht mehr so gut gegangen und wir haben einen locker gestrickten Haushalt.“


Das überrascht umso mehr, da er als Pfarrer einen Gemeindebezirk der Markuskirchengemeinde in Winkhausen leitet, dessen Gemeindezentrum am Knappenweg noch vor eineinhalb Jahren aus finanziellen Gründen zur Disposition stand. Das Presbyterium trat zurück und die Markuskirchengemeinde wurde übergangsweise von einem Bevollmächtigtenausschuss geleitet.

„Es gab damals eine große Unruhe. Viele waren schockiert und fragten sich, warum jetzt das Gemeindezentrum mit dem Familienzentrum, das sehr gut angenommen wurde, nicht mehr erhalten bleiben sollte“, erinnert sich Christina Schäfermeier an den Herbst 2010, als sie eine Sprecherin der Gemeindeinitiative Winkhausen24 war, die…

In Memoriam Horst Borgsmüller - Abschied von einem leisen Lyriker, der die kleine Form meisterhaft beherrschte

Der Tag war schön mit Sonne, Regen, Lachen. Selbst Tränen habe ich heute bei dir entdeckt. Wir haben viel gesehen von dieser bunten, lauten Welt. Wir sahen alles. Das Kind mit den Murmeln, die Taube auf einem Bein und die Katze, die wohlig in der Sonne lag. Der Tag war schön. Doch jetzt wird es noch schöner. Denn du sagst: Wir gehen heim.“ Diese Gedichtzeilen mit dem Titel „Wir gehen heim“ stammen aus der Feder Horst Borgsmüllers.


Am 11. September ist der ehemalige Hauptamtsleiter und Lyriker im Alter von 81 Jahren gestorben.

In den 80er Jahren wurde der Beamte und Poet einem größeren Publikum bekannt. Damals erschienen seine Gedichte nicht nur in kleinen Bänden mit so poetischen Titeln, wie „Ich möchte so wenig“, „Gesichter“, „Sommerwiese“ oder „Machtbäume“, sondern wurden 1000fach auf Brötchentüten, Bierdeckel, Litfasssäulen und Lesezeichen gedruckt.

Die Wiener Literaturkritikerin Brigitte Pixner schrieb damals: „Horst Borgsmüllers konzentrierte Sprache ist ein Sturmlauf gegen die …

Wie verkauft sich eigentlich das Buch der Bücher: Eine Umfrage im Buchhandel aus Anlass der Mülheimer Bibeltage

Vergebung und Versöhnung. Unter diesem Leitthema beschäftigten sich theologisch ge- und unverbildete Menschen am 15. und 16. September bei den Bibeltagen im Altenhof an der Kaiserstraße mit dem Buch der Bücher. Doch ist die Bibel in unser säkularen Zeit ein Beststeller oder ein Ladenhüter? Allein die Deutsche Bibelgesellschaft hat 2011 bundesweit 400.000 Bibeln unter das Volk gebracht.


Oskar Dierbach, der die Mülheimer Bibeltage organisiert, entdeckte den christlichen Glauben als 18-Jähriger durch eine geschenkte Bibel neu und ließ sich mit 21 taufen. Gekauft hat er seine letzte Bibel vor sieben Jahren, eine modernde Übersetzung, mit dem schönen Titel Hoffnung für alle. „Ich verschenke auch schon mal Bibeln, aber nur, wenn ich das Gefühl habe, dass sich jemand ernsthaft dafür interessiert“, sagt er.

Die Frage, wie viele Kunden sich im Buchhandel für die Bibel interessieren, ist nicht leicht zu beantworten. Bei der Frage nach Verkaufszahlen gibt sich Mirjam Berle vom Groß-Buchhändler T…

Würde er am 6. November gewählt, wäre der Republikaner Mitt Romney der erste Mormone im Weißen Haus

52 Jahre nachdem mit dem Demokraten John F. Kennedy der erste Katholik ins Weiße Haus einzog, könnte mit dem Republikaner Mitt Romney der erste Mormone ins amerikanische Präsidentenamt gewählt werden. Wie mehr als sechs Millionen Amerikaner ist er Mitglied der Kirche Jesu Christ der Heiligen der letzten Tage. So nennt sich Glaubensgemeinschaft der Mormonen selbst. Weltweit gibt es heute rund 14 Millionen Mormonen. Rund 40.000 von ihnen leben in Deutschland.


Mitt Romney ist nicht der erste Mormone, der in den USA für das Präsidentenamt kandidiert, das seinen Inhaber zum Staatsoberhaupt, Regierungschef und militärischen Oberbefehlshaber acht. Schon der Kirchengründer Joseph Smith wollte 1844 Präsident der Vereinigten Staaten werden. Doch seine Kandidatur endete tödlich. Er war erst inhaftiert und dann ermordet worden, nachdem er als Bürgermeister von Nauvoo/Illinois die Druckerpresse der örtlichen Zeitung zerstören ließ. Das Lokalblatt hatte kritisch über die Mormonen berichtet. Religio…

Joe Biden oder Paul Ryan? Der nächste Vizepräsident der USA wird auf jeden Fall ein Katholik

Der nächste Vizepräsident der USA wird auf jeden Fall ein Katholik sein. Denn mit dem amtierenden Vizepräsidenten Joe Biden von den Demokraten und Paul Ryan von den Republikanern haben die beiden Präsidentschaftskandidaten Barack Obama und Mitt Romney jeweils einen Katholiken als Mitbewerber ausgewählt.


Ryan und Biden treten damit in die Fußstapfen von Alfred Smith und John F. Kennedy, die als erste Katholiken 1928 für das Präsidentenamt kandidierten und im Fall Kennedys 1960 auch zum Präsidenten gewählt wurden. Ebenso wie Smith und Kennedy war auch der bisher letzte katholische Präsidentschaftskandidat John Kerry ein Demokrat. Er musste sich in seinem Wahlkampf 2004 aber nicht mehr mit dem Vorwurf auseinandersetzen, im Falle seiner Wahl würde der Papst in Washington mitregieren.

Ryan und Biden sind unter den rund 63 Millionen Katholiken Amerikas, die in den Bundesstaaten New Mexico, Rhode Island und Massachusetts die Bevölkerungsmehrheit stellen, keineswegs unumstritten. Der 69-jähri…

Ruhrpreisträger Peter Könitz lebt und arbeitet heute als Bildhauer in Norddeutschland und erhält in Kürze den Kunstpreis der niedersächsichen SPD-Landtagsfraktion

Für Mülheimer Künstler ist er ein Ritterschlag, der Ruhrpreis für Kunst und Wissenschaft. Der vor 70 Jahren in Mülheim geborene Bildhauer Peter Könitz hat diesen Ritterschlag gleich zweimal bekommen. 1963 wurde er mit dem Förder- und 1976 mit dem Hauptpreis ausgezeichnet.


Jetzt hat ihm die niedersächsische SPD-Landtagsfraktion ihren 1988 von Gerhard Schröder initiierten und mit 5000 Euro dotierten Kunstpreis zuerkannt.

Seine abstrakten, platzergreifenden und zugleich inspirierenden Metall- und Holzskulpturen haben den Mülheimer bundesweit bekannt gemacht.

Im Mülheimer Stadtbild ist heute nur noch seine 1985 im Auftrag der Friedrich-Wilhelms-Hütte geschaffene und an der Nordbrücke aufgestellte Skulptur „Raumbeschreibung“ verblieben. Man erkennt einen Mann, der zwei Rohre trägt. Andere Könitz-Skulpturen, wie der 1974 entstandene „Tunnel“, der im Schatten der Volkshochschule an der Bergstraße aufgestellt wurde oder eine Brunnenskulptur auf dem Hans-Böckler-Platz, sind inzwischen wieder a…

Eine ungewöhnliche Lebens- und Liebesgeschichte, die beispielhaft zeigt, was Krieg und Diktatur Menschen angetan haben

Die spannendsten und bewegendsten Geschichten kann man nicht erfinden, sondern nur erleben. Das begreift man, wenn Lillian Crott Berthung und ihre Tochter Randi Crott die Geschichte ihrer Familie erzählen. Es ist eine Geschichte darüber, welches Unglück Rassismus, Diktatur und Krieg über Menschen bringen können. Es ist aber auch die Geschichte einer Liebe, die alle Widerstände und Widrigkeiten überwunden hat. Die in Mülheim aufgewachsene Rundfunkjournalistin und ihre aus Norwegen stammende, aber seit 60 Jahren in Mülheim lebende Mutter erzählen sie jetzt in einem Buch, das sie am Wochenende bei der Lit Colgne vorstellten. Sein Titel: „Erzähl es niemandem.“

Die Geschichte beginnt am 5. April 1942 im nordnorwegischen Harstad. Die 19-jährige Handelsschülerin Lillian lernt in ihrer Heimatstadt den damals 28-jährigen deutschen Wehrmachtssoldaten Helmut Crott kennen und wenig später lieben. Es ist eine unmögliche Liebe in Zeiten des Krieges. „Er war so sportlich und sah so gesund aus. Und e…

Warum es den Künstler Dennis Broszat vor neun Jahren ins Kloster zog

Am Tag des offenen Denkmals (9. September) öffneten Kloster Saarn, Tersteegenhaus und Camera Obscura ihre Türen für interessierte Besucher. Für den Künstler Dennis Broszat, der für seine Auftraggeber schon manch triste Haus- und Betonwand in ein echtes Kunstwerk verwandelt hat, ist jeder Tag ein Tag des offenen Denkmals. Denn der 30-Jährige zog 2003 ins Kloster Saarn. „Was für ein charmanter und beschaulicher Ort. Das wäre doch toll, wenn man hier ein Plätzchen für sich finden könnte“, erinnert er sich an seinen ersten Eindruck, als er bei einem Spaziergang mit seinen Hunden am alten Zisterzienserinnenkloster vorbei kam.


Wenn die Klosterfrauen, die hier von 1214 bis 1808 gelebt, gearbeitet und gebetet haben, den jungen legeren Mann mit Hut, Pulli und Jeans gesehen hätten, hätten sie nicht schlecht gestaunt. „Das haben meine älteren Nachbarn auch, als ich hier mit zwei Hunden eingezogen bin. Die haben sich gefragt, ob ich überhaupt hier hineinpasse“, erinnert sich Broszat an seine erst…

Erinnerung an eine große Wahrheitssucherin: Vor 70 Jahren wurde Edith Stein von den Nazis ermordet

Was sehen wir, wenn wir das Lebensbild von Edith Stein betrachten, die mit ihrer Schwester Rosa vor 70 Jahren in den Gaskammern von Auschwitz ermordet wurde?


Wir sehen eine kluge Frau, die nach der Wahrheit suchte? Dass sie diese am Ende in Gott fand, war Ergebnis eines beeindruckenden Lebensweges, der am 12. Oktober 1891 in Breslau begann und am 9. August 1942 in Auschwitz endete.

In eine jüdische Familie hinein geboren, wurde ihre Kindheit von einer streng religiösen Mutter geprägt. „Ich wusste schon in den ersten Lebensjahren, dass es viel wichtiger ist, gut als klug zu sein“, erinnert sich Stein später.

Doch das Kind ist gut und klug. Es sucht schon früh nach eigenen Antworten auf die Frage nach dem Sinn des Lebens. Ihre Suche lässt die junge Edith am Glauben zweifeln und zur Atheistin werden. „Ich habe mir das Beten ganz bewusst und aus freiem Entschluss abgewöhnt“, schreibt sie damals.

Nach dem Abitur 1911 studiert sie in Breslau, Göttingen und Freiburg Deutsch, Geschichte, Psyc…

Wodo: Das steht in Mülheim seit fast 30 Jahren für zauberhaftes Puppenspiel

Wie nutzt man ein leerstehendes Ladenlokal in bester Innenstadtlage, wenn man keinen Geschäftsinhaber hat, der es mieten möchte? Das ist eine Frage, die sich in vielen Städten des Ruhrgebietes und auch in anderen strukturschwachen Regionen der Republik immer öfter stellt. Die Kaufleute in der Mülheimer Innenstadt und die örtliche Stadtmarketinggesellschaft haben in diesem Sommer eine Antwort gefunden, die beim Publikum offensichtlich gut ankommt. Sie lassen in dem großräumigen Ladenlokal, in dem bis zu 100 Zuschauer Platz finden die Puppen tanzen, frei nach dem Motto: „Eintritt frei und Spaß dabei.“ Die Fäden halten dabei die beiden Puppenspieler Wolfgang Kaup und Dorothee Wellfonder in der Hand. Nach den Bremer Stadtmusikanten steht an diesem Samstag in der City Astrid Lindgrens Klassiker Pippi Langstrumpf auf dem Programm. Kurz vor der ersten Vorstellung stellt sich Wolfgang Kaup vor dem Ladenlokal, das jetzt zum Puppentheater geworden ist, im schwarzen Anzug und mit Bowlerhut an se…

Alfred Beyer: Ein Mülheimer Lebensbeispiel, dass Mut macht, weil es zeigt, wie man aus einer Not eine Tugend machen kann

Es war ein schmerzlicher Anfang, den Alfred Beyer im November 1971 machen musste. Damals musste sich der selbstständige Innenraumausstatter daran gewöhnen, fortan mit einem Bein und einer Prothese durchs Leben zu gehen.


„Da bricht innerlich alles zusammen“, erinnert sich Beyer an das Gefühl, das ihn überfiel, als er die Diagnose Knochenkrebs bekam und der Arzt im Krankenhaus ihm erklärte, dass sein linkes Bein oberhalb des Knies amputiert werden müsse, um sein Leben zu retten. Angefangen hatte alles mit einem Knoten in der Kniekehle, den sein Hausarzt anfangs nicht sonderlich ernst genommen hatte.

Damals war der 29-jährige Familienvater gerade dabei, sein neues Geschäft am Dickswall einzurichten. Anfang November, an das genau e Datum seiner Amputation kann sich Beyer heute gar nicht mehr erinnern, war es so weit. „Als ich nach der Operation aufwachte, dachte ich erst: Die haben dich ja gar nicht amputiert. Du spürst ja gar nichts“, erinnert sich Beyer an das erste Gefühl nach der Ampu…

Die Lehrerin Helga Frohn-Heinl leitet die internationale Förderklasse des Berufskollegs Stadtmitte: Sie musste zweimal anfangen, um einmal anzukommen

Zauberhaft fand Helga Frohn-Heinl als Volksschülerin am Sunderplatz den Unterricht bei ihrer netten Lehrerin. Vielleicht, so vermutet sie heute, war das der Anfang ihrer Idee, später zu studieren um selbst Lehrerin zu werden. „Ich wollte was mit Deutsch und Menschen machen“, erinnert sich die Pädagogin, die vor 30 Jahren ihre erste Unterrichtsstunde an einem Essener Gymnasium gab. Die konkreteste Erinnerung daran ist eine Ausgabe von Theodor Fontanes Gesellschaftsroman Effie Briest, in der es nur so vor unterstrichenen Zitatstellen und Randnotizen wimmelt.

Sie weiß noch, dass sie aufgeregt war und sich bis ins letzte Detail auf alle Eventualitäten vorbereiten wollte. Deshalb schrieb sie sich ein Stundenkonzept mit verschiedenen Hypothesen und Handlungsalternativen, um auf möglichst alle denkbaren Schülerantworten und Fragen gefasst zu sein und nur ja nicht aus dem Konzept zu kommen. So detailliert ihre damalige Vorarbeit war, so verschwommen ist ihre heutige Erinnerung daran.

War es …