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Es werden Posts vom Juni, 2015 angezeigt.

Die Bücher werden bei Seite gelegt: Eine Schülerumfrage zum Schuljahresende

Eines ist allen 20.666 Schülern in Mülheim gemeinsam, die Vorfreude auf die Sommerferien. Denn mit dieser Woche geht das Schuljahr 2014/15 zu Ende. In diesem Schuljahr haben 5400 Kinder eine Grundschule besucht. 668 Jugendliche lernten in einer Hauptschule und 2052 Jugendliche an einer Realschule fürs Leben. 4601 Mädchen und Jungen besuchten ein Gymnasium und 3707 eine Gesamtschule. 3716 junge Erwachsene lernten ausbildungsbegleitend an einer Berufsschule und 522 Jugendliche besuchten eine Förderschule.

In der letzten Woche des ablaufenden Schuljahres ging die NRZ selbst noch einmal in die Schule suchte das Gespräch 15 Jahre jungen Neuntklässlern des Karl-Ziegler-Gymnasiums um. Ihre Antworten auf die Fragen:

Was lief in diesem Schuljahr besonders gut? Was lief nicht so gut? und: Was hast du dir für die Ferien und das kommende Schuljahr vorgenommen, zeigen: Wenn es gut geht, kann Schule wirklich Spaß machen. Sie ist aber auch oft mit mehr Arbeit und Zeitdruck verbunden, a…

Den Handwerks-Bäckereien und Fleischereien weht der rauhe Wind des Wettbewerbs ins Gesicht: Nur Qualität kann das wirtschaftliche Überleben sichern

Mülheim liegt im Bundestrend, wenn es um den Bestand von Bäckerei- und Fleischereibetrieben geht nach Angaben der Fleischerinnung Essen-Mülheim ist die Zahl der Mülheimer Metzgereien seit 1995 von 23 auf zehn zurückgegangen. Der Bäckereiinnung Rhein-Ruhr liegen zwar nur Vergleichszahlen für den Zeitraum seit 2004 vor. Doch auch aus ihnen ergibt sich eine Halbierung der Betriebe von zwölf auf sechs. Was sind die Gründe für diese Entwicklung und wie können Betriebe vielleicht gegensteuern?

Bäckermeister Gerd Broehenhorst und Fleischermeister Frank Nieß haben den Eindruck, dass der Niedergang der inhabergeführten Fachgeschäfte ihrer Branche mit der Ausweitung der Öffnungszeiten begonnen hat. „Heute können Sie in jedem Supermarkt oder Discounter Backwaren kaufen. Die Leute gehen immer mehr in die Zentren und weniger in die Stadtteile. Deshalb können kleine Bäckereien in Randlagen heute kaum noch mithalten“, erklärt der Bäckermeister, der in Mülheim vier Filialen und einen Marktstand in der…

Modernes Leben im alten Fachwerkhaus an der Ruhr: Ein Besuch bei Annette und Wolfgang Kamieth

„Mein Gott, was haben Sie es hier schön.“ Diesen Satz hören Annette und Wolfgang Kamieth immer wieder, wenn Spaziergänger vor ihrem Fachwerkhaus am Leinpfad verweilen. Auch Kaufangebote bekommen sie öfter. Doch die lehnen sie immer dankend ab. Denn dafür gefällt es ihnen in ihrem Häuschen an der Ruhr, in dem sie gemeinsam alt werden wollen, selbst viel zu gut.

„Dass unser Haus so viele Menschen anspricht und auch die meisten Kinder ein Fachwerkhaus malen, wenn sie ein Haus zeichnen sollen, ist nicht verwunderlich. Denn Fachwerkhäuser entsprechen mit ihrer ganzen Gliederung und Maßstäblichkeit der Urform des menschlichen Wohnens“, findet Architekt Wolfgang Kamieth.
Die treibende Kraft für den Einzug in das 1784 erbaute Haus, in dem früher Schmiedemeister und Schiffer mit ihren Familien gelebt haben, war seine Frau Annette. „Meine Großmutter hat in einem Fachwerkhaus gelebt und dort auch einen kleinen Lebensmittelladen betrieben. Das hat mich schon als Kind fasziniert, weil das so gemüt…

Leben und Wohnen so normal wie möglich: Ein Besuch bei der "Viererbande" in einer WG der Lebenshilfe

Zu Hause bei den Eltern oder im Heim. Das war früher die Wohnalternative für Menschen mit geistiger Behinderung. „Matthias und ich wollten etwas anderes, ein Leben, so normal und so selbstbestimmt wie möglich“, erinnert sich die ehrenamtliche Vorsitzende der Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung, Ulrike Stadelhoff, an das Jahr 2006. Damals überlegte sie zusammen mit ihrem geistig behinderten Sohn Matthias, wie und wo er in Zukunft wohnen wollte und sollte. Schon während seiner Zeit in der Förderschule an der Rembergstraße hatten der heute 29-jährige Matthias und seiene ebenfalls geistig behinderten Schulfreunde Christoph Sachse und Kerstin Kübel die Idee, später in einer Wohngemeinschaft zusammenleben zu wollen.
Schon bei Klassenfahrten und Sommerfreizeiten der Lebenshilfe hatten sie das ausprobiert und für gut befunden. Aus der Idee wurde Wirklichkeit, weil ihre Eltern genau so wie Matthias und Ulrike Stadelhoff dachten. „Das war viel Arbeit, die uns aber auch bis heute…

Wer liest, blickt durch: Einsichten und Ansichten des Bibliothekars Wolfgang Jordan

Als Bibliothekar reicht es nicht, nur Bücher zu lieben und sich ansonsten hinter seinem Schreibtisch zu vergraben. Man muss auch ein bisschen extrovertiert sein. Denn wir machen das ja hier nicht für die Bücher oder für uns selbst, sondern für die Menschen, die zu uns kommen.“ So beschreibt Bibliothekar Wolfgang Jordan sein Berufscredo. Der 64-Jährige, der inzwischen stellvertretender Leiter der Stadtbücherei ist, muss es wissen. Seit 37 Jahren kennen die Nutzer der Stadtbibliothek den gebürtigen Berliner als den freundlichen Mann von der zentralen Information, obwohl das nur ein Teil seiner Arbeit ist.

Nicht so freundlich ist er zu Bibliothekskunden, die sich den Bücherregalen mit Döner und Hamburgern nähern, mit dem Handy telefonieren und so tun, als seien die anderen Bibliotheksgäste gar nicht da oder an den öffentlichen Internetarbeitsplätzen laut vor sich hin schimpfen, weil die Filtersoftware der Stadtbücherei den Zugang zu bestimmten Internetseiten blockiert. Die liebsten Bücher…

Bunt oder zu bunt? An einer neuen Sperrklausel für die Kommunalwahlen scheiden sich im Rat der Stadt die Geister

Auch Mülheims Rat ist bunter geworden, seit das Landesverfassungsgericht 1999 die 5-Prozent-Hürde kippte, die Parteien bis dahin überwinden mussten, um ins Stadtparlament einziehen zu können. Doch schon bei der nächsten Kommunalwahl 2020 könnte die Sperrklausel wiederbelebt werden. Der Landtagsabgeordnete Heiko Hendriks (CDU) geht davon aus, dass SPD und CDU mit Unterstützung der Grünen nach der Sommerpause einen entsprechenden Gesetzentwurf in den Landtag einbringen werden. Mit Blick auf die Funktionsfähigkeit des Rates hält er eine 2,5-Prozent-Hürde für sinnvoll und rechtlich vertretbar. „Die Bürger erwarten von ihren Ratsmitgliedern Entscheidungen. Es kann nicht sein, dass die ehrenamtlichen Kommunalpolitiker immer mehr Zeit für die Mehrheitsfindung aufwenden müssen. Wenn zu viele Partikularinteressen in den Rat einziehen, lähmt das den demokratischen Entscheidungsprozess“, betont Hendriks.

Mülheims SPD-Fraktionsgeschäftsführer Claus Schindler und sein CDU-Amtskollege Hansgeorg Schi…

Was darf die Demokratie kosten? oder: Welche Rolle spielen Parteispenden für die Mülheimer Parteien?

Man kann nicht nur für den Kinderschutzbund oder den Tierschutzverein, sondern auch für eine politische Partei spenden. Es gibt in diesem Land Menschen und Unternehmen, die tun das reichlich und nicht immer ganz uneigennützig. Deshalb fordert der Dortmunder SPD-Bundestagsabgeordnete Marco Bülow, dass niemand in Deutschland pro Jahr mehr als 50.000 Euro an eine Partei spenden darf, um keinen zu großen Einfluss auf deren Politik zu erlangen. Parteispenden zu begrenzen ist für ihn eine vertrauensbildende Maßnahme mit Blick auf parteienverdrossene Bürger.

Wie halten es vor diesem Hintergrund die Mülheimer Parteien mit Parteispenden? „Ich habe mir noch keine dezidierte Meinung zu dem Vorschlag meines Fraktionskollgens gebildet“, sagt der Mülheimer SPD-Bundestagsabgeordnete Arno Klare, betont aber die Notwendigkeit von Parteispenden.

Seine Bundestags-Kollegin Astrid Timmermann-Fechter lehnt eine Begrenzung von Parteispenden ab, „weil das ein Eingriff in das persönliche Selbstbe…