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Manfred von Schwartzeberg: Ein Gottesmann für jede Tonart

Der Mann hat eine musische Ader. Schon als Gymnasiast ist Essen und später als Theologiestudent in Bochum hat er seine Liebe zum Gesang und zum Theaterspiel entdeckt und ausgelebt. Keine Frage. So ein Talent kann man als Pfarrer gut gebrauchen. Denn schließlich geht es auch in der Liturgie und bei der Verkündigung der Frohen Botschaft im besten Sinne des Wortes um die Kunst der Darstellung.

Als der Männergesangverein Frohsinn, dessen Ehrenmitglied von Schwartzenberg ist, seinen 150. Geburtstag feierte brachte er ihm selbstverständlich ein Geburtstagsständchen, dass sich hören lassen konnte. Über die Grenzen seiner Pfarrei St. Barbra hinaus wurde er 1998 bekannt, als er das Libretto für ein Musical über das Leben des katholischen Arbeiterführers und Widerstandskämpfers Nikolaus Groß schrieb. Vertont vom Kirchenmusiker Burkhard Maria Kölsch, wurde es von rund 150 Gemeindemitgliedern seitdem nicht nur in Mülheim immer wieder auf die Bühne gebracht und machte das Erbe des 2001 selig gesprochenen Groß lebendig und anschaulich. Und nicht von ungefähr gehört von Schwartzenberg auch zu den Trägern der Nikolaus-Groß-Medaille, mit denen die Stadtkirche seit einigen Jahren verdiente Katholiken auszeichnet.

Mal froh, mal nachdenklich trifft er nocht nur in seinen Predigten, sondern auch in seinen Stellungnahmen zu öffentlichen Themen immer wieder den Kern der Sache. Da, wo er es für notwendig hält, scheut sich der Ehrenstadtdechant der katholischen Stadtkirche auch nicht davor, politisch Stellung zu beziehen, etwa für den Erhalt eines weiterführenden Schulstandortes im multikulturellen Stadtteil Eppinghofen.

Auch wenn er als Kaplan in Gelsenkirchen-Schalke oder als Militärdekan bei der Bundeswehr in seinem Priesterleben schon mehr gesehen hat als Mülheim, hat ihn die Ruhrstadt nie so wirklich losgelassen. Hier wurde er 1971 in St. Engelbert zum Priester geweiht. Hier war er in den späten 70er und in den frühen 80er Jahren als Kaplan in der Styrumer Gemeinde St. Mariae Rosenkranz und als Stadtjugendseelsorger tätig. Diese Erfahrung und das Bewusstsein für die zentrale Bedeutung, die Jugendarbeit für die Zukunft der Kirche hat, lässt ihn auch mit 70 sagen: "Mein Herz schlägt für die Jugend." Deshalb bat er jetzt zu seinem Geburtstag auch nicht um Geschenke, sondern um Spenden für die von Ruhrbischof Hubert Luthe gegründete Jugendstiftung des Bistums Essen, deren Kuratorium er bis heute angehört.

Deshalb gehörte die Auflösung des katholischen Stadtjugendamtes (2007) auch zu den schmerzlichsten Momenten seiner Amtszeit als Mülheimer Stadtdechant in den Jahren 1993 bis 2011. Immerhin konnte er als Stadtdechant im Rahmen der Gemeindestrukturreformen (2005/2006) wesentlich mit dazu beitragen, dass Mülheim nicht nur zwei, sondern drei Großpfarreien erhielt und für die aufgegebenen Kirchen Heilig Kreuz und St. Raphael sinnvolle Folgenutzungen als Urnenkirche und als Caritas-Zentrum gefunden werden konnten.

Auch wenn sich Manfred von Schwartzenberg, der als Pfarrer seit 1992 an der Spitze der ibzwischen aus 18.000 Seelen und drei Gemeinden bestehenden Pfarrgemeinde St. Barbara steht, keine Illuisonen über die Erosion des katholischen Milieus macht, zeigen sich doch gerade in seiner Dümptener Gemeinde immer noch erfreulich lebendige Elemente dieses Milieus. Hier gibt es nicht nur einen Gemeindekindergarten und ein katholisches Jugendheim, sondern auch eine aktive Frauengemeinschaft und eine KAB-Gruppe sowie einen aus der katholischen Kirche erwachsenen Sportverein (DJK Tura 05) und eine Gemeindepartnerschaft mit Kroatien, um nur einige Beispiele zu nennen.

Zu einem modernen Gemeindeleben, auch das weiß der kommunikationstechnisch auf der Höhe der Zeit stehende Pfarrer, der sein Amt Gott sei Dank auch über seinen 70. Geburtstag hinaus ausüben wird, gehört auch eine moderne Außendarstellung über die neuen Medien. Und so hat Manfred von Schwartzenberg auf die sehr empfehlenswerte Internetseite seiner Gemeinde (www.barbarakirche.de) an seinem Ehrentag eine Videobotschaft gestellt, aus der sehr anschaulich hervorgeht, was ihn trägt und was ihm wichtig ist, nämlich das Gefühl nicht nur von den eigenen Eltern, sondern eben auch von Gott gewollt zu sein und von vielen wohlgesonnen Menschen guten Willens auf seinem Lebensweg begleitet zu werden.

Ein Beitrag zu diesem Thema erschien am 24. Mai 2014 im Neuen Ruhrwort



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