Mittwoch, 25. Januar 2017

Das Alte Postamt an der Düsseldorfer Straße: Ein Zeitsprung

Das alte Postamt an der Düsseldorfer Straße 102
steht seit 1967 unter Denkmalschutz.
Dem Klinkerbau an der Düsseldorfer Straße 102 sieht man seinen dienstlichen Charakter noch an. Der Schriftzug Postamt und der Reichsadler im Mauer Relief lassen erahnen, dass hier einst die Post abging, wo es sich heute Kinder der Kindertagesstätte Kichererbsen und die Gäste des Cafè Menzen gut gehen lassen.

Das alte, 1928 errichtete Postamt im Saarner Dorf, war nicht das Erste im Stadtteil. Fast gegenüber, wurde 1894 an der Düsseldorfer Straße 101 das erste Saarner Postamt eingerichtet. In diesem Haus betreibt die Familie Kessler seit Mitte der 50er Jahre einen Tapetenmarkt und eine Malerwerkstatt.

Es war Mathias Krabb, der anno 1798 als erster Postverwalter dafür sorgte, dass auch in Mülheim die Post abging. Doch die Saarner weigerten sich 1830 sich ihre Post von irgend einem Landbriefträger ihre Post abnehmen und nach Mülheim bringen zu lassen. Sie beharrten noch über viele Jahre darauf, dass ihre aus Saarn stammende Bootenfrau eben diese Aufgabe übernehmen sollte. Apropos Saarner Post. Es war der Saarner Postsekretär und spätere Postdirektor Joseph Allekotte, der Mülheim während der 20er Jahre als Reichstagsabgeordneter der Zentrumspartei in Berlin vertrat.

Nach dem das Mülheimer Postamt zunächst an der heutigen Friedrich-Ebert-Straße ansässig war, wurde 1897 an damaligen Viktoriaplatz, dem heutigen Synagogenplatz, ein großes und vor allem repräsentatives Postamt errichtet. Seit 1994 wird dieses alte Postamt als städtisches Kunstmuseum genutzt, während die Post seit 1982 in einem damals neu errichteten Gebäudekomplex am Hauptbahnhof abgeht. 

Dieser Beitrag erschien am 16. Januar 2017 in der Neuen Ruhr Zeitung

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