Donnerstag, 17. Februar 2011

Warum der örtliche Wasserversorger RWW mit Blick auf den Valentinstag zum Wassersparen rät

Viele Menschen fragen sich, wie sie Wasser sparen können. "Das ist bei uns eigentlich überflüssig, denn wir sind ein mit Wasser gesegnetes Land", sagt der Pressesprecher der RWW, Ulrich Schallwig. Allerdings findet er ,dass man sich Gedanken über das Einsparen von Wasser machen sollte, wenn man seiner Liebsten zum Valentinstag Blumen schenkt.Er weist darauf hin, dass rund 80 Millionen Rosen aus wasserarmen Entwicklungsländern wie Kenia, Äthiopien, Kolumbien oder Ecuador stammen.

"In jedem Rosenstrauß zum Valentinstag", so Schallwig, "stecken nahezu 120 Liter virtuelles Wasser aus Regionen mit dramatischer Wasserknappheit und einem täglichen Kampf um Trinkwasser. Das sind fast genauso viel, wie für den täglichen Bedarf im Haushalt eingesetzt werden, nämlich 122 Liter."Schallwig selbst zieht für sich die Konsequenz, dass er seiner Frau zum Valentinstag keine Blumen schenkt, sondern lieber mit ihr essen geht. Doch der Mann vom RWW will es sich auf keinen Fall mit der Floristik verderben und rät deshalb nicht zur Blumenabstinenz, sondern zum Kauf regionaler und saisonaler Blumen, für deren Herstellung und Transport nicht so viel Wasser und Energie aufgewendet werden muss, wie für Blumen aus Übersee.

Hans-Hermann Nagel, der mit seiner Frau Angelika auf dem Wochenmarkt an der Schloßstraße Blumen verkauft, sagt: "Wir ziehen unsere Blumen nicht selbst, sondern beziehen sie über den Großhandel. Im Moment verkaufen wir sehr viele saisonale Blumen, wie Tulpen, Zwiebelgewächse, Anemonen und Freesien. Aber Rosen sind natürlich das ganze Jahr über gefragt."Die meisten Blumen, so Nagel, die er und seine Frau verkaufen, kommen ohnehin aus der Region, vom Niederrhein und aus Holland. Allerdings hat er auch Rosen aus Ecuador im Sortiment, die besonders haltbar sind. Hans-Hermann Nagel und seine Frau bieten auch Rosen aus dem sogenannten Fairen Handel an, die aus Kundensicht aber den Nachteil haben, im Schnitt einen Euro teurer zu sein als die konventionell hergestellten Übersee-Blumen.

Claudia Brück von Transfair schätzt den Marktanteil der Rosen in der Republik auf etwa ein Drittel und den Anteil der Blumen aus fairem Handel und fairer Produktion auf etwa 2,4 Prozent. Damit Rosen und andere Blumen aus Übersee das grün-schwarz-türkis-farbene Fair-Trade-Zeichen bekommen, müssen sie ohne Kinderarbeit, zu fairen Löhnen, sowie umweltschonend hergestellt worden sein.

"Für Kunden müssen Blumen vor allem günstig sein", weiß die Styrumer Blumenhändlerin Edith Freitag. Auch ihre Kollegin Heike Simons aus Stadtmitte wird von ihren Kunden nie danach gefragt, woher ihre Blumen kommen und unter welchen Bedingungen sie hergestellt werden. Dennoch bieten beiden Blumenhändlerinnen Fair-Trade-Blumen an. "Ich kalkuliere halt etwas anders", sagt Freitag, der es wichtig ist, fair hergestellte Blumen zu verkaufen und die geschätzte 95 Prozent ihrer Blumen aus der Region und den benachbarten Niederlanden bezieht.

Heike Simons Kundin Julia Roloff, die sich gestern bei ihr einen Strauß violetter Tulpen kaufte, gibt zu, dass sie bisher gar nicht wusste, dass unsere Blumen nicht nur aus Deutschland und Holland, sondern zum Teil auch aus Übersee zu uns kommen. Sie bevorzugte aber auch jetzt schon Blumen aus der jeweiligen Jahreszeit und Region. Jetzt gönnt sie sich Tulpen und etwas später im Jahr kommen dann die Pfingstrosen an die Reihe. Und wie sieht es mit den Blumenpreisen zum Valentinstag aus: "Das ist, wie immer auf dem Markt. Die Nachfrage bestimmt den Preis", sagt Blumenhändlerin Edith Freitag und rechnet im Großhandel mit Valentinstagsaufschlag von etwa fünf Cent pro Blume.

Dieser Text erschien am 11. Februar 2011 in der NRZ

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