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Es werden Posts vom August, 2019 angezeigt.

Der Krieg änderte alles

Wer sich Fotos aus dem Mülheim vor dem 1. September 1939 anschaut, wird die Stadt kaum wiedererkennen. Vor allem die Innenstadt hat ihr Gesicht radikal verändert. Nach den Zerstörungen, die die 160 Luftangriffe auf Mülheim anrichteten, wurde die Stadt fast überall schnell, modern und funktional wieder aufgebaut. Ganze Straßenzüge wie etwa an der Leineweberstraße wurden nach dem Krieg ganz neu angelegt. Nachdem der Zweite Weltkrieg fast ein Drittel des Mülheimer Wohnraumes zerstört hatte setzte mit der Währungsreform und der Einführung ein Wiederaufbauboom ein.

Und selbst alte Häuser, die den Luftkrieg überstanden hatten, fielen, wie das Geburtshaus des Arztes und Dichters, Karl Arnold Kortum, an der Kettwiger Straße später modernen Neubauten zum Opfer.
Viele Mülheimer mussten Adolf Hitlers Größenwahn mit ihrem Leben bezahlen. 3500 fielen als Soldaten der Wehrmacht an den Fronten des Zweiten Weltkrieges, 1100 fielen dem Luftkrieg zum Opfer. 270 Mitglieder der Jüdischen Gemeinde wurden …

Mülheimer Landpartie

Eine weitere Station der diesjährigen Sommerferien-Ortstermine der CDU-Fraktion war beim Mülheimer Landwirt Hermann Terjung am Bollenberg in Raadt. Die christdemokratischen Kommunalpolitiker informierten sich über die Projekte und Herausforderungen, mit denen sich Hermann Terjung und seine Familie aktuell beschäftigen, um ihren 120 Hektar großen Hof in der bereits sechsten Generation zu bewirtschaften. Das Spektrum ihrer landwirtschaftlichen Aktivitäten reicht vom Weizen-, Roggen-, Mais- und Kartoffelanbau über die Mutterkuhhaltung bis hin zur Direktvermarktung von Kartoffeln und Äpfeln, zum Beispiel auf dem Saarner Wochenmarkt auf dem Pastor-Luhr-Platz.  Hermann Terjung berichtete an Ort und Stelle über die von der Europäischen Union geförderten Anlage von mittlerweile insgesamt 6,5 Hektar Blühstreifen auf maximal 6 Metern Breite auch auf seinem Hof, die als Biotope dem Bienensterben entgegenwirken und so das ökologische Gleichgewicht stärken. In diesen Blühstreifen finden sich Klee,…

Grenzen setzen, ohne sie zu überschreiten

Nils Bohländer ist seit April der einzige Mann im ansonsten weiblichen Team der Erziehungsberatungsstelle der Caritas.
„Männer interessieren sich zunehmend für die Erziehung ihrer Kinder, in der sie mitreden und mitentscheiden wollen. Sie fragen sich: Was ist gut für mein Kind. Und sie haben inzwischen genauso wie die Frauen den Wunsch. Möglichst viel Zeit mit ihrer Familie und mit ihren Kindern zu verbringen“, sagt Nils Bohländer. Er ist beim katholischen Sozialverband kein Unbekannter (siehe Box).
„Die Klienten der flexiblen Familienhilfe werden uns über das Jugendamt zugewiesen. Wenn wir zu den Familien ins Haus kommen, um sie zu unterstützen, ist das eine Pflichtveranstaltung. Die Erziehungsberatung ist dagegen ein freiwilliges, generationsübergreifendes und niederschwelliges Angebot für alle Menschen, die sozialen, pädagogischen und psychologischen Rat und Hilfe für das System Familie brauchen“, erklärt Bohländer der Unterschied zwischen seiner alten und seiner neuen Tätigkeit. (…

Sekt oder Selters?

Neben meiner Freitagsglosse „Ehrlich wartet am längsten“ lasen wir, dass die Staatsanwaltschaft nach 11 (närrischen) Monaten die Ermittlungen wegen des Untreueverdachts gegen den Oberbürgermeister eingestellt hat. Es ging um die Frage, ob der Oberbürgermeister zu viel Steuerzahlergeld aus seinem Verfügungsmitteln an der falschen Stelle flüssig gemacht hat. Egal wie man die Causa Scholten juristisch oder politisch bewertet: Tatsache ist, das unserer Stadt an vielen Stellen das Wasser bis zum Hals steht und viele Dinge endlich wieder in Fluss kommen müssen, damit wir Bürger und Steuerzahler mal wieder Grund haben, mit Sekt statt mit Selters, auf politische Arbeitsergebnisse anzustoßen, die sich für uns alle auszahlen, weil sie unsere Stadt sozial und wirtschaftlich wieder voranbringen. Die Ermittlungen gegen den Oberbürgermeister sind eingestellt. Aber am Ende geht nicht nur für ihn darum, was die Wähler bei den Kommunalwahlen 2020 in ihrer ganz eigenen Mülheim-Bilanz als Soll und Haben…

Ehrlich wartet am längsten

Vielleicht hatte der Mann noch das Anschreiben in den guten alten Tante-Emma-Läden im Kopf als er sich gestern in einem Supermarkt sich aus der Schlange an der Kasse mit dem Hinweis verabschiedete: „Meine Bahn kommt gleich. Ich kann nicht mehr warten.“ Das wäre nichts Außergewöhnliches gewesen, wenn er nicht seine unbezahlten Waren gleichmitgenommen hätte. Nach einer Schrecksekunde erkannten die Kassierer den Ernst der Lage und spurteten hinter dem Zechpreller hinterher, um ihn wieder auf den Boden der rechtsstaatlichen Tatsachen zurückzuholen. Mit etwas mehr krimineller Energie hätten die jetzt umso länger auf ihren Zahlungsvorgang wartenden Kunden im Und die preiswerte Massenflucht nach vorne antreten können.
Doch die beiden sportlichen Kassierer, die ihren zahlungswilligen Kunden den Rücken zudrehen mussten, hatten Glück im Unglück. Denn Ehrlich wartet eben doch am längsten und genießt jedes Schauspiel, das sich ihm ganz ohne Eintritt bietet und an Dario Fos gleichnamiger Komödie: …

Gut ergangen

An manchen Tagen hat man als Mülheimer das Gefühl, dass unsere Stadt auf dem Holzweg und wir selbst in eine Sackgasse gelandet sind. Doch an diesem Wochenende, da sich der Sommer noch einmal von seiner sonnigen Seite zeigte, machte ich auf meinem Fußweg zwischen dem Boicher Ruhrufer und dem Innenstadt-Ufer eine mein Gemüt erhellende Erfahrung. Jenseits und ungestört vom Straßenverkehr, ging immer schön geradeaus auf dem Ruhrradschnellweg von der Alten Dreherei des 1874 eröffneten und 1959 geschlossenen Eisenbahnausbesserungswerkes bis zum Rathaus. 
Dabei konnte ich mit dem Blick nach links und rechts ungewöhnlich schöne Aussichten auf die alte Heinrich-Thöne-Volkshochschule an der Bergstraße auf das Landesgartenschaugelände der Müga, auf die Friedrich-Wilhelms-Hütte, auf die Ruhrpromenade, auf die Schlossbrücke und schließlich auf den um 1914 errichteten Rathausturm und die aus den 1970er Jahren stammenden Wohntürme am Hans-Böckler Platz genießen. Unsere Vorfahren, die den heutigen Ruh…

Alle in einem Boot

Mit viel Spaß gemeinsam ans Ziel kommen Die DJK Ruhrwacht lädt am 7. Und 8. September zum 23. Drachenbootrennen auf die Ruhr, die auf 14 Kilometern durch Mülheim fließt. Das Mülheimer Stadtmarketing, der Mülheimer Sportbund und der Mülheimer Sportservice sitzen mit im Veranstalterboot. Mülheim. Das geht in die Arme. Mit einem etwa 1,40 Meter langen Ruder teilen die aus unterschiedlichen Generationen kommenden Männer und Frauen im Drachenboot der DJK Ruhrwacht die Flusswellen. Im Heck des Bootes hält ein Steuermann mit seinem XXL-Ruder die Mannschaft auf Kurs. Und den Bug gibt ein Trommler den Takt für die Ruderer vor. „Es kommt darauf an, dass alle an Bord im gleichen Takt rudern und dass die Mitglieder der Rudermannschaft so an Bord sitzen, dass die Leichtgewichte und die Schwergewichte unter ihnen nicht alle hinten oder vorne oder auf einer Seite sitzen und das Boot Schlagseite bekommt“, erklärt Lars Knappe. Der 29 jährige Mitarbeiter der Stadtverwaltung gehört zum Organisationsteam d…

Beispielhafter Mittelstand

In einem Familienunternehmen, das seit 1957 auf dem Markt und seit 1983 am Flughafen ansässig ist, konnten sich Mitglieder der CDU-Ratsfraktion bei ihrer Sommerferientour ein Bild davon machen wie wichtig der Mittelstand für die Mülheimer Wirtschaft ist. Die beiden Firmeninhaber Siegfried und Michael Lübke führten die Christdemokraten durch ihr an der Brunshofstraße ansässiges Unternehmen, das einen Jahresumsatz von neun Millionen Euro erwirtschaftet und 45 Mitarbeiter beschäftigt. Lübke senior und Lübke junior erläuterten ihren Besuchern die Entwicklung des Unternehmens und äußerten ihr Interesse an der Zusammenarbeit mit Netzwerkpartnern aus Wissenschaft und Wirtschaft. Der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses, Henner Tilgner, sagte zu, sich bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Mülheim und Business um entsprechende Kontakte zu bemühen. Die stellvertretende Kreisparteivorsitzende Ilselore Paschmann  riet zur Kontaktaufnahme mit der Hochschule Ruhr West und deren Institut für …

Weit weg und doch so nah

Was hat Mülheim mit Bedburg-Hau zu tun? Die Mitglieder der CDU-Ratsfraktion erfuhren es jetzt bei einem Besuch in der dortigen Klinik des Landschaftsverbandes Rheinland, den auch die Stadt Mülheim an der Ruhr als ein von 13 kreisfreien Städten und 12 Landkreisen mit ihrer Umlage mitfinanziert. „Die Stadt zahlt jährlich rund 45 Millionen Euro für die Ausgaben des Landschaftsverbandes und erhält dafür Leistungen in Höhe von 43 Millionen Euro, die unter anderem in die soziale und psychiatrische Versorgung des Bevölkerung zurückfließen“, erklärt der Speldorfer CDU-Stadtrat Bernd Dickmann, der Mülheim in der Landschaftsversammlung, dem Parlament des Landschaftsverbandes Rheinland vertritt und dort im Krankenhausausschuss mitarbeitet. Seiner Einladung folgend, machten seine Fraktionskollegen im Rahmen ihrer Sommerferientour jetzt Station in der für das gesamte Rheinland zuständigen LVR-Klinik, in der bereits seit 1912 psychiatrisch und neurologisch therapiebedürftige Patienten behandelt we…

Zuhause ist es am schönsten

Kennen sie Daniel Aßmann? Der Journalist aus der Ruhrgebietsnachbarschaft ist mein neuer Fernsehheld. Seine WDR-Sendung „Ausgerechnet“ ist ein echter Hingucker. Zuletzt klärte er seine Zuschauer über die Kosten eines ganz normalen Urlaubs auf der schönen deutschen Nordsee-Insel Norderney und an dem nicht minder schönen und bei vielen deutschen Touristen beliebten Gardasee in Italien auf. Was mir an ihm und seiner Sendung gut gefällt, ist der mit bodenständigem Ruhri-Humor gewürzte Informationswert. Ausgerechnet mitten in der Urlaubssaison deckt er die finanziellen Schattenseiten des teuren Ferien Vergnügens auf. O Ton in Sirmione am Gardasee: „Sehe ich das richtig, dass die Kugel Eis hier 3,50 Euro kostet?“ O Ton auf Norderney: „Habe ich das richtig gesehen, dass die 0,5 Liter Flasche Norderney-Bier 7,50 Euro kostet?“ Damit gibt Daniel Aßmann seinen daheim gebliebenen Zuschauern das gute Gefühl, dass sie sich eigentlich glücklich schätzen dürfen, zu Hause oder vor der Haustür ihr vergl…

Ohne Worte

Gestern musste ich beim Blick in die NRZ einsehen: Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte. Im Mantelteil unserer Zeitung stachen mir geich 2 Fotos prominenter Politiker ins Auge . Auf der Seite „Politik & Meinung“ erblickte ich unseren Bundesfinanzminister Olaf Scholz, der, laut Überschrift, die SPD retten will. Doch sein nachdenkliches Gesicht und sein ungewisser Blick ins Nirgendwo strahlte so gar keinen Tatendrang und keine Aufbruchstimmung aus. 2 Seiten weiter stand unter der Rubrik „Tagesthema“ CDU-Chefin und Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer nicht minder nachdenklich und fragend dreinschauend im Wald bei ihren mit Gewehr im Anschlag posierenden Soldaten. Beim Betrachten beider Bilder fragte ich mich unwillkürlich, ob da zwei Hauptdarsteller im falschen Film vor der Kamera standen.
Der Gesichtsausdruck beider Spitzenpolitiker vermittelte mir mehr Fragen als Antworten, mehr Unsicherheit als Entschlossenheit.  Natürlich sind die beiden Schnappschüsse aus dem p…

Bis 2023 nimmt das Rhein-Ruhr-Zentrum neue Formen an

Eine 28köpfige Besuchergruppe der CDU-Fraktion unter der Führung des CDU-Fraktionsvorstandsmitgliedes und Vorsitzenden des städtischen Wirtschaftsausschusses, Dr. Henner Tilgner, war im Rahmen der Sommerferien-Ortstermine Gast im Center Management des Rhein-Ruhr-Zentrums (RRZ) in Heißen. Sie ließ sich von der Center Managerin des Einkaufszentrums, Heike Marzen, über den aktuellen Stand der Planungen für den Aus- und Umbau des Rhein-Ruhr-Zentrums informieren. Marzen betonte, dass die Eigentümer des 1973 eröffneten Einkaufszentrums die Nachbarn und die Öffentlichkeit zeitnah über die einzelnen Bauabschnitte und Baufortschritte informieren werden. Die Center-Managerin geht davon aus, dass der Bauantrag noch im Herbst 2019 eingereicht werden kann. Die Bauarbeiten sollen nach diesem Zeitplan im Herbst 2020 starten. Wenn alles klappt, soll das dann erweiterte Rhein-Ruhr-Zentrum noch im 50. Jahr seines Bestehens, Ende 2023, in neuem Glanz erstrahlen und insgesamt ein helleres und freundliche…

Tatort Mülheim

Haben Sie nicht auch das Gefühl, dass es auf unseren Fernsehbildschirmen immer mörderischer zugeht. Es reicht nicht, dass uns die Nachrichten mit mörderischen Bildern aus Kriegen und Bürgerkriegen überfluten. Auch der Mord- und Totschlag in den TV Krimis hat ein inflationäres Ausmaß angenommen. Wo einst der Halstuch-Mörder die gesamte Fernsehnation vor dem Bildschirm versammeln konnte und sich später im Wochentakt der Tatort, Der Alte oder Derick bei ihren Ermittlungen ablösen, dürfen wir uns heute sicher sein, dass wir täglich auf allen Kanälen gleich mehrere Fernsehkrimis serviert bekommen. Ich warte nur noch darauf, dass wir bald auch einen Tatort aus Mülheim zu sehen bekommen. Menschen, die sich über die Zustände in unserer Stadt kriminell ärgern, gibt es ja schon genug. Und unser Polizeipräsident Frank Richter und seine Beamten könnten sicher auch mit einer ausreichenden Zahl von Tatorten aufwarten. Auf der Suche nach einem Kommissar-Darsteller oder einer Hauptdarstellerin würde …

Eine Stadt ohne Flächen?

„Mülheim hat keine Flächen.“ Das hört man immer wieder, wenn es darum geht, welche Potentiale die Stadt am Fluss hat, um sich wirtschaftlich weiter zu entwickeln. Die 91 Quadratkilometer große Stadt, durch die die Ruhr auf 14 Kilometern Länge hindurchfließt, ist keineswegs ganz ohne Flächen mit Potential.
Das zeigte der Chef des Stadtplanungsames, Felix Blasch, jetzt bei einer im wahrsten Sinne des Wortes heißen Stadttour, bei der er Mitgliedern der CDU-Ratsfraktion an einem 40-Grad-im-Schatten-Tag mögliche Flächen vorführte, die für Wohnungsbau und die Ansiedlung von Gewerbe genutzt werden könnten. Auf dem Tourplan standen Flächen an der Hansbergstraß e in Winkhausen, an der Beckstadt- und der Ludwigstraße in Heißen am Schlipperweg, an der Zeppelinstraße, am Schürfeld, an der Lilienthalstraße, an der Liebigstraße rund um das Tengelmann-Areal, am Lönsweg, am Broicher Waldweg, an der Saarner Straße, an der Luxemburger Allee und am Erzweg in Selbeck. Die Größen der dortigen Freifläche…