Mittwoch, 17. Februar 2016

Mülheimer Katholiken luden zum Neujahrsempfang ein und zeichneten die ehrenamtlichen Integrationslotsen der Caritas aus

Die ehrenamtlichen Integrationslotsem
der Caritas wurden mit der
Nikolaus-Groß-Medaille
ausgezeichnet

Der Neujahrsempfang der katholischen Stadtkirche stand diesmal ganz im Zeichen der Flüchtlingskrise. Einerseits wurden die ehrenamtlichen Integrationslotsen des Caritas-Projektes Vis-a-Vis mit der Nikolaus-Groß-Medaille ausgezeichnet. Anderseits warnte Bundestagspräsident Norbert Lammert als Gastredner davor, angesichts der Herausforderungen durch den massenhaften Flüchtlingszustrom in Panik, Kulturpessimismus und Untergangsstimmung zu verfallen.
Auch damals standen wir vor einer großen Herausforderung, von der wir nicht wussten, wie lange sie uns in Anspruch nehmen wird, ob wir sie bewältigen können und ob wir uns das finanziell leisten können. Und doch waren wir als Land danach stärker als vorher und froh darüber, gemeinsam in einem Land leben zu können“, ermutigte Lammert seine 170 Zuhörer im Pfarrsaal von St. Barbara mit einem Rückblick auf den Prozess der deutschen Wiedervereinigung in den Jahren 1989 und 1990.
Bundestagspräsident Norbert Lammert
sprach als Gastredner
Angesichts von Flüchtlingen und Zuwanderern könnte sich Lammert langfristig eine ähnliche Entwicklung vorstellen, „wenn die Begeisterten und die Besorgten in unserem Land sich nicht polemisch bekämpfen, sondern sich ernst nehmen und in einem konstruktiven Dialog herausfinden, was wir als Gesellschaft wollen und was wir als Gesellschaft können.“ Zweifellos könnten junge und qualifizierte Flüchtlinge das demografische Problem Deutschlands lösen helfen. Mit dem Hinweis auf ein Positionspapier der deutschen Arbeitgeberverbände warnte der Bundestagspräsident vor den sozialen und wirtschaftlichen Folgen von geschlossenen Grenzen. Ohne Einschränkung bekannte sich der Christdemokrat aus dem Ruhrgebiet zum Gebot des Grundgesetz-Artikels 16: „Politisch Verfolgte genießen Asyl!“ Er machte aber auch deutlich, dass Flüchtlinge, die nicht politisch verfolgt seien, keine Bleibe-Perspektive in unserem Land haben.
Dass die Begegnung mit Flüchtlingen bereichern kann, machten die Integrationslotsen David Schick (19) und Diana Tombergs (31) stellvertretend für ihre Kollegen in Vis-a-Vis-Team der Caritas deutlich. „Wir haben nicht nur viel Arbeit, sondern auch viel Freude und Spaß“, berichteten die Beiden mit Blick auf gemeinsame Fußballspiele oder einen besonders begehrten Kochkurs. Aber auch bei Arztbesuchen und Ämtergängen oder wenn es etwa Probleme in der Schule oder in der Kindertagesstätte gibt, stehen die Integrationslotsen Flüchtlingen bei und helfen ihnen damit, sich in der für sie zunächst fremden Umgebung zurechtzufinden und einzuleben.

Wir müssen beides tun, effektive hauptamtliche Institutionen schaffen und das vorhandene ehrenamtliche Engagement hegen und pflegen, damit es noch möglichst lange fortgesetzt werden kann“, unterstrich Lammert. Die stellvertretende Geschäftsführerin der Caritas, Margret Zerres, machte deutlich, dass den 230 hauptamtlichen Mitarbeitern der örtlichen Caritas etwa genauso viele ehrenamtliche Mitarbeiter gegenüber stünden. Und weil die seit 1998 geleistete Integrationsarbeit der Caritas nur einer von ganz vielen Sozialbereichen ist, in denen die Caritas Menschen in Not hilft, warb Zerres bei dieser Gelegenheit auch gleich für den Besuch des Benefizkonzertes „Noten gegen die Not“, das am kommenden Sonntag, 31. Januar, um 17 Uhr in der katholischen Stadtkirche St. Mariae Geburt mit der Bigband der Mülheimer Luisenschule über die Bühne gehen und damit hoffentlich möglichst viel Eintrittsgeld in die Kasse der die katholische Sozialarbeit vor Ort unterstützenden Caritas-Stiftung fließen lassen wird.


Wer daran interessiert ist, als ehrenamtlicher Integrationslotse in dem Caritas-Projekt Vis-a-Vis mitzuarbeiten, sollte sich unter der Rufnummer: 01761 200 1268, oder unter der E-Mail: hannah.berntgen@caritas-muelheim.de an die Caritas-Mitarbeiterin Hannah Berntgen wenden.

Dieser Text erschien am 30. Januar 2016 im Neuen Ruhrwort

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