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12 Uhr in Heißen: Von der Landbürgermeisterei zum Stadtteil mit regem Marktleben

Ein Hingucker am Fünter Weg aus dem Baujahr 1911

Der Sonnenschein begleitet auch den Rundgang durch den Heißener Ortskern. „Der Wochenmarkt hat das Stadtteilzentrum seit Mitte der 90er Jahre nachhaltig belebt, Das ist inzwischen ein echter Treffpunkt für alle Generationen“, freut sich Bezirksbürgermeister Arnold Fessen.

Um diesen Effekt zu verstärken, denkt man in Heißen derzeit darüber nach, auf dem Parkplatz neben der Sparkasse am Heißener Markt einen Neubau mit einer Gastronomie zu errichten. Keine Freude haben Fessen und seine Heißener Mitbürger an den Zeitgenossen, die sich regelmäßig ab den Nachmittagsstunden am Heißener U-Bahnhof treffen und dort gemeinsam über den Durst trinken. Als echten „Schandfleck für Heißen“ empfindet er ein seit mindestens zehn Jahren unbewohntes und zusehends verwahrlosendes Haus am Frohnhauser Weg 38. „Doch die Stadt kann den privaten Eigentümer des alten Hauses zu keinen Renovierungsmaßnahmen zwingen, solange die Verkehrssicherheit nicht gefährdet wird“, schildert der Bezirksbürgermeister das Grundproblem.

Wichtige Baustellen sieht er auch an der Yorckstraße mit Blick auf das 40 Jahre alte Friedrich-Wennmann-Bad und das seit etwa 15 Jahren ungenutzt brach liegende Areal der ehemaligen Straßenmeisterei. „Doch die Stadt müsste diese Gelände erst einmal von seinem jetzigen Eigentümer, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben erwerben, um es einer alternativen Nutzung zuführen zu können“, berichtet Fessen.

Nach seiner Ansicht könnte der Stadtteil durchaus eine Altentagesstätte oder ein Jugendzentrum in der Ortsmitte oder auch eine generationsübergreifende Mischung aus beidem gebrauchen.

Angesichts eines Investitionsbedarfes von zehn Millionen Euro, die das Friedrich-Wennmann-Bad bräuchte, um auf den neuesten technischen Stand gebracht zu werden, überlegen Stadt und Politik, ob ein Neubau langfristig günstiger sein könnte. Die Kostenschätzungen hierfür schwanken zwischen 11,4 und 14,3 Millionen Euro. 15?500 Badegäste, allein im Juni, zeigen, dass das kombinierte Hallen- und Freibad gebraucht wird. Mit Blick auf den RSV-Sportplatz an der Paul-Kosmalla-Straße, auf dem künftig neuer Wohnraum und Grünflächen entstehen sollen, werden bei Stammgast Helmut Stöckel Jugenderinnerungen aus den 50er Jahren wach. „Damals kamen sonntags 8?000 bis 11.000 Zuschauer, wenn die Feldhandballer des Rasensportvereins um die Deutsche Meisterschaft spielten“, erzählt er.


Dieser Text erschien am 21. Juli 2015 in der Neuen Ruhr Zeitung

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