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So gesehen: Von wegen, leben, wie ein Hund

Tierliebe ist ja was schönes. Schon Friedrich der Große meinte: „Seit ich die Menschen kenne, liebe ich die Hunde.“ Tatsächlich scheint die Beziehungskiste zwischen Zwei- und Vierbeinern oft eine ganz besonders innige zu sein.

Auch an Tagen mit einer Affenhitze, kann man bei einem Stadtbummel immer wieder sehen, mit welcher Affenliebe Menschen zum Beispiel an ihrem Hund hängen. Schnell bilden sich auf der Straße Menschentrauben, die mit ihren Pfiffis und Bellos eine spontane Diskussion über den Auslauf, die Fellpflege oder auch die Verpflegung ihrer Lieblinge beginnen.

Auch ein spontanes: „Ist der aber süß“, bekommt so mancher Vierbeiner zu hören, einfach nur deshalb, weil er ist, wie er ist und an der langen Leine durch die Stadt hoppelt.

Oder ein Frauchen schenkt ihrem tierischen Liebling die erste Scheibe Wurst, die sie gerade in der Metzgerei bekommen hat, weil er sie so freundlich anguckt, Männchen macht und mit dem Schwanz wedelt. Hier verabreicht eine Verkäuferin einem kleinen Hund, der vor ihrem Geschäft wartet, eine spontane Streicheleinheit, „weil du ja so knuffig bist“ oder eine Kollegin bringt dem hechelnden Hasso eine Wasserschale raus, „weil der liebe Schatz bei solcher Hitze ja nicht verdursten darf.“ Von wegen: „Leben wie ein Hund!“ Bei solch ausgeprägter Tierliebe kann man als Zweibeiner auch schon mal ins Grübeln und Schwitzen kommen, wenn man an seine Artgenossen denkt, die sich über so viel menschliche Zuwendung freuen würden, aber vergeblich darauf warten. Manchmal ist das Leben wirklich tierisch ungerecht, um nicht zu sagen: hundsgemein.

Dieser Text erschien am 6. August 2015 in der Neuen Ruhr Zeitung

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