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Ein Streifzug durch ein dunkles Kapitel der Mülheimer Straßennamen

Nomen est omen. Das gilt auch für die Straßennamen unserer Stadt. Zum 9. November, dem Jahrestag der Reichspogromnacht, machte ich mich für die NRZ auf die Spurensuche nach Mülheimer Straßennamen in der NS-Zeit. Wussten Sie, dass die Friedrichstraße während des Dritten Reiches Adolf-Hitler-Straße hieß und der Kaiserplatz der Platz der SA war. Die Heißener Straße hieß Horst-Wessel-Straße. Die Mendener Brücke trug den Namen Hermann Görings. Und die Schulstraße war nach dem deutschnationalen Verleger und Parteiführer Alfred Hugenberg benannt.

Es überraschte mich, im Stadtarchiv herauszufinden, dass die Stadtverwaltung im Mai 1945, auf Befehl der alliierten Militärregierung 17 Straßen umbenennen musste, die nach Nazi-Größen benannt worden waren. Nachdem die Nazis ihre Macht gefestigt hatten, hatten sie ab Mitte der 30er Jahre offensichtlich mit Erfolg die Vordenker und Wegbereiter ihrer Ideologie im Straßenbild und damit im öffentlichen Bewusstsein der Bürger zu verankern.

Es gab aber auch …

Eine Politikerin mit Weitsicht: Die Mülheimer Bundestagsabgeordnete Helga Wex starb vor 25 Jahren

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Elterngeld bei Vätern immer beliebter." So titelte kürzlich die NRZ. Die Idee, Eltern finanziell zu unterstützen, damit sie Familie und Beruf besser miteinander vereinbaren können, ist nicht neu.Bereits 1973 beantragte eine Mülheimerin im Deutschen Bundestag, ein Erziehungsgeld einzuführen und Erziehungszeiten auf die gesetzliche Rente anzurechnen. Helga Wex hieß sie. Sie war damals als stellvertretende Partei- und Fraktionsvorsitzende der Union eine der prominentesten Bundespolitikerinnen.









Als Bundesvorsitzende der damals 160?000 Mitglieder zählenden Frauenvereinigung in der CDU, die heute Frauenunion heißt, gehörte sie in den 70er und 80er Jahren zu den exponiertesten Frauen- und Familienpolitikerinnen.Viele Ideen und Forderungen, die sie damals in Positionspapieren und Programmen formulierte, klingen auch 25 Jahre nach ihrem Tod immer noch aktuell: Bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, etwa durch Teilzeitarbeit und Job-Sharing, gleicher Lohn für gleiche Arbeit, mehr Frau…