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Ein Sonnenschein: Sarah Zehnpfennig

Sarah Zehnpfennig von der Ruhrgarde
Es soll ja Frauen geben, die alles sein wollen, nur nicht so, wie ihre Mutter. Bei Sarah Zehnpfennig und ihrer Mutter ist das anders. Als die Mutter die zehnjährige Sarah zum Probetraining der Ruhrgarde brachte, war die Tochter gleich Feuer und Flamme. Es scheint so, dass die heute 25-jährige Arzthelferin die Leidenschaft für den ambitionierten Showtanz von ihrer Mutter geerbt hat. Denn die tanzte als junge Frau bei der KG Blau Weiß.

Doch das findet Sarah Zehnpfennig, die den Rhythmus offensichtlich im Blut hat, gerade so toll an der Ruhrgarde.

„Wir sind eben kein normaler Karnevalsverein, sondern eine Garde, die mit ihren Tanzshows Glanz und Glamour auf die Bühne bringt“, sagt Zehnpfennig, die als aktive Tänzerin inzwischen auch zum Trainerteam der Ruhrgarde gehört.

Als Arzthelferin mit einer Naturbegabung für Fröhlichkeit und Sonnenschein, macht Zehnpfennig in ihrem Beruf, was sie auch in ihrem Ehrenamt als Co-Trainerin macht. „Gerade, wenn Mädchen neu zu uns kommen, ist es wichtig ihnen die Angst vor den ersten Schritten und davor zu nehmen, etwas auf der Bühne falsch machen zu können.“

Wenn die Damen der Ruhrgarde in ihren wechselnden und immer figurbetonten Glitzerkostümen auf der Bühne Shows, wie „Bella Italia“, „On Broadway“ oder „It’s Showtime“ zaubern, schaut man und ganz besonders Mann gerne hin und hat den Eindruck, dass alles wie von selbst perfekt gelaufen ist. „Der normale Zuschauer sieht keine Schrittfehler und merkt auch nicht, dass es beim Umziehen hinter den Kulissen vielleicht nicht ganz reibungslos zugegangen ist. Fünf bis sechsmal pro Show wechseln die Damen ihre Kostüme. Dem Klettverschluss sei Dank. Da käme so manches Männerballett sicher schnell ins Schwitzen.

Apropos Männer. Die stehen bei der Ruhrgarde zwar nicht auf der Bühne, sind aber als Hilfsarbeiter im Hintergrund unentbehrlich und bei den Damen hoch geschätzt. Die Partner der Ruhrgardistinnen müssen sich schon darauf einstellen, bei den bis zu 20 Sessionsauftritten Kisten zu schleppen oder Scheinwerfer zu tragen. Das gilt natürlich auch für die Auftritte, die auch außerhalb der Session landesweit zu verschiedensten privaten und öffentlichen Anlässen über die Bühne gehen und jährlich rund 20?000 Zuschauer begeistern.

Das hat bei der Ruhrgarde Tradition. Denn schließlich waren es mit Silvia und Peter Heibel eine handfeste Frau und ein tatkräftiger Mann für alle Fälle, die vor 40 Jahren die Ruhrgarde aus der Taufe hoben, um mit ihr den Showtanz im Mülheimer Karneval aufzupeppen. Und die Heibels wissen schon aus ihrer Zeit vor der Ruhrgarde, was es heißt, als Tanzmariechen und Tanzmajor auf der Bühne zu stehen. „Silvia und Peter haben damals mit ihrer Vision des glamourösen Showtanzes eine echte Marktlücke geschlossen und sie sind bis heute die guten Seelen der Ruhrgarde“, sagt Sarah Zehnpfennig.

Warum investiert die junge Frau soviel Zeit und Energie in das Training und die Auftritte der Ruhrgarde? Sie erklärt es so: „Wir sind, wie eine kreative Familie voller Musik, Tanz und Fantasie, in der jeder seine Talente ausleben und jeder mit jedem über alles sprechen kann.“ Apropops Familie. Neben Sarah tanzen inzwischen auch ihre beiden jüngeren Schwestern Jasmin und Aileen in der 60 Mitglieder zählenden Ruhrgarde.

Besonders schön findet Sarah Zehnpfennig, dass der familiäre Zusammenhalt innerhalb der Ruhrgarde auch außerhalb der Session durch gemeinsame Freizeitaktivitäten gepflegt wird. Die reichen vom Skiurlaub und Städtetouren bis zum Zeltlager.

Nicht schlecht staunt man auch, wenn Zehnpfennig erzählt, dass die Damen der Ruhrgarde in ihren Trainingsquartieren an der Duisburger Straße nicht nur trainieren, sondern auch mal zur Nadel greifen, um ihren eleganten Kostümen den letzten Schliff zu verpassen. Ganz schön vielseitig diese Glamour-Girls. Und zu dieser Vielseitigkeit gehört auch die thematische Konzeption der Tanzshows, bei der sich Sarah Zehnpfennig und ihren Trainerkolleginnen Kiki Paffendorf und Gisela Claus auch von anderen Shows inspirieren lassen. 


Dieser Text erschien am 27. Januar 2016 in der Neuen Ruhr Zeitung

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