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Es werden Posts vom November, 2015 angezeigt.

So gesehen: Die Wacht beim Weihnachtstreff

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Haben Sie mich schon gesehen. Ich stehe wieder an der 13 Meter hohen Tanne beim Weihnachtstreff an der Schloßstraße. Ich bin nicht der Weihnachtsmann. Den gibt es nur in der Werbung. Ich bin der Holzkamerad mit Trommel , aber ohne Klöppel. Denn den hat mir irgend so ein „Weihnachtsmann“ geklaut, der offensichtlich kein Prachtexemplar seiner Spezies war und sie deshalb nicht alle auf dem Christbaum hatte. Man sieht sich.

Dieser Text erschien am 28. November 2015 in der Neuen Ruhr Zeitung

Ein unruhiger und kreativer Geist: Eberhard Uhl

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„Hallo, Herr Uhl! Wie geht es Ihnen?“ Immer wieder passiert es Eberhard Uhl, dass er von Menschen angesprochen wird, bei denen er einen Moment überlegen muss: „Woher kenne ich sie?“ Kein Wunder. Der Assistent und Stellvertreter des Forum-Managers Stefan Günther ist viel unterwegs und spricht täglich mit vielen Menschen. Gerade jetzt, da es an der Spitze des Centermanagements einen Wechsel von Wolfgang Pins zu Stefan Günther gegeben hat, ist die organisatorische und kommunikative Arbeit des Zweiten Mannes im Forum besonders wichtig.

Wenn man mit ihm über die Mall des Forums geht, wird es nicht lange dauern, bis er von irgend jemanden angesprochen oder auf seinem Handy angerufen wird. Dort klemmt eine Ladentür. Hier muss ein Türschloss ausgewechselt werden. Dort ist eine Lüftung defekt. Uhl kümmert sich drum. Die Lösung des Problems ist oft nur wenige Anrufe und einige freundliche Worte weit entfernt. Und im Vorbeigehen, hebt der 56-Jährige auch noch Papier auf, das jemand achtlos auf de…

Zwischen Traum und Trauma: Die Mülheimer Volxbühne bringt mit 17 Darstellern zwischen 15 und 83 ein "Oratorium der Träume" auf die Bühne

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„Dieser Abend wird der reinste Luxus“, glaubt Regisseur Jörg Fürst. Die Rede ist von „TraumA“, dem neuen Stück, das in wenigen Tagen zum ersten Mal auf die Volxbühne kommt. Der Titel klingt in Zeiten des Terrors brandaktuell.

Den 17 Schauspielern, die bei „TraumA“ auf der Bühne stehen, geht es nicht um Aktualität, sondern um Geschichte und Lebensgeschichten, um persönliche Träume und traumatische Erfahrungen. „Das ist wirklich großartig. Indem Schauspieler von 15 bis 83 in Szene setzen, was sie in unterschiedlichen Phasen ihres Leben erträumt und erlitten haben, spiegeln wir in diesem Stück gut 100 Jahre Geschichte“, beschreibt Fürst den Reiz des Projektes.

Sehnsucht nach einem glücklichen Familien- und einem erfüllten Berufsleben. Kampf um Gleichberechtigung und Selbstverwirklichung. Verantwortung, Schuld und Gewalterfahrung. Das pralle Menschenleben im Wandel der Generationen wollen Fürst und sein Ensemble in 90 Minuten „als ein Oratorium der Träume und Generationen“ über die Bühne ge…

Thomas Straßmann: Der Karneval kann den Menschen Kraft geben

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Stadtprinz und Hoppeditz war er Schon: Am 25. November wurde der Präsident der KG Blau Weiß, Thomas Straßmann, (55)  in der Stadthalle zum Ritter vom Schiefen Turm geschlagen.

Frage: Warum brauchen wir den närrischen Adel? Sind nicht alle Jecken gleich?

Antwort: Grundsätzlich ja. Aber es gibt Karnevalisten, die etwas mehr tun, um Menschen den Spaß an der Freud zu vermitteln, weil sie, wie ich, die Chance bekommen haben, auf der Bühne zu reden, zu singen, zu musizieren und zu tanzen. Der Karneval hat mir viel gegeben und mich selbstbewusster gemacht.

Frage:  Muss man als Karnevalist ein schräger Typ sein?

Antwort: Nein. Wir haben auch viele Normalos. Aber ich glaube, dass jemand, der sich auf der Bühne so exponiert, wie ich das tue, schon so etwas wie eine Macke haben muss. Für mich ist der Karneval Lebenselixier, das mir hilft, den Alltag im besten Sinne des Wortes vergessen zu können.

Frage: Kann man in Zeiten des Terrors ernsthaft Karneval feiern?

Antwort: Gerade jetzt …

Weil kein Meister vom Himmel fällt oder: Auf dem Markt der Möglichkeiten

In der Aula der Realschule Stadtmitte gehen auch Theaterstücke über die Bühne. Doch an diesem Abend wird der Theatersaal zur Börse, in der gut 100 Achtklässler ihre Rolle fürs Berufsleben oder zumindest eine Ahnung davon finden sollen, welchen Arbeitsplatz sie mit ihren Talenten ausfüllen könnten. Mit den Worten: „Wir wünschen euch einen erkenntnisreichen Abend. Und denkt daran: Löchert eure Gesprächspartner. Denn nur Fragen macht klug“, schicken Rektorin Sabine Dilbat und die für die Berufswahlkoordination zuständige Lehrerin Angelika Rindt-Göbig die Schüler auf die Reise. Sie haben mit Kollegin Dominica Lüning dafür gesorgt, dass sich der Theatersaal der Schule in eine Berufsbörse verwandelt. Auf deren Parkett stellen etwa das Finanzamt, die Sparkasse, der Pflegdienst Hirschel oder das Modehaus Peek und Cloppenburg ihre Ausbildungs- und Berufsperspektiven vor. Der 15-jährige Mike Eichert ist einer der 100 Achtklässler, die zur Berufsrallye starten. Er hat einen ungewöhnlichen Berufs…

So gesehen: Licht und Stärke in dunkler Zeit

Geht es Ihnen auch so. Nach der Umstellung auf die Winterzeit kommt es mir am frühen Abend jetzt oft schon so finster vor, wie mitten in der Nacht.

Wie schön, dass heute der Mülheimer Weihnachtstreff mit seinen rund 60?000 Leuchten schon mal dafür sorgt, dass uns zumindest beleuchtungstechnisch ein Licht aufgeht und Glühwein, Bratwurst und Co als gastronomische Wegzehrung im Advent für innere Wärme und körperliche Stärkung sorgen. Denken Sie daran: Bratwurst hat nicht nur Fette, sondern auch viel Vitamin B in sich, das die Blutbildung sowie die Regulierung und Aktivierung des Stoffwechsels fördert. Also sage noch einer, Bratwurst sei ungesund.

Genuss und Stärkung im Vorbeigehen, das kann man beim Weihnachtstreff aus dem Effeff. Ob es uns auch darüber hinaus im Advent warm ums Herz wird und uns das eine oder andere Licht aufgeht, liegt wohl an uns selbst. Denn was die kölschen Wise Guys für den Sommer singen, gilt auch für den Advent. Advent ist, was im Kopf passiert.

Dieser…

Was hat uns Sankt Martin heute noch zu sagen? Drei Fragen an die Rektorin der Martin-von-Tours-Schule

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Frage: Was bedeutet Ihr Namensgeber für den Schulalltag?

Antwort: Zum Schuljahr 1999/2000 haben wir den Namen unserer Schule geändert: von Katholische Grundschule Eduardstraße in Martin-von-Tours-Schule. Die Grundintention war, unsere Schule bereits am Namen als katholische Grundschule zu erkennen. Der gewählte Name sollte den Kindern die Möglichkeit zur Identifikation geben. Beides war mit der Wahl des Namens Martin-von-Tours gegeben. Dazu kam, dass die französische Stadt Tours eine Partnerstadt Mülheims ist. Der „Hl. St. Martin“ ist allen Kindern bekannt, auch den nicht katholischen. Wir bemühen uns, das Martinsfest mit dem religiösen Inhalt zu füllen, damit es kein reines Laternenfest bleibt. Die Legende des Martin-von-Tours ist für die Kinder sehr verständlich – unabhängig von der Konfession. Wir sind eine multikulturelle Schule mit vielen Familien (vor allem afrikanischen), die einen christlichen Glauben haben und ihn auch leben.

Frage: Können Kinder leichter teilen als…

Was die freie Software so alles kann: Drei Fragen an Wolf Dieter Zimmermann

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Es gibt auch eine Computerwelt jenseits von Microsoft und Apple. Für die NRZ befragte ich dazu den Pädagogen, Theologen und Software-Experten Wolf Dieter Zimmermann, der einen entsprechenden Präsentationstag im Medienhaus organisiert hat und nicht nur dort, sondern auch beim Styrumer Treff der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) sein Fachwissen gerne und regelmäßig weitergibt.

Frage: Warum sollte man aus Ihrer Sicht mit freier Software arbeiten?

Antwort: Mit freier Software, wie etwa Linux, Libre Office oder Scribus zu arbeiten, bedeutet, dass man diese Software kostenlos aus dem Internet herunterladen, nutzen und kopieren darf. Außerdem werden keine Nutzerdaten abgefragt

Frage: Kann die freie Software alles, was auch die kommerzielle Software kann?

Antwort: Man kann mit der freien Software genauso Texte und Fotos bearbeiten, Dokumente layouten oder eine Tabellenkalkulation aufstellen, wie man das mit der herkömmlichen Software kann. Einzelheiten stelle mit drei Kollegen im Me…

Der Karneval belebt Geist und Seele: Drei Fragen an den designierten Stadtprinzen Markus Steck

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Frage: 1 Was würden Sie durchsetzen, wenn Sie als Prinz in Mülheim auch die politische Macht hätten?

Antwort: Wenn ich in dieser Situation wäre, würde ich Dinge und Anschaffungen hinterfragen. Ein Verlass, das Günstigste zu bekommen, nur weil es Ausschreibungen gibt? Das sehe ich anders. An dieser Stelle würde ich Meinungen einholen, nicht nur von „renommierten“ Wirtschaftsprüfern, sondern auch von Branchenkennern. Die Ersparnisse würde ich in Bildung und sinnvolle Infrastruktur stecken.

Frage: Worüber können Sie sich närrisch ärgern und freuen?

Antwort: Die hohen Kosten für Käufe. An einer öffentlichen Ausschreibung teilzunehmen, ist gleichzusetzen mit einer Doktorarbeit. Freuen kann ich mich über die Entwicklung in der Stadt. Man kann denken was man will über den Verkauf des Kaufhofs, Fakt ist, es wird sicherlich schöner und sauberer als heute.

Frage: Warum brauchen wir den Karneval ausgerechnet im Herbst und Winter?

Antwort: Sommerzeit, Freizeit, Freibad… Schon am Fer…

Polonaise wird im Rathaus zum Betriebssport

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Als Markus Steck noch Markus Steck war und nicht, wie seit dem 11.11. (20.30 Uhr), Prinz Markus II., bezeichnete er sich selbst bei seiner Vorstellung als Tanzlegastheniker. „Das kann ich überhaupt nicht nach vollziehen. Das war wirklich ein toller Auftakt und lässt auf eine abwechslungsreiche Session hoffen“, fand nicht nur Oberbürgermeister Ulrich Scholten.

333 Gäste, die im Festsaal der Stadthalle die flotte Tanzshow der Tollitäten anschauten, merkten: Da wurde kein Programm abgespult, sondern Spaß und Freude am Karneval auf die Bühnenbretter gebracht. Stecks tanzsporterfahrene Prinz-Gemahlin Julia I. und die Tanztrainerinnen Gudrun Vogel und Martina Krämer hatten vorab ganze Arbeit geleistet. Auch die beiden Paginnen Melissa Rebbecca Vogel und Nicole Euberg machten als charmanter Flankenschutz eine gute Figur.

Und auch mit ihren Proklamationsparagrafen wollen Julia I. und Markus II. Stadt und Verwaltung in Bewegung bringen. So regten sie, wenn auch noch nicht für die…

So gesehen: Wo man singt, da lass dich die nieder

„Wo man singt, da lass’ dich ruhig nieder. Böse Menschen haben keine Lieder.“ So sagt man. Kein Wunder, dass die am Elften im Elften inthronisierten Tollitäten auch die Stadtspitze zum Singen bekommen wollen. Denn eine bessere PR-Arbeit, als ein auf dem Saarner Pastor-Luhr-Platz gemeinsam gesungener Karnevalsschlager, können sich der OB und die Bürgermeisterinnen gar nicht wünschen. Doch was werden sie singen? Ich tippe ja auf: „Wer soll das bezahlen?“

Dieser Text erschien am 13. November 2015 in der NRZ und in der WAZ

So gesehen: Wann wird es mal wieder heller?

Kulturschock am Kühlregal.  Mitte November. Und auf dem Milchreis meiner Wahl begrüßt mich ein gelber, wollig bemützter Smiley mit dem Wunsch: „Frohe Wehnachten!“ Hat der Wahnsinn Methode? Vielleicht möchte der Milchreis-Hersteller meiner Geschmacksrichtung ja einfach schon mal die Freude auf das Frohe Fest des Friedens vorziehen. Nach dem nicht nur der gestrige Tag ein Volkstrauertag war, sehnt man sich ja wirklich nach einem Volksfreudentag, nicht nur zur Weihnachtszeit. Dieser Tag wird wohl erst dann anbrechen, wenn bei einigen Weihnachtsmännern, die sie nicht alle auf dem Christbaum haben, lieber früher als später, die Lichter und der Ofen ausgehen und stattdessen wieder Energie und Platz frei wird für einen Lichtblick am Horizont. Von dem sollten alle ermutigt und gewärmt werden, die nur Menschen und nicht Herrschaften sein wollen. Das wäre dann wirklich ein Fest fürs Leben. O, du fröhliche!

Dieser Text erschien am 16. November 2015 in der Neuen Ruhr Zeitung

Habib Sevgi: Ein muslimischer Christdemokrat

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Bei der Bundestagswahl im September könnte mit Cemile Giousouf zum ersten Mal eine Muslima für die Christdemokraten ins Parlament einziehen. Die Hagener Direktkandidatin wurde bei der Landesvertreterversammlung der CDU auf den noch aussichtsreichen Listenplatz 25 gewählt. Zum Vergleich: Die Mülheimer Direktkandidatin der CDU, Astrid Timmermann-Fechter landete auf Listenplatz 37.

Doch auch in ihrem Wahlkampfteam engagiert sich mit Habib Sevgi ein muslimischer Christdemokrat. Ist das nicht ein Widerspruch in sich? Sevgi meint Nein. „Wir sollten nicht das in den Vordergrund stellen, was uns trennt, sondern das, was uns verbindet“, findet er.

Und Verbindendes entdeckt er in den monotheistischen Religionen Christentum und Islam an vielen Stellen. Habib erinnert an die in Bibel und Koran verkündete Goldene Regel, wonach man jeden so behandeln solle, wie man selbst behandelt werden wolle und an den Grundsatz, „dass alle Menschen vor dem einen Schöpfer gleich sind. Der muslimische Christdemokra…

Der Mannschaftsspieler: Max Schürmann

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„Sind Sie nicht der Mann von der Feldmannstiftung?“ wird Max Schürmann schon mal gefragt, wenn er sich außerhalb Styrums bewegt. Wenn man mit ihm durch Styrum selbst geht, könnte man glauben, er sei so etwas, wie der Styrumer Bürgermeister. So oft wird er angesprochen und nach diesem oder jenem im Stadtteil gefragt. Doch der 59-Jährige, dem man sein Alter nicht glauben mag, wenn man ihn sieht, ist nicht Bürgermeister, sondern Leiter der Bürgerbegegnungsstätte Feldmannstiftung und das schon seit 25 Jahren.
„Wir haben uns zu einem wichtigen Treffpunkt für den Stadtteil entwickelt und leisten hier niederschwellige Kulturarbeit, die in den Stadtteil hineinwirkt und die Menschen hier anregt, auch jenseits der Styrumer Stadtteilgrenzen Kultur zu entdecken“, sagt Schürmann über die Bedeutung der 1988 eröffneten Begegnungsstätte. Er muss schmunzeln, wenn ihm alte Styrumer erzählen, dass das von Mauern umgebene Anwesen der Familie Feldmann früher absolut unzugänglich war und selbst Äpfel, die a…

Die Heißener Kindertagesstätte Hummelwiese ist ein Vorzeige-Beispiel, wie Early Excellence in der pädagogischen Praxis aussehen sollte

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„Early Excellence.“ Das hört sich extravagant an. Doch auf den ersten Blick macht die städtische Kindertagesstätte Hummelwiese, die seit 2008 nach diesem pädagogischen Konzept arbeitet einen ganz normalen Eindruck. Kurz vor Neun. Eltern bringen ihre Kinder. Der Lärmpegel steigt. Jasmin Schuh bringt ihren fünfjährigen Sohn Levi zur Hummelwiese ins Heißener Folkenborntal. „Auch ich war anfangs skeptisch, weil ich gehört hatte, dass es bei Early Excellence keine Regeln und Strukturen gäbe“, erinnert sich Schuh an die Zeit der Anmeldung. „Doch dann habe ich mir die Einrichtung genauer angeschaut und das, was ich gesehen habe, hat mich überzeugt“, sagt die Mutter. Nach den zwei Jahren, die Levi, in der Hummelwiese verbracht hat, hat sie den Eindruck gewonnen, „dass mein Sohn im Alltag viel selbstständiger geworden ist, als andere Jungs in seinem Alter.“

Einrichtungsleiter Michael Voßebein gibt zu: „Wir müssen oft Vorbehalte überwinden, weil Eltern glauben, dass es in unserer Kita…

Early Excellence in den städtischen Kindertagesstätten: Die Kontroverse geht weiter

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Demokratie und Kinder sind wichtig und wertvoll. Beide erfordern Zeit, Geduld und Arbeit. Drei Stunden Zeit nahmen sich jetzt Bildungsdezernent Ulrich Ernst, der im Jugendamt für Kindertagesstätten zuständige Abteilungsleiter, Ingolf Ferner, und die für Early Excellemce zuständige Koordinatorin und Fachberaterin Karin Bode-Brock. Sie setzten sich mit Eltern, Erzieherinnen und einer Kinderärztin an einen Tisch. Inhalt des Gespräches waren Anspruch und Wirklichkeit in der Kindergarten-Pädagogik der 39 städtischen Kitas.
Kinder werden sich selbst überlassen. Sie bleiben den ganzen Tag in einem Lernraum. Denn sie befürchten, dass ihnen sonst ihr Spielzeug weggenommen wird. Deshalb gehen sie auch oft nicht zum Mittagessen. Eltern sind bei den Teambesprechungen der Erzieherinnen unerwünscht. Erzieherinnen können ihnen auf Nachfrage keine konkreten und kontinuierlichen Auskünfte über die Entwicklung ihrer Kinder geben. Geplante Aktivitäten fallen aufgrund von Zeit- oder Personalmangel aus. Ve…

Auch Dietmar und Ilse Hein waren vor 70 Jahren Flüchtlinge: Die alten Wunden bleiben

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Wenn Dietmar und Ilse Hein heute im Fernsehen die Flüchtlingsströme sehen, werden Erinnerungen wach. Denn vor 70 Jahren sind sie selbst aus ihrer Heimat geflohen. Dietmar Hein erblickte vor 89 Jahren im sudetendeutschen Endersdorf das Licht der Welt. Seine Frau Ilse, die er bereits als Schülerin kennen lernte, wurde 1929 im schlesischen Nachbarort Schönwald geboren.

Beiden sind die landschaftlichen Reize des Altvatergebirges und die dörfliche Nachbarschaft, in der Menschen mit deutschen, tschechischen und polnischen Wurzeln friedlich zusammengelebt hätten, noch sehr präsent. Doch die Weltpolitik wollte es anders und verschlug sie ins Ruhrgebiet.

70 Jahre später sagen sie: „Mülheim ist unser Zuhause. Hier fühlen wir uns wohl, aber unsere Heimat bleibt unsere Heimat.“ Als die Sudetendeutschen 1951 zu ihrem Landestreffen nach Mülheim einluden, glaubten die meisten Vertriebenen noch an die Rückkehr in ihre im Krieg verlorene Heimat. Mülheims damaliger Oberbürgermeister Heinrich Thöne, den d…

Der Entdecker: Städteführer Stephan Haas

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Eigentlich ist der Mülheimer Stephan Haas als Städteführer immer in seiner Heimatstadt und den Nachbarstädten des Ruhrgebietes unterwegs. Doch manchmal zieht es ihn auch mal ganz wo anders hin. So war er jüngst in München mit der U-Bahn unterwegs, als er plötzlich von einem Mann angesprochen wurde, den er auf den ersten Blick nicht kannte: „Kenne ich Sie nicht. Sie machen doch Stadtführungen im Ruhrgebiet.“ Das macht der 50-Jährige tatsächlich schon seit zwölf Jahren.  „Ich habe in Mülheim angefangen und dann wurde mein Radius immer größer, weil ich von Stadtführungen in Mülheim alleine nicht leben könnte“, erzählt der Freiberufler.
In seinem früheren Leben hat er mal eine Banklehre gemacht, „weil meine Eltern wollten, dass ich etwas Vernünftiges lerne.“ Doch nach der abgeschlossenen Banklehre wusste er, „dass das nichts für mich ist.“ Stattdessen studierte Haas in Duisburg Geschichte und Geografie. Nach seinem eigenen Diplom arbeitete er dann in der Diplom-Beratung der Hochschule. Doch…

Mit Schalk im Nacken: Markus und Julia Steck schwingen als Prinzenpaar ab 11.11. das närrische Zepter

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Herr und Frau Steck sind jeck und haben sich deshalb vorgenommen, als Prinzenpaar die mölmschen Narren in der Fünften Jahreszeit auf Trab zu bringen – und im Trab zu halten.

Das ist kein Witz, sondern närrische Nachrichtenlage. Denn Markus (40) und Julia Steck (39), die auch im richtigen Leben ein Paar sind, treten als Tollitäten Markus II. und Julia I. an, nominiert und ins Rennen geschickt vom Hauptausschuss Groß-Mülheimer Karneval.

Auch beruflich sind die beiden ein Team. Sie sind Inhaber einer Firma, die ihr Geld mit der Wartung und Reparatur von Aufzügen verdient. Wer glaubt, dass Herr Steck dort fürs Handwerk und Frau Steck für die Buchhaltung zuständig ist, irrt. Er und sie ziehen auch im Blau- bzw. Graumann an einem Strang, wenn der Aufzug nicht so auf und nieder fährt, wie er soll.

„Wir haben den Schalk im Nacken“, sagen Julia und Markus Steck über sich. Gerne erinnert sich der designierte Prinz zum Beispiel an seine Styrumer Sturm- und Drangzeit. Damals lud er zum Beispiel eine…

Beutner spielte Beckett Und hielt seinem Publikum damit den Spiegel der Lebensträume vor: Mit Regisseur Jörg Fürst gelang dem Volxbühnen-Debütanten Andreas Beutner eine kleine und leise Inszenierung mit starkem Rhythmus

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Weniger ist mehr. Die Zuschauer der Volxbühne sehen es und sind begeistert. Mehr als 100 Zuschauer haben am Wochenende im Theaterstudio an der Adolfstraße Samuel Becketts „Das letzte Band“ gesehen.

Tenor des Publikumsgespräches: „Erstaunlich, wie man mit einem einzigen Schauspieler und einem minimalistischen Bühnenbild 55 Minuten Theater so kurzweilig und spannend gestalten kann.“

Andreas Beutner, der erst seit Jahresbeginn zum Ensemble um Jörg Fürst gehört, überzeugt als Krapp im clownesken Kostüm von Monika Odenthal und spielt einen alternden Mann, der Tonbänder abhört, auf denen er sein Leben aufgezeichnet hat. Immer wieder springt er von einer Spule zur nächsten. Da fliegen die Tonbandkartons und auch die Banane, mit der sich Krapp stärkt, im hohen Bogen auf den Bühnenboden.

Beutner stellt Krapp nicht nur dar. Wenn er im vor allem tiefschwarzen Bühnenraum um seinen Tisch herumtänzelt, auf dem seine Lebens-Bänder liegen, verkörpert der 65-Jährige Becketts tragig-komischen …

Ehrenamt rund ums Gotteshaus: Katholiken wählen ihren Kirchenvorstände

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Am kommenden Wochenende sind 40.000 der 52.000 Mülheimer Katholiken in den Pfarrgemeinden St. Barbara, St. Marä Himmelfahrt und St. Mariae Geburt zur Kirchenvorstandswahl aufgerufen. Bei der letzten Wahl schwankte die Wahlbeteiligung zwischen 5 und 7 Prozent.

Jeder der drei Mülheimer Kirchenvorstände hat 16 gewählte Mitglieder. Hinzu kommt der Gemeindepfarrer, der qua Amt Vorsitzender des Kirchenvorstandes ist. Im Interesse einer größtmöglichen Kontinuität werden bei jeder Wahl immer nur die Hälfte der Kirchenvorstandsmitglieder gewählt. Wählen dürfen alle Katholiken ab 18.

Der Kirchenvorstand, der sich mindestens einmal monatlich, bei Bedarf auch öfter trifft, entscheidet über alle rechtlichen, finanziellen und personellen Angelegenheiten der Pfarrgemeinde. Auch wenn es um Restaurierungs- Grundstücks- und Immobilienfragen geht, sind die Kirchenvorstände gefragt. Muss das Kirchendach repariert werden? Soll ein neuer Kirchenmusiker angestellt werden? Muss eine kirchliche Imm…