Müßiggänger. Dieser Begriff hat in unserer Leistungsgesellschaft etwas Anrüchiges. Auch ich habe mich schon bei der Frage erwischt: Was machen eigentlich die Leute, die scheinbar über Stunden in und vor Cafés und Kneipen sitzen und den Tag tot schlagen.
Jetzt weiß ich es. Diese Müßiggänger haben die Energie und die die entspannte Aufmerksamkeit, die ihren geschäftigen und gehetzten Zeitgenossen oft fehlt. Ausgerechnet vor einer Bier-Gaststätte brach mir gestern mein Schlüsselring. Während ich noch in meiner Schock-Starre verharrte, pflückten die fröhlichen Biertrinker, die die Sonne an der Schloßstraße genossen, meine Schlüssel vom Straßenpflaster. Mir fiel ein Stein vom Herzen und die Erkenntnis in meinen Erfahrungsschatz, dass der Müßiggang als höchste Lebenskunst nicht unbedingt aller Laster, sondern auch aller Hilfsbereitschaft Anfang sein kann.
Dieser Text erschien am 15. Juni 2017 in der Neuen Ruhr Zeitung
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Schwarzes Gold
Noch bis zum 1. Dezember kann man im Haus der Stadtgeschichte an der Von-Graefe-Straße in die Geschichte des Mülheimer Bergbaus eintauchen...
-
Ein Zeitsprung in die 1950er Jahre Ruhrblick am Leinpfad in den frühen 1950er Jahren. Ein Foto des Mülheimers John Dieter Roehse mach...
-
Sie sind nicht von ungefähr die in allen Berufsimage-Umfragen hoch gepriesenen Helden des Alltags. Feuerwehrleute bringen sich in Gefahr, ...
-
Dr. Peter Ramme 6.45 Uhr. Der Arbeitstag von Dr. Peter Ramme beginnt nicht in seiner Praxis, sondern im Haus Kuhlendahl, wo der Hausa...
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen