Mittwoch, 2. November 2016

Ein Zeitsprung vom Viktoriaplatz zum Synagogenplatz

Die "neue" Sparkasse am Viktoriaplatz 1960: Ein Foto
aus dem Mülheimer Stadtarchiv

Mit einem Foto aus dem Stadtarchiv springen wir zurück ins Jahr 1960. Damals hieß der Synagogenplatz noch Viktoriaplatz. Und wo heute das 2009 eröffnete Medienhaus mit der Stadtbibliothek, der Touristen-Information und einer Beratungsstelle des Stromversorgers RWE steht, stand der nach drei Jahren gerade fertig gestellte Neu- und Umbau der Stadtsparkasse.Die an gleicher Stelle 1909 eröffnete Stadtsparkasse war, wie viele andere Gebäude der Innenstadt beim großen Luftangriff vom 22. und 23. Juni 1943 stark beschädigt und anschließend (bis 1950) provisorisch instandgesetzt worden. Etwa dort, wo heute die Touristen-Information zu finden ist, stand bis zur Reichspogromnacht am 9. November 1938 die damals bereits von der Stadtsparkasse erworbene Synagoge der Jüdischen Gemeinde. Nach dem Krieg fand im dort errichteten Anbau der Stadtsparkasse die Stadtbildstelle ihr Quartier, die heute als Medienzentrum wieder im neuen Medienhaus sitzt.

Bis zur Mitte der 50 Jahre wickelte die 1842 gegründete Stadtsparkasse ihre gesamten Bankgeschäfte in ihrer Hauptstelle ab. Erst ab Mitte der 50er Jahre eröffnete das kommunale Kreditinstitut in den Mülheimer Stadtteilen Zweigstellen, um als „Bürgerbank“möglichst nahe bei den Bürgern zu sein. Die Filialen in Speldorf, Styrum, Heißen und Saarn machten den Anfang. Bis zum Ende der 70er Jahre wuchs das Filialnetz auf 21 Standorte an. Im Zeitalter von Online-Banking, Geldautomaten, Kontoauszugsdruckern und Selbstbedienungsterminals hat sich die Zahl der Sparkassenfilialen inzwischen auf 13 reduziert.
Das Medienhaus am Synagogenplatz 2016


Dieser Text erschien am 31. Oktober 2016 in der Neuen Ruhr Zeitung


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