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Das Haus Küchen - Ein Zeitsprung im Uhlenhorst

Das Haus Küchen im Uhlenhorst

Viel hat sich auf dem historischen Bild des Stadtfotografen Walter Schernstein und auf der aktuellen Aufnahme scheinbar nicht geändert. Und doch liegen zwischen den beiden Fotografie aus den Jahren 1989 und 2016 Welten.

Als Schernsteins Aufnahme entstand beherbergte die 1913 im Auftrag des Industriellen Gerhard Küchen  im englischen Landhaus-Stil errichtete Villa noch die Evangelische Akademie. Unter der Leitung ihres rührigen Direktors Dieter Bach wurde die 1952 von der Rheinischen Landeskirche eröffnete und getragene Akademie in besonderem Maße zu dem, was sie immer sein sollte und wollte, zu einem Haus der Begegnung.

Hier begegneten sich Menschen aller Generationen und Gesellschaftsschichten,
Mächtige und Ohnmächtige aus Kirche, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft diskutierten dort über die Fragen aus Geschichte, Gegenwart und Zukunft, suchten mögliche Antworten und Handlungsoptionen.

Vor allem in den politischen Wendejahren 1989 und 1990 wurde die Evangelische Akademie zum Forum des Ost-West-Dialoges. Nachdem die Akademie 2003 das Haus im Uhlenhorst in Richtung Bonn verlassen hatte, blieb es (ab 2006) als Residenz Uhlenhorst auf andere Weise ein Haus der Begegnung. Jetzt war es ein Hotel und Restaurant, in dem nicht nur gespeist und übernachtet, sondern auch gefeiert und geheiratet wurde.

Doch mit dem Jahr 2015 ging auch diese Ära zu Ende. Jetzt soll die alte Villa wieder zu einem Wohnhaus mit zehn Mietwohnungen werden.

Dieser Text erschien am 14. November 2016 in der Neuen Ruhr Zeitung


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