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Herzblut ist wichtig, aber ganz ohne Geld geht es auch nicht Der CBE-Geschäftsführer Michael Schüring macht deutlich: Das Ehrenamt braucht hauptamtliche Unterstützung

Das Ehrenamt im Verein braucht hauptamtliche Unterstützung. Dafür stehen der Geschäftsführer des Centrums für bürgerschaftliches Engagement (CBE) und seine Mitarbeiter. Ein Gespräch:

Gibt es viele Vereine, die Probleme haben, ihre Vorstandsämter zu besetzen?

Unsere Umfrage unter den Vereinen zeigt, dass sich dieses Problem derzeit in 65 Prozent der örtlichen Vereine stellt.

Ist der ehrenamtlich geführte Verein ein Auslaufmodell?

Keinesfalls. Wir erleben es immer wieder. Wo sich Bürger längerfristig für eine gute Sache engagieren, ist die Vereinsgründung in 90 Prozent das Mittel der Wahl. 50 Prozent des ehrenamtlichen Engagements wird in Vereinen geleistet. Vereine bieten steuerliche Vorteile und verteilen die Verantwortung auf mehrere Schultern.

Wie helfen Sie ehrenamtlichen Vereinsvorständen?

Indem wir sie im Rahmen von Zukunftswerkstätten zusammengebracht haben und der Austausch unter den Vereinsvorständen gezeigt hat, dass viele Vereine ähnliche Probleme haben. Bei diesen Treffen wurden auch gute Praxisbeispiele aufgezeigt und Kontakte zu externen ehrenamtlichen Fachleuten hergestellt, die mit ihrem frischen Blick von außen weiterhelfen konnten.

Wie wird diese hauptamtliche Unterstützung des Ehrenamtes in Vereinen finanziert?

Seit 2011 konnten wir auf Mittel des Bundes und der Robert-Bosch-Stiftung zurückgreifen. Leider ist diese Förderung 2016 ausgelaufen, so dass wir jetzt auf Bordmittel und Sponsoren angewiesen sind.

Die Einsicht, dass ehrenamtliches Engagement hauptamtlich gefördert werden muss, ist zwar im Bewusstsein der Politiker angekommen, aber leider noch nicht in den Kassen der öffentlichen Hand.

Wie sehen Sie die Zukunft der Vereine ?

Ich nehme wahr, dass die Vereine schon heute daran arbeiten, sich für das Jahr 2030 aufzustellen, wenn der demografische Wandel seine volle Wirkung entfalten wird.

Ich rechne bis dahin mit einem Konzentrationsprozess. Die Zahl der Vereine wird wahrscheinlich abnehmen. Ich fürchte aber nicht um die grundsätzliche Existenz der Vereine. Es gibt keine Patentrezepte für die Lösung, weil jeder Verein anders ist. Auch die Akzeptanz von externer Beratung ist nicht immer vorhanden.

Ich gehe aber davon aus, dass Vereine künftig verstärkt qualifizierte Honorarkräfte einsetzen müssen.

Dieser Text erschien in der Neuen Ruhr Zeitung vom 18. Mai 2016

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