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Es werden Posts vom Februar, 2010 angezeigt.

Rückblick: Der Großindustrielle Hugo Stinnes wurde vor 140 Jahren in Mülheim geboren

Er ist vielleicht der wirtschaftlich und politisch mächtigste Mülheimer gewesen. Hugo Stinnes. Am 12. Februar 1870 wird er in Mülheim geboren. Hier hat sein Großvater Mathias 1808 sein Unternehmen gegründet. Mit Kohlenhandel, Bergbau und Schifffahrt verdient die Familie ihr Geld.Hugo hat das unternehmerische Talent seiner Vorfahren geerbt und wird ein Wirtschaftsimperium schmieden, das bei seinem Tod (1924) aus mehr als 1500 Unternehmen mit fast 2900 Betriebsstätten und mehr als 4000 Unternehmensbeteiligungen bestehen wird.

Kein Wunder, dass seine Nachfolger und Erben dieses undurchschaubare Konglomerat auf Dauer nicht zusammenhalten können.Seine Zeitgenossen nennen Hugo Stinnes „den König von der Ruhr.” Er selbst bezeichnet sich als „Kaufmann aus Mülheim.” Eine maßlose Untertreibung, die aber zu seinem schlichten und bescheidenen Lebensstil passt. Die Anfänge seiner Unternehmerkarriere sind eigenwillig. Nach dem Abitur beginnt er eine Handelslehre in Koblenz und studiert Bergbau in Be…

Närrische Nachlese: Jung und Jeck in Geberlaune - Der Rosenmontag mit den Kindertollitäten

Frohsinn kennt keinen Frost. Denn die Jecken haben ja die Sonne im Herzen. Das gilt auch für Kinderprinz Mirko Schuster und Kinderprinzessin Sandy Matuszczak (beide 14) sowie ihre Pagen Chiara Driesch (9) und Rene Reiße (11). Dennoch wollen sie und ihre Adjutanten Gabi und Hermann Josef Hüßelbeck an diesem schneeweißen, eiskalten Rosenmontag kleidungstechnisch kein Risiko eingehen.

Natürlich können sie nicht auf ihr rot-weißes Ornat aus Samt und Seide verzichten, das sie als Tollitäten ausweist und auf ihre Gesellschaft, den Mülheimer Carnevals Club Rot-Weiß, hinweist. Doch was man darunter anzieht, sieht ja keiner. Die Kindertollitäten setzen auf lange Strumpf- und Unterhosen, Jogginghosen, mehrere Pulloverschichten und Stulpen. Schließlich soll niemand beim Kammellewerfen, hoch oben auf dem Kinderprinzenwagen, kalte Füße bekommen oder eine Erkältung als Andenken an den Rosenmontagszug behalten.
So gut eingepackt, kann die Kälte kommen. Die Probe aufs Exempel haben die Kindertollitäten…

Einmal Prinz und Prinzessin sein: Ein Gespräch mit dem amtierenden Prinzenpaar der Stadt Mülheim

Kurz vor dem Beginn der tollen Tage hatte ich Gelegenheit, das folgende Gespräch mit den mölmschen Tollitäten Prinz Markus und Prinzessin Sandy (Uferkamp) zu führen, in dem sie ihre Sessionserfahrungen Revue passieren ließen und über ihr ganz persönliches Karnevals-Credo sprachen.

Was gefällt Ihnen an Ihrer Prinzen- und Prinzessinnenrolle besonders gut?
Markus: Den Karneval mal aus einer anderen Sicht zu erleben. Ich kann jetzt aus eigene Erfahrung sagen: Einmal im Leben Prinz zu sein, durch volle Säle zu ziehen und Menschen zu erfreuen ist großartig.
Sandy: Es macht riesig Spaß und ist nicht so stressig, wie ich vorher geglaubt hatte. Ich finde es spannend mal über den närrischen Tellerrand meiner eigenen Gesellschaft Blau Weiß hinauszuschauen.

Sind die Säle heute wirklich noch voll?
Markus:
Man darf Mülheim nicht mit rheinischen Karnevalshochburgen vergleichen. Wenn etwa der MCC mit seinem Fest der Feste am Samstag 300 Leute in die Stadthalle bekommen hat, ist das eine beachtliche Leistu…

Der Dümptener Turnverein bewegt und verbindet die Menschen im "Königreich" seit 125 Jahren

Vereine haben heute oft Nachwuchsprobleme, weil sich Menschen nicht mehr so gerne auf Dauer binden möchten. Es geht auch anders. Das zeigt die Erfolgsgeschichte des Dümptener Turnvereins (DTV), der jetzt seinen 125. Geburtstag feierte. Was 1885 mit der ersten Turnstunde begann, ist heute der zweitgrößte Sportverein der Stadt. Der Anfang war allerdings schwer. Neun Jahre dauerte es, ehe der Verein die 100-Mitglieder-Grenze überschreiten konnte.Heute bringt der DTV mit einem Breitensportangebot, das mit der Babyfitness anfängt und mit der Senioren-Gymnastik aufhört, rund 1700 Menschen in Bewegung. Zählt man die Kursteilnehmer des Mülheimer Sportbundes und Siemens-Betriebssportler hinzu, die die Infrastruktur des Vereins nutzen dazu, sind es mehr als 2000.

Der DTV besitzt zwei Vereinsheime mit drei Sportsälen, einem Kraftraum und sieben Tennisplätze.Dass der DTV Generationen verbindet, wurde bei der Jubiläumsfeier im Vereinsheim an der Nikolaus-Ehlen-Straße deutlich. Die erfrischenden Tan…

Bürger helfen Bürgern: Warum 14 Führugskräfte der RWW für die Caritas zur Malerkolonne wurden

Wenn man an Führungskräfte aus der Wirtschaft denkt, sieht man vor seinem geistigen Auge Schreibtischtäter mit Schlips und Kragen, die sich nicht die Finger schmutzig machen. Dass es auch anders gehen kann, zeigten am Samstag 14 Führungskräfte der Rheinisch-Westfälischen Wasserwerksgesellschaft (RWW).


An ihrem arbeitsfreien Tag zogen sie einen Overall über und nahmen den Pinsel in die Hand, um eine ehemalige Flüchtlingswohnung an der Vereinsstraße frisch zu streichen. Thomas Prattes, im richtigen Leben technischer Werkstattleiter bei RWW, ging davon aus, dass seine Kollegen und er im Laufe ihres auf sieben Stunden angesetzten Arbeitseinsatzes als Malerkolonne 50 Liter Wandfarbe und 7,5 Liter Lack für Heizkörper, Türen und Fensterrahmen verarbeitet haben werden. Hinzu kommen noch 55 Quadratmeter PVC-Boden, die in den nächsten Tagen verlegt werden.

"Wir hätten die notwendigen Renovierungsarbeiten gar nicht so schnell und hochwertig durchführen können", freute sich die stellvertr…

Blau Weiß, Kolping, Karneval: Gemeinsam feiert es sich besser

Wer das karnevalistische Großereignis mit Glitzer und Glamour sucht, kommt hier nicht auf seine Kosten. Doch wer familiären und bodenständigen Karneval mag, der war am Freitagabend bei der Gemeinschaftssitzung, zu der die Broich-Speldorfer Kolpingfamilie und die Karnevalsgesellschaft Blau-Weiß einluden, an der richtigen Adresse. Hier hatte man auch diesmal als Zuschauer das betont angenehme Gefühl: Auf der Bühne stehen Menschen wie du und ich. Prinz Markus, dessen Frau und Prinzessin Sandy bei den Blau-Weißen Ehrensenatorin ist, sagte es schließlich so: „Es ist schön, unter Freunden zu sein.”

Knapp 150 Jecken, mehr hätten in den Broicher Herz-Jesu-Pfarrsaal auch nicht hineingepasst, hatten viel Spaß, an dem, was ihnen an Musik, Tanz, Gesang und Wortwitz aus der Bütt geboten wurde. Und je später der Abend, desto mehr gingen die Jecken aus sich heraus. Spätestens, als Blau-Weiß-Präsident Thomas Straßmann die Rollen wechselte und vom Sitzungspräsidenten zum Schlagersänger wurde, gab es au…

Warum Schwester Ingeborg aus dem St. Marien-Hospital die Auszeichnung mit der Nikolaus-Groß-Medaille verdient hat

Sie hat ein offenes Ohr, ein Herz voller Liebe und immer einen guten Rat. Ich bedaure es, dass ich in den ersten Minuten meines Lebens nicht durch ihre Hände gegangen bin." Mit diesen Worten beschrieb Stadtdechant Michael Janßen (rechts) beim Neujahrsempfang der katholischen Stadtkirche im Pfarrsaal St. Barbara die neue Trägerin der vom Mülheimer Bildhauer Ernst Rasche gestalteten und zum zweiten Mal vergebenen Nikolaus-Groß-Medaille: Schwester Ingeborg. Seit 1960 half die 79-jährige Kinderkrankenschwester im katholischen Krankenhaus insgesamt 20 000 Babys auf die Welt. Obwohl sie längst im Ruhestand ist, steht die Elisabeth-Schwester bis heute an jeweils vier Tagen in der Woche kranken Menschen im Marien-Hospital mit ihrer Zeit und Zuwendung bei und strahlt mit ihrer Glaubenskraft das Charisma aus, das Janßen bei vielen Christen vermisst.

In seiner Predigt vor dem Empfang hatte der Stadtdechant bei einem Festgottesdienst in der Barbarakirche erklärt, "dass die Kirche auch he…

Ein Schicksal zwischen Hakenkreuz, Kreuz und David-Stern: Warum engagierte Christen an den Dichter Jochen Klepper und seine Familie erinnern

Wer in sein Gesangbuch schaut, wird unter den dort abgedruckten Liedern Namen und Jahreszahlen finden. Sie weisen auf die Autoren und ihre Zeit hin, in denen die Kirchenlieder geschrieben worden sind. So stieß der pensionierte Lehrer Norbert Schmitz auf den Namen Jochen Klepper. Er hat Kirchenlieder wie "Die Nacht ist vorgedrungen" und "Gott wohnt in einem Licht" geschrieben. Schmitz fragte sich: "Wer ist Jochen Klepper?" Bei seinen Nachforschungen stieß er auf eine bewegende Biografie aus der Zeit des Nationalsozialismus.
Der 1903 in Beuthen an der Oder geborene christliche Journalist und Schriftsteller Klepper heiratet 1931 die jüdische Kaufmannswitwe Johanna Stein, die mit Brigitte und Renate zwei Töchter in die Ehe bringt. Sie wachsen zu einer Familie zusammen. Und der selbst kinderlose Klepper wird Johannas Töchtern zum Vater. Doch die Nazis wollen keine christlich-jüdischen Mischehen. Sie setzen dem erfolgreichen Journalisten und Romanautor immer wie…