Mittwoch, 9. November 2016

So gesehen: Viel Lärm um nichts

Was macht man, wenn es plötzlich bei einem piept? Manche mögen an den Besuch eines Psychiaters denken. Ich versuchte es erst mal mit der Konsultation eines Technikers. Der bescheinigte mir, dass es tatsächlich bei mir piept. Die Quelle des leisen, aber doch stetigen und unüberhörbaren Tons machten wir schnell in der verbrauchten Batterie eines in der Diele montierten Rauchmelders aus. Doch wir wunderten uns nicht schlecht, als es auch dann noch piepte, nachdem der Techniker den Rauchmelder mit der neuen Batterie wieder montiert hatte. Den anhaltenden Ton im Ohr durchkämmten wir die Wohnung so lange, bis wir schon nahe daran waren, uns für eine Gruppentherapie beim Psychiater anzumelden.

Doch als ich dann ganz nebenbei von meinem Ersatz-Rauchmelder berichtete, den ich für Notfälle im Dielenschrank gebunkert hatte, beschlich uns eine Ahnung, die schnell zur Gewissheit wurde. Es war eben die verbrauchte Batterie des Ersatz-Rauchmelders, die mich an den Rand des Wahnsinns getrieben hatte. So schnell kann man sich eine Stunde beim Psychiater ersparen, auch wenn ich zu geben muss, dass ich mich nach dieser geräuschvollen Aktion erst mal auf die Couch legen musste.


Dieser Text erschien am 7. November 2016 in der Neuen Ruhr Zeitung

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