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Wo Lieder Freunde machen oder: Ehre, wem Ehre gebührt: Eindrücke von einem klangvollen Sommerfest in der Styrumer Union


„Das Lied beherrscht die Welt, weil es die Menschen aufrecht erhält“ – mit eben diesem Lied eröffnen die 46 Sänger der vor fünf Jahren aus Männerchor der Mannesmann-Röhrenwerke 1878 und dem Männergesangverein Eintracht Dimbeck 1883 gebildeten Chorgemeinschaft ihr Sommerfest im Biergarten der Styrumer Union.Auch dass sie einen „alten Jahrgang vom Rhein“ besingen und der selbst als Sänger bekannte Gastwirt Wolfgang Thöne das etwas wehmütige, aber trotzdem schöne Ständchen „Wenn auch die Jahre enteilen, bleibt doch die Erinnerung“ anstimmt, hat seinen besonderen Sinn.


Denn an diesem Dienstagabend ehrt die Mülheimer Chorgemeinschaft mit Hans Hahn und den jetzt zum Ehrenmitglied ernannten Hermann Kirchberg zwei „gute alte Jahrgänge“, für die ihr Chor ein Teil ihres Lebens geworden ist. Hahn fand bereits vor 65 Jahren, unmittelbar nach Kriegsende, zum Mannesmannchor, während Kirchberg 15 Jahre später zu den Chorkollegen stieß und sich seit inzwischen 40 Jahren im Vorstand des Chores engagiert. Beide haben den Chor noch als Thyssenchor unter dem legendären Willi Giesen kennen gelernt, als die Kollegen für Proben auch schon mal dienstfrei bekamen. Lang ist es her.Beide haben auch das Auf und Ab des Chores mit erlebt, der in den 60er Jahren auf 20 Sänger schrumpfte und später durch intensive Mitgliederwerbung wieder 70 Sänger in seinen Reihen hatte. Beide wollen die Freundschaften, die sie im Chor geschlossen haben, nicht missen. „Das Singen hält jung und ist der beste Arzt. Wenn ich hier dienstags bei den Proben mit meinen Chorbrüdern singe, denke ich nicht mehr an meine Wehwehchen“, sagt Ehrenmitglied und Chor-Nestor Hans Hahn, der eben erst seinen 90. Geburtstag gefeiert hat.


Neben Hahn und Kirchberg wurde beim Sommerfest in Styrum zum ersten Mal in der über 130-jährigen Chorgeschichte, wenn auch in Abwesenheit, mit Lenchen Gehrlicher eine Frau zum Ehrenmitglied der singenden Mannesmänner gekürt.Denn seit die musikbegeisterte Dame aus dem sächsischen Rödertal den Mannesmannchor vor 24 Jahren bei einem Konzert am Gardasee hörte, ist sie ein Fan. Sie hat immer mal wieder, wenn es ihr möglich war, dessen Konzerte besucht und lässt seitdem keinen Advent verstreichen, in dem sie die Chorbrüder nicht mit einem liebevoll gestalteten Weihnachtsgruß bedenkt. Das erfreut der Sänger Herzen.


Dieser Text erschien am 12. August 2010 in NRZ und WAZ

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