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Es werden Posts vom Februar, 2011 angezeigt.

Ausgezeichneter Nachwuchs oder: Warum die Realschule Stadtmitte nicht nur Jugendliche für besondere Leistungen ehrt

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Ja, ja, die Jugend von heute. Die kann was! Davon konnte man sich am Dienstagabend in der Realschule Stadtmitte überzeugen. In der Aula, die jedem Kleinstadttheater zur Ehre gereichen würde, hatten 72 Schüler ihren großen Auftritt. Es waren Jugendliche, die von ihrer Schule ganz offiziell ausgezeichnet wurden, weil sie auf ganz unterschiedliche Weise etwas besonderes geleistet haben.Das Spektrum der mit Urkunden und kleinen Präsenten vom guten Buch bis zum Fußballticket für ein Länderspiel der U-17-Junioren ausgezeichneten Leistungen reicht von den extrem guten Noten der Jahrgangsbesten über das soziale Engagement der Schulsanitäter und Pausenhelfer bis zu den politisch engagierten Jugendstadträten und Schülersprechern.Man begegnet an diesem Abend Schülern, die sich als Streitschlichter bewährt haben, die bei Vorlesewettbewerben und Mathematik-Olympiaden gezeigt haben, was in ihnen steckt oder sich bei Fußball- und Badmintonturnieren als nicht nur erfolgreiche, sondern auch als faire …

Rückblick: Vor 100 Jahren wurde die erste Schloßbrücke eingeweiht

Wer zwischen Stadtmitte und Broich die Ruhrseiten wechseln will, geht oder fährt über die Schloßbrücke. Sie machte zuletzt mit Restaurierungsbedarf von sich reden. Die Stadt will die Abdichtung und die Fahrbahn der Brücke erneuern, braucht dafür aber im Rahmen ihrer vorläufigen Haushaltsführung erst mal grünes Licht von der Bezirksregierung.Die Schloßbrücke, wie wir sie heute kennen, wurde im September 1960 für den Verkehr freigegeben. Doch sie ist nicht die erste Schloßbrücke.

Die wurde bereits am 24. Februar 1911 in Betrieb genommen. Die erste Schloßbrücke trat die Nachfolge der 1844 eröffneten Kettenbrücke an. Heute kann man es sich gar nicht mehr vorstellen, dass man vor 1844 nur mit einer Fähre von einem zum anderen Mülheimer Ruhrufer kommen konnte, wenn nicht gerade das Hochwasser auch diesen Weg über den Fluss versperrte.Durch die Kettenbrücke kamen die Mülheimer links und rechts der Ruhr erstmals schneller zueinander. Zu Fuß konnte man sie gratis überschreiten. Fuhrwerke musste…

Fromm und fröhlich gesellt sich gern, wie die Närrische Festmesse in St. Mariae Rosenkranz zeigt

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Um Gottes willen, mag mancher Karnevalsmuffel denken, wenn er hört, dass die Karnevalisten jetzt sogar in die Kirche einziehen. Doch die Tatsache, dass die närrische Festmesse die Styrumer Kirche St. Mariae Rosenkranz am vergangenen Sonntag bis auf den letzten Platz füllte (was man sonst nur Ostern oder Weihnachten erlebt), spricht für die Anziehungskraft der Symbiose aus Fromm und Fröhlich.Beides sind zwei Seiten der selben Medaille. Davon ist der Pastor von St. Mariae Rosenkranz, Norbert Dudek überzeugt.

Kein Wunder. Der Gottesmann wurde vor 42 Jahren in der Karnevalshochburg geboren. Deshalb fiel es ihm am Sonntag auch nicht schwer, eine Predigt in bester Büttenrednermanier zu halten, in der er unter anderem sagte: "Der gute Glaube hat Humor, über sich und seine Sachen. Wenn ein Schelm tritt dann hervor, lasst die Korken krachen. So kenne ich fröhliche Muslime und heitere Kommunisten. Doch oftmals gibt’s im Karneval im Rudel frohe Christen." Und der Pastor mit dem Karneval…

Wenn die Röhrengarde und ihre Freunde im Engelbertusstift für Spaß an der Freude sorgen, macht das Wiedersehen seit 40 Jahren Freude

Kann man im Altenheim Spaß haben? Man kann. Das beweist der Seniorenkarneval, zu dem die Röhrengarde Silber-Blau am vergangenen Sonntag in den Engelbertusstift einlud. Bereits seit 40 Jahren sorgten die silber-blauen Jecken an der Seilerstraße für Spaß an der Freude. Früher wurde das Altenheim noch von Nonnen geführt und Pfarrer Erich Endlein von St. Engelbert ging in die Bütt. „Nur einmal mussten wir aussetzen. Das war während des Golfkrieges 1991“, erinnert sich die Frontfrau der Röhrengarde, Elli Schott.

Der Ehrenvorsitzende der Röhrengarde, Werner Heise und seine Frau Waltraud haben 38 der 40 Karnevalsfeste im Engelbertusstift miterlebt: „Heute sind die Senioren viel aktiver als früher“, findet Heise. Thomas Straßmann von der KG Blau Weiß konnte das als Schlagersänger des närrischen Festtages nur bestätigen: „Die Leute kennen nicht nur die alten, sondern auch die neuen Schlager und singen alle mit“, lobte er sein Publikum. Das ließ sich auch trotz mancher sichtbaren Handicaps den S…

Warum der örtliche Wasserversorger RWW mit Blick auf den Valentinstag zum Wassersparen rät

Viele Menschen fragen sich, wie sie Wasser sparen können. "Das ist bei uns eigentlich überflüssig, denn wir sind ein mit Wasser gesegnetes Land", sagt der Pressesprecher der RWW, Ulrich Schallwig. Allerdings findet er ,dass man sich Gedanken über das Einsparen von Wasser machen sollte, wenn man seiner Liebsten zum Valentinstag Blumen schenkt.Er weist darauf hin, dass rund 80 Millionen Rosen aus wasserarmen Entwicklungsländern wie Kenia, Äthiopien, Kolumbien oder Ecuador stammen.

"In jedem Rosenstrauß zum Valentinstag", so Schallwig, "stecken nahezu 120 Liter virtuelles Wasser aus Regionen mit dramatischer Wasserknappheit und einem täglichen Kampf um Trinkwasser. Das sind fast genauso viel, wie für den täglichen Bedarf im Haushalt eingesetzt werden, nämlich 122 Liter."Schallwig selbst zieht für sich die Konsequenz, dass er seiner Frau zum Valentinstag keine Blumen schenkt, sondern lieber mit ihr essen geht. Doch der Mann vom RWW will es sich auf keinen Fall…

Wie ein Mülheimer mit ägyptischen Wurzeln die Revolution am Nil erlebt: Ein Gespräch mit Adel Saliman

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Wie sieht und erlebt ein Mülheimer mit ägyptischen Wurzeln die Revolution im Heimatland seines Vaters, das er selbst aus eigener Anschauung gut kennt. Darüber sprachen ich für die NRZ mit Adel Saliman.

Haben Sie die revolutionären Ereignisse in Ägypten überrascht?
Das hat mich auf jeden Fall überrascht. Das ist ja ein Prozess, der nicht von heute auf morgen entschieden wird. Der Gedanke musste erst mal aufgebaut und die Angst der Menschen überwunden werden. Das fing alles mit dem tunesischen Studenten an, der sich selbst verbrannt und damit geopfert hat. Als ich das sah, habe ich mir zwar gedacht, dass die Proteste auch auf Ägypten überschwappen könnten. Ich habe aber nicht vorausgesehen, dass die Proteste ein solches Ausmaß annehmen würden.

Haben Sie bei Ihren Besuchen in Ägypten und bei Gesprächen mit dort lebenden Verwandten und Freunden etwas von der Unzufriedenheit der Menschen und vom Unterdrückungsapparat des Mubarak-Regimes gespürt?
Diesen Unterdrückungsapparat habe ich selbst ges…

Vom Untergang einer kleinen Geschäftswelt: Vor 30 Jahren wurden die Bahnbögen an der Bahnstraße geöffnet

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Der 30. und 31. Januar ist in meinem Kalender rot angestrichen", erzählt Familienforscherin Bärbel Essers. Dass das so ist, hat mit der Geschichte ihrer Familie zu tun. Denn am 30. und 31. Januar 1981 wurde das Geschäft ihrer Eltern am Bahnbogen 19 abgerissen. Mit diesem Abriss ging vor 30 Jahren eine lange Geschäftstradition unter den Bahnbögen an der Bahnstraße zu Ende. Denn als Gerhard Essers 1955 dort sein Geschäft für Angler- und Campingbedarf eröffnete, war er nicht der einzige Geschäftsmann, der unter den 1865 errichteten und 1866 als Eisenbahntrasse in Betrieb genommenen Bahnbögen sein Quartier aufgeschlagen hatte.
Seine 1961 geborene Tochter erinnert sich nicht nur an eine legendäre Pommesbude, eine Eisdiele und den Löschbogen, der damals noch wirklich unter dem Bahnbogen Bier und mehr ausschenkte und die traditionelle Stammkneipe der Marktleute war.

Als Essers noch ein Kind war, handelten ihre Nachbarn unter den Bahnbögen zum Beispiel mit Lederwaren, Obst und Gemüse, Kart…

Quo vadis Stadkirche? Quo vadis Priesteramt: Ein Gespräch mit Mülheims Ehrenstadtdechant Manfred von Schwartzenberg, der seit 1971 Priester ist

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Die katholische Kirche sucht sie, findet sie aber hierzulande immer seltener Priester. Im letzten Jahr wurde im Ruhrbistum nur ein Priester geweiht. 2011 werden es gerade mal zwei sein. Ehrenstadtdechant Manfred von Schwartzenberg wurde vor 40 Jahren zum Priester geweiht. Für die NRZ sprach ich mit ihm über die Sonnen- und Schattenseiten eines Berufes, der für ihn bis heute Berufung und Traumberuf geblieben ist.

War das Priesteramt immer schon Ihr Traumberuf?
Nein. Ich wollte erst Theaterwissenschaftler und Regisseur werden, angeregt durch das Vorbild zweier Lehrer, die mit uns Theater gespielt und kreative Sachen gemacht haben.

Warum sind Sie dann doch Priester geworden?
Der Tick des Heiligen Geistes kam bei mir durch die besagten Lehrer und zwei Priester, die ich im Essener Münster kennen gelernt habe. Das waren Menschen, die ich nicht nur als fromm, sondern auch als kreativ erlebte und die mich darin bestärkten, dass ich ein Stück Berufung in mir haben könnte. Dieses Gefühl hat sich da…

Ein Blick über den Tellerrand nach Lateinamerika: Ein Interview mit dem brasilianischen Bischof Alfredo Schaffler

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Der langjährige Weihbischof und ehemalige Vorsitzende von Adveniat, Franz Grave, nutzt seinen geistlichen Ruhestand als Seelsorger in der Mülheimer Pfarrgemeinde St. Mariae Geburt. Doch seine langjährige Bindung zu Lateinamerika, das er auch aus eigener Anschauung kennt, hat der 78-jährige Theologe nicht verloren und deshalb im Dezember 2010 den brasilianischen Bischof Alfredo Schaffler (Foto) zu einer Lateinamerika-Woche ins Ruhrbistum eingeladen. Bei einem Einkehrtag in der Mülheimer Pfarrgemeinde St. Mariae Geburt suchten Priester und Laien das Gespräch mit Schaffler, um Impulse für die eigene Gemeindearbeit zu bekommen. Für Die Tagesspost traf den brasilianischen Bischof bei dieser Gelegenheit zu einem Interview und lernte einen Gottesmann kennen, der uns nicht über Lateinamerika viel zu sagen hat.

Wie wird man als Österreicher Bischof in Brasilien?
Ich bin durch das Fernsehen in Brasilien gelandet. Man sieht: Das Fernsehen hat auch seine guten Seiten. Dort habe ich während des Zwei…