Graffiti: Kunst statt Ärgernis

Wenn Jugendliche Graffitis sprayen, sorgt das meistens für Ärger. Doch als jetzt zehn Jugendliche aus dem Jugendzentrum Stadtmitte eine Baustellenwand besprühten,  sorgte das an der Bahnstraße 1 für Lob und Bewunderung. Das Kunstwerk ist an dem Streckenabschnitt der Fahrradautobahn RS 1 in der Stadt zu bewundern.
"Es ist einfach toll, wenn man seine Phantasie und Kreativität einfach freien Lauf lassen und die Stadt damit auch noch etwas schöner machen kann", findet die 17-jährige Samanta Kleine. Tatsächlich ist aus einer 8,50 Meter langen und gut zwei Meter hohen Bretterwand zwischen dem fertigen und dem noch entstehenden Teil des Ruhrradschnellweges jetzt ein echtes Kunstwerk, ein Hingucker geworden.

Geschickt haben die Jugendlichen mit den Farben Rot, Weiß, Blau und Orange gespielt und auf der Baustellenwand den Panoramaschriftzug "Ruhrradschnellweg" ins Bild gesetzt. Passend zum Thema Radfahren und Radweg wurde der Schriftzug von ihnen in 4x5 Arbeitsstunden mit Fahrradketten untermalt.


"Graffiti-Kunst ist eine kreative Sache, die alle Jugendlichen sofort anspricht und auch jenen Jungen und Mädchen, die sich noch schwer tun mit der deutschen Sprache, ermöglicht, gleichberechtigt mitzumachen", erklärt die Pädagogin Isabelle Wojcicki vom Jugendzentrum an der Georgstraße 24. 

Sie hat den viertägigen Workshop, der mit 3.500 Euro aus dem städtischen Bürgermitwirkungsbudget finanziert wurde, zusammen mit dem Graffitikünstler Damian Bautsch betreut. Bautsch zeigte den Nachwuchskünstlern, wie man welche Sprühköpfe einsetzt, wenn man mit seiner Spraydose feine Silhouetten oder auch breite Flächen besprayen möchte, und wie groß jeweils der optimale Arbeitsabstand und die optimale Handhabung ist.

"Für die Jugendlichen war es bei diesem Projekt wichtig, ihre eigene Kreativität zu entdecken und mit Blick auf ihr gemeinsames Arbeitsergebnis, das sich sehen lassen kann, Selbstbewusstsein zu tanken", waren sich Wojcicki und Bautsch am letzten Workshoptag einig. Und für Isabelle Wojcicki ist es besonders erfreulich, "dass wir noch Geld übrig haben, um damit einen weiteren Kreativworkshop zu finanzieren, in dem wir mit Jugendlichen ein Musikvideo drehen wollen."


Dieser Text erschien am 19. Juli 2018 in der Mülheimer Woche 

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