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Am Anfang war das Wort und dann kam das Buch: Ein Bericht vom 50. Diözesantag der Katholischen Öffentlichen Büchereien in der Wolfsburg

„Lassen Sie sich heute feiern“, fordert Gunda Ostermann vom Boromäusverein die rund 160 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen auf, die den Weg in die Wolfsburg gefunden haben. In der katholischen Akademie hat Vera Steinkamp vom Medienforum des Bistums zum 50. Diözesantag der Katholischen Öffentlichen Büchereien (KÖB) geladen. Die Geschäftsführerin des Boromäusvereins feiert die rund 150 KÖBs und ihren rund 1000 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen als „Orte uns Akteure der sozialen Kommunikation, der Lebensbegleitung und des gelebten Glaubens“, die mit ihrer Beratung, Begegnung und dem Bereitstellen von insgesamt rund 530.000 Medien „einen Beitrag zu mehr Bildungsgerechtigkeit leisten.“ Gebhard Fürst, Bischof von Rottenburg-Stuttgart, der die Publizistische Kommission der Deutschen Bischofskonferenz leitet räumt mit Blick auf das ehrenamtliche Engagement der überwiegend weiblichen KÖB-Kräfte ein, „dass Ihre Arbeit zu oft im Schatten steht.“ Das stehe im krassen Gegensatz zu deren Bedeutung. „Denn“, so sagt Fürst: „Sie arbeiten am größten Kulturprojekt der Menschheit mit.“


Wie der Leiter des Seelsorgeamtes, Michael Dörnemann, und später der emeritierte Weihbischof Franz Vorrath, macht Fürst mit Blick auf die Bibel, deutlich, dass der christliche Glaube nicht ohne das Schreiben und Lesen der Heiligen Schrift denkbar wäre.

Auch im multimedialen Zeitalter, in dem das Buch durch Internet und E-Books verdrängt zu werden scheint, steht für Fürst fest: „Das Lesen ist und bleibt als wichtigste Kulturtechnik die Eintrittskarte in unsere Kultur und Voraussetzung für Bildung, beruflichen Erfolg und das Mitwirken am demokratischen Leben.“

Mit seinen Koreferenten Dörnemann und Ostermann ist sich Fürst einig, dass die KÖBs und ihre Mitarbeitenden nicht nur Bildungs- und Begegnungs,- sondern auch Pastoralarbeit leisten. „Das ist keine Nebensache, sondern Bestandteil des kirchlichen Dienstes für Gott und die Menschen. Und damit erreichen Sie Menschen, die die Kirche sonst nicht mehr erreichen würde“, schreibt der Gast aus dem Südwesten den KÖB-Mitarbeiterinnen ins Stammbuch. Der Leiter des Seelsorgeamtes, beschreibt den Mehwert der KÖBs denn auch so: „Katholische Öffentliche Büchereien tragen wesentlich mit dazu bei, dass Menschen den Reichtum des Lebens und die Vielfalt von Gottes Schöpfung immer wieder staunend erfahren können.“ Wie Bücher ein Leben zum Besseren wenden und mit Sinn erfüllen können, macht Weihbischof Vorrath später in seiner Predigt unter anderem am Beispiel des Kirchenlehrers Augustinus deutlich. Wie Fürst, ist auch er davon überzeugt, dass der in den KÖBs an die Frau, den Mann und das Kind gebrachte Lesestoff, helfen die eigene Persönlichkeit zu entwickeln, Identität zu bilden und Sinn zu finden. Deshalb spricht Vorrath in seiner Predigt vom Buch als dem „Esspapier des Lebens.“

Dieser Beitrag erschien am 2. November 2012 im RUHRWORT

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