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Die Grenzen der Narretei

Jetzt weiß ich Bescheid. Warum wird der Karneval ausgerechnet in der düsteren Jahreszeit gefeiert? Ganz einfach, um die düsteren Gedanken aus unserem Gemüt zu vertreiben. Wer gestern die tollen Tanzshows und die knuffige "Regierungserklärung" der närrischen Nachwuchsregenten im Autohaus Extra miterlebte, konnte die Januar-Tristesse draußen vor der Tür vergessen.
Da kann man im Überschwang des närrischen Hochgefühls auch schon mal auf närrische Ideen kommen. So forderten Kinderprinz Marcel und Kinderprinzessin Dana qua Amt Parkgebührenfreiheit für ihre Eltern, die sie zu ihren 120 Sessions-Auftritten chauffieren.

Ihr Vorschlag, die Leineweberstraße in Prinzenallee und die Kaiserstraße in Prinzessinnenallee umzubenennen hielt die karnevalserfahrene Bürgermeisterin Margarete Wietelmann noch für konsensfähig. Doch bei der Parkgebührenfreiheit läuteten die Alarmglocken und sie machte schon mal die Bedenken des Stadtkämmerers Frank Mendack deutlich. Schade, aber leider wahr. Mülheims Schulden lassen sich auch mit dem inbrunstigsten Frohsinn bis Aschermittwoch nicht wegschunkeln, wegsingen und weglachen. Und uns Stadtrat ist eben auch kein Elferrat.  

Dieser Text erschien am 7. Januar 2019 in der NRZ

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