Kulturschock am Kühlregal. Mitte November. Und auf dem Milchreis meiner Wahl begrüßt mich ein gelber, wollig bemützter Smiley mit dem Wunsch: „Frohe Wehnachten!“ Hat der Wahnsinn Methode? Vielleicht möchte der Milchreis-Hersteller meiner Geschmacksrichtung ja einfach schon mal die Freude auf das Frohe Fest des Friedens vorziehen. Nach dem nicht nur der gestrige Tag ein Volkstrauertag war, sehnt man sich ja wirklich nach einem Volksfreudentag, nicht nur zur Weihnachtszeit. Dieser Tag wird wohl erst dann anbrechen, wenn bei einigen Weihnachtsmännern, die sie nicht alle auf dem Christbaum haben, lieber früher als später, die Lichter und der Ofen ausgehen und stattdessen wieder Energie und Platz frei wird für einen Lichtblick am Horizont. Von dem sollten alle ermutigt und gewärmt werden, die nur Menschen und nicht Herrschaften sein wollen. Das wäre dann wirklich ein Fest fürs Leben. O, du fröhliche!
Dieser Text erschien am 16. November 2015 in der Neuen Ruhr Zeitung
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Ein Platz für den Kaiser
Als Parkplatz bleibt der Kaiserplatz in der Mitte Mülheim unter seinen Möglichkeiten, entspricht aber in seiner Funktion einer Stadt mit 174...
-
Ein Zeitsprung in die 1950er Jahre Ruhrblick am Leinpfad in den frühen 1950er Jahren. Ein Foto des Mülheimers John Dieter Roehse mach...
-
Sie sind nicht von ungefähr die in allen Berufsimage-Umfragen hoch gepriesenen Helden des Alltags. Feuerwehrleute bringen sich in Gefahr, ...
-
Dr. Peter Ramme 6.45 Uhr. Der Arbeitstag von Dr. Peter Ramme beginnt nicht in seiner Praxis, sondern im Haus Kuhlendahl, wo der Hausa...
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen