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Katholische Sozialverbände bündeln ihre Kräfte

Dr. Björn Enno Hermans und seine Stellvertreterin Claudia Mandrysch
(links) führend die Geschäfte des neuen Sozialverbandes
Essen. Der 1897 gegründete Caritasverband und der 1905 gegründete Sozialdienst katholischer Frauen (SKF) legen ihre Dienste zusammen. Damit entsteht zum 1. Juli die gemeinnützige GmbH CSE, die 900 Frauen und Männer beschäftigt und einen Jahresumsatz von über 40 Millionen Euro erwirtschaftet..

Beim Caritasverband und beim Sozialdienst katholischer Frauen verbleibe jeweils 20 Beschäftigte. Die Mitarbeiter der neuen CSE arbeiten unter anderem in der Kinder,- Jugend- und Familienhilfe, in der stationären und in der ambulanzen Pflege sowie in der Gefährdeten- und in den Integrations- und Migrationsdiensten. Ihre Arbeit wird nur noch zu 2,3 Prozent aus Kirchensteuereinnahmen finanziert. Der Löwenanteil des Budgets kommt aus Steuermitteln und den Beiträgen zur Kranken- und Pflegeversicherung.

"Wir haben im Rahmen der Zusammenlegung keine Arbeitsplätze abgebaut und werden das auch nicht in Zukunft tun", versichert der CSE-Geschäftsführer Dr. Björn Enno Hermans, der weiterhin auch als Direktor des Caritas-Stadtverbandes sein wird. Auch seine Geschäftsführer-Kollegin Claudia Mandrysch vom SKF wird dort weiterhin als Geschäftsführerin tätig bleiben.

Die bereits 2014 eingeleitete Zusammenarbeit der beiden katholischen Sozialverbände soll, wie Mandrysch betont, "unsere Arbeitsplätze langfristig sicherer und attraktiver machen, in dem unsere Mitarbeiter mehr Entwicklungs- und Veränderungsmöglichkeiten bekommen."

Ihr Kollege Hermans spricht von inhaltlichen und technischen Synergieeffekten, die mit der CSE-Gründung erreicht werden sollen.
Doppelte Dienstleistungen werden vermieden. Verwaltung, Buchhaltung, EDV und Arbeitsschutz werden ebenso gebündelt. Er geht davon aus. dass die technische Harmonisierung im Verwaltungsbereich erst 2020 abgeschlossen sein wird.

Hermans geht davon aus, "dass wir als katholischer gegenüber den Kassen, der Stadt und dem Land stärker auftreten können." Seine Kollegin Mandrysch betont mit Blick auf den zunehmenden Fachkräftemangel in Leitungs- und Pflegeberufen: "Wir wollen ein attraktiver Arbeitgeber sein, für den die Menschen gerne arbeiten."

Deshalb hat die CSE jetzt eine Mitarbeiterbefragung gestartet. Betriebsfeste sowie die Teilnahme am Essener Firmenlauf und am Fußball-Cup der AOK sind geplant, damit die neuen und alten Kollegen sich besser kennen lernen und zusammenwachsen.

Mit Blick in die Zukunft sehen Hermans und Mandrysch vor allem zwei Aufgaben, die Gewinnung neuer Fachkräfte und den Aufbau eines sozialen Quartiers-Management, um dem schon jetzt wachsenden Bedarf an neuen Formen des gemeinschaftlichen Wohnens und der Pflege im Alter gerecht werden zu können. In dieser Herausforderung sehen die beiden CSE-Geschäftsführer eine politische und gesamtgesellschaftliche Querschnittsaufgabe. "Wir müssen eine ethische Debatte darüber führen. ob uns unser Auto mehr wert ist als wir selbst und als unsere Mitmenschen", sagt Mandrysch. Zur zukunftsfähigen Ausricht der neuen katholischen gGmbH gehört in den Augen ihrer Geschäftsführer sowohl bei der Kunden,- wie bei der Mitarbeiter-Gewinnung die Praxis der christlichen Werte und eine gleichzeitige Öffnung für die pluralistische und multikulturelle soziale Wirklichkeit unserer Gesellschaft. 

Mehr zum Thema findet man auf der Internetseite: www.cse.ruhr. Sie wird ab kommender Woche freigeschaltet und innerhalb der kommenden sechs Wochen schrittweise vervollständigt.

Dieser Text erschien am 30. Juni 2018 im Neuen Ruhrwort

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