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Lassen wir uns nicht begrenzen

Rosrot glänzte der Mobilfunk-Werbeprospekt, der jetzt in meinem Briefkasten steckte. Gut, wir haben Ostern und in Zeiten, in denen wir uns bunt gefärbte Eier schmecken lassen, will die Werbewirtschaft auch farbenfroh auftrumpfen. „No Limits“ prankte auf dem Handy-Angebot, das ob seiner Farbgestaltung die rosarote Brille überflüssig machte. „No  limits!“ also: „Keine Grenzen!“ Das hört sich nach der  großen Freiheit an: Wer möchte heute schon begrenzt sein, zumal wenn es um seine Kommunikationsfähigkeit geht.

Dabei habe ich manchmal den Eindruck, dass wir gerade in dem Maße an zwischenmenschlicher Kommunikationsfähigkeit einbüßen und begrenzter werden, je grenzenloser unsere technischen Kommunikationsmittel, a´la E-Mail, SMS, Twitter, Whatsapp und Co werden. Gilt noch das gesprochene Wort, wie es auf so manchem Redemanuskript heißt. Tatsächlich hat man bei einer gewissen Sorte von politisch und wirtschaftlich mächtigen, aber menschlich und ethisch begrenzten Zeitgenossen, das Gefühl, dass sie das Blaue vom Himmel reden, aber doch nichts zu sagen haben. Da lobe ich mir mein buntes Osterei, gewürzt mit Salz und einem guten Frühstücksgespräch.

Dieser Text erschien am 31. März 2018 in der Neuen Ruhr Zeitung

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