Direkt zum Hauptbereich

Ein Zeitsprung vom Viktoriaplatz zum Synagogenplatz

Die "neue" Sparkasse am Viktoriaplatz 1960: Ein Foto
aus dem Mülheimer Stadtarchiv

Mit einem Foto aus dem Stadtarchiv springen wir zurück ins Jahr 1960. Damals hieß der Synagogenplatz noch Viktoriaplatz. Und wo heute das 2009 eröffnete Medienhaus mit der Stadtbibliothek, der Touristen-Information und einer Beratungsstelle des Stromversorgers RWE steht, stand der nach drei Jahren gerade fertig gestellte Neu- und Umbau der Stadtsparkasse.Die an gleicher Stelle 1909 eröffnete Stadtsparkasse war, wie viele andere Gebäude der Innenstadt beim großen Luftangriff vom 22. und 23. Juni 1943 stark beschädigt und anschließend (bis 1950) provisorisch instandgesetzt worden. Etwa dort, wo heute die Touristen-Information zu finden ist, stand bis zur Reichspogromnacht am 9. November 1938 die damals bereits von der Stadtsparkasse erworbene Synagoge der Jüdischen Gemeinde. Nach dem Krieg fand im dort errichteten Anbau der Stadtsparkasse die Stadtbildstelle ihr Quartier, die heute als Medienzentrum wieder im neuen Medienhaus sitzt.

Bis zur Mitte der 50 Jahre wickelte die 1842 gegründete Stadtsparkasse ihre gesamten Bankgeschäfte in ihrer Hauptstelle ab. Erst ab Mitte der 50er Jahre eröffnete das kommunale Kreditinstitut in den Mülheimer Stadtteilen Zweigstellen, um als „Bürgerbank“möglichst nahe bei den Bürgern zu sein. Die Filialen in Speldorf, Styrum, Heißen und Saarn machten den Anfang. Bis zum Ende der 70er Jahre wuchs das Filialnetz auf 21 Standorte an. Im Zeitalter von Online-Banking, Geldautomaten, Kontoauszugsdruckern und Selbstbedienungsterminals hat sich die Zahl der Sparkassenfilialen inzwischen auf 13 reduziert.
Das Medienhaus am Synagogenplatz 2016


Dieser Text erschien am 31. Oktober 2016 in der Neuen Ruhr Zeitung


Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Am liebsten hört sie Radio: Margarete Sonnenschein feierte jetzt ihren 100. Geburtstag

"Wie alt bin ich jetzt? 100?!“ fragt Margarete Sonnenschein, während sie mit ihren Mitbewohnerinnen in der Villa Nestor bei Kaffee und Kuchen ihren dreistelligen Geburtstag feiert. 

Seit zehn Jahren lebt sie  in einer Wohngemeinschaft, die von den Pflegepartnern betreut wird. Weil sie aufgrund einer Makuladegeneration nicht mehr sehen kann, hört sie am liebsten Radio. Besonders bedauert sie es, dass ihr Lieblingsmoderator Jürgen Domian nicht mehr auf Sendung ist. Seine seelsorgerischen Gespräche mit Menschen in unterschiedlichsten und schwierigsten Lebenslagen hat die ehemalige Bibliothekarin und Buchhändlern immer besonders gerne gehört. Deshalb freut sich Sonnenschein darüber, dass ihr Pflegedienstleiterin Karin Eberlein und ihre Mitbewohnerinnen eine CD-Sammlung mit Domians besten Gesprächen geschenkt haben.

Schwere Zeiten kennt die Dame, die zweimal verheiratet war und vor 35 Jahren ihren einzigen Sohn begraben musste, nur zu gut.

Noch im Ersten Weltkrieg geboren, musste sie die…

Welche Chancen haben Förderschüler auf dem Arbeitsmarkt? Die gute Nachricht lautet: Zeugnisse und Noten sind eben nicht alles, wenn es um den Einstieg in den Beruf geht

„Alles wird gut.“ So steht es auf einer Holzskulptur, die der Geschäftsführer der Berufsbildungswerkstatt (BBWe), Thomas Aring, von Lehrgangsteilnehmern aus dem Berufsfeld Farbe und Raumgestaltung zum Geburtstag geschenkt bekommen hat. Gilt das auch für Förderschüler, wenn sie ihren geschützten Lernraum verlassen und auf dem Arbeitsmarkt einen Ausbildungsplatz suchen? Aring schätzt, dass aktuell rund 20 Prozent seiner insgesamt 500 Lehrgangsteilnehmer von der Förderschule kommen. Sie alle konnten nach der Schule keinen Ausbildungsplatz bekommen und trainieren jetzt im Rahmen eines Berufsvorbereitsungsjahres oder eines Werkstattjahres für den ersten Ausbildungsmarkt.


„Viele, die zu uns kommen, erleben im ersten halben Jahr einen richtigen Entwicklungsschub und sind dann auch besonders motiviert“, berichtet Aring. Wie es im optimalen Fall laufen kann, zeigen die 17-jährige Katharina Schaefer und der 19-jährige Patrick Hoppe. Beide haben eine Mülheimer Förderschule für Lernbehinderte bes…

Vom Untergang einer kleinen Geschäftswelt: Vor 30 Jahren wurden die Bahnbögen an der Bahnstraße geöffnet

Der 30. und 31. Januar ist in meinem Kalender rot angestrichen", erzählt Familienforscherin Bärbel Essers. Dass das so ist, hat mit der Geschichte ihrer Familie zu tun. Denn am 30. und 31. Januar 1981 wurde das Geschäft ihrer Eltern am Bahnbogen 19 abgerissen. Mit diesem Abriss ging vor 30 Jahren eine lange Geschäftstradition unter den Bahnbögen an der Bahnstraße zu Ende. Denn als Gerhard Essers 1955 dort sein Geschäft für Angler- und Campingbedarf eröffnete, war er nicht der einzige Geschäftsmann, der unter den 1865 errichteten und 1866 als Eisenbahntrasse in Betrieb genommenen Bahnbögen sein Quartier aufgeschlagen hatte.
Seine 1961 geborene Tochter erinnert sich nicht nur an eine legendäre Pommesbude, eine Eisdiele und den Löschbogen, der damals noch wirklich unter dem Bahnbogen Bier und mehr ausschenkte und die traditionelle Stammkneipe der Marktleute war.

Als Essers noch ein Kind war, handelten ihre Nachbarn unter den Bahnbögen zum Beispiel mit Lederwaren, Obst und Gemüse, Kart…