Sonntag, 11. September 2016

Bei diesem Beruf geht es um die Wurst: Fleischermeister Falk Oesterwind sucht zwei Auszubildende, die die Produktion und den Verkauf seiner Metzgerei verstärken

Fleischer steht bei jungen Leuten nicht gerade an der Spitze der Berufswünsche. Das weiß auch die Arbeitsagentur. Dabei zählt der Beruf zu denen mit Perspektive – und es gibt freie Kapazitäten.

„Ich habe schon als Junge gerne gekocht und mir Fleischspieße gebraten“, erinnert sich der 21-jährige Fleischergeselle Gérard Schlösser. Als Schüler machte er dann ein Praktikum in einer Metzgerei. Damit war er nach seiner Fachoberschulreife an der Gustav-Heinemann-Schule der richtige Kandidat für Falk Oesterwind. Denn der 49-jährige Fleischermeister, der an der Aktienstraße 308 eine Metzgerei betreibt, die sein Urgroßvater 1936 eröffnet und sein Vater Willi 1994 an ihn übergeben hat, suchte damals einen Fleischerlehrling.

Jetzt ist es wieder soweit. Unterstützt von der Agentur für Arbeit sucht der Fleischermeister, der einen Familienbetrieb mit 15 Mitarbeitern führt, gleich zwei Bewerber für eine Ausbildung zum Fleischer oder zur Fleischerin und für eine Ausbildung zur Fleischereifachverkäuferin oder zum Fleischereifachverkäufer.

„Beide Ausbildungen lassen sich mit Hauptschul-Abschluss gut bewältigen“, sagt Oesterwind. Wichtiger als Noten und Schulabschlüsse sind ihm Einsatzbereitschaft, Durchhaltevermögen, Pünktlichkeit, Fleiß, und Zuverlässigkeit.“

In der Küche arbeiten drei, im Laden sieben und in der Produktion fünf Kollegen. „Man kommt ganz schön auf Trapp und muss gut im Team arbeiten können. Aber da findet man sich schnell rein“, berichtet Fleischergeselle Gérad Schlösser aus seinem Arbeitsalltag. Der beginnt in der Regel schon um sechs Uhr, wenn man nicht gerade Spätschicht hat. Werktags ist die Metzgerei bis 18.30 Uhr und samstags bis 14 Uhr geöffnet.

Das Wurstmachen und das professionelle Zerschneiden der großen Fleischteile ist natürlich Aufgabe der Fleischer. Ansonsten sind die Grenzen zwischen den Arbeits- und Ausbildungsbereichen fließend. Jeder in der Metzgerei sollte wissen, „dass man Kunden am besten mit einem Lächeln auf den Lippen bedient, wie man ein Fleischermesser oder den Fleischwolf und andere Fleischereimaschinen gefahrlos benutzt.“

Ebenso stehen Betriebshygiene, Warenkunde, das Zubereiten von Grillspezialitäten und kaufmännisches Rechnen auf dem dreijährigen Ausbildungsplan. Auch das Belegen von Wurst- und Buffetplatten will gelernt sein. Die monatliche Brutto-Ausbildungsvergütung steigt während der Lehrzeit von 500 auf 700 Euro. Die Ausbildung beginnt mit einer viermonatigen Probezeit. Die Lehrlinge des Betriebs arbeiten drei Wochen pro Monat im Betrieb und eine Woche in der Berufsschule.

„Wir bilden den Nachwuchs für unseren Betrieb aus. Das hat sich bewährt. Denn so wissen wir auch, was wir von unseren Mitarbeitern erwarten“, macht Oesterwind deutlich, dass am Ende einer erfolgreichen Ausbildung die Übernahme in eine Festanstellung steht, die im Falle eines Fleischergesellen mit monatlich brutto 1850 Euro und in Fall der Fleischereifachverkäuferin mit 1650 bezahlt wird.


Dieser Text erschien am 26. August in NRZ/WAZ

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