Freitag, 18. Februar 2011

Wenn die Röhrengarde und ihre Freunde im Engelbertusstift für Spaß an der Freude sorgen, macht das Wiedersehen seit 40 Jahren Freude

Kann man im Altenheim Spaß haben? Man kann. Das beweist der Seniorenkarneval, zu dem die Röhrengarde Silber-Blau am vergangenen Sonntag in den Engelbertusstift einlud. Bereits seit 40 Jahren sorgten die silber-blauen Jecken an der Seilerstraße für Spaß an der Freude. Früher wurde das Altenheim noch von Nonnen geführt und Pfarrer Erich Endlein von St. Engelbert ging in die Bütt. „Nur einmal mussten wir aussetzen. Das war während des Golfkrieges 1991“, erinnert sich die Frontfrau der Röhrengarde, Elli Schott.

Der Ehrenvorsitzende der Röhrengarde, Werner Heise und seine Frau Waltraud haben 38 der 40 Karnevalsfeste im Engelbertusstift miterlebt: „Heute sind die Senioren viel aktiver als früher“, findet Heise. Thomas Straßmann von der KG Blau Weiß konnte das als Schlagersänger des närrischen Festtages nur bestätigen: „Die Leute kennen nicht nur die alten, sondern auch die neuen Schlager und singen alle mit“, lobte er sein Publikum. Das ließ sich auch trotz mancher sichtbaren Handicaps den Spaß an der Freude und das Schunkeln nicht verderben. Nur selten sieht man auch so viele kostümierte Jecken in einem farbenfroh dekorierten Saal wie am Sonntag im Engelbertusstift.Da konnte und wollte auch Einrichtungsleiter Lutz Sarzio als Blues Brother mit dunkler Sonnenbrille nicht nachstehen. „Da die meisten Bewohner das Haus nur selten verlassen können, um am normalen Alltagsleben teilzunehmen, wollen wir mit Festen wie diesen soviel Normalität wie möglich ins Haus holen“, beschreibt er den menschlichen Mehrwert des Karnevals im Engelbertusstift.

Auch die Bewohner, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr an der Karnevalsveranstaltung im Erdgeschoss des Altenheimes teilnehmen konnten, bekamen von der Röhrengarde einen bunten Clownsorden, den ihre Freunde aus den Fliednerwerkstätten für sie als kleinen Karnevalsgruß gebastelt hatten.Außerdem zogen die Musiker der KG Düse mit Pauken und Trompeten durch das gesamte Haus. „Wir hatten erst Bedenken, ob das vielleicht zu laut sein könnte. Doch dann haben uns die Bewohner und Mitarbeiter gesagt: Nein, kommt ruhig mit einer Musikkapelle. Denn je mehr Leben ins Haus kommt, desto besser.“, berichtet Elli Schott.

Dieser Beitrag erschien am 24. Februar 2011 in NRZ & WAZ

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