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So gesehen: Nach der Wahl ist vor der Wahl oder: Politik an der Ampel


Als Fußgänger und Autofahrer kann man in der Innenstadt manchmal rot sehen. das ist nicht politisch, sondern ampeltechnisch gemeint. Eine grüne Welle ist bei der Ampelschaltung in der City nicht vorgesehen. Da kann man manchmal warten, bis man schwarz wird. Und wenn es stimmt, das Zeit Geld ist, dann haben die Erfinder der Ampelschaltung schon jede Menge Schulden gemacht.


Doch am Bundestagswahl-Sonntag war ich der Ampelschaltung vor meinem Wahllokal am Rathausmarkt dankbar, dass sie mir noch etwas Zeit gab, ehe ich meine beiden Stimmkreuze machen musste. Denn beim Farbenspiel der rot-gelb-grünen Ampel vor mir oder beim Blick auf den schwarzen Straßenasphalt unter mir und in den blauen Himmel über mir, konnte ich noch mal in aller Ruhe darüber nachdenken, welche politische Farbmischung für die Reise in die Zukunft aus meiner Sicht die Richtige sein könnte.


Als ich dann nach dem Verlassen des Wahllokals wieder vor der Ampelstand und mir noch einmal überlegen konnte, ob meine Wahl unser Land durchstarten oder in eine Sackgasse fahren lässt, ging mir ein Licht auf: Die oft gescholtenen Erfinder der Ampelschaltung in der City sind keine Bremser oder gar technische Dilettanten, sondern einfach nur politisch denkende Menschen, die wissen, dass wir manchmal einfach eine kleine Wartezeit brauchen, um nachdenken und dann richtig entscheiden und handeln zu können.

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