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408 Karstadt-Mitarbeiter im Rhein-Ruhr-Zentrum hoffen und bangen jetzt bis zum 3. September

Eigentlich wollten Betriebsrastchefin Andrea Grisail und der für den Bereich Einzelhandel zuständige Verdi-Vize-Geschäftsführer Günter Wolf den 408 Karstadt-Kollegen im Rhein-Ruhr-Zentrum bei einer Betriebsversammlung am 17. August sagen, wie es mit ihnen und ihrem Unternehmen weitergeht. Die Betriebsverammlung wird auf jeden Fall stattfinden. Doch Klarheit über die Karstadt-Zukunft wird es auch zu diesem Zeitpunkt noch nicht geben.Denn das zuständige Insolvenzgericht in Essen hat seine Entscheidung über die Annahme des Insolvenzplanes gestern auf den 3. September vertagt.

Grisail hofft, dass an diesem Tag „die finale Entscheidung“ fällt und die Kollegen „den Kopf wieder frei haben können“, um sich auf ihre eigentliche Arbeit von Beratung und Verkauf konzentrieren zu können. „Wir kämpfen jeden Tag. Das macht keinen Spaß. Wir können hier nichts beeinflussen, sondern nur warten. Manche Kollegen stecken das gut und mache Kollegen nicht so gut weg“, beschreibt sie die mit der Zukunftsangst verbundene seelische Belastung der Belegschaft. „Das ist eine für die Kollegen absolut demoralisierende Zitterpartie“, findet Verd-Mann Wolf. Mit Grisail ist er sich einig, dass jetzt der Karstadt-Vermieter Highstreet mit finanziellen Zugeständnisssen an den Karstadt-Investor Nicolas Berggruen an der Reihe ist, nachdem jeder Karstadt-Mitarbeiter auf jährlich rund 1500 Euro Urlaubs- und Weihnachtsgeld verzichtet, um einen finanziellen Beitrag zur Sanierung des Unternehmens zu leisten: Und das bei Bruttomonatgehältern von 1665 bis 2108 Euro. Auch die Stadt habe mit einem Gewerbesteuerverzicht ihre Solidarität mit Karstadt gezeigt und die Beschäftigten so „politisch gut unterstützt.“

Was Betriebsrätin Grisail in dem schwierigen Schwebezustand Mut macht, ist die Tatsache, „dass uns unsere Kunden die Treue halten.“ Auch den Umstand, dass Investor Berggruen mit dem Vermieter Highstreet so hartneckig um günstigere Mietkonditionen verhandelt, findet sie „gut, weil das zeigt, dass er zusammen mit uns etwas Zukunftsfähiges aufbauen möchte, damit wir nicht in zwei Jahren wieder dort sind, wo wir jetzt sind.“

Dieser Text erschien am 11. August 2010 in der NRZ

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