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Es werden Posts vom Juni, 2019 angezeigt.

Was der Versailler Vertrag für Mülheim bedeutete

28. Juni 1919: Mit den Friedensvertrag von Versailles endet der Erste Weltkrieg. 9 Millionen Soldaten sind an seinem Fronten gefallen. 3.500 von ihnen kamen aus Mühlheim. Wie der furchtbare Krieg, so hat auch der für den Kriegsverlierer Deutschland harte Frieden unmittelbare Auswirkungen auf das Leben der damals rund 125.000 Mülheimer.
Die Mülheimer Zeitung, die den Kaiseradler durch das Stadtwappen ersetzt hat, schreibt am Tag nach der Unterzeichnung des Versailler Friedensvertrages: „Liebe Mülheimer Burger! Unser Volk ist hart geprüft. Es scheint, als müssten wir alles auskosten, was bitter und gallig schmeckt. Die Tiefen bleiben uns nicht erspart. Doch da wollen wir nicht klagen und verzweifeln, sondern der kalten, hasserfüllten Welt sagen: Wir wagen zu hoffen. Was uns trennt, das lasst uns beiseite tun und zusammenfügen. Das tut uns Not. Die Zukunft ist schwarz. Aber sie wird nicht verzweifelt sein, wenn wir uns im Weltenspiegel suchen und erforschen, was uns die Not als Lehrmeiste…

Rat und Hilfe in Sachen Sucht

„Wir sind froh, dass wir mit Margaret Busse eine so erfahrene und kompetente Fachkraft gewinnen konnten. Das ist heute gar nicht mehr so leicht“, sagt Superintendent Gerald Hillebrand mit Blick auf die neue Leiterin des zur Diakonie gehörenden Ambulatoriums.
Margaret Busse kann auf eine lange Berufserfahrung als Diplom Sozialarbeiterin und Suchttherapeutin zurückschauen. Bevor sie Anfang 2019 in Mülheim die Leitung des 1991 gegründeten Ambulatoriums übernahm, arbeitete sie bei der Diakonie in Düsseldorf, wo sie prägende und wertvolle Erfahrungen in der Familienhilfe und in der Suchttherapie sammeln konnte. Ihr Berufsweg hat sie gelehrt , dass jede Sucht ihre Gechichte hat, die oft auch mit der Familiengeschichte und mit der eignen Lebensgeschichte zusammenhängt. „Unserer Gesellschaft ist darauf ausgelegt, dass wir arbeiten und funktionieren. Niemand setzt sich heute mehr auf eine Wiese und genieß dort einfach mal den Augenblick“, beschreibt sie eine der wesentlichen Ursachen, die dafür…

Degenhardts Erben

„Liederlich“! Der Name ist seit 17 Jahren Programm. Hartmut Kremer , Kurt-Jahn-Nottebohm und sein Bruder Rolf Jahn machen seit 2002 Lieder, die ihre Zuhörer zum Nachdenken und zum Schwärmen und Schwelgen einladen. Gesellschaftspolitische, kritische, fantasievolle und romantische Texte mit Gesang und Gitarre sind ihr Markenzeichen. Auch  Bernhard Grimm (Akkordeon) und Hartmut Kremers Bruder Peter Kremer (Bass und Gitarre) waren und sind bei „Liederlich“ mit von der musikalischen Partie. Doch am kommenden Freitag geben sie in der Styrumer Feldmann-Stiftung  ihr letztes (und schon jetzt ausverkauftes) Konzert. Dabei werden sie noch einmal 20 ihrer gut 40 selbst getexteten Lieder ihrem Publikum zu Gehör bringen. Danach wird man ihre feinsinnige Lied- und Tonkunst nur noch auf den unter anderem bei Tom Täger im Tonstudio an der Ruhr aufgenommenen CDs zu hören bekommen. Diese CDs tragen so schöne Namen wie „Vollmond“, „Schutzengel“, „Liebeslieder“ und „Tanze!“. „Wir sind Freunde und es ist…

Wo die Mülheimer Zeitung entstand

Heute schauen wir auf das alte Pressehaus an der Eppinghofer Straße. Entworfen vom Architekten Franz Hagen, wurde es 1925 mit seinen sieben Stockwerken als erstes „Hochhaus“ Mülheims in unmittelbarer Nähe des heutigen Hauptbahnhofes errichtet. Damals firmierte dieser Bahnhof mit seinem 1910 errichteten Gebäude noch als Bahnhof Eppinghofen. Auf der linken Bildseite erkennen wir die Brücke, unter der wir auch heute noch zum Haupteingang des Hauptbahnhofes am Dieter-aus-dem-Siepen gehen.
Wo das 1943 von alliierten Bomben zerstörte Pressehaus stand, sehen wir heute den Gebäude-Komplex, in dem die Sparda-Bank und die städtische Sozialagentur einquartiert sind. Dass der Architekt Franz Hagen, der in Mülheim die eine oder andere Villa entworfen hat, auch das Pressehaus plante, hatte einen guten Grund. Denn er war über viele Jahre Geschäftsführer der Mülheimer Zeitung, die seit 1873 der Familie seiner Frau Antonie Marks gehörte.
In den 1920er Jahren, das Radio, steckte noch in seinen Kinderschu…

Mal ganz privat

„Was machen Sie?“ Diese Frage gehört zu den klassischen Gesprächseröffnungen, wenn man sich kennen lernen will.
Nun könnte man es sich mit der Antwort auf diese Frage leicht machen und das naheliegendste sagen, nämlich das, was man eben so macht. „Ich lebe. Ich sitze hier mit Ihnen am Tisch und trinke eine Tasse Kaffee. Ich wohne in Mülheim.“ Doch damit wollen sich die meisten Zeitgenossen nicht zufrieden geben. Sie wollen wissen, was man beruflich macht. Wer auf diese Frage antwortet: „Ich bin arbeitslos!“ oder: „Ich bin Rentner!“ oder: „Ich bin Hausfrau und Mutter!“ wird von seinem Gesprächspartner ein: „Ach so. Sie machen also im Moment nichts!“, garniert mit einem mitleidigen Lächeln zu hören und zu sehen bekommen.
Wer hierzulande etwas gelten will, der kann nicht machen, was er will. Er muss was aus sich machen, koste es was es wolle. Rentner, Arbeitslose oder Hausfrauen und Mütter können noch so viel machen und rund um die Uhr an sich und für andere arbeiten. Das macht in den Auge…

Ein kritischer Geist

Klaus Möltgen. Ältere Mülheimer kennen den Christdemokraten, der am 22. Juni seinen 80. Geburtstag feiert. Sich selbst und seiner Partei hat es der Partei- und Fraktionsvorsitzende der siebziger, achtziger und frühen neunziger Jahre nie leicht gemacht. Der pensionierte Lehrer und Hochschullehrer, der das politische Geschehen nicht nur in seiner Heimatstadt Mülheim kritisch verfolgt, zählt sich selbst zum christlich-sozialen und linken Flügel der CDU. Als Möltgen, Großvater Joseph Brüggemann 1945 zu den Gründern der Mülheimer CDU gehörte, 1993 gegen den Willen seiner Partei für das Amt des Stadtdirektors kandidierte und anschließend mit dem Wahlbündnis Unabhängiger Bürger (WUB) eine eigene Fraktion bildete und 1994 mit der WUB zur Kommunalwahl antrat, schloss ihn seine Partei aus. Doch in den Jahren seines Kölner Exils wurde er wieder in die CDU aufgenommen. Er kehrte nach Mülheim zurück. Heute wohnt er mit seiner Lebensgefährtin in Broich. Mit Sorge sieht der Historiker und Germanist …

Freie Fahrt für Herrn Töpfer

Gestern musste ich an den ehemaligen Bundesumweltminister Klaus Töpfer denken. Wieso das? Ich keuchte die Prinzenhöhe hinauf, einem Termin in der Katholischen Akademie Die Wolfsburg entgegen. Während ich mich, mit der Uhr im Nacken, Schritt für Schritt zum Ziel kämpfte, fuhren diverse Autos an mir vorbei. Bei genauerem Hinsehen fiel mir auf, dass die eiligen Herrschaften in ihren gut abgefederten Fahrzeugen über glatte und breite Wege ihrem Ziel entgegenrauschen konnten, während die Bürgersteige, auf denen ich mich mühsam fortbewegen musste, immer holpriger und schmaler wurden. Mit Blick auf die vielen eleganten Autos, die vor noch eleganteren Häusern parkten, beschlich mich das Gefühl, dass die Art der Fußgänger hier gar nicht mehr vorgesehen ist. Auf der Prinzenhöhe, der Name ist Programm, geht man nicht zu fuß. Man fährt oder noch besser man lässt sich fahren, so wie einst Ex-Umweltminister Klaus Töpfer, der sich zu seinem klima- und entwicklungspolitischen Vortrag in seinem Diens…

Froher Feiertag

Einen frohen Feiertag hat man mir gestern gewünscht. Und ich habe diesen Wunsch erwidert. Ein froher Feiertag. Das hört sich gut an. In einer Zeit, in der man von uns erwartet flexibel und rund um die Uhr im Sinne von Arbeit und wirtschaftlicher Produktivität zu funktionieren, gönnen wir uns einen frohen Feiertag. Das könnte schön sein. Doch ich befürchte angesichts der prognostizierten Feiertagsstaus, dass viele Menschen in unserer schnellen und mobilen Leistungsgesellschaft gar nicht mehr fähig sind, sich einen frohen Feiertag mit ganz viel Ruhe und Muße zu gönnen. Ruhe an Fronleichnam? Um Gottes willen. Das hört sich nach ewiger Ruhe auf dem Friedhof an. Dafür sind wir doch viel zu jung und aktiv. Das wäre ja noch schöner, wenn wir am Fronleichnamstag nicht auf der Autobahn im Stau, sondern in einer garantiert staufreien, aber dafür betend und singend daherkommen den Fronleichnamsprozession zu stehen kämen. Wo kämen wir denn da hin? Am Ende noch zur Besinnung. Dabei feiern wir ja m…

Styrum feiert

Rund 16.000 Menschen leben in Styrum. Mindestens die Hälfte dürfte mit gestern beim Familienfest zwischen Aquarius und Schloss mit von der Partie gewesen sein. Den heißtesten Job am sonnigen Sonntag hatte der RWW-Azubi Max Rickert, der als wandelnder Wassertropfen Erwin zu den begehrtesten Fotomotiven gehörte. Vor allem kleine große Jungs ließen sich auch gerne bei seinem RWW-Azubikollegen Suad Tokbay vor der Kulisse eines Maschinenhauses in der vollen Montur eines Anlagentechnikers für Rohrsysteme fotografieren. Dabei durften sie auch schon mal mit Wasserwaage und Rohrzange hantieren.
Gleich nebenan hantierte der neugierige Nachwuchs bei Christa Schragmann vom RWW-Haus Ruhrnatur am liebsten mit dem Mikroskop, mit dem sie die aus einem Wasserbassin gefischten Kleintiere aus der Ruhr unter die Lupe nehmen konnten. „Hier erleben die Kinder, dass nicht nur das Internet und ihr Smartphone, sondern auch die Natur vor ihrer Haustür viel neues zu bieten hat“, sagte Schragmann.
„Hier muss man …

Remberg rockt

Ganz klar. Wer nicht dabei war, hat was verpasst. „Remberg rockt“ war mehr als ein Schülerbandfestival. Hier ging es nicht nur um Musik, sondern auch darum, das Leben zu feiern.
Auf dem Förderschulgelände an der Rembergstraße machte sich am Samstagnachmittag so etwas wie die Stimmung bei einem Familienpicknick breit.
„Remberg rockt“. Das waren nicht nur 120 junge Musiker und Sängerinnen aus neun Bands und einem Vokal-Ensemble, die auf zwei Bühnen das in der goldenen Mitte platzierte Publikum mit einem abwechslungsreichen und schwungvollen Musik-Mix á la Jazz, Rock und Pop zum Mitswingen, Mitklatschen und zum Teil sogar zum Mittanzen brachten. Das Schülerbandfestival, das trotz zwischenzeitlicher Wolken und vereinzelter Regentropfen von der Sonne beschienen wurde, war ein schönes Fest der Generationen vom Kinderwagen bis zum Rollator. Hier konnte jedes Alter und jedes Temperament etwas für sich finden, egal, ob man in der Cafeteria oder auf dem Spielplatz und im Spielparcours zwischendur…

Ansichten eines Wadenbeißers

Wir müssen der Tatsache ins Auge sehen. Wir sind auf den Hund gekommen. Dabei meine ich nicht uns persönlich, Sie und mich, die wir gar keine Tiere halten. Die Rede ist von unserem Revier und der gestern in der NRZ berichteten Tatsache, dass die großen Tiere, die Mülheimer und Oberhausener Gehege die Richtung des Rudels bestimmen, sich tierisch schwer damit tun, die notwendige Sanierung des gemeinsamen Tierheims an der Horbeckstraße zügig ins Werk zu setzen, um unseren vierbeinigen Mitgeschöpfen eine artgerechte Unterkunft zu schaffen. Könnten die tierischen Insassen an der Horbeckstraße ihr Leid nicht nur dort herausbellen, sondern vielleicht mit Plakaten bei einer Dogs-am-Donnerstag-Demo vor die Rathäuser in den tierisch verschuldeten Ruhrstädten Mülheim und Oberhausen hinaustragen. Dann müssten sich die Leidhengste und Wadenbeißer, die jetzt beim Finanzierungsstreit ums Tierheim speziell im Oberhausener Rathaus ihr kommunalpolitischen Duftmarken setzten wollen und wie Hund und Katz…

Der Preis der Demokratie

Ich traue meine Ohren und Augen nicht. Aber die elektronischen Anzeigetafeln und die Lautsprecherdurchsagen an der zentralen Haltestelle lassen mich wissen: „Wegen einer Betriebsversammlung der Ruhrbahn kommt es heute zu Ausfällen und Unregelmäßigkeiten im öffentlichen Personennahverkehr!“ Na, das ist ja mal was neues. Bisher kannte ich nur klimatische Kapriolen, Unfälle aller Art oder auch schon mal eine heruntergerissene Oberleitung als Begründungen für Verspätungen und Ausfälle. Mit Naturgewalten oder menschlichem Versagen muss man ja immer rechnen. Aber mit einer Betriebsversammlung am hellichten Tag?
Natürlich am hellichten Tag. Nachts müssen die Bus- und Bahnfahrer ja schlafen, damit sie tagsüber am Steuer nicht einschlafen und dann wieder Unfälle bauen, die wieder zu Verspätungen und Ausfällen im öffentlichen Personennahverkehr führen. Und während ich Bahn, Bahn sein lasse und ein Taxi nehme, um pünktlich zu meinem Termin zu kommen, denke ich darüber nach wie ich mein Taxigeld…

Lesen fürs Leben

Auch wenige können viel erreichen. Dafür stehen die 16 Frauen und Männer, die 2013 den gemeinnützigen Verein Dear e.V. ins Leben gerufen haben. Dear. Das steht in diesem Fall für „Drop everything and read.“ Auf deutsch: „Lass alles stehen und lies.“ Der Verein hat seit seiner Gründung fünf Schulbüchereien in Accra (Ghana) mit insgesamt 20.000 Büchern und Spielen ausgestattet. Derzeit wird die Ausstattung der sechsten Schulbücherei in Accra in Angriff genommen. Spenden und Mitgliedsbeiträge haben das möglich gemacht. „Die Austattung einer Schulbücherei kostet rund 4000 Euro. In diesem Betrag enthalten sind die Transportkosten der meistens gespendeten, manchmal aber auch gekauften Bücher sowie die Einrichtung mit Tischen, Stühlen und Regalen, die von einheimischen Schreinern hergestellt werden“, erklärt der Vorsitzende von Dear e.V. Paul Raasch. Er war es, den die aus Ghana stammenden Schwestern Hanni Schroers, Cecile Mölter und Johanna Leisch 2013 die Frage stellten: „Wie gründen wir …

Mehr als ein Debattierclub

10. Juni 1979. Auch in Mülheim sind die Menschen zum ersten Mal aufgerufen das Europäische Parlament direkt zu wählen. Die Direktwahl ist ein Demokratieversprechen. Sie soll dem Parlament, das damals eine rein beratende Funktion hat, die Macht verschaffen, die in der Demokratie vom Volke ausgeht. Bei dieser ersten Europawahl machen 65 Prozent der damals 143.000 wahlberechtigten Mülheimer Gebrauch von ihrem Stimmrecht.
40 Jahre später gehen 62,6 Prozent der jetzt noch 123.000 wahlberechtigten Mülheimer zur 9. Direktwahl des Europäischen Parlaments. Während 1979 der Spruch die Runde macht: „Hast du einen Opa, schick ihn nach Europa!“, ist das Parlament der Europäischen Union heute längst mehr als ein Debattierclub grauer Eminenzen. Keine Verordnung, keine Richtlinie, kein Haushalt der EU kann heute ohne Zustimmung des Parlaments in Kraft treten. Kein EU-Kommissar kann ohne Zustimmung der Europaparlaments sein Amt antreten. Und wenn das Parlament, das in Straßburg und Brüssel tagt, mit de…

Neues auf altem Grund

Das alte Kesselhaus und der Schornstein der Lederfabrik Lindgens sollen als historische Landmarken am zentralen Platz des neuen Wohn- und Gewerbequartiers am Kassenberg erhalten bleiben. Das sieht der Siegerentwurf des Stadtplanungswettbewerbs vor, den die von der Sparkasse und der Mülheimer Wohnungsbaugenossenschaft getragene Projektentwicklungsgesellschaft SMW Mitte Februar ausgeschrieben hatte. Am 28. Mai kürte eine 14-köpfige Fachjury, der auch die SMW-Geschäftsführer Jürgen Steinmetz und Thomas Weber und Planungsamtsleiter Felix Blasch angehörten, den Gemeinschaftsentwurf des Aachen Architektenbüros RHA Reicher Haase und des Kölner Landschaftsarchitekturbüros Club L 94 zum Wettbewerbsgewinner. Blasch, Steinmetz, Weber und Ellen Wievelhove vom Dortmunder Büro Post-Welters & Partner, das den Planungswettbewerb organisiert hat, würdigten den von Joachim Haase und Nikolai Werner federführend erarbeiteten Entwurf der Wettbewerbssieger als eine gelungene Mischung aus großzügigen Fr…

Freunde des Buches

Nach 20 Jahren an der Spitze des Freundeskreises der Stadtbibliothek hat dessen Vorsitzender sein Amt an Brigitte Jaenigen abgegeben. Die neue  Vorsitzende gehört dem Freundeskreis seit dem Jahr 2000 an, in dem der Förderkreis einen letztlich gescheiterten Bürgerentscheid zum Erhalt der damaligen Stadtteilbibliotheken am Schildberg und an der Alten Straße angestrengt hatte. Seit 2008 gehört Jaenigen dem ehrenamtlichen Mitarbeiterteam der Schmökerstube an. Zusammen mit ihren Vorstandskollegen möchte Brigitte Jaenigen die Öffentlichkeitsarbeit und insbesondere die Internetpräsenz des Freundeskreis verstärken. "Die Arbeit des Freundeskreises zeigt, dass die Öffentlichkeit hinter der Stadtbibliothek steht", sagt Jaenigen. Ihr Vorgänger Bernhard Haake, der die Leitung der Schmökerstube im vergangenen Jahr an die beiden stellvertretenden Vorsitzenden des Freundeskreises, Monika Gobs und Andrea Splittstößer abgegeben hat, bleibt vorerst Sprecher der 2010 ins Leben gerufenen Interes…

Schüler machen Theater

"Ich bin stolz darauf, was die Schülerinnen und Schüler zusammen mit ihrer Theaterpädagogin Hildegard Schroeter-Spliethoff geleistet haben. Ich habe die beteiligten Schülerinnen und Schüler mit ganz neuen Facetten ihrer Persönlichkeiten erlebt", schwärmt Willy-Brandt-Schulleiterin Karin Rinn. Die Rede ist von der Theaterproduktion "Stadt unter", die 16 Zwölftklässler aus dem von Lehrerin Hildegard Schroeter-Spliethoff geleiteten Projektkurs Darstellen und Gestalten beim Landes-Theaterfestival-Maulhelden im Gelsenkirchener Consoltheater auf die Bühne gebracht haben. "Man hat uns eine nachdenkliche, facettenreiche und lyrische Sprache bescheinigt", freut sich Schroeter-Spliethoff, die sich neben ihrem ursprünglichen Lehramt in den Fächern Geschichte und Textiles Gestalten schon vor Jahren zur Theaterpädagogin ausbilden ließ. Denn sie weiß als Lehrerin im Fach Darstellen und Gestalten um die pädagogische Kraft des gemeinsamen Theaterspiels. "Wir spiele…

Alte Liebe rostet nicht

Es gibt noch Inseln der Menschlichkeit, zum Beispiel in der Straßenbahn. Ein altes Ehepaar steigt ein. Sie, schon etwas wackelig, steuert den nächsten freien Sitzplatz an und lässt sich neben einem jungen Mann nieder. Ihr noch rüstiger Gatte wird einige Sitzplätze weiter sesshaft. Der junge Mann neben der alten Dame erkennt die Lage und bietet dem alten Ehemann seinen Platz an, damit dieser neben seiner besseren Hälfte sitzen kann. Doch der alte Herr winkt von weitem ab und lässtden hilfsbereiten Geschlechtsgenossen wissen: „Lassen Sie mal, junger Mann. Meine Frau und ich kennen uns schon lange genug.“ Alle Fahrgäste lachen. So heiter kann Nahverkehr sein. Und als Er Sie einige Haltestellen später an die Hand nimmt, um ihr beim Ausstieg aus Tram zu helfen, weiß ich, dass etwas daran ist, dass sich neckt, was sich liebt und alte Liebe nicht rostet. Schön, dass es solche An- und Aussichten noch gibt, die einen Augenblick der Zuversicht und der Herzenswärme schenken.
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Eigentum verpflichtet

Am 26. Juni feiert der Haus,- Wohnungs- und Grundeigentümerverein Haus und Grund in der Stadthalle, musikalisch begleitet von der Big-Band der Otto-Pankok-Schule, sein 125-jähriges Bestehen. Im Gespräch mit der Mülheimer Woche erklärt dessen ehrenamtlicher Vorsitzender Thomas Michael Wessel, was der Verein der örtlichen Haus- und Grundeigentümer bewegt hat und was seine Mitglieder bewegt.
Wie ist Haus und Grund in Mülheim nach 125 Jahren zu dem geworden, was es heute ist?
Wessel: Haus und Grund ist stetig gewachsen. Wir haben im Dritten Reich schwere Zeiten zu verkraften gehabt. Und nach dem Zweiten Weltkrieg hat sich die Eigentumssituation ganz neu gebildet, so dass der Verein für alle zum Ansprechpartner geworden ist, die Eigentum geschaffen haben und in diesem Zusammenhang auch der juristischen Beratung bedürfen. Darüber hinaus haben wir vor 50 Jahren eine GmbH gegründet, die Immobilien verwaltet. Aber Ziel des Vereins ist es, unseren heute knapp 4000 Mitgliedern in allen Fragen run…